Reisetipps Gran Canaria: Anreise, Klima, Basislager, Mietwagen
Atlantik im Anflug. Vulkankegel im Aufstieg. Pinar im Tal. Wer eine Reise nach Gran Canaria plant, kommt auf eine Insel mit drei Klimazonen in einer Stunde Fahrzeit – und einem Wetter, das im Süden ganzjährig 22–25°C verspricht, im Norden deutlich mehr Grün und im Hochland gelegentlich Schnee. Flughafen LPA empfängt Direktflüge aus über 30 deutschen, österreichischen und Schweizer Städten. Mietwagen ist Pflicht – öffentlicher Nahverkehr erreicht die Küstenorte, nicht die Wanderparkplätze und Bergdörfer, für die Gran Canaria berühmt ist.
Vom Basislager bis zur richtigen Jahreszeit
Basislager Süden: Maspalomas und Playa del Inglés für Strandurlaub und Wandern ins Hochland. Basislager Las Palmas: für Stadtleben, Las Canteras, Ausgehen und Tagestouren in alle Richtungen. Beste Reisezeit für Wandern: Oktober bis Mai. Beste Reisezeit für Baden: September und Oktober (Wassertemperatur 23°C). Calima-Risiko: Dezember bis Februar und Juli bis August – Sahara-Heißwind mit Feinstaub, der tagelang anhalten kann. 12 monatliche Reiseführer mit Persona-Ansatz: Für wen lohnt sich dieser Monat? Was passiert auf der Insel? Was kostet es? Gran Canaria funktioniert das ganze Jahr – wenn man weiß wann man was sucht.
Gran Canaria: Die Insel, auf der fast immer Sommer ist – aber nicht überall gleich

Es gibt Reiseziele, bei denen man das Wetter auf gut Glück nimmt. Gran Canaria gehört nicht dazu. Die Insel hat ein Klima, das so stabil ist, dass Meteorologen von einem der besten Ganzjahresziele der Welt sprechen – und das ist keine Marketingphrase, sondern Geographie. Der Nordostpassat, das steil aufragende Zentralgebirge und die warme Meeresströmung erschaffen ein Mikroklima-Mosaik: Während im Süden um Maspalomas gerade mal 111 Millimeter Regen im Jahr fallen – zum Vergleich: München kommt auf fast 970 – ist der Nordwesten der Insel üppig grün und teils neblig. Und das Hochland rund um Tejeda? Das liegt manchmal buchstäblich in den Wolken, während unten an der Küste die Sonne brennt.
Gran Canaria – die Karte im Kopf: So ist die Insel aufgebaut

Gran Canaria hat einen Durchmesser von rund 50 Kilometern. Das klingt überschaubar, ist es aber nicht – zumindest nicht, wenn man die Bergstraßen ins Hochland einkalkuliert. Von der Playa de Maspalomas bis zum Cruz de Tejeda auf 1.450 Metern Höhe sind es Luftlinie 35 Kilometer und per Auto eine kurvige Stunde. Die Insel ist kleiner als das Saarland, aber landschaftlich vielfältiger als viele europäische Länder.
Mietwagen Gran Canaria: Preise, Versicherung, Straßen & praktische Tipps

Gran Canaria lässt sich ohne Mietwagen erkunden. Die Global-Busse sind zuverlässig, günstig und decken die wichtigsten Verbindungen ab. Aber wer das Hochland wirklich erleben will – Tejeda, Artenara, die Westküste, die kleinen Bergstraßen zwischen Cruz de Tejeda und Fataga – kommt mit dem Mietwagen schneller, flexibler und tiefer in die Insel hinein. Zwei Wochen Gran Canaria ohne Auto: möglich. Mit Auto: eine andere, reichere Erfahrung.
Busfahren auf Gran Canaria: Global-Busse, Fahrpreise, Linien und Tipps

Auf Gran Canaria nennt man den Bus „Guagua“ (gesprochen: Wawa) – kanarisches Spanisch für öffentlichen Bus. Das Unternehmen Global betreibt das gesamte Inselnetz mit rund 60 Linien. Von der Playa de Las Canteras bis nach Puerto de Mogán, vom Flughafen ins Hochland, von Las Palmas in die Bergdörfer des Nordens: Die Guagua fährt fast überall hin – manchmal nur 2× am Tag, manchmal alle 10 Minuten.
Anreise nach Gran Canaria: Flüge, Flughafen (LPA), Transfer & Ankunft

