Das unberührte Ende der Insel: Strände im Westen Gran Canarias
Die Westküste Gran Canarias ist das große Unbekannte der Insel. Keine Touristenzentren, keine Promenaden, keine Liegestühle. Stattdessen: steile Basaltkliffs, die senkrecht ins Meer fallen, schwarzer Vulkansand, der gelegentlich vom Wind weggespült wird, und eine Einsamkeit, die in Europa ihresgleichen sucht. Der Playa de Güigüí ist der bekannteste der Weststrände – und der abgelegenste der gesamten Insel. Er ist der Hauptgrund, warum Menschen stundenlang wandern oder ein Boot mieten.

Die Westküste ist nichts für jedermann. Sie ist ein Ziel für Naturliebhaber, erfahrene Wanderer und alle, die Gran Canaria jenseits von Maspalomas und Puerto Rico erleben wollen. Die Belohnung ist eine der dramatischsten Küstenlandschaften Europas.
Die Strände im Westen
| Strand | Charakter |
|---|---|
| Playa de Güigüí | Abgelegenster Strand GC; dunkler Sand; 5 h Wanderung oder Boot; nur Erfahrene |
| Playa de Güigüí Chico | Kleinerer Nachbarstrand; nur bei Ebbe erreichbar; noch einsamer |
| Playa de Tasartico | Ausgangspunkt Güigüí-Wanderung; kleiner dunkler Strand; Fischerhütten; kein Tourismus |
| Playa del Morro de Puerco | Weitgehend unbekannt; steile Zufahrt; Natur pur; für Abenteurer |
Playa de Güigüí – das Ziel aller Ziele
Alles über die Playa de Güigüí steht im Detailartikel – kurz zusammengefasst: Dunkler Sand, Basaltkliffs, Meeresschildkröten, kein Mobilfunk, keine Rettung, keine Infrastruktur.

Erreichbar ist die Playa de Güigüí ausschließlich zu Fuß oder mit dem Boot. Die Wanderung beginnt in Tasartico und führt über rund 5 bis 6 Stunden reine Gehzeit für Hin- und Rückweg durch das bergige Hinterland. Mit einer längeren Pause am Strand sollte man für den gesamten Ausflug 7 bis 8 Stunden einplanen.
Alternativ verkehren – je nach Wetterlage – Bootstouren und Wassertaxis ab Puerto de Mogán oder La Aldea de San Nicolás. Bei starkem Wellengang an der Westküste werden die Fahrten jedoch häufig kurzfristig abgesagt. Eine vorherige Rückfrage beim jeweiligen Anbieter ist daher empfehlenswert.
Da sich die Playa de Güigüí innerhalb der Reserva Natural Especial de Güigüí befindet, sind Wildcampen und offenes Feuer verboten. Im Notfall gilt die europaweite Notrufnummer 112.
Tasartico – Der Ausgangspunkt
Das winzige Dorf Tasartico an der Westküste ist der Ausgangspunkt für die Güigüí-Wanderung. Der kleine Strand direkt am Dorf – schwarzer Sand, Fischerhütten, kein Tourismusbetrieb – ist selbst schon eine Entdeckung. Die Anfahrt erfolgt von La Aldea de San Nicolás zunächst über die GC-200, anschließend zweigt man auf die GC-204 ab, die durch das Tal bis nach Tasartico führt. Schon die kurvenreiche Fahrt durch die wilde Berglandschaft gehört zu den eindrucksvollsten Strecken Gran Canarias.
| Anfahrt nach Tasartico | Von La Aldea de San Nicolás über die GC-200 und anschließend die GC-204; ab Las Palmas je nach Route etwa 1,5 bis 1:45 Stunden Fahrzeit |
|---|---|
| Parkplatz | Kleiner Parkplatz in Tasartico; frühzeitige Anreise empfehlenswert |
| Weiter zur Güigüí | Wanderung ab Tasartico; für Hin- und Rückweg etwa 5 bis 6 Stunden reine Gehzeit einplanen |

Wer nach der Wanderung einkehren möchte, findet im benachbarten Tasarte mit der Playa de Tasarte eine gute Alternative. Am kleinen Strand liegt ein einfaches, bei Einheimischen beliebtes Fischrestaurant, das für frischen Fisch und kanarische Küche bekannt ist. Damit lässt sich ein Ausflug an die einsame Westküste hervorragend ausklingen.
Wichtige Sicherheitshinweise Westküste
| Wildcampen | Verboten im gesamten Schutzgebiet |
|---|---|
| Lagerfeuer | Verboten |
| Kein Mobilfunk | Ab Tasartico nur eingeschränkter Empfang, an der Playa de Güigüí meist kein Netz |
| Wasser | Mindestens 3 Liter pro Person mitnehmen; unterwegs keine Trinkwasserversorgung |
| Nur für Erfahrene | Die Wanderung eignet sich nur für geübte Wanderer mit ausreichender Kondition. |
| Notruf | 112 – Empfang oft nur an höher gelegenen Stellen möglich |
| Gezeiten | Vor dem Besuch den Gezeitenkalender prüfen. Bei Flut kann der Übergang zwischen Playa de Güigüí Grande und Playa de Güigüí Chico erschwert oder zeitweise nicht möglich sein. |
| Umweltschutz | Das gesamte Gebiet steht unter Naturschutz. Da es keine Mülleimer gibt, muss sämtlicher Abfall wieder mitgenommen werden („Leave No Trace“). |
Beste Reisezeit für die Westküste
| Jahreszeit | Empfehlung |
|---|---|
| Okt–Apr | Optimal: Strand sichtbar, Temperaturen angenehm, Wellen moderater |
| Mai–Sep | Hitze auf dem Wanderweg; Wind kann Sand wegspülen |
| Nov–Feb | Ideal für Wanderung: grüner, kühler, dramatische Wolken |
Häufige Fragen
Wie kommt man zur Playa de Güigüí?
Sind die Weststrände für Familien geeignet?
Kann man die Playa de Güigüí bei jeder Tide besuchen?
Gibt es an der Westküste Restaurants oder Einkehrmöglichkeiten?
Sollte man die Wanderung zur Playa de Güigüí alleine unternehmen?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.


