Natur Gran Canaria: Vulkane, Dörfer und der wilde Kern
Gran Canaria ist der Miniaturkontinent des Atlantiks – eine Insel, auf deren 1.560 km² mehr Landschaftstypen aufeinandertreffen als in weiten Teilen Europas. Man steht am Rand der Caldera de Tejeda und sieht gleichzeitig Wüste, Kiefernwald und Atlantik. Man betritt das Bergdorf Artenara auf 1.270 Metern, das höchste Dorf der Insel, bewohnt in Höhlen. Man folgt dem Barranco de Guayadeque bis in seine Höhlenrestaurants. Das Biosphärenreservat Gran Canaria (seit 2005) schützt eine Natur, die seit 9 Millionen Jahren durch tektonische Isolierung eigene Wege gegangen ist.
Von Naturdenkmälern und lebendigen Dörfern
73 Artikel erkunden Gran Canaria von seinem Kern nach außen: Roque Nublo und Roque Bentayga als Naturdenkmäler des Hochlands der Ureinwohner, die Dunas de Maspalomas als einziges Wüstenküstensystem Europas, die endemische Flora mit über 500 Pflanzenarten, die nur hier wachsen. Dazu: Tejeda mit seinen Mandelgärten, Agaete mit dem ältesten Hafen der Insel, Las Palmas de Gran Canaria als atlantische Metropole mit 400.000 Einwohnern und Puerto de Mogán als das „Venedig der Kanaren“. Natur und Insel sind auf Gran Canaria nicht zu trennen.
Das Kornlager der Insel: Das Cenobio de Valerón auf Gran Canaria

In einer steilen Tuffsteinwand im Nordosten Gran Canarias klafft ein Loch in der Erde – nein, Dutzende Löcher. Nahezu 300 Höhleneingänge öffnen sich in mehreren Ebenen übereinander, durch Treppen und Leitern verbunden, jede Kammer ein Zimmer in einem riesigen, in Fels gehauenen Gebäudeensemble. Das ist das Cenobio de Valerón – die bedeutendste archäologische Stätte Gran Canarias und eine der eindrucksvollsten prähistorischen Anlagen der gesamten Makaronesischen Inselwelt.
Wo Menschen in Felsen wohnen: Der Barranco de Guayadeque auf Gran Canaria

Im Südosten Gran Canarias schneidet sich eine der faszinierendsten Schluchten der Kanarischen Inseln durch die Hochlandlandschaft: der Barranco de Guayadeque. 15 Kilometer lang, von steilen Tuffsteinwänden gesäumt, bewohnt von rund 170 Menschen – die meisten davon in Höhlenhäusern, die direkt in die Felswände gehauen sind. Was andernorts ein Relikt der Vorzeit wäre, ist hier gelebter Alltag.
An der Kante Europas: Der Mirador del Balcón auf Gran Canaria

Wer von La Aldea de San Nicolás kommend das letzte Stück der alten Küstenstraße (GC-200) in Richtung der neuen Tunnel fährt, erreicht einen Ort, an dem die Straße scheinbar am Rand der Welt endet: den Mirador del Balcón. Hoch über dem Atlantik ragt die Aussichtsplattform aus der Steilküste hinaus. Tief unten donnern die Wellen gegen die Steilküste. Links und rechts zieht die Andén Verde – die grüne Terrasse – die Küstenlinie entlang, eine der dramatischsten Steilküstenformationen der gesamten Kanarischen Inseln.
Wo ein Dichter staunte: Der Mirador de Unamuno in Artenara

Artenara ist das höchstgelegene Dorf Gran Canarias – 1.270 Meter über dem Meeresspiegel, in den Fels gebaut, umgeben von Schlucht und Himmel. Direkt am Ortsrand liegt ein Aussichtspunkt, der die Seele des kanarischen Hochlands in einem einzigen Blick zusammenfasst: der Mirador de Unamuno. Der Blick geht direkt auf den Roque Bentayga – den heiligen Berg der Guanchen – und dahinter auf das gesamte Hochlandpanorama.
Der jüngste Vulkan: Mirador und Pico de Bandama auf Gran Canaria

Vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren, also in der Nähe der Schwelle zur Menschheitsgeschichte, brach auf Gran Canaria ein Vulkan aus, dessen Spuren bis heute zu sehen sind: der Pico de Bandama. Mit einer Höhe von 574 Metern ist der Pico de Bandama Teil des jüngsten Vulkangebiets Gran Canarias. Der Vulkanausbruch vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren formte sowohl den markanten Gipfel als auch die heute über einen Kilometer breite Caldera de Bandama – eines der eindrucksvollsten Vulkanrelikte der Insel.
In den Fels gemeißelt: Die Cuevas de Acusa Seca auf Gran Canaria

In einer steilen Felswand des Hochlands Gran Canarias verbergen sich Hunderte von Höhlen – und einige davon werden bis heute bewohnt. Die Cuevas de Acusa Seca bei Artenara sind eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Kanarischen Inseln: ein Höhlendorf, das die Canarios – die Ureinwohner Gran Canarias berberstämmiger Herkunft – in den weichen Tuffstein gruben und das seit Jahrtausenden als Wohnstätte, Kultplatz und Zuflucht diente.
Leben im Fels: Die Cuevas Bermejas im Barranco de Guayadeque

Am Ende des Barranco de Guayadeque – der 15 Kilometer langen Schlucht der Höhlenhäuser im Südosten Gran Canarias – liegt eine Siedlung, die ihresgleichen sucht: die Cuevas Bermejas. Hier sind Wohnhäuser, eine Kirche und Läden direkt in den roten Tuffstein des Schluchtengrunds gehauen. Bis heute leben, arbeiten und feiern Menschen in den in den Fels gehauenen Höhlenwohnungen.
Ein Krater, der alles überragt: Die Caldera de Bandama auf Gran Canaria

Im Nordosten Gran Canarias klafft ein Loch in der Erde – rund 216 Meter tief, mehr als einen Kilometer breit und von einer Stille erfüllt, die man auf dieser Insel so kaum erwartet. Die Caldera de Bandama ist der jüngste Vulkan Gran Canarias. Vor etwa 3.000 bis 5.000 Jahren brachten pyroklastische Eruptionen und der Kollaps eines Schlackenkegels diesen fast kreisrunden Kessel hervor – ein Naturwunder, das Geologen bis heute fasziniert und Besucherinnen und Besucher mit seiner gewaltigen Dimension beeindruckt.
Wächter des Hochlands: Der Roque Nublo auf Gran Canaria

Er ist das Wahrzeichen einer ganzen Insel: der Roque Nublo, rund 1.813 Meter hoch, ein freistehender Basaltmonolith, der sich 65 bis 80 Meter über seinen vulkanischen Sockel erhebt und das Hochland Gran Canarias wie ein Wächter überragt. Kein Foto, keine Postkarte, kein Reiseführer kommt ohne ihn aus.
Wo der Berg ins Meer stürzt: Der Roque Faneque auf Gran Canaria

Es gibt Orte, die man einmal gesehen haben muss – und der Roque Faneque auf Gran Canaria gehört zweifellos dazu.Mit einer Höhendifferenz von rund 1.008 Metern zwischen Gipfel und Atlantik gehört der Roque Faneque zu den höchsten Meeresklippen Europas und zu den eindrucksvollsten Steilküsten der Kanarischen Inseln. Kein breiter Sandstrand, kein sanftes Abrollen ins Meer – hier endet der Berg abrupt, fast gewaltsam, in einem vertikalen Abfall, der den Atem verschlägt.
Heiliger Berg und Weltkulturerbe: Der Roque Bentayga auf Gran Canaria

Mitten im Hochland Gran Canarias ragt ein Felsmonolith aus dem Bergkessel der Caldera de Tejeda: der Roque Bentayga, ~1.414 Meter hoch, von allen Seiten sichtbar und seit Jahrhunderten aufgeladen mit Geschichte, Mythos und spiritueller Bedeutung. Für die Canarios – die Ureinwohner der Insel – war er der heiligste Ort Gran Canarias. Am Gipfel liegt der Almogarén, ein Versammlungs- und Kultplatz, der seinesgleichen auf der Insel sucht.
Der stille Riese: El Campanario – zweithöchster Berg Gran Canarias