Der Flughafen Gran Canaria (IATA: LPA) liegt an der Ostküste, zwischen Las Palmas im Norden und den Südresorts. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge von fast allen großen Flughäfen – Linienflüge, Charterflüge und Low-Cost. Die Flugzeit liegt bei rund vier Stunden ab Frankfurt oder München, etwas weniger ab Süddeutschland und der Schweiz.
Gran Canaria mit Kindern: Familienurlaub auf der Insel, die fast alles richtig macht

Gran Canaria ist eines der besten Familienziele in Europa. Das klingt nach Marketingsprache, ist aber statistisch belegbar: Rund 40 Prozent der Inselbesucher reisen mit Kindern, und die Infrastruktur für Familien – ruhige Strände, ausgebaute Hotelanalgen, Freizeitparks, gutes Busnetz, Kindermenüs in praktisch jedem Restaurant – ist das Ergebnis von Jahrzehnten, in denen Familien die prägende Zielgruppe Gran Canarias waren.
Shopping auf Gran Canaria: Was lohnt sich wirklich? IGIC, Einkaufszentren & Mitbringsel

Gran Canaria ist kein klassisches Shopping-Ziel wie Dubai oder Hongkong. Aber es hat einen realen Steuervorteil, den clevere Einkäufer kennen sollten: die IGIC. Die Kanarischen Inseln sind eine EU-Sonderzone mit eigener Steuerregelung – statt 21 Prozent Mehrwertsteuer (MwSt) auf dem spanischen Festland gilt auf Gran Canaria der IGIC-Satz von 7 Prozent. Das macht Parfüm, Elektronik, Tabak und Alkohol spürbar günstiger als zu Hause oder auf dem Festland.
Was kostet Gran Canaria? Ehrliche Zahlen für jeden Geldbeutel

Gran Canaria ist keine teure Insel. Im Vergleich zu den Malediven, Mallorca in der Hochsaison oder dem Tessin ist Gran Canaria moderat – vorausgesetzt, man vermeidet die offensichtlichen Budgetfallen: Hochsaisonflüge, Touristenrestaurants an den Strandpromenaden und die Hauptferienzeiten. Wer weiß, wann und wie er reist, kommt auf Gran Canaria entspannend günstig durch.
Mit der Fähre nach Gran Canaria: Routen, Reedereien und was man wissen muss

Flugzeug oder Fähre? Für die meisten Urlauber aus D/A/CH ist das keine echte Frage – der Flug ist schneller, meist günstiger und die einzig praktikable Option. Aber wer mit dem Auto anreist, von einer Nachbarinsel herüberkommt oder einfach das Meer auf eine andere Weise erleben will, findet in den Fährverbindungen nach Gran Canaria eine reale Alternative.
Gran Canaria für LGBTQ+-Reisende: Eine Insel, die es ernst meint

Gran Canaria ist eines der bedeutendsten LGBTQ+-Reiseziele Europas – und das ist keine Tourismuswerbung, sondern Geschichte. Die Insel, insbesondere Maspalomas und Playa del Inglés im Süden, hat seit den 1970er Jahren eine offene queere Reisekultur. Das Yumbo Centrum in Playa del Inglés ist das größte LGBTQ+-Nachtlebenszentrum der Kanaren. Der Maspalomas Gay Pride ist einer der größten Prides Europas.
Gran Canaria mit Rucksack: Realistisch, günstig, besser als erwartet

Gran Canaria hat nicht den Ruf eines klassischen Backpacker-Ziels. Das ist berechtigt: Maspalomas und Playa del Inglés sind Pauschalreise-Territorium, die Hotels richten sich an Familien und Seniorengruppen aus Nordeuropa, und die Werbung für die Insel zeigt selten jemanden mit einem 20-Liter-Rucksack. Trotzdem ist Gran Canaria besser für eigenständige Reisende geeignet als sein Ruf.
Unterkunft auf Gran Canaria: Hotels, Fincas, Ferienwohnungen – was passt zu dir?

Gran Canaria hat über 400 Hotels und tausende Ferienwohnungen, Fincas und Privatvermietungen. Das Angebot reicht vom Beachclub-Resort in Maspalomas bis zur alten Steinfinca hoch über den Mandeltälern von Tejeda, vom Backpacker-Hostel in Las Palmas bis zum Design-Boutique-Hotel mit Meerblick in Puerto de Mogán. Wer nicht weiß, welche Unterkunftsform zu seinem Reisestil passt, zahlt entweder zu viel oder landet am falschen Ort.
Las Palmas de Gran Canaria: Die Insel hat eine Hauptstadt – und die lohnt sich

