Artenara – wo Fels zum Zuhause wird
Am nördlichen Rand der Caldera de Tejeda, auf 1.270 Metern Höhe, liegt Artenara – das höchstgelegene Dorf Gran Canarias. Was diesen Ort von allen anderen unterscheidet: Ein großer Teil der Bevölkerung lebt in Höhlenwohnungen, die in den weichen Tuffstein gehauen wurden. Modern ausgestattet, teils mit Balkon und Blumenkästen, kaum von außen als Höhle erkennbar – und doch ist genau das die älteste Wohnform der Kanarischen Inseln, die hier lebendig geblieben ist.

Artenara hat noch mehr zu bieten: den Mirador de Unamuno mit einem der besten Ausblicke Gran Canarias auf Roque Bentayga und Roque Nublo, die vollständig in Fels gehauene Kapelle Virgen de la Cuevita, das Höhlenrestaurant Mesón La Silla direkt am Aussichtspunkt – und eine Stille, die sich von den Küstentouristenzentren so weit entfernt anfühlt, als wäre man auf einer anderen Insel.
Artenara – auf einen Blick
| Einwohner | ~1.100 |
|---|---|
| Lage | Nördlicher Rand Caldera de Tejeda; ca. 55 km von Las Palmas |
| Höhe | ~1.270 m ü.M. – höchstgelegenes Dorf Gran Canarias |
| Entfernung Flughafen LPA | ~65 Minuten |
| Besonderheit | Höhlenwohnungen (noch bewohnt); Höhlenmuseum; Kapelle im Fels |
| Aussichtspunkt | Mirador de Unamuno – Blick auf Roque Bentayga, Roque Nublo und Teide |
| Weltkulturerbe | Centro de Interpretación de Risco Caído im Ortszentrum; Acusa Seca in der Umgebung |
| Restaurant | Mesón La Silla – Höhlenrestaurant direkt am Mirador |
| Busverbindung | Nur wenige Verbindungen – Mietwagen empfohlen |
Die Höhlenwohnungen von Artenara
Die Höhlenwohnungen Artenara sind kein Museumsstück – sie sind gelebter Alltag. Noch heute lebt ein großer Teil der Einwohner in Wohnhöhlen, die in den weichen vulkanischen Tuffstein gegraben wurden. Von außen sind sie oft kaum als Höhlen zu erkennen, innen verfügen sie jedoch über modernen Wohnkomfort mit Küche, Bad, Strom und Internet.
Wer erleben möchte, wie diese Wohnform früher aussah, sollte das Museo Etnográfico Casas Cuevas de Artenara besuchen. Das kleine Höhlenmuseum zeigt original eingerichtete Wohnräume und vermittelt anschaulich den Alltag der früheren Bewohner.

Die natürliche Isolierung des Tuffsteins macht die Höhlen im Sommer kühl und im Winter warm – eine passive Klimatisierung, die die Ureinwohner der Insel, die Canarios, bereits vor der spanischen Conquista nutzten. Artenara bewahrt diese Wohnkultur lebendiger als jeder andere Ort Gran Canarias.
Mirador de Unamuno – einer der besten Aussichtspunkte der Insel
Der Mirador de Unamuno in Artenara ist einer der eindrucksvollsten Aussichtspunkte Gran Canarias. Benannt nach dem spanischen Philosophen Miguel de Unamuno, der die Aussicht von hier als eine der schönsten der Welt beschrieben haben soll, öffnet er das gesamte Zentralmassiv: Roque Bentayga im Vordergrund, dahinter der Roque Nublo, und an klaren Tagen der Teide auf Teneriffa am Horizont. Eine Bronzestatue Unamunos sitzt am Geländer – der perfekte stille Begleiter für diesen Moment.

