Hochland, Schluchten und schwarzer Sand: Autotour durch das Innere Gran Canarias

Das Inselzentrum Gran Canarias ist das Gran Canaria, das kein Reiseprospekt zeigt. Keine Strände, keine Touristenzentren – statt dessen: vulkanisches Hochland auf fast 2.000 Metern, eine Schlucht mit bewohnten Höhlenhäusern, ein Fischerdorf mit Schwarzsandstrand und das schönste Bergdorf der Insel, in dem die Mandelbäume im Januar blühen.

 Barranco de Fataga im Süden Gran Canarias.
Barranco de Fataga im Süden Gran Canarias.

Diese Autotour führt von Maspalomas im Süden durch das Hochland über Cruz de Tejeda und Tejeda zum Pico de las Nieves. Anschließend geht es über die Bergstraßen hinüber in den Osten der Insel zum eindrucksvollen Barranco de Guayadeque und weiter über Agüimes und die Ostküste zurück in den Süden. Reine Fahrzeit: etwa vier Stunden. Mit Stopps wird daraus ein abwechslungsreicher Tagesausflug. Wer Interesse an Geologie, Geschichte und Landschaft hat, findet auf dieser Route mehr als auf jeder anderen Strecke der Insel.

Routenüberblick

StationStreckeHighlightEmpf. Zeit
MaspalomasStart (Süden)Früher Start, Dünen optional
FatagaGC-60 NordTal der 1000 Palmen, Dorf, Kaffeepause30 Min.
Cruz de TejedaGC-60 → GC-150Hochland, Passhöhe, Roque Nublo Blick30–45 Min.
TejedaGC-150Mandeldorf, Mittagessen, Spaziergang60–90 Min.
Pico de las NievesGC-600Höchster Punkt GC, 1.949 m, Rundblick30 Min.
Barranco de GuayadequeGC-130Höhlenwohnungen, Höhlenrestaurant, Mumien60–90 Min.
Agüimes / ArinagaGC-100Ostküste, Tauchrevier El Cabrón, optional30–45 Min.

Hinweis zur Route:

Zwischen dem Pico de las Nieves und dem Barranco de Guayadeque führt die Strecke über kurvenreiche Bergstraßen in Richtung Osten. Der letzte Abschnitt über Agüimes und Arinaga bildet anschließend den Übergang zurück zur Südküste.

Die Stationen im Detail

Fataga – Kaffeepause im Palmendorf

Das Dorf Fataga liegt auf halbem Weg zwischen Maspalomas und Cruz de Tejeda im Barranco de Fataga – dem Tal der 1000 Palmen. Weiße Häuser, enge Gassen, ein kleiner Hauptplatz mit Bar. Wer früh startet, macht hier den ersten Stopp: ein Kaffee, ein Blick hinunter in die Schlucht.

Die kleine Kirche Iglesia de San José in Fataga auf Gran Canaria.
Iglesia de San José in Fataga.

Cruz de Tejeda – Passhöhe und Ausgangspunkt

Cruz de Tejeda ist auf jeder Gran-Canaria-Karte markiert: der Knotenpunkt der zentralen Bergstraßen auf 1.450 Metern. Der Roque Nublo und der Roque Bentayga liegen von hier aus eindrucksvoll im Blickfeld. Die Passhöhe ist einer der schönsten Aussichtspunkte im zentralen Bergland Gran Canarias. Kurzer Stopp, Foto, Weiterfahren.

Vom Mirador Cruz de Tejeda entfaltet sich ein weites Panorama über die Bergwelt Gran Canarias.
Cruz de Tejeda.

Tejeda – Mandeln, Magie und Mittagessen

Tejeda auf 1.050 Metern Höhe ist das schönste Dorf Gran Canarias – zumindest wenn die Mandelbäume im Januar blühen. Zu anderen Jahreszeiten ist es ein ruhiger, lebendiger Ort mit eigenem Charakter: kleine Läden mit Bienmesabe und Mazapán, Restaurants mit Blick auf Roque Nublo, ein Sonntags-Markt. Mittagessen hier ist empfehlenswert.