Fast niemand kennt ihn, dabei ist er der zweithöchste Berg Gran Canarias: El Campanario mit 1.917 Metern über dem Meeresspiegel. Wer vom bekannten Pico de las Nieves (1.949 m) nach Westen blickt, sieht ihn sofort – ein mächtiger Gipfelblock, Teil der gewaltigen Riscos de Tirajana, einer acht Kilometer langen Felswand, die bis zu 800 Meter senkrecht in die Caldera de Tirajana abstürzt.
Zwischen den Giganten: El Montañón im Hochland Gran Canarias

Er liegt genau zwischen den beiden bekanntesten Hochlandgipfeln Gran Canarias – und wird fast immer übersehen: El Montañón, 1.762 Meter hoch, eingebettet zwischen dem Roque Nublo im Westen und dem Pico de las Nieves im Osten. Wer hier oben steht, begreift warum das Hochland Gran Canarias zu den schönsten Wandergebieten der Kanaren gehört.
360-Grad-Panorama an der Westflanke: Die Montaña Altavista auf Gran Canaria

Wer den schönsten Aussichtsberg Gran Canarias sucht, findet ihn im Naturpark Tamadaba: die Montaña Altavista, 1.376 Meter hoch, am westlichen Ende der gewaltigen Caldera-de-Tejeda-Umfassungswand. Von hier aus sieht man alles auf einmal: Pico de las Nieves, Roque Nublo, Roque Bentayga und das Hochplateau Acusa Seca – und wenn der Himmel klar ist, thront der Teide auf Teneriffa am Horizont.
Altar der Altkanarier: Die Montaña de Tauro auf Gran Canaria

Im Süden Gran Canarias, zwischen den tiefen Schluchten des Barranco de Soria und dem Barranco de Tauro, erhebt sich ein Berg wie ein riesiges Tafelgestell über die umliegende Landschaft: die Montaña de Tauro, 1.225 Meter hoch, ein offizielles Naturdenkmal und einer der geheimnisvollsten Orte Gran Canarias. Auf seinem flachen Gipfelplateau steht eine Trockenmauer – die sogenannte „Iglesia de los Canarios“ – die von den Altkanariern als Kultplatz genutzt wurde.
Im Herzen des Kiefernwalds: Montaña Tamadaba auf Gran Canaria

Im Nordwesten Gran Canarias erhebt sich ein Massiv, das schon auf der Anfahrt beeindruckt: Tamadaba – ein Hochplateau aus Kiefernwald, Felsgipfeln und weiten Ausblicken bis zum Atlantik. Der höchste Punkt dieses Massivs ist die Montaña Tamadaba mit 1.443 Metern. Kein schroffer Felszahn, kein dramatischer Monolith – aber ein Gipfel, der weniger durch seine Höhe als durch seine einzigartige Umgebung beeindruckt: einen der schönsten Kanarischen Kiefernwälder der Insel.
Natur als Bilderrahmen: Die Ventana del Nublo auf Gran Canaria

Im Hochland Gran Canarias gibt es einen Ort, an dem die Natur selbst den perfekten Bildrahmen schafft: die Ventana del Nublo – der Felsbogen, der den Blick auf das berühmte Wahrzeichen der Insel rahmt wie ein Fenster. Wer durch diesen natürlichen Steinbogen auf den Roque Nublo schaut, sieht eines der ikonischsten Bilder Gran Canarias.
Natur malt mit Mineralien: Los Azulejos auf Gran Canaria

An der Straße GC-200 zwischen Mogán und La Aldea de San Nicolás gibt es einen Moment, in dem selbst erfahrene Reisende innehalten und zweimal hinschauen: Plötzlich leuchtet eine Felswand in Türkis, Grün, Rötlich und Violett – als hätte jemand eine Farbpalette über den nackten Basalt gekippt. Das sind die Los Azulejos, die wohl farbenprächtigste Felsformation Gran Canarias.
Stiller Ruhepol im Tourismusgetriebe: La Charca de Maspalomas

Wenige hundert Meter vom Hoteltrubel entfernt liegt eine andere Welt: La Charca de Maspalomas – eine Brackwasserlagune am westlichen Rand der berühmten Dünen, in der Reiher, Enten, Löffler und in seltenen Glücksmomenten sogar Flamingos rasten. Das Wasser liegt still. Über dem See kreisen Möwen. Im Schilf am Ufer bewegen sich Schatten. Hier hört die Insel kurz auf, Ferienanlage zu sein – und erinnert daran, dass Gran Canaria ein Naturraum ist.
Wüste am Meer: Die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria

