Gran Canaria in fünf Tagen: Der Roadtrip, der alle Seiten der Insel zeigt
Gran Canaria ist klein genug, um in wenigen Tagen zu umrunden, und groß genug, um dabei das Gefühl zu haben, durch vier verschiedene Landschaften zu reisen. Ein Roadtrip mit dem Mietauto ist der effizienteste Weg, diese Vielschichtigkeit wirklich zu erleben – und der einzige Weg, das Inselinnere, die Westküste und die abgelegenen Schluchten zu erreichen, die kein Linienbus anfährt.

Die folgende Route ist eine Fünf-Tages-Rundreise ab dem Flughafen Las Palmas – als klassischer Uhrzeigersinn, der mit dem Norden beginnt, über das Hochland in den Süden führt, die Westküste hinunter und schließlich zurück nach Las Palmas. Sie ist keine Pflichtliste, sondern ein Rahmen: Wer mehr Zeit hat, bleibt länger in Tejeda oder am Mirador del Balcón. Wer weniger Zeit hat, kürzt Etappen ab und konzentriert sich auf das, was am meisten interessiert.
Voraussetzung: ein Mietauto. Gran Canaria hat gut ausgebaute Schnellstraßen (GC-1 Süd, GC-2 Nord) und kurvenreiche Bergstraßen (GC-200 Westküste, GC-60 Richtung Tejeda), die alle asphaliert und für normale PKW geeignet sind. Ein SUV ist nicht nötig – ein kleines Mietauto reicht für alle Strecken dieser Route.
Überblick: Die Fünf-Tages-Route
| Tag | Strecke | Highlights | Übernachtung |
|---|---|---|---|
| 1 | Las Palmas → Gáldar → Agaete | Cueva Pintada, Puerto de las Nieves | Agaete |
| 2 | Agaete → Tamadaba → Tejeda | Naturpark Tamadaba, Cruz de Tejeda | Tejeda |
| 3 | Tejeda → Hochland → Maspalomas | Roque Nublo, Pico de las Nieves, Fataga | Maspalomas |
| 4 | Maspalomas → Westküste → La Aldea | Puerto de Mogán, Mirador del Balcón | La Aldea / Puerto Rico |
| 5 | La Aldea → Las Palmas | Arucas, Jardín Canario, Vegueta | Las Palmas / Flughafen |
Tag 1: Las Palmas und der Nordwesten
Las Palmas – Morgenstunden in Vegueta
Wer am Abend zuvor ankommt, hat einen Vorteil: frühmorgens ist das Altstadtviertel Vegueta ruhig. Kathedrale Santa Ana, Casa de Colón, die engen Kopfsteinpflastergassen – alles ohne Touristengruppen erlebbar. Frühstück im Café auf der Plaza de Santa Ana.

Gáldar – Cueva Pintada
35 Minuten Fahrt über die GC-2 nach Gáldar. Die Cueva Pintada mit ihren guanchischen Höhlenmalereien ist Pflicht – mindestens 1,5 Stunden einplanen. Museum und Ausgrabungsgelände: beides ansehen. Mittagessen in einem der Restaurants um die Plaza de Santiago.

Agaete – Puerto de las Nieves
15 Minuten weiter nach Agaete und hinunter zum Fischerhafen Puerto de las Nieves. Kleines Fischerdorf, türkisblaues Wasser, frischer Fisch zum Abendessen. Wer möchte, unternimmt anschließend noch einen Spaziergang zum Huerto de las Flores, einem kleinen botanischen Garten mit tropischen und subtropischen Pflanzen. Der Eintritt ist frei; die aktuellen Öffnungszeiten sollte man vor dem Besuch kurz prüfen. Übernachtung in Agaete oder Puerto de las Nieves.

Tag 2: Tamadaba und das Hochland
Naturpark Tamadaba
Der Naturpark Tamadaba liegt auf über 1.000 Metern – ein Kiefernwald, der auf dem Weg nach Tejeda unvermeidbar ist. Vom Mirador de Tamadaba: Blick auf Roque Faneque und die Steilküste. Kaum Touristen, keine Eintrittsgebühren, schlechte Straße: Tempo rausnehmen, kurze Pause einlegen.

Cruz de Tejeda – Passhöhe im Herzen der Insel
Cruz de Tejeda auf 1.450 Metern ist der höchste Straßenpass Gran Canarias. Hier treffen sich alle zentralen Bergstraßen. Touristisch, aber unumgehbar: der Blick auf Roque Nublo und Roque Bentayga ist beeindruckend. Mittagessen im Parador de Tejeda.

Tejeda – das Dorf auf 1.050 Metern
Tejeda selbst ist ein Dorf mit echtem Leben: Mandelprodukte (Bienmesabe, Mazapán), Sonntags-Markt, Blick auf die drei höchsten Berge der Insel. Im Januar blühen die Mandelbäume rosa und weiß. Übernachtung in Tejeda oder dem nahegelegenen Artenara.