Das Panorama über Tejeda.
Das Panorama über Tejeda.

Pico de las Nieves – der höchste Punkt per Straße

Vom Hochland nahe Tejeda ist der Pico de las Nieves (1.949 m) wenige Kilometer entfernt – und er ist per Straße (GC-600) erreichbar. Auf dem Gipfel: eine Militäranlage und ein Aussichtspunkt, von dem man bei klarem Wetter bis zu vier Kanarische Inseln sieht. Roque Nublo, Roque Bentayga und El Campanario liegen direkt im Blickfeld.

Ausblick auf den Campanario vom Pico de las Nieves.
Ausblick auf den Campanario vom Pico de las Nieves.

Barranco de Guayadeque – die Schlucht der Höhlenmenschen

Der Barranco de Guayadeque ist eine der faszinierendsten Schluchten Gran Canarias. Sieben Kilometer lang, zunehmend enger, bis die Straße bei Los Canarios endet. Entlang der Schlucht: Höhlenwohnungen, die noch heute bewohnt sind – manche mit modernen Fenstern, Satellitenschüsseln und Briefkästen. Inmitten der Schlucht: ein Höhlenrestaurant, in dem man kanarisch essen kann. Archäologisch ist die Schlucht bedeutend: Die vorspanischen Bewohner Gran Canarias hinterließen hier zahlreiche Spuren ihrer Kultur. Gefunden wurden unter anderem Grabstätten, Mumien und weitere archäologische Zeugnisse aus der Zeit vor der spanischen Eroberung.

Wohnhöhlen im Barranco de Guayadeque.
Wohnhöhlen im Barranco de Guayadeque.

Tipp

In den Talboden einfahren und bis zum Ende fahren – von Los Canarios gibt es einen kurzen Fußweg zu den Höhlenwohnungen. Die Schlucht ist ganzjährig zugänglich, kein Eintritt.

Agüimes und die Ostküste

Das Dorf Agüimes liegt am Ausgang des Guayadeque – ein gepflegtes Dorf mit kolonialer Kirche und einem Ruf für hervorragende Backwaren und Ziegenkäse. Weiter östlich liegt die Küste bei Arinaga mit dem Meeresreservat El Cabrón – einem der bekanntesten Tauchgebiete Gran Canarias. Von hier über die GC-1 zurück nach Maspalomas: ca. 30 Minuten.

Historischer Dorfkern, Agüimes.
Historischer Dorfkern, Agüimes.

Einkehrtipps entlang der Route

FatagaBar am Hauptplatz; Kaffee und Kuchen
Cruz de TejedaParador de Cruz de Tejeda; Café oder früher Mittagstisch
TejedaRestaurants im Dorfzentrum; kanarische Küche mit Bergblick
Barranco de GuayadequeHöhlenrestaurant im Talgrund; regionale Gerichte
AgüimesBäckerei am Hauptplatz; Ziegenkäse und frisches Brot
Ausflugslokale im Inselinneren – bodenständige Küche mit Blick auf die schroffe Bergwelt Gran Canarias.
Ausflugslokale im Inselinneren – bodenständige Küche mit Blick auf die schroffe Bergwelt Gran Canarias.

Praktische Infos

GesamtstreckeCa. 120–140 km (Maspalomas → Ostküste → zurück)
FahrzeitCa. 4 Stunden (ohne Stopps)
Empfohlene DauerGanzer Tag; Start 9 Uhr
BesonderheitDie GC-130 zum Barranco de Guayadeque ist teilweise schmal und kurvenreich. Besonders im oberen Bereich ist vorausschauendes Fahren wichtig.
Beste JahreszeitGanzjährig; Januar/Februar für Mandelblüte in Tejeda

