Die dramatischste Strecke der Insel: Autotour entlang der Westküste Gran Canarias
Die Westküste Gran Canarias ist die Seite der Insel, die die meisten Urlauber nie sehen. Wer im Süden bleibt, sieht Dünen, Strand und Touristenzentren. Wer die GC-200 nach Norden fährt, erlebt etwas anderes: Steilklippen, die senkrecht 400 Meter ins Meer fallen, enge Kurvenstraßen, die sich an den Felsen entlangschrauben, verlassene Buchten und ein Aussichtspunkt, der zu den eindrucksvollsten Spaniens gehört.

Die Autotour Westküste führt von Puerto de Mogán im Süden über La Aldea de San Nicolás, den Mirador del Balcón und weiter durch die Berge des Naturparks Tamadaba bis nach Agaete im Norden. Reine Fahrzeit: rund drei Stunden. Mit Stopps, Pausen und einem Mittagessen in La Aldea: ein voller Tag. Es ist eine der schönsten Tagesausflüge auf Gran Canaria – und wird von deutschen Urlaubern deutlich zu selten gefahren.
Voraussetzung: ein Mietauto. Die GC-200 ist durchgehend asphaltiert, aber kurvenreich und stellenweise schmal. Kein Offroad-Fahrzeug nötig; aber Konzentration beim Fahren. Wer Höhenangst hat, sollte wissen: Der Mirador del Balcón liegt direkt an einem 400-Meter-Abfall ohne Leitplanke – das Boot ist spektakulär, aber nichts für zittrige Knie.
Überblick: Strecke und Stationen
| Station | Lage | Highlight | Empf. Zeit |
| Puerto de Mogán | Startpunkt (Süden) | Hafen, Kanarische Architektur, Frühstück | 30–60 Min. |
| Punta de Mogán / GC-200 | Beginn der Weststrecke | Erste Kurven, Blick auf die raue Küste | – |
| La Aldea de San Nicolás | Mitte Westküste | Authentisches Agrardorf, lokales Mittagessen | 60–90 Min. |
| Mirador del Balcón | Nördlich La Aldea | Spektakuläre Steilküste (Andén Verde), 400 m Tiefe | 20–30 Min. |
| Naturpark Tamadaba | Hochland Nordwesten | Kiefernwald, absolute Stille, Bergluft | 30–60 Min. |
| Agaete / Puerto de las Nieves | Endpunkt (Norden) | Fischerhafen, natürliche Meerwasserbecken | 60 Min. |
Die Stationen im Detail
Puerto de Mogán – Start im Bilderbuchhafen
Puerto de Mogán ist der schönste Startpunkt für die Westküsten-Tour: weiße Häuser, Blumenranken, Fischerboote im Hafen. Wer früh startet, hat den Ort für sich. Frühstück in einer der kleinen Bars am Hafen; danach Auffahrt auf die GC-200.

Die GC-200 – Straße entlang der wilden Westküste
Die GC-200 zählt zu den eindrucksvollsten Straßen Gran Canarias. Bereits wenige Kilometer hinter Puerto de Mogán verändert sich die Landschaft grundlegend: Statt Hotelanlagen dominieren dunkle Basaltfelsen, tiefe Schluchten und immer wieder fantastische Ausblicke auf den Atlantik. Besonders reizvoll ist der Abschnitt in Richtung La Aldea de San Nicolás, auf dem sich die Straße in zahlreichen Serpentinen durch die raue Vulkanlandschaft schlängelt. Unterwegs lohnt sich ein Halt bei den farbenfrohen Felsformationen von Los Azulejos, deren grünliche und rötliche Gesteinsschichten einen faszinierenden Kontrast zur sonst dunklen Vulkanlandschaft bilden.

La Aldea de San Nicolás – authentisches Gran Canaria
La Aldea de San Nicolás zählt zu den ursprünglichsten Orten der Insel. Umgeben von Plantagen und Bergen wirkt das kleine Agrardorf angenehm ruhig und weit entfernt vom Massentourismus. Rund um den Hauptplatz laden Restaurants und Cafés zu einer entspannten Mittagspause ein. Hier stehen traditionelle kanarische Gerichte, frischer Fisch und Papas arrugadas auf der Speisekarte.

Mirador del Balcón – der dramatischste Aussichtspunkt der Insel
Kurz nördlich von La Aldea: der Mirador del Balcón mit einem Blick auf die Westküste, der sprachlos macht. Vom Mirador del Balcón fällt der Blick auf den gewaltigen Steilküstenabschnitt des Andén Verde, dessen Felswände mehrere hundert Meter senkrecht in den Atlantik abfallen. Bei besonders klarer Sicht ist sogar der Teide auf Teneriffa am Horizont zu erkennen. Einplanen: mindestens 20 Minuten.

Wichtig:
Der Mirador ist heute problemlos über die alte GC-200 von La Aldea aus erreichbar. Die frühere Küstenstraße entlang der Steilklippen ist nicht mehr als durchgehende Verbindung nach Agaete befahrbar. Nach dem Besuch des Aussichtspunktes fährt man zurück und setzt die Tour entweder über die modernen Tunnel der GC-2 oder über die Bergstraßen Richtung Tamadaba und Agaete fort.
Naturpark Tamadaba – Kiefernwald und Stille
Vom Mirador del Balcón führt die Route zurück ins Inselinnere. Über die Verbindungsstraßen erreicht man den Naturpark Tamadaba, dessen ausgedehnte kanarische Kiefernwälder einen beeindruckenden Kontrast zur trockenen Westküste bilden. Mehrere Aussichtspunkte eröffnen weite Blicke über den Atlantik und die schroffen Küstenberge. Wer wandern möchte: mehrere Routen führen von hier nach Agaete oder zu Aussichtspunkten über der Küste.

Agaete und Puerto de las Nieves – der Endpunkt am Meer
Das Ziel der Tour: Agaete und sein Fischerhafen Puerto de las Nieves. Kleine Naturpools (Piscinas Naturales) direkt am Meer, ein Fischerort mit eigenem Charakter, eine Fähre nach Teneriffa. Abendessen am Hafen – frischer Fisch, Meerwasserblick, letztes Licht des Tages. Wer noch Energie hat: kurzer Spaziergang zum Huerto de las Flores (botanischer Garten, freier Eintritt, Di–Fr 9–17 Uhr).

Praktische Informationen
Gesamtstrecke: ca. 80–90 km (Puerto de Mogán – Agaete)
Reine Fahrzeit: ca. 2,5–3 Stunden
Empfohlene Dauer: ganzer Tag
Startpunkt: Puerto de Mogán
Ziel: Agaete / Puerto de las Nieves
Straßen: vollständig asphaltiert, jedoch kurvenreich
Tanken: am besten in Puerto de Mogán oder La Aldea
Besonderheit: Der alte Küstenabschnitt der GC-200 zwischen Mirador del Balcón und Agaete ist nicht mehr durchgehend befahrbar. Der Fernverkehr nutzt heute überwiegend die Tunnel der GC-2.
FAQ
Wie anspruchsvoll ist die Fahrt entlang der Westküste?
Kann man noch die komplette alte Küstenstraße zwischen La Aldea und Agaete fahren?
Wo sollte man unterwegs eine Pause einlegen?
Ist die Tour auch mit einem normalen Mietwagen möglich?
Lohnt sich der Abstecher zum Mirador del Balcón trotz der Sackgasse?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.