Tag 3: Roque Nublo und der Süden
Roque Nublo – das Wahrzeichen
Ein früher Start lohnt sich, denn der Roque Nublo zählt zu den beliebtesten Naturzielen Gran Canarias. Für den Zugang über den Wanderweg S-70 ab Degollada de La Goleta ist eine vorherige Reservierung erforderlich(reservasroquenublo.com, Mo–So 09–17 Uhr, max. 300 Personen/Tag). Der Parkplatz am Wanderweg ist für den Individualverkehr gesperrt. Die Anreise erfolgt über die offiziellen Park-and-Ride-Parkplätze, beispielsweise in Tejeda oder Cruz de los Llanos, von denen regelmäßig Shuttlebusse zum Ausgangspunkt verkehren. Für den Umstieg sollte man etwas zusätzliche Zeit einplanen.

Pico de las Nieves – höchster Punkt der Insel
Weiterfahrt zum Pico de las Nieves (1.949 m) – höchster Punkt Gran Canarias, per Straße erreichbar. Militäranlage auf dem Gipfel, aber der Aussichtspunkt daneben bietet einen der weitesten Panoramablicke der Insel: bei klarer Sicht Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote.

Fataga – das Tal der 1000 Palmen
Abstieg über die GC-60 durch den Barranco de Fataga – eine der schönsten Straßen Gran Canarias. Das Dorf Fataga liegt auf halbem Weg: ein kurzer Stopp lohnt sich. Weiter nach Maspalomas. Abendessen mit Blick auf die Dünen.

Tag 4: Westküste und Mirador del Balcón
Puerto de Mogán – das Venedig des Südens
Puerto de Mogán liegt 45 Minuten westlich von Maspalomas auf der GC-500. Weiße Häuser, Blumenranken, Fischerboote. Freitagsmarkt wenn verfügbar – sonst reicht auch der Hafen am Morgen. Frühstück mit Atlantikblick.

Mirador del Balcón – Andén Verde Skywalk
Die GC-200 Richtung Norden ist die Westküstenstraße Gran Canarias – kurvenreich, dramatisch, stellenweise mit freiem Blick auf Steilklippen, die senkrecht ins Meer fallen. Der Mirador del Balcón bei La Aldea de San Nicolás (400 m Höhe) ist der Höhepunkt: eine in den Fels gehauene Aussichtsplattform mit Blick auf die gesamte Westküste. Kleiner Imbiss vorhanden.

La Aldea de San Nicolás
Übernachtung in La Aldea oder – wer lieber am Meer schläft – zurück nach Puerto Rico (ca. 30 Min.). La Aldea ist ein authentisches Dorf ohne touristischen Betrieb: Abendessen in einem der kleinen Lokale am Hauptplatz.

Tag 5: Rückweg über den Norden
Arucas – Rum und Kirche
Arucas liegt auf halbem Weg zwischen La Aldea und Las Palmas. Die Iglesia de San Juan Bautista – aus schwarzem Basalt, neogotisch, für ein Dorf dieser Größe erstaunlich monumental. Direkt daneben: die Arehucas-Rum-Destillerie mit Führungen und Kostproben (vorab Zeiten prüfen).

Jardín Canario – Tafira Alta
Kurz vor Las Palmas: der Botanische Garten in Tafira Alta (Eintritt frei, tägl. 7:30–18 Uhr). 27 Hektar kanarische Pflanzenwelt – ein ruhiger Abschluss vor dem Stadtlärm.

Las Palmas – Rückgabe des Mietwagens
Rückgabe am Flughafen oder im Stadtzentrum (je nach Anbieter). Wer noch Zeit hat: Playa de Las Canteras für den letzten Badestopp.

Praktische Tipps für den Roadtrip
| Mietauto | Vorab buchen – am Flughafen günstiger als in den Touristenzentren |
|---|---|
| Straßen | GC-1/GC-2 Schnellstraßen; GC-200 kurvenreich, Tempo 40–50 km/h |
| Navigation | Google Maps funktioniert; offline-Karte empfohlen (Hochland: schwaches Netz) |
| Parken | Las Palmas Zentrum: kostenpflichtig; Hochland und Dörfer meist kostenlos |
| Benzin | Immer voll tanken vor Abfahrt in den Westen – Tankstellen selten |
| Beste Jahreszeit | Oktober–April (Hochland); Westküste ganzjährig |
| Übernachtungen | Tejeda und Agaete frühzeitig buchen – wenig Bettenangebot |
FAQ
Reicht eine Woche für den kompletten Roadtrip?
Braucht man ein Allrad- oder SUV-Fahrzeug?
Kann man Gran Canaria auch ohne Mietauto erkunden?
Muss man den Roque Nublo im Voraus reservieren?
Ist der Roadtrip auch für Fahranfänger geeignet?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.