| Eintritt | Kostenlos |
|---|---|
| Parken | Parkplatz direkt am Mirador |
| Beste Zeit | Morgens vor 11 Uhr – Roque Bentayga im Morgenlicht; Teide-Sicht meist früh |
| Restaurant | Mesón La Silla direkt am Mirador – Höhlenrestaurant mit Panoramaterrasse |
Kapelle Virgen de la Cuevita
Im Ortsinneren von Artenara befindet sich eine der ungewöhnlichsten Kapellen der Kanarischen Inseln: die Ermita de la Virgen de la Cuevita, vollständig in eine Felshöhle gehauen. Das Innere ist schlicht, kühl und still – die Figur der Virgen de la Cuevita wird von den Einheimischen verehrt und die Kapelle ist ein aktiver Kultort. Der Zugang ist frei; Stille und Respekt sind selbstverständlich.
| Lage | Ortszentrum Artenara; kurzer Fußweg vom Mirador |
|---|---|
| Eintritt | Kostenlos; aktiver Kultort – Respekt gegenüber Gläubigen |
| Öffnungszeiten | Tagesüber geöffnet; Gottesdienste zu bestimmten Zeiten |
Centro de Interpretación de Risco Caído
Wer das UNESCO-Welterbe besser verstehen möchte, beginnt den Besuch am besten im Centro de Interpretación de Risco Caído y las Montañas Sagradas de Gran Canaria im Ortszentrum. Die moderne Ausstellung erklärt die Kultur der Ureinwohner, ihre Höhlenarchitektur sowie die astronomische Bedeutung der heiligen Berge und bietet den idealen Einstieg vor einem Ausflug nach Acusa Seca oder zu anderen Fundstätten der Region.
Risco Caído – UNESCO-Welterbe
Die Berglandschaft rund um Artenara gehört zu den eindrucksvollsten Kulturlandschaften Gran Canarias. Nur wenige Kilometer außerhalb des Ortes liegen bedeutende Fundstätten wie Acusa Seca, die Teil des UNESCO-Welterbes Risco Caído und die Heiligen Berge Gran Canarias sind. Das eigentliche Welterbe umfasst zahlreiche Höhlenwohnungen, Kultstätten und archäologische Fundorte im zentralen Bergland und dokumentiert die außergewöhnliche Kultur der Ureinwohner.

Das Dorfzentrum
Das Zentrum Artenaras ist klein und übersichtlich. Rund um die Plaza de San Matías mit der Iglesia de San Matías befinden sich Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte. Von nahezu jedem Punkt im Ort öffnen sich beeindruckende Ausblicke auf Roque Bentayga, die Gipfel des Zentralmassivs und die Wälder des Naturparks Tamadaba.
Wandern ab Artenara
Artenara zählt zu den besten Ausgangspunkten für Wanderungen im Inselinneren. Beliebt ist die Route nach Cruz de Tejeda mit herrlichen Ausblicken auf Roque Bentayga und Roque Nublo. Ebenso führen Wanderwege in den Naturpark Tamadaba mit seinen ausgedehnten Kiefernwäldern sowie zu zahlreichen Aussichtspunkten über die Nordwestküste Gran Canarias.
Anfahrt und Parken
Mit dem Auto: Am einfachsten erreicht man Artenara von Las Palmas über Teror und die GC-21. Die Fahrzeit beträgt je nach Verkehr rund 55 bis 65 Minuten. Alternativ bietet sich die landschaftlich reizvolle Strecke über Cruz de Tejeda an. Parkplätze stehen im Ortszentrum sowie am Mirador de Unamuno zur Verfügung. Aufgrund der kurvenreichen Bergstraßen sollte man ausreichend Fahrzeit einplanen.
Mit dem Bus: Artenara wird nur von wenigen Regionalbuslinien angefahren. Wer flexibel sein möchte oder mehrere Sehenswürdigkeiten der Bergregion besuchen möchte, ist mit einem Mietwagen deutlich besser unterwegs.
Essen & Trinken in Artenara
| Mesón La Silla | Höhlenrestaurant direkt am Mirador de Unamuno; Panoramaterrasse; kanarische Küche; das Highlight des Dorfes |
|---|---|
| Lokale Bars | Einfache Bars im Ortszentrum; Tagesgerichte; Einheimischenatmosphäre |
Kombinationen
| Kombination | Details |
|---|---|
| Roque Bentayga | ~20 Min. Fahrt; heiliger Felsen der Ureinwohner; Archäologie |
| Cruz de Tejeda | ~15 Min.; geografischer Mittelpunkt der Insel; Parador |
| Tejeda | ~20 Min.; Mandelspezialitäten, Bienmesabe, Dulcerías |
| Tamadaba | ~30 Min.; Naturpark mit Kiefernwäldern und spektakulären Aussichtspunkten |
| Acusa Seca | ~10 Min.; Historisches Höhlendorf und Teil des UNESCO-Welterbes |

Häufige Fragen zu Artenara
Warum ist Artenara bekannt für Höhlenwohnungen?
Was ist der Mirador de Unamuno?
Wie kommt man nach Artenara?
Lohnt sich das Höhlenmuseum in Artenara?
Was sollte man in Artenara auf keinen Fall verpassen?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.