Am südlichsten Zipfel Gran Canarias liegt eines der spektakulärsten Naturschauspiele der Kanarischen Inseln: die Dunas de Maspalomas. Rund 400 Hektar goldene Sanddünen erstrecken sich direkt am Atlantik – ein Ökosystem, das sich wie eine kleine Sahara anfühlt und doch nur wenige Schritte vom Hoteltrubel Maspalomas entfernt liegt.
Farben aus dem Erdinneren: Der Barranco de las Vacas auf Gran Canaria

Wer von Agüimes aus auf der GC-550 in Richtung Temisas fährt, wird auf Höhe Kilometer 14 von einem Anblick überrascht, der die Fahrt abrupt unterbricht: Türkis, Grün, Rötlich, Violett, Gelb – ganze Felswände leuchten in diesen Farben aus dem Tuffstein. Das sind die Tobas de Colores im Barranco de las Vacas, eines der farbenprächtigsten Naturphänomene im Osten Gran Canarias.
Der Gran Canyon Gran Canarias: Das Barranco de Fataga

Wer von Maspalomas aus nordwärts auf der GC-60 fährt, ahnt nicht, was wenige Kilometer entfernt in die Erde eingeschnitten ist: das Barranco de Fataga – eine der tiefsten und schönsten Schluchten des gesamten Südens Gran Canarias. Tausende von Dattelpalmen wachsen im Talboden, weshalb der Barranco seinen Beinamen „Tal der 1000 Palmen“ trägt. Von oben – vom Mirador de la Degollada de las Yeguas – öffnet sich eine Aussicht, die kanarische Einheimische gerne mit dem Grand Canyon vergleichen.
Der grüne Garten Gran Canarias: Das Barranco de Mogán

Im Südwesten Gran Canarias liegt ein Tal, das die trockene Küstenlandschaft der Insel vollständig vergessen lässt: das Barranco de Mogán – das fruchtbarste Tal der gesamten Insel. Zitronen, Papayas, Avocados, Bananen, Kürbisse, Auberginen und Gewächshäuser mit Schnittblumen prägen hier das Bild statt kahler Felsabstürze und Wolfsmilchgewächse.
Kaffee, Heilquellen und Lost Places: Das Barranco de Agaete

Im Nordwesten Gran Canarias liegt ein Tal, das mit jedem Kilometer Einfahrt überraschender wird: das Barranco de Agaete – das Valle de Agaete. Es beginnt am Atlantik mit dem Hafen Puerto de las Nieves und führt tief ins Inselinnere, begleitet von üppiger Vegetation, Felswänden aus Basalt und einer Geschichte, die von Heilquellen, kolonialer Kaffeekultur und verlassenen Orten erzählt.
Blaues Wunder in der Schlucht: Der Charco Azul im Naturpark Tamadaba

Im wilden Nordwesten Gran Canarias verbirgt sich am Grund einer Basaltschlucht ein kleines Wunder: der Charco Azul – ein natürlicher See von leuchtendem Türkisblau, gespeist von einem Wasserfall, umgeben von wassergeschliffenen Felsen und üppiger Schluchtvegetation. Wer ihn kennt, hält ihn für eines der schönsten Naturziele der gesamten Insel.
Im schönsten Kiefernwald der Insel: Die Presa de las Niñas auf Gran Canaria

Der Presa de las Niñas ist auch als Naherholungsgebiet bekannt: Picknickplätze, Feuerstellen und ein offizieller Campingbereich machen ihn zum beliebtesten Ausflugsziel der Hochlandbevölkerung im Süden der Insel. Und er hat eine Geschichte – von einem Mädchen, einem alten Baum und einem Feuer.
Der größte Stausee der Kanarischen Inseln: Presa de Soria auf Gran Canaria

Im Hochland des Südwestens Gran Canarias liegt ein Stausee, der alles überragt: die Presa de Soria – mit einem Fassungsvermögen von rund 40 Millionen Kubikmetern der größte Stausee der Kanarischen Inseln. Bis heute ist die Presa de Soria einer der wichtigsten Wasserspeicher Gran Canarias und bildet das Herzstück der Wasserversorgung im trockenen Südwesten der Insel.
Ein verstecktes Juwel: Der Presa del Vaquero im Tirma-Gebiet

