Montaña de Tauro – Gipfel und Schlucht in einem

Die Tauro-Region im Südwesten Gran Canarias ist eine der faszinierendsten und gleichzeitig am wenigsten begangenen der Insel. Der Montaña de Tauro – ein imposanter Basaltkegel südwestlich der Autobahn – bietet von seinem Gipfel eine der unverstelltesten Aussichten auf die Westküste. Der Barranco de Tauro dahinter ist eine der tiefsten und dramatischsten Schluchten des Südens.

Die Hochebene des Montaña Tauro – eine karge Landschaft im Südwesten Gran Canarias.
Die Hochebene des Montaña Tauro – eine karge Landschaft im Südwesten Gran Canarias.

Die Route im Überblick

RouteWanderung Montaña de Tauro – Barranco de Tauro
LängeCa. 5,4 km (Gipfeltour); Schluchtentour länger
Höhenmeter344 Hm (Gipfeltour)
SchwierigkeitModerat bis schwer
GebietMonumento Natural de Tauro; Gemeinde Mogán
TypHin und zurück / Punkt-zu-Punkt
StartpunktBarranquillo Andrés oder Tauro-Taleinfahrt
Beste ZeitOktober bis April;
GPS-Track + Routenseitesunhikes.com/de/wanderung-vom-montana-de-tauro-durch-das-barranco-de-tauro
Die karge Bergwelt des Monumento Natural de Tauro zeigt eine typische Hochebene im Südwesten Gran Canarias.
Die karge Bergwelt des Monumento Natural de Tauro zeigt eine typische Hochebene im Südwesten Gran Canarias.

Die Wanderung

Der Aufstieg auf den Montaña de Tauro beginnt in der Regel am Barranquillo Andrés im Tauro-Tal. Der Weg führt steil über Tuffsteinterrassen und vulkanisches Gelände auf den Gipfel – rund 344 Höhenmeter, die in gut einer Stunde zu schaffen sind. Der Gipfel selbst ist felsig und bietet eine beeindruckende Rundumsicht über die Westküste, den Atlantik, die Berglandschaft des Südwestens und – bei klarer Sicht – bis hinüber zum Teide auf Teneriffa.

Blick in den Barranco de Mogán von der Degollada de las Lapas.
Blick in den Barranco de Mogán von der Degollada de las Lapas.

Vom Gipfel aus führt der Weg in den Barranco de Tauro – eine Schlucht mit senkrecht aufragenden Felswänden, Tuffsteinformationen in allen Farben des Vulkans und einer Enge, die man von außen nicht ahnt. Die Schlucht ist der landschaftlich intensivste Teil der Tour; hier geht es um Meter, nicht um Kilometer.

Wanderung durch die Tauro-Schlucht mit Ausblicken auf die Berglandschaft.
Wanderung durch die Tauro-Schlucht mit Ausblicken auf die Berglandschaft.

Wer den vollen Barranco bis zur Küste durchqueren will, wandert bis zur Playa de Tauro – einem kleinen, schwer zugänglichen Strand am Ende der Schlucht. Die gesamte Tour (Barranquillo Andrés – Gipfel – Schlucht – Küste) ist eine der anspruchsvollsten Tagestouren des Südens.

Geologie, Flora und Fauna

Geologie: Das Monumento Natural de Tauro besteht überwiegend aus phonolithischen und basaltischen Gesteinen des jüngeren Vulkanismus. Die rötlichen und ockerfarbenen Tuffschichten entstanden durch die Ablagerung vulkanischer Asche und Lapilli. Über Millionen Jahre schnitten sich Erosion und Wasserläufe tief in das Gestein ein und formten die markanten Steilwände des Barranco de Tauro.

Der Barranco de Tauro – eine der tiefsten Schluchten des Südens, mit senkrecht aufragenden Felsformationen.
Der Barranco de Tauro – eine der tiefsten Schluchten des Südens, mit senkrecht aufragenden Felsformationen.

Auf dem Gipfelplateau: xerophytische Vegetation mit Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia canariensis), Tabaibas und Kleinia neriifolia. Im Barranco: feuchtigkeitsliebende Farne und Schilfgräser nahe dem Bachlauf. Wilde Feigen in den Terrassenruinen.

