Am Ende der Welt: Playa de Güigüí
Es gibt Orte, die man nicht einfach besucht. Man verdient sich den Zutritt. Die Playa de Güigüí im Westen Gran Canarias ist so ein Ort. Dunkler Vulkansand, gewaltige Basaltklippen, das Rauschen des Atlantiks – und eine Landschaft, die zu den ursprünglichsten der Insel gehört. Wer hierher kommt, hat entweder einen anspruchsvollen Fußweg durch das Naturschutzgebiet Reserva Natural Especial de Güigüí auf sich genommen oder die abgelegene Bucht auf dem Seeweg erreicht.

Gran Canaria hat viele schöne Strände. Güigüí ist anders: wild, ursprünglich und weit entfernt von der touristischen Welt der Südküste.
Die Playa de Güigüí ist kein Ziel für einen spontanen Strandtag. Sie richtet sich an erfahrene Wanderer und Naturliebhaber, die eine anspruchsvolle Route, fehlende Infrastruktur und die Einsamkeit dieser Landschaft bewusst suchen. Wer die Anstrengung auf sich nimmt, wird mit einem der spektakulärsten Küstenabschnitte der Kanarischen Inseln belohnt.
Wichtiger Sicherheitshinweis:
Die Playa de Güigüí ist ausschließlich für gut vorbereitete Besucher geeignet. Es gibt kein Trinkwasser, keine Toiletten, keinen Mobilfunkempfang und keine Rettungsstation am Strand. Ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine gute Ausrüstung sind unverzichtbar. Notruf: 112. Wildcampen und Feuer sind im Schutzgebiet verboten.
Playa de Güigüí – auf einen Blick
| Lage | Reserva Natural Especial de Güigüí, Gemeinde La Aldea de San Nicolás, Westküste |
|---|---|
| Sand | Dunkler Vulkansand; Strandfläche kann sich je nach Jahreszeit verändern |
| Anfahrt zu Fuß | Von Tasartico: ca. 10–11 km Hin- und Rückweg, ca. 850–900 Höhenmeter, schwer |
| Dauer Wanderung | Ca. 5–7 Stunden reine Gehzeit (ohne Strandaufenthalt) |
| Anfahrt per Boot | Wetterabhängig ab Puerto de Mogán oder teilweise Tasarte/Puerto Rico möglich |
| Schutzstatus | Reserva Natural Especial de Güigüí |
| Infrastruktur | Keine – kein Wasser, keine Toiletten, kein Mobilfunk, keine Rettung |
| Playa de Güigüí Chico | Nur bei Ebbe erreichbar – Rückweg vor auflaufendem Wasser antreten |
| Wildcamping | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |
| Geeignet für | Erfahrene Wanderer mit guter Kondition und Ausrüstung |
| Notruf | 112 – Empfang erst wieder in höheren Bereichen möglich |
Der Strand: Dunkel, wild und unvergesslich
Die Playa de Güigüí ist kein Strand im klassischen Sinne. Kein Restaurant, keine Liegestühle, keine Promenade – nur dunkler Vulkansand, mächtige Steilküsten und der offene Atlantik. Die Basaltklippen ragen mehrere Hundert Meter über die Bucht und verleihen dem Ort eine fast archaische Atmosphäre. Wer hier steht, erlebt eine Seite Gran Canarias, die kaum noch existiert: eine Landschaft ohne Straßen, ohne Bebauung und ohne touristische Infrastruktur.