Warum das Inselzentrum Gran Canarias so besonders ist

Gran Canaria ist bekannt für seine Strände und seinen Süden. Was die wenigsten Urlauber wissen: Das Inselinnere ist geologisch und kulturell außergewöhnlich. Das Zentralmassiv um Tejeda und Cruz de Tejeda liegt auf einem der ältesten Vulkankomplexe der Insel – über vier Millionen Jahre alte Gesteine sind an der Oberfläche sichtbar. Die Schluchten, die vom Hochland in alle Himmelsrichtungen abführen, sind durch Jahrmillionen Erosion entstanden und gehören zu den tiefsten und dramatischsten der Kanaren.

Der Barranco de Guayadeque zeigt eine zerklüftete Felslandschaft im Osten Gran Canarias.
Barranco de Guayadeque – zerklüftete Felslandschaft.

Der Barranco de Guayadeque ist in dieser Hinsicht einzigartig: Die Schlucht spielte bereits für die vorspanischen Bewohner Gran Canarias eine wichtige Rolle und war nach der spanischen Eroberung weiterhin ein bedeutender Lebensraum. Bis heute leben Familien in die Felsen gebauten Häusern – nicht als Museum, sondern als Teil des alltäglichen Lebens.

Kombination: Inselzentrum-Tour und andere Aktivitäten

Die Inselzentrum-Tour lässt sich gut mit einem Wandertag kombinieren: Wer die Route fährt und in Tejeda übernachtet, hat am nächsten Morgen ideale Ausgangsbedingungen für eine Wanderung zum Roque Nublo oder auf den Pico de las Nieves. Der Barranco de Guayadeque ist auch Ausgangspunkt für Wanderungen; die Strecken ab dem Talgrund sind gut markiert. An der Ostküste bei Arinaga: das Meeresreservat El Cabrón mit einem der besten Tauchreviere Gran Canarias.

Pico de las Nieves – großartiges Panorama.
Pico de las Nieves – großartiges Panorama.

FAQ

Ist die Straße in den Barranco de Guayadeque für alle Fahrzeuge geeignet?

Ja, für normale PKW. Die Straße ist asphaltiert, aber sehr schmal – an einigen Stellen können zwei Fahrzeuge gerade noch aneinander vorbeifahren. Tempo 20–30 km/h ist die realistische Geschwindigkeit im Talinnern.

Kann man im Höhlenrestaurant im Guayadeque spontan essen?

Wochentags meist möglich; an Wochenenden empfiehlt sich eine Reservierung. Das Restaurant im Talgrund ist wegen seiner Lage und Atmosphäre beliebt – wer sicher gehen will, ruft vorher an.

Lohnt sich der Pico de las Nieves, wenn es bewölkt ist?

Ja, der Weg zum Pico de las Nieves lohnt sich auch bei wechselhaftem Wetter. Auf Gran Canaria kann es im Hochland morgens häufig noch bewölkt oder neblig sein, während sich die Wolken gegen Mittag oder am Nachmittag oft auflösen und überraschende Fernblicke freigeben. Das Wetter kann sich jedoch schnell ändern – eine Garantie für klare Sicht gibt es nicht.

Ist die Autotour auch für ungeübte Fahrer geeignet?

Ja, die Route ist grundsätzlich auch mit einem normalen Mietwagen machbar. Allerdings führen einige Abschnitte durch kurvenreiche Berglandschaften mit engen Straßen. Wer wenig Erfahrung mit Bergstraßen hat, sollte ausreichend Zeit einplanen, langsam fahren und die Aussicht genießen.

Wann ist die schönste Zeit für diese Inselrundfahrt?

Die Tour ist ganzjährig möglich. Besonders reizvoll sind die Monate Januar und Februar, wenn rund um Tejeda die Mandelbäume blühen und das Bergland in eine besondere Atmosphäre taucht. Im Sommer empfiehlt es sich, früh zu starten, da die Temperaturen in den tieferen Lagen deutlich steigen können.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.

www.sunhikes.com