Pico de las Nieves – am Dachfirst der Insel

1.949 Meter. Das ist die Höhe des Pico de las Nieves – des bekanntesten Gipfels im Herzen Gran Canarias. Lange galt er als höchster Punkt der Insel, heute weiß man, dass der unmittelbar benachbarte Morro de la Agujereada mit 1.956 Metern geodätisch noch etwas höher liegt. Die Wanderung führt durch das Herzstück des Zentralmassivs: vorbei am Campanario, durch die Degollada de los Gatos, am Ventana del Nublo entlang und über den PR GC-51 bis nach Cruz Grande – eine der schönsten und einsamsten Hochgebirgstouren Gran Canarias.

Morro de la Agujereada (1.956 m), höchster Punkt Gran Canarias, gefolgt vom Pico de las Nieves.
Morro de la Agujereada (1.956 m), höchster Punkt Gran Canarias, gefolgt vom Pico de las Nieves.

Die Route im Überblick

RouteWanderung Pico de las Nieves → Cruz Grande (PR GC-51)
LängeCa. 18 km
Höhenmeterca. 800 Hm
SchwierigkeitSchwer
GebietParque Rural del Nublo; Gemeinden Tejeda / San Bartolomé de Tirajana
TypPunkt-zu-Punkt
StartpunktMirador Pico de las Nieves (1.949 m); GC-600 ab Cruz de Tejeda
Beste ZeitOktober bis April
GPS-Track + Routenseitesunhikes.com/de/wanderung-vom-pico-de-las-nieves-zum-cruz-grande

Die Wanderung

Die Tour beginnt am Mirador Pico de las Nieves – dem zivilen Aussichtspunkt neben der Militäranlage auf dem Gipfelkopf. Von hier aus geht es zunächst mit Blick auf den Campanario (1.917 m) durch das Hochplateau des Naturparks. Die Luft ist klar, die Vegetation karg, die Weite des Zentralmassivs überwältigend.

Die imposante Steilwand des 1.917 m hohen Campanario.
Die imposante Steilwand des 1.917 m hohen Campanario.

Nach dem Campanario führt die Route durch die Degollada de los Gatos – einen Pass auf über 1.700 Metern – und dann am Ventana del Nublo entlang: dem steinernen Felsenfenster, durch das man den Roque Nublo sieht wie durch einen Bilderrahmen. Dieser Abschnitt ist der fotografisch eindrucksvollste der gesamten Route.

Der Felsbogen Ventana del Nublo
Der Felsbogen Ventana del Nublo.

Die Route endet in Cruz Grande, einem kleinen Weiler auf etwa 1.600 Metern. Der Abstieg ist moderat; der Rückweg zum Pico de las Nieves erfordert entweder ein zweites Auto in Cruz Grande oder einen langen Rückmarsch. Empfehlung: Zwei-Auto-Logistik oder Shuttle-Vereinbarung im Voraus.

Geologie, Flora und Fauna

Geologie: Das Hochplateau rund um den Pico de las Nieves besteht aus intrusiven Gesteinen wie Syenit und Gabbro, die tief im Erdinneren erstarrten und erst durch Millionen Jahre der Erosion freigelegt wurden. Sie gehören zu den ältesten Gesteinen Gran Canarias und entstanden während des ersten Vulkanzyklus der Insel vor rund 14 Millionen Jahren. Der Pico de las Nieves selbst ist daher kein klassischer Vulkankegel, sondern Teil dieses freigelegten magmatischen Untergrunds.

Ausblick über die Riscos de Tirajana – senkrecht abfallende Felsen am Südrand des Zentralmassivs.
Ausblick über die Riscos de Tirajana – senkrecht abfallende Felsen am Südrand des Zentralmassivs.

Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) dominiert; in den Felsspalten endemische Aeonium-Arten. Oberhalb der Baumgrenze (>1.700 m): karge Hochgebirgsvegetation mit Gesteinspflanzen und Flechten.

Der Turmfalke (Falco tinnunculus canariensis) ist hier oben allgegenwärtig. Blaumerle und Bergpieper halten sich auf den Hochflächen auf. Kanarengirlitz in den Kiefernwäldern darunter. Auf dem Gipfelplateau manchmal Raben.