Las Palmas de Gran Canaria ist nicht das erste Bild, das bei „Gran Canaria“ in deutschen Köpfen auftaucht. Da kommen eher Dünen, Südstrände und Hotelbunker. Aber Las Palmas ist die größte Stadt der Kanarischen Inseln – mit rund 382.000 Einwohnern, einer lebendigen Innenstadt, einem der schönsten Stadtstrände Europas und einem historischen Viertel, das Columbus kennt. Der Entdecker Amerikas hat hier zweimal angelegt. Das Haus, in dem er untergebracht war, steht noch.
Sicherheit auf Gran Canaria: Realistischer Überblick statt Panikmache

Gran Canaria gilt im europäischen Vergleich als sicheres Reiseziel. Die meisten Urlauber verbringen ihren Aufenthalt ohne sicherheitsrelevante Zwischenfälle. Wie überall gibt es jedoch einige Risiken, die man kennen sollte – vor allem Taschendiebstahl, Autoaufbrüche auf Wanderparkplätzen und Naturgefahren.
Feiertage und Feste auf Gran Canaria: Was man planen muss – und was man nicht verpassen sollte

Gran Canaria feiert. Die Insel hat 14 gesetzliche Feiertage pro Jahr – mehr als die meisten deutschen Bundesländer – und dazu eine Fülle lokaler Patronatsfeste, die je nach Gemeinde zusätzliche freie Tage mit sich bringen. Reisende, die an einem Feiertag ankommen und die Stadt wie ausgestorben vorfinden, sind nicht vorbereitet gewesen.
Einkaufen auf Gran Canaria: Märkte, Läden und was sich wirklich lohnt

Gran Canaria ist kein Shopping-Paradies im Sinne einer Einkaufsmetropole. Wer Designermarken oder riesige Shoppingmalls sucht, ist auf Gran Canaria nicht am richtigen Ort. Aber wer echte lokale Produkte kaufen will – Mandeln aus Tejeda, frischen Fisch vom Markt, kanarischen Käse vom Bauern, handgemachte Stickereien aus Teror – der findet auf Gran Canaria ein Marktangebot, das ernüchternd authentisch ist.
Januar auf Gran Canaria: 20 Grad, Mandelblüte und die Flucht aus dem Winter

Im Januar auf Gran Canaria riecht es nach Mandeln. Die Bäume rund um Tejeda beginnen zu blühen – zuerst vereinzelt, dann in ganzen Tälern – und das Hochland färbt sich in zartes Weiß und Rosa, bevor der Rest Europas überhaupt ahnt, dass der Winter irgendwann enden wird. Unten an der Küste sind es 20 Grad, sechs Sonnenstunden täglich, und das Wasser glänzt blau wie im Sommer. Es ist nur nicht ganz so warm.
Februar auf Gran Canaria: Karneval, Mandelblüte und das Calima-Risiko, das man kennen muss

Im Februar auf Gran Canaria riecht es nach Konfetti, Mandeln und gelegentlich nach Saharastaub. Die Stadt Las Palmas hat sich in eine Bühne verwandelt. Auf dem Parque Santa Catalina proben Drag Queens ihre Nummern, Kostümgruppen treffen sich in Hinterhöfen, und an den Bars zieht sich die Musik bis tief in die Nacht. Der Karneval von Las Palmas de Gran Canaria ist einer der größten der Welt – und er findet mitten im Februar statt.
März auf Gran Canaria: Wenn die Insel gerade richtig durchatmet

Im März riecht Gran Canaria nach nasser Erde und Frühling. Die Winterregen haben das Hochland grün gefärbt, die Mandelblüte ist inzwischen vorbei, doch die Bäume tragen frisches Laub und prägen gemeinsam mit blühenden Wildpflanzen das Landschaftsbild. Zwischen Tejeda und der Westküste leuchten die Schluchten in sattem Grün – ein Anblick, den viele der Insel kaum zutrauen. Dazu kommen angenehme 21 Grad, sieben Sonnenstunden täglich und eines der niedrigsten Calima-Risiken des Jahres.
April auf Gran Canaria: Frühlingsfrisch, Semana Santa und das Calima-Paradox

Im April auf Gran Canaria riecht es nach Frühling. Das Hochland ist noch grün von den Winterregen, die Temperaturen sind angenehme 22 Grad, und wer von den Bergpfaden rund um Tejeda hinunterblickt, sieht eine Insel, die sich gerade vom Winter verabschiedet. Wilde Blumen blühen zwischen den Felsformationen, die Kiefernwälder von Tamadaba leuchten in sattem Grün, und selbst die Barrancas im Westen tragen noch etwas Feuchtigkeit in sich.
Mai auf Gran Canaria: Der Monat, über den Stammgäste nicht reden wollen