Wer im Naturpark Tamadaba unterwegs ist, entdeckt auf einer der abgelegensten Wanderungen Gran Canarias den Presa del Vaquero. Grünes Wasser, umgeben von Kiefernwald, dahinter die steil aufragende Silhouette des Roque Faneque. Der kleine Stausee liegt im Tirma-Gebiet, umgeben von Kiefernwald und mit eindrucksvollem Blick auf den Roque Faneque. Früher führte die Pista de Tirma direkt am See vorbei – heute ist sie vor allem als Wanderroute bekannt.
Am Fuß des Tamadaba: Der Presa de Lugarejos auf Gran Canaria

Am nordwestlichen Rand des Parque Natural de Tamadaba liegt ein Stausee, der abseits der bekannten Ausflugsziele liegt: der Presa de Lugarejos. Auf 820 Metern Höhe, eingebettet in die Mündung des Barranco Lugarejos, liegt er wie ein kleines Juwel – umgeben von steilen Felswänden des Tamadaba-Massivs auf einer Seite und terrassierten Feldern auf der anderen.
Wenn das Wasser fließt: Die Cascada de Soria auf Gran Canaria

Gran Canaria ist nicht für Wasserfälle bekannt. Umso beeindruckender ist der Moment, wenn die Cascada de Soria nach ergiebigen Regenfällen zum Leben erwacht: Wasser stürzt in mehreren Stufen über die Felsen oberhalb des kleinen Weilers Soria, füllt natürliche Becken im Barranco und schafft ein Naturschauspiel, das Menschen aus dem ganzen Süden der Insel anzieht.
Grüne Wände, Froschgesang und geschliffener Basalt: Der Barranco del Risco

Im Nordwesten Gran Canarias gibt es eine Schlucht, die die meisten Reisenden nie sehen: den Barranco del Risco – eine Felsschlucht im Parque Natural de Tamadaba, gespeist von Regenwasser aus dem Hochland, bewachsen von Moosen und Farnen in allen Grüntönen, belebt vom Quaken kanarischer Frösche. Hier führt der einzige Wanderweg zum legendären Charco Azul hindurch.
Wildromantisch und vergessen: Das Barranco de Tauro auf Gran Canaria

Unterhalb der kahlschroffen Flanken des Montaña de Tauro öffnet sich eine Schlucht, die den meisten Besucherinnen und Besuchern Gran Canarias vollständig unbekannt ist: das Barranco de Tauro – ein tief eingeschnittenes Schluchtensystem im Südwesten der Insel, zwischen der Gemeinde Mogán und dem Montaña de Tauro. Hier wachsen Wolfsmilchgewächse aus Tuffsteinfelsen, liegen Wassergumpen im Bachbett aus poliertem Basalt und zeugen die Überreste eines verlassenen Dorfs von einer Zeit, in der diese Schlucht noch belebt war.
Natur als Architekt: Arco del Escobón und Arco de Tirma im Tamadaba

Im Parque Natural de Tamadaba verbirgt sich ein Naturwunder, von dem kaum jemand spricht: zwei natürliche Felsbögen – der Arco del Escobón und der Arco de Tirma. Tief im Tamadaba-Massiv gelegen, sind sie nur über anspruchsvolle Wanderungen erreichbar und gehören zu den ursprünglichsten Naturzielen im Nordwesten Gran Canarias.
Licht am Ende des Tunnels: Der Chira-Soria-Tunnel auf Gran Canaria

Gran Canaria hat viele Naturwunder. Aber nur eines liegt im Dunkeln: der Chira-Soria-Tunnel – ein rund einen Kilometer langer Wassertunnel, der die beiden großen Stauseen Presa de Chira und Presa de Soria verbindet. Bei trockenem Wetter und niedrigem Wasserstand kann man ihn zu Fuß durchqueren – eine der ungewöhnlichsten Wandererfahrungen der gesamten Insel.
Stille Hochebene und steinerne Höhlen: Das Hochplateau Majada Alta auf Gran Canaria