Tipps und Ausrüstung

SchuheFeste Wanderschuhe mit Profilsohle – Pflicht
WasserMind. 2 Liter pro Person; kein Trinkwasser aus der Leitung
SonneSonnenschutz, Kappe – auch bewölkt intensiv
Navigation: GPS-Track von Sunhikes herunterladen. Im Zentralmassiv ist der Mobilfunkempfang stellenweise eingeschränkt.
BesonderheitLange und konditionell anspruchsvolle Hochgebirgstour mit rund 18 Kilometern Länge. Früh starten und ausreichend Wasser mitführen. Im Winter können Nebel, niedrige Temperaturen und in seltenen Fällen sogar kurzfristige Schneereste die Bedingungen erschweren.
Der historische Camino Real zieht sich durch die traumhafte Felslandschaft Gran Canarias.
Der historische Camino Real zieht sich durch die traumhafte Felslandschaft Gran Canarias.

Anfahrt Startpunkt am Pico de las Nieves

Der Startpunkt befindet sich am Mirador Pico de las Nieves, direkt neben der Militäranlage auf dem Gipfel.
Auto: Über die GC-600 ab Cruz de Tejeda oder San Bartolomé de Tirajana. Kostenlose Parkplätze befinden sich direkt am Mirador.
Bus : Eine direkte Busverbindung bis zum Gipfel besteht nicht. Die Anreise erfolgt am besten mit dem Mietwagen.
Rückweg: Da es sich um eine Punkt-zu-Punkt-Wanderung handelt, empfiehlt sich ein zweites Fahrzeug in Cruz Grande oder ein vorab organisierter Shuttle.

Das Sunhikes-Videomagazin zeigt die Route in 8 Minuten und 43 Sekunden – ein Film, der den Ernst des Geländes und die Weite des Panoramas gleichermaßen einfängt.

Häufige Fragen

Wie schwierig ist die Wanderung vom Pico de las Nieves?

Schwer – 18 km Länge, anspruchsvolles Terrain auf 1.600–1.949 Metern, exponiertes Gelände. Nur für erfahrene Wanderer mit guter Kondition. Im Winter (Dez.–Feb.) kann Schnee den Weg erschweren.

Kann man die Wanderung als Rundtour machen?

Technisch ja, aber mit 36+ km deutlich zu lang für einen Tag. Empfehlung: Zwei-Auto-Lösung (Auto am Start und Ziel) oder organisierter Shuttle. GPS-Track auf Sunhikes.com herunterladen.

Ist die Wanderung auch für weniger erfahrene Wanderer geeignet?

Die Strecke zählt zu den anspruchsvolleren Wanderungen im Zentralmassiv Gran Canarias. Mit rund 18 Kilometern Länge und etwa 800 Höhenmetern setzt sie eine gute Kondition und Trittsicherheit voraus. Wer eine kürzere Tour sucht, findet rund um den Pico de las Nieves oder den Roque Nublo einfachere Alternativen.

Was sind die schönsten Aussichtspunkte entlang der Wanderung?

Zu den landschaftlichen Höhepunkten zählen der Campanario, die Degollada de los Gatos, das natürliche Felsenfenster Ventana del Nublo sowie die Ausblicke über die Riscos de Tirajana bis zum Roque Nublo und – bei klarer Sicht – hinüber zum Teide auf Teneriffa. Gerade in den Morgenstunden sind die Lichtverhältnisse für Fernblicke besonders gut.

Kann man vom Pico de las Nieves den Teide sehen?

Ja – bei klarer Sicht bietet der Pico de las Nieves einen der schönsten Ausblicke auf den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa. Besonders in den Morgenstunden zwischen Oktober und April sind die Bedingungen für Fernsicht am besten. Im Sommer kann die Calima, ein aus der Sahara herangewehter Staubschleier, die Sicht deutlich einschränken. Neben dem Teide reichen die Panoramablicke über das gesamte Zentralmassiv mit dem Roque Nublo, den Riscos de Tirajana und bei guter Sicht bis zur Westküste Gran Canarias.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com