Im Mai auf Gran Canaria riecht es nach Meer und Sonnencreme – aber der Strand gehört einem noch einigermaßen. 22 Grad. Ein Regentag im Monat. Kaum Calima – statistisch der ruhigste Monat des gesamten Jahres für Saharastaub. Und Preise, die so niedrig sind, dass man zweimal nachschaut, ob man sich beim Datum nicht geirrt hat.
Juni auf Gran Canaria: Wenn der Sommer leise anfängt zu brennen

Im Juni auf Gran Canaria riecht es nach Sonnencreme, warmem Asphalt und dem Salz des Atlantiks. 24 Grad. Kein Regen. Neun Sonnenstunden. Das Wasser hat 20 Grad erreicht – nach Monaten des Aufheizens ist es endlich wirklich badbar. Noch ist es nicht die kompromisslose Hitze des Hochsommers; ein angenehmer Atlantikwind sorgt dafür, dass selbst die heißen Nachmittage ertragreich bleiben.
Juli auf Gran Canaria: 10 Sonnenstunden, 0 Regen – der Hochsommer ohne Wenn und Aber

Im Juli riecht Gran Canaria nach Sonnenöl, gegrilltem Fisch und dem Salz des Atlantiks. Zehn Sonnenstunden am Tag – kein anderer Monat schafft das. Null Regen – buchstäblich. Das Wasser hat 21 Grad, die Luft 25 Grad, und von den Strandpromenaden in Maspalomas bis zur Playa de Las Canteras in Las Palmas ist jeder Platz belegt. Juli ist Gran Canaria auf Maximum: laut, voll, sonnig, teuer, lebendig.
August auf Gran Canaria: Hochsaison, Bajada de la Rama – und das älteste Volksfest der Insel

Im August auf Gran Canaria riecht es nach Kokossonnenöl und gegrillten Sardinen. Das Wasser hat 22 Grad. Die Strände sind voll. Die Promenade in Maspalomas ist ein Strom aus Badegästen, Eis und Musik. In den ersten Augusttagen rollt in Agaete, dem kleinen Dörfchen an der Nordwestküste, das älteste Volksfest Gran Canarias: die Bajada de la Rama. Ein Ritual der Guanchen, das die Inselbewohner seit Jahrhunderten mit Palmwedeln ins Meer ziehen lässt, um Regen zu erbitten.
September auf Gran Canaria: Wärmstes Wasser, kaum Calima – und der August-Preis ist weg

Im September auf Gran Canaria hat das Hochland noch seinen goldenen Sommerton, aber die drückende Hitze des Augusts ist weg. Das Wasser hat 23 Grad – seinen Jahreshöchstwert, erarbeitet über drei Monate Hochsommer. Und die Strände? Die gehören wieder mehr den Menschen, die sie wirklich wollen, als denen, die keine andere Wahl hatten.
Oktober auf Gran Canaria: Wandern morgens, Baden nachmittags – das geht wirklich

Im Oktober auf Gran Canaria riecht es nach Erde und Salz. Die ersten Herbstregenschauer haben das Hochland aufgefrischt, die Kiefernwälder von Tamadaba leuchten wieder in satten Farben, und unten an der Küste hat das Wasser seinen Jähreshöchstwert von 23 Grad erreicht. Oben am Roque Nublo ist es morgens frisch genug für eine lange Wanderung ohne Hitzestress. Unten in Maspalomas ist es warm genug, um nachmittags noch eine Stunde im Atlantik zu liegen.
November auf Gran Canaria: 24 Grad, WOMAD und der letzte Blick vor der Hochsaison

Im November auf Gran Canaria riecht es nach Weltmusik, Straßenfood und dem letzten warmen Herbstlicht. In Las Palmas verwandelt sich der Parque Santa Catalina für einige Tage in eine Weltbühne: WOMAD, das World of Music, Art and Dance Festival, bringt Künstler aus aller Welt in die Hauptstadt. Auf dem Atlantik liegt noch Badesommerwärme – 21 Grad Wassertemperatur.
Dezember auf Gran Canaria: Weihnachten im Warmen, Silvester am Meer – und das Calima-Paradox

Im Dezember auf Gran Canaria riecht es nach Frühlingszwiebeln, Raucherkerzen und dem salzigen Atlantik. In den Gassen von Vegueta leuchten Weihnachtskrippen – Belenes – in den Schaufenstern; auf der Playa de Las Canteras spielen Kinder im Sand, während es in Frankfurt minus 5 Grad hat. 22 Grad. Volles Programm. Silvester am Meer.