Zwischen Vulkankratern und endlosem Atlantik: Was Gran Canaria wirklich zu bieten hat
Gran Canaria ist nicht einfach eine Sonneninsel. Es ist ein Kontinent im Miniaturformat – 1.560 Quadratkilometer, auf denen Wüstendünen, Nebelwälder, Vulkankrater und eine lebendige Hauptstadt so nah beieinander liegen, dass man an einem einzigen Tag alle vier erleben kann. Wer nur am Pool liegt, verpasst das Beste.

Die „Sehenswürdigkeiten Gran Canaria“ – dieses Suchwort klingt nach Bustouren und Fotopoints. Dahinter steckt mehr: Jahrmillionen Vulkangeschichte, die ältesten Höhlenmalereien Europas außerhalb des Festlandes, ein Biosphärenreservat, das seit 2005 unter UNESCO-Schutz steht, und eine Küste mit über 60 Stränden. Dieser Guide zeigt, was wirklich lohnt – und warum.
Ob Natur, Kultur, Abenteuer oder das klassische Strandprogramm: Gran Canaria bietet für jeden Reisestil Highlights erster Güte. Die folgenden Sehenswürdigkeiten sind keine vollständige Liste – sie sind eine Auswahl dessen, was die Insel unverwechselbar macht.
Naturwunder: Wo die Insel atemberaubend wird
Roque Nublo – das Wahrzeichen über den Wolken
Roque Nublo steht auf 1.813 Metern über dem Meeresspiegel – und mit ihm ein 65 Meter hoher Trachyt-Monolith, den die alten Guanchen als heilige Stätte verehrten. Heute ist er das meistfotografierte Motiv der Insel. Der Aufstieg dauert rund 45 Minuten, ist gut ausgeschildert und lohnt zu jeder Jahreszeit. Bei klarer Sicht ist der Teide auf Teneriffa zu sehen.

Wichtig
Für den offiziellen Wanderweg S-70 ab der Degollada de La Goleta ist eine vorherige Reservierung erforderlich (reservasroquenublo.com, max. 300 Personen/Tag, Mo–So 09–17 Uhr). Der ursprüngliche Parkplatz am Ausgangspunkt ist nicht mehr zugänglich. Stattdessen verkehren Shuttlebusse von Tejeda und Cruz de Los Llanos. Besonders in Ferienzeiten und an Wochenenden empfiehlt es sich, früh anzureisen, da sowohl die Shuttlebusse als auch die ausgewiesenen Parkmöglichkeiten stark nachgefragt sind.
Dunas de Maspalomas – Sahara am Atlantik
Die Dunas de Maspalomas sind ein 400 Hektar großes Naturschutzgebiet an der Südspitze der Insel. Goldgelber Sand, geformt durch Wind und Meeresablagerungen über Jahrtausende, trifft auf eine Lagune (Charca de Maspalomas) mit Zugvögeln und Rieseneidechsen. Der Eintritt ist frei; Liegestühle und organisierter Massentourismus bleiben außerhalb.

Caldera de Bandama – Vulkankrater zum Anfassen
Die nahezu kreisrunde Caldera de Bandama gehört zu den jüngsten Vulkangebieten Gran Canarias. Der rund einen Kilometer breite und 216 Meter tiefe Krater entstand vor etwa 5.000 Jahren und zählt zu den eindrucksvollsten geologischen Sehenswürdigkeiten der Insel. Vom Pico de Bandama eröffnet sich ein weiter Blick über den Krater, das Inselzentrum und bis zur Nordküste. Am Rand: der älteste Golfplatz Spaniens.

Kultur & Archäologie: Die Insel vor der Insel
Cueva Pintada – UNESCO-Kandidat in Gáldar
Die Cueva Pintada in Gáldar gilt als wichtigste archäologische Stätte der Kanarischen Inseln. In einer Höhle aus dem 11. Jahrhundert sind geometrische Wandmalereien erhalten, die die Ureinwohner – die Guanchen – hinterlassen haben. Das zugehörige Museum führt durch die Ausgrabungsgeschichte. Öffnungszeiten: Di–Sa 10–18 Uhr (So bis 15 Uhr), Montag geschlossen. Eintritt: 6 € (Kinder unter 18 frei).

Cenobio de Valerón – ~300 Höhlen im Tuffstein
Über 300 in Tuffstein geschlagene Höhlen, für die Spanier heute noch eine Erklärung suchen: Das Cenobio de Valerón bei Santa María de Guía war wahrscheinlich Lebensmittelspeicher und Versammlungsort. Die schiere Dimension der Anlage ist beeindruckend. Öffnungszeiten: Mi–So 10–17 Uhr (Mo & Di geschlossen). Eintritt: 3 €.

Jardín Canario – Botanischer Garten mit Weltrang
In Tafira Alta, auf halbem Weg zwischen Las Palmas und dem Zentrum, liegt der Jardín Canario: 27 Hektar, gewidmet ausschließlich der kanarischen Pflanzenwelt. Über 500 endemische Arten, darunter seltene Wolfsmilchgewächse und der berühmte Drachenbaum. Der Eintritt ist kostenlos; geöffnet täglich 7:30–18 Uhr (Sa/So ab 9 Uhr).

Städte & Viertel: Gran Canaria hat mehr als Strand
Las Palmas de Gran Canaria – Metropole mit Charakter
Mit 382.000 Einwohnern ist Las Palmas die größte Stadt der Kanarischen Inseln – und sie überrascht. Das historische Vegueta-Viertel mit Kathedrale Santa Ana, Casa de Colón und Museo Canario ist eines der besterhaltenen Altstadtensembles Spaniens. Dazu: die 3,5 Kilometer lange Playa de Las Canteras direkt am Stadtrand, das Aquarium Poema del Mar am Hafen und eine lebendige Restaurantszene in Triana.