Tauro ist ein wichtiges Brutgebiet für den Turmfalken (Falco tinnunculus canariensis). Über den Felswänden sind häufig Mäusebussarde zu beobachten. Gelegentlich werden auch Gänsegeier gesichtet, die jedoch auf Gran Canaria nur selten anzutreffen sind.

Tipps und Ausrüstung

SchuheFeste Wanderschuhe mit Profilsohle – Pflicht
WasserMind. 2 Liter pro Person; kein Trinkwasser aus der Leitung
SonneSonnenschutz, Kappe – auch bewölkt intensiv
NavigationOffline-Karte oder GPS-Track von Sunhikes; kein Mobilnetz in Schluchten
BesonderheitDer Barranco de Tauro gehört zu den einsamsten Wandergebieten der Insel. Bei Regen oder nach starken Niederschlägen sollte die Schlucht wegen möglicher Sturzfluten nicht begangen werden. Im Sommer können Hitze und fehlender Schatten die Tour zusätzlich erschweren. Trittsicherheit nötig; Wasser für ganzen Tag mitnehmen
Navigation: Für die Wanderung empfiehlt sich der GPS-Track von Sunhikes. Im Barranco ist der Mobilfunkempfang teilweise eingeschränkt.

Anfahrt

Von Maspalomas führt die Anfahrt über die GC-1 und anschließend über die GC-200 in Richtung Mogán. Etwa zwei Kilometer hinter dem Ort zweigt rechts die GC-605 ab. Dieser folgt man rund 8,5 Kilometer bergauf bis zur Kreuzung, dort rechts RichtungBarranquillo Andrés. Nach etwa 1,1 Kilometern befindet sich der ausgeschilderte Ausgangspunkt auf der rechten Straßenseite. Der kleine Parkplatz ist kostenlos.

Hinweis zur Anfahrt: Der Startpunkt ist nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Für diese Wanderung empfiehlt sich die Anreise mit dem Mietwagen über die kurvenreiche Bergstraße GC-605. Da die Straße schmal und kurvig verläuft, sollte man für die Anfahrt etwas zusätzliche Zeit einplanen.

Das Sunhikes-Videomagazin zeigt die Tour in 14 Minuten und 51 Sekunden – lang genug, um zu verstehen, warum diese Wanderung zu den eindrucksvollsten des Südens gehört.

Häufige Fragen

Wie schwierig ist die Wanderung auf den Montaña de Tauro?

Der Gipfelaufstieg (5,4 km, 344 Hm) ist moderat – gute Fitness und festes Schuhwerk genügen. Die Schluchttour durch den Barranco de Tauro ist anspruchsvoller und erfordert Trittsicherheit. Bei Regen ist die Schlucht wegen Sturzflutgefahr zu meiden.

Wo startet die Wanderung Montaña de Tauro?

Die Wanderung startet typischerweise am Barranquillo Andrés im Tauro-Tal. GPS-Track auf Sunhikes.com herunterladen – der Startpunkt ist ohne Karte schwer zu finden.

Kann man in Tauro zelten?

Nein – das Monumento Natural de Tauro ist Naturschutzgebiet; Wildcampen ist verboten. Feuer sind ebenfalls verboten.

Wann ist die beste Jahreszeit für die Wanderung auf den Montaña de Tauro?

Die angenehmsten Bedingungen herrschen zwischen Oktober und April, wenn die Temperaturen deutlich niedriger sind als im Sommer. In den heißen Monaten können die offenen Berghänge sehr warm werden, da es auf weiten Strecken kaum Schatten gibt. Für längere Touren empfiehlt sich deshalb ein früher Start am Morgen.

Kann man den Montaña de Tauro auch ohne den Barranco de Tauro wandern?

Ja. Viele Wanderer beschränken sich auf die rund 5,4 Kilometer lange Gipfeltour, die bereits fantastische Ausblicke über den Südwesten Gran Canarias bietet. Die zusätzliche Durchquerung des Barranco de Tauro macht die Tour deutlich anspruchsvoller und eignet sich vor allem für erfahrene Wanderer mit guter Orientierung und Trittsicherheit.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com