Auf dem Kamel durch Dünen und Palmenschluchten – Gran Canaria zu Fuß war gestern
Kamelreiten Gran Canaria – das klingt nach klassischem Touristenprogramm. Und in gewisser Weise ist es das auch: ein Ausflug, den Millionen Urlauber vor einem gemacht haben, und den Millionen weitere nach einem machen werden. Aber wer einmal auf einem Kamel durch die Dünen von Maspalomas geritten ist, bei Sonnenuntergang, mit dem Atlantik im Rücken und dem warmen Wüstensand unter den Hufen, versteht, warum das Angebot seit Jahrzehnten besteht.

Gran Canaria hat zwei sehr unterschiedliche Schauplätze für Kamelritte: die Dunas de Maspalomas im Süden – sandig, touristisch, spektakulär – und den Barranco de Fataga mit seinem legendären Tal der 1000 Palmen, rund 15 Kilometer nördlich von Maspalomas. Beide haben ihren eigenen Charakter. Wer zwischen beiden wählen kann, sollte die eigene Erwartung kennen.
Kamele sind auf den Kanarischen Inseln keine natürlichen Bewohner – sie wurden für den Tourismus eingeführt, ähnlich wie auf Lanzarote, wo Kamelritte zum Bild der Insel gehören. Die Tiere sind an den Umgang mit Menschen gewöhnt; erfahrene Guides begleiten jeden Ritt. Kleine Kinder (ab ca. 3 Jahren) können in aller Regel mitreiten.
Die zwei Schauplätze: Dünen oder Palmenschlucht?
Maspalomas – Kamelritt durch die Sahara des Südens
Die Dunas de Maspalomas sind das ikonischste Bild Gran Canarias: 400 Hektar Dünenlandschaft, golden im Abendlicht, direkt am Atlantik. Der Kamelritt hier ist kurz – meist 20 bis 30 Minuten – und bewegt sich am Rand der Schutzzone entlang. Touristisch, ja. Aber für Erstbesucher und Familien mit Kindern ist es das Bild, das bleibt.
Startpunkt ist nahe dem Faro de Maspalomas (Leuchtturm). Die Tiere sind in einer Karawane aufgereiht und werden von Guides geführt; Eigenregie ist nicht vorgesehen. Das ist kein Ausritt, sondern ein geführtes Erlebnis. Wer mehr möchte, fährt nach Fataga.
Barranco de Fataga – der authentischere Ritt
Das Tal der 1000 Palmen im Barranco de Fataga gehört zu den schönsten Landschaften Gran Canarias: Kanarische Dattelpalmen, terrassierte Hänge und eine von Vulkanen geprägte Schlucht bilden die Kulisse für einen ruhigen Kamelritt. Die Touren bei Arteara dauern meist länger als in Maspalomas – bis zu einer Stunde – und führen durch das Schluchtental. Das Erlebnis ist persönlicher und deutlich weniger touristisch.
Wer Gran Canaria abseits der Küste entdecken möchte, findet hier eine entspannte Alternative zu den Dünenritten. Da der Anbieter kleiner ist und die Teilnehmerzahl begrenzt, empfiehlt sich insbesondere in der Hauptsaison eine vorherige Reservierung.
Anbieter: Kamelreiten auf Gran Canaria
| Anbieter | Telefon / Kontakt | Standort | Charakter |
| Camel Safari Maspalomas | +34 928 762 122 | Maspalomas (Dünen) | Klassisch; sehr touristisch |
| Camel Safari Fataga | +34 928 798 580 | Arteara / Fataga | Länger; authentischer |
Steckbrief: Kamelreiten auf einen Blick
| Standorte | Maspalomas (Dünen) und Arteara/Fataga (Schlucht) |
|---|---|
| Dauer Maspalomas | ca. 20–30 Minuten |
| Dauer Fataga | bis ca. 60 Minuten |
| Preis ab | ca. 15–20 Euro (Maspalomas); Fataga: vorab erfragen |
| Mindestalter | ab ca. 3 Jahren (mit Erwachsenen); ohne Altersgrenze nach oben |
| Buchung | Maspalomas: oft vor Ort möglich; Fataga: vorab empfohlen |
| Beste Reisezeit | Ganzjährig; in Maspalomas sind die Abendstunden besonders stimmungsvoll. |
| Stand Angaben | Juni 2026 – vor Buchung auf Website verifizieren |
Tipps für den Kamelritt
Zeitpunkt: Der Abend ist die beste Zeit in Maspalomas
Ein Kamelritt durch die Dunas de Maspalomas kurz vor Sonnenuntergang ist visuell am beeindruckendsten. Das Licht ist warm, die Schatten der Dünen lang, und die Temperaturen sind angenehmer als am Mittag. Im Sommer empfiehlt sich der Morgen – ab etwa 9 Uhr, bevor die Hitze einsetzt.