Puerto de Mogán – das Venedig des Südens
Puerto de Mogán ist einer der malerischsten Orte Gran Canarias: weiß getünchte Häuser, Blumenranken, ein Fischereihafen mit bunten Booten und Kanäle wie in einem mediterranen Bilderbuch. Der Freitagsmarkt zieht Tausende an – die ruhige Frühstimmung um 8 Uhr morgens ist deutlich sehenswerter.

Tejeda – das Dorf über den Wolken
Tejeda liegt auf 1.050 Metern, umgeben von den drei höchsten Bergen der Insel. Im Januar blühen die Mandelbäume – rosa und weiß, so weit das Auge reicht. Die Spezialitäten Bienmesabe und Mazapán sind hier nicht nur Mitbringsel, sondern Teil der Identität. Die Cruz de Tejeda, ein paar Kilometer entfernt, ist der höchste Pass der Insel.
Rund um Tejeda befindet sich ein Teil der UNESCO-Welterbelandschaft „Risco Caído und die Heiligen Berge von Gran Canaria“. Viele der archäologischen Fundstätten stehen unter strengem Schutz und sind nicht frei zugänglich. Wer mehr über ihre Geschichte erfahren möchte, findet im Besucher- und Interpretationszentrum in Artenara spannende Einblicke in die Kultur der Ureinwohner.

Poema del Mar – Unterwasserwelt der Superlative
Das Poema del Mar am Hafen von Las Palmas ist eines der modernsten Aquarien Europas. Auf mehreren Etagen, durch einen 360°-Unterwassertunnel hindurch, präsentiert es Meereslebewesen aus dem Atlantik, der Tiefsee und tropischen Gewässern. Haie, Rochen, Tiefseewesen – und ein Panoramabecken, das man so schnell nicht vergisst. Öffnungszeiten: täglich 9:30–17:30 Uhr. Eintritt: 27 € (Kinder 18,50 €). Online-Buchung spart 2–5 €.

Übersicht: Eintrittspreise & Öffnungszeiten (Stand: Juni 2026)
Alle Angaben vor dem Besuch auf der jeweiligen Website verifizieren.
| Sehenswürdigkeit | Ort | Öffnungszeiten | Eintritt Erw. | Website |
|---|---|---|---|---|
| Roque Nublo | Tejeda | 24h zugänglich | Frei (S-70 Reservierung) | reservasroquenublo.com |
| Dunas de Maspalomas | Maspalomas | 24h zugänglich | Frei | – |
| Caldera de Bandama | Santa Brígida | Pico Bandama 24h | Frei | – |
| Cueva Pintada | Gáldar | Di–Sa 10–18 Uhr (So bis 15) | 6,00 € | cuevapintada.com |
| Cenobio de Valerón | Santa María de Guía | Di–So 10–17/18 Uhr | 3,00 € | cenobiodevaleron.com |
| Jardín Canario | Tafira Alta | tägl. 7:30–18 Uhr | Frei | jardincanario.org |
| Poema del Mar | Las Palmas | tägl. 9:30–17:30 Uhr | 27,00 € | poema-del-mar.com |
| Museo Canario | Las Palmas | Mo–Fr 10–20 Uhr, Sa/So 10–14 Uhr | 5,00 € | elmuseocanario.com |
| Casa de Colón | Las Palmas | tägl. 10–18 Uhr (So bis 15) | 4,00 € | casadecolon.com |
| Palmitos Park | Maspalomas | tägl. 10–17 Uhr | ~33,00 € | palmitospark.es |
Kombinationen: Das passt zusammen
Norden – Halbtagestour Kultur
Cueva Pintada in Gáldar (ca. 1,5 Std.) → Cenobio de Valerón (ca. 45 Min., 15 km entfernt) → Jardín Canario bei Tafira Alta (auf dem Rückweg nach Las Palmas). Reine Fahrzeit: ca. 70 Minuten gesamt.
Süden – Natur & Strand
Caldera de Bandama (Pico, 45 Min.) → Dunas de Maspalomas (Spaziergang bei Sonnenuntergang) → Puerto de Mogán (Abendessen). Alternativ: Roque Nublo als Hauptziel, Tejeda zum Mittagessen.
Las Palmas – Stadttag
Vegueta: Casa de Colón + Museo Canario (ca. 2 Std.) → Poema del Mar (ca. 2 Std.) → Playa de Las Canteras zum Abschluss. Alle Ziele fußläufig oder mit dem Stadtbus erreichbar.
Reisetipps: Wann und wie
Die beste Reisezeit für Naturziele im Hochland ist Oktober bis April – angenehme Temperaturen, gute Sicht, wenig Hitze. Strandsehenswürdigkeiten und Las Palmas sind ganzjährig attraktiv. Der Süden hat das stabilste Wetter; Bandama und Roque Nublo können im Sommer in Wolken verschwinden.
Reisetipps: Wann und wie
| Oktober – April | Ideal für Wanderungen, Hochland, kulturelle Stätten |
|---|---|
| Mai – September | Beste Bedingungen an den Stränden; Hochland morgens besuchen |
| Ganzjährig | Las Palmas, Poema del Mar, Jardín Canario |
FAQ – Häufige Fragen zu den Sehenswürdigkeiten
Welche Sehenswürdigkeit auf Gran Canaria ist die bekannteste?
Welche Sehenswürdigkeiten sind kostenlos?
Wie viele Tage braucht man, um Gran Canaria zu erkunden?
Gibt es UNESCO-Welterbe auf Gran Canaria?
Welche Sehenswürdigkeiten eignen sich besonders für den ersten Besuch auf Gran Canaria?
Kann man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ohne Mietwagen erreichen?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.