Im Südwesten Gran Canarias, fernab der Touristenzentren, liegt ein Hochplateau, das die meisten Besucherinnen und Besucher nie betreten: Majada Alta – ein offenes, karges Bergland auf rund 1.000 bis 1.200 Metern Höhe, geprägt von einem meist trockenen Stausee, bizarren Felsformationen und einem Höhlenkomplex, in dem sich seit Jahrhunderten Ziegen ihren Unterschlupf suchen.
Für Mutige: Die Playa de Güigüí – der wildeste Strand Gran Canarias

Die Playa de Güigüí ist nicht einfach ein Strand. Sie ist ein Versprechen – und eine Herausforderung. Kein Weg führt mit dem Auto hin, keine Seilbahn, kein Shuttle. Wer die Playa de Güigüí erreichen will, muss wandern: 10,5 Kilometer, 973 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad schwer, ab dem Weiler Tasartico an der Westküste Gran Canarias.
Pico de las Nieves – der Dachfirst Gran Canarias

Mit 1.949 Metern ist der Pico de las Nieves der höchste Punkt Gran Canarias. Nicht der bekannteste – das ist der Roque Nublo mit seiner ikonischen Silhouette – aber der höchste. Der Gipfel liegt auf dem Gemeindegebiet von Tejeda und San Bartolomé de Tirajana, gehört zum Parque Rural del Nublo und bietet an klaren Tagen ein Panorama, das seinesgleichen sucht: Roque Nublo, Roque Bentayga, der Campanario, die Riscos de Tirajana und – bei optimaler Sicht – der Teide auf Teneriffa und die Nachbarinseln.
Grünes Wunder am Barranco: Der Jardín Canario in Las Palmas

Am südlichen Stadtrand von Las Palmas de Gran Canaria, wo der Barranco de Guiniguada tief in die Landschaft einschneidet, liegt ein botanisches Paradies: der Jardín Botánico Canario Viera y Clavijo, meist einfach Jardín Canario genannt. Mit 27 Hektar Fläche und rund 2.000 Pflanzenarten ist er der größte Botanische Garten Spaniens und zählt zu den bedeutendsten Sammlungen makaronesischer Flora weltweit.
Natürliche Sonnenuhr und Stauseen-Panorama: Mirador Roque Palmés und El Toscón

Im südlichen Hochland Gran Canarias, zwischen der Ruta de las Presas und dem Dorf El Toscón, liegen zwei Aussichtspunkte, die zu den lohnendsten und gleichzeitig am wenigsten bekannten der Insel gehören: der Mirador Roque Palmés und der Mirador El Toscón. Von hier aus öffnet sich ein Panorama, das die gesamte südliche Stauseenlandschaft überspannt – von der Presa de Soria bis zur Küste, und bei klarem Wetter bis zum Teide auf Teneriffa.
Letzte Bastion der Ureinwohner: Die Fortaleza Grande im Barranco de Tirajana

Im Barranco de Tirajana, wenige Kilometer südlich von Santa Lucía, ragt eine Felsgruppe aus der Mitte der Schlucht auf, die wirkt wie eine natürliche Festung: die Fortaleza Grande – auch bekannt unter dem alten Namen Ansite. Drei Felskolosse – Fortaleza Grande, Fortaleza Chica und Titana – bilden zusammen eine markante Felsgruppe, die das Schluchtbild bis heute eindrucksvoll prägt.
Ein Inselkontinent im Miniformat: Die Flora Gran Canarias

Gran Canaria wird nicht umsonst als „Kontinent im Kleinen“ bezeichnet. Auf einer Fläche von rund 1.560 Quadratkilometern finden sich mehr als 500 endemische Pflanzenarten – Arten, die ausschließlich auf den Kanarischen Inseln oder sogar nur auf Gran Canaria selbst vorkommen. Das ist eine Pflanzendichte, die in Europa ihresgleichen sucht.
Wild, endemisch, überraschend: Die Tierwelt Gran Canarias

Gran Canaria ist keine Insel großer Säugetiere oder gefährlicher Raubtiere. Die endemische Fauna der Insel ist subtil, oft versteckt – aber für aufmerksame Naturbeobachterinnen und -beobachter außerordentlich reich. Eidechsen in allen Farben und Größen, einer der wenigen Frösche Europas auf einem subtropischen Archipel, Greifvögel über Steilküsten und ein singender Wildvogel, der das Vorbild des Hauskanariers ist.