Kleidung und Ausrüstung
Bequeme Hosen sind sinnvoll – der Sattel eines Kamels ist kein Fahrradsattel. Sonnenschutz und Kopfbedeckung sind Pflicht, insbesondere in den Dünen ohne Schatten. Festes Schuhwerk ist kein Muss, aber empfehlenswert, da man beim Auf- und Absteigen kurz im Sand steht.
Mit Kindern
Kamelreiten ist eines der kinderfreundlichsten Angebote Gran Canarias. Kleine Kinder sitzen bei Maspalomas meist vor einem Elternteil auf dem Tier. Die Guides sind erfahren im Umgang mit Familien; die Tiere sind ruhig und an Lärm gewöhnt.
Kombination: Was passt zum Kamelritt?
In Maspalomas lassen sich Kamelritt und Dünenspaziergang hervorragend kombinieren: morgens oder abends die Dunen besuchen, Kamelritt einplanen, danach Strand. Wer das volle Südprogramm möchte: Maspalomas liegt auch in der Nähe von Puerto Rico (Whale Watching) und Puerto de Mogan (Markt freitags, Hafen). Ein Tagesausflug mit zwei oder drei Aktivitäten ist gut machbar.
Im Barranco de Fataga bietet es sich an, den Kamelritt mit einem Abstecher ins Dorf Fataga zu verbinden – eines der hübschesten Bergdörfer Gran Canarias, nur wenige Kilometer weiter oben. Von dort aus weiter nach Tejeda: Mittagessen mit Blick auf Roque Nublo.
FAQ – Häufige Fragen
Ist Kamelreiten auf Gran Canaria tierschutzgerecht?
Wie schwer darf man sein?
Gibt es einen Unterschied zwischen Dromedaren und Kamelen?
Muss man den Kamelritt im Voraus reservieren?
Was sollte man zum Kamelreiten anziehen?
Gran Canaria und das Kamel: Eine kurze Geschichte
Kamele beziehungsweise Dromedare gehören ursprünglich nicht zur Tierwelt der Kanarischen Inseln. Sie wurden im 20. Jahrhundert vor allem für touristische Angebote eingeführt – zunächst auf Lanzarote und später auch auf Gran Canaria. Während Kamelritte im Timanfaya-Nationalpark auf Lanzarote längst zum klassischen Inselerlebnis gehören, konzentriert sich das Angebot auf Gran Canaria hauptsächlich auf Maspalomas und das Tal von Fataga.
Die Tiere auf Gran Canaria sind Dromedare (Camelus dromedarius) mit einem Höcker. Sie stammen ursprünglich aus Nordafrika und dem Nahen Osten und sind hervorragend an trockene Lebensräume angepasst. Ihre breiten Trittflächen bieten sicheren Halt auf weichem Sand, gleichzeitig ermöglicht ihnen ihre effiziente Wassernutzung lange Aufenthalte in trockenen Regionen. Deshalb fühlen sie sich in den Dünen von Maspalomas ebenso wohl wie auf den trockenen Wegen im Barranco de Fataga.
Bewertung: Wann lohnt sich der Kamelritt – wann nicht?
| Lohnt sich für | Weniger geeignet für |
|---|---|
| Familien mit Kindern (ab 3 J.) | Solo-Urlauber, die aktive Erlebnisse suchen |
| Erstbesucher Gran Canarias | Tierrechtsbewusste Reisende (s. FAQ) |
| Abend-Ausflug in Maspalomas | Wer Eigenverantwortung beim Reiten erwartet |
| Kombination mit Dünespaziergang | Wer authentischen Naturkontakt bevorzugt |
Ein Kamelritt ist kein Abenteuer im eigentlichen Sinne – er ist ein Erlebnis, das besonders dann schön ist, wenn man weiß, was man bekommt: eine gelassene, ruhige Fortbewegung durch eine außergewöhnliche Landschaft, begleitet von einem Guide, in einer Gruppe. Wer das erwartet, wird nicht enttäuscht.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.