Im Sommer kann der Atlantikwind den Sand teilweise oder sogar nahezu vollständig abtragen. Dann zeigt sich statt einer breiten Strandfläche teilweise nur der felsige Untergrund. Besonders empfehlenswert ist deshalb die Zeit zwischen Oktober und April, wenn der Strand meist besser ausgeprägt ist und die Temperaturen angenehmer sind.
Die kleinere Nachbarbucht Playa de Güigüí Chico ist nur bei Ebbe erreichbar. Der Übergang sollte niemals unterschätzt werden: Bei auflaufendem Wasser kann der Rückweg abgeschnitten werden. Wer zur kleinen Bucht geht, muss die Gezeiten unbedingt im Blick behalten.
Die Wanderung von Tasartico – Herausforderung mit Panorama
Die klassische Route zur Playa de Güigüí beginnt im kleinen Ort Tasartico. Die Wanderung führt über die Bergpässe oberhalb der Schlucht und hinunter zur abgelegenen Küste. Die Strecke ist mit etwa 10 bis 11 Kilometern für Hin- und Rückweg zwar nicht extrem lang, doch die Kombination aus Höhenmetern, Hitze und anspruchsvollem Gelände macht sie zu einer der forderndsten Strandwanderungen Gran Canarias.
Das Besondere an dieser Tour ist das sogenannte Doppel-Tal-Prinzip: Auf dem Hinweg geht es zunächst bergauf zum Pass – beispielsweise über die Degollada de Aguasabina– bevor der lange Abstieg durch die Schlucht Richtung Meer beginnt. Viele unterschätzen dabei, dass genau dieser Weg später wieder zurückgegangen werden muss.
Der Rückweg ist besonders anstrengend: Nach einem langen Strandaufenthalt wartet der steile Wiederaufstieg zum Pass, häufig in der wärmsten Zeit des Tages. Genau deshalb sollte die Wanderung nicht unterschätzt werden.
Checkliste für die Wanderung
| Wasser | Mindestens 3 Liter pro Person, besser mehr bei warmem Wetter |
|---|---|
| Proviant | Ausreichend für den gesamten Tag |
| Schuhe | Feste Wanderschuhe mit gutem Profil |
| Sonnenschutz | Hut, Sonnencreme und Sonnenbrille – kaum Schatten |
| Karte/GPS | Offline-Karte oder GPS-Track empfohlen |
| Startzeitpunkt | Früh morgens starten, um Hitze zu vermeiden |
| Wettercheck | Bei starkem Wind, Hitze oder Seegang besser verschieben |
| Begleitung | Nicht alleine gehen |

Anreise per Boot
Wer die anspruchsvolle Wanderung vermeiden möchte, kann die Playa de Güigüí teilweise auch per Boot erreichen. Die meisten privaten Ausfahrten starten von Puerto de Mogán, teilweise auch von Tasarte oder Puerto Rico.
Eine reguläre Fährverbindung gibt es nicht. Die Fahrten sind wetterabhängig und hängen stark von den Bedingungen auf dem Atlantik ab. Bei stärkerem Wellengang kann eine Anlandung an der Bucht schwierig oder sogar unmöglich sein. Da es keinen Anleger gibt, müssen Besucher je nach Situation mit nassen Füßen oder durch flacheres Wasser an Land gelangen.
Auch bei einer Anreise per Boot gilt: Es gibt keinerlei Infrastruktur am Strand. Wasser und Proviant müssen selbst mitgebracht werden.
| Abfahrt ab | Puerto de Mogán oder La Aldea de San Nicolás |
|---|---|
| Dauer | Ca. 30–60 Min. je nach Ausgangspunkt |
| Verfügbarkeit | Saisonal – aktuelle Termine beim Anbieter erfragen |
| Hinweis | Auch per Boot: kein Trinkwasser vor Ort – Wasser mitnehmen |
Das Naturschutzgebiet Reserva Natural Especial de Güigüí
Die Umgebung der Playa de Güigüí gehört zu den wertvollsten Naturlandschaften Gran Canarias. Das Schutzgebiet bewahrt eine nahezu unberührte Küstenlandschaft mit steilen Schluchten, vulkanischen Felsen und einer an Trockenheit angepassten Vegetation. Tabaibas und Cardones prägen die Hänge, während Seevögel über den Klippen kreisen. Die Abgeschiedenheit ist genau das, was Güigüí so besonders macht – und gleichzeitig der Grund, warum Besucher besonders verantwortungsvoll mit diesem Ort umgehen sollten.

Das Verlassen der markierten Wege, Wildcampen und das Entzünden von Feuern sind strikt verboten. Wer Müll hinterlässt oder das Schutzgebiet beschädigt, riskiert empfindliche Bußgelder. Güigüí ist einer der letzten unberührten Winkel Gran Canarias – und soll es bleiben.
Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Empfehlung |
|---|---|
| Okt–Apr | Beste Zeit: angenehme Temperaturen, Strand meist gut sichtbar |
| Mai–Sep | Möglich, aber große Hitze und häufiger sandarme Strandabschnitte |
| Nov–Feb | Besonders angenehm zum Wandern durch kühlere Temperaturen |
Häufige Fragen zur Playa de Güigüí
Wie schwer ist die Wanderung zur Playa de Güigüí?
Kann man die Playa de Güigüí auch ohne Wanderung erreichen?
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Playa de Güigüí?
Ist die Playa de Güigüí für Kinder geeignet?
Kann man an der Playa de Güigüí baden?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.


