Ein Krater, der alles überragt: Die Caldera de Bandama auf Gran Canaria
Im Nordosten Gran Canarias klafft ein Loch in der Erde – rund 216 Meter tief, mehr als einen Kilometer breit und von einer Stille erfüllt, die man auf dieser Insel so kaum erwartet. Die Caldera de Bandama ist der jüngste Vulkan Gran Canarias. Vor etwa 3.000 bis 5.000 Jahren brachten pyroklastische Eruptionen und der Kollaps eines Schlackenkegels diesen fast kreisrunden Kessel hervor – ein Naturwunder, das Geologen bis heute fasziniert und Besucherinnen und Besucher mit seiner gewaltigen Dimension beeindruckt.

Das Monumento Natural de Bandama liegt nur zehn Kilometer südlich von Las Palmas de Gran Canaria, ist also schnell erreichbar und trotzdem eine andere Welt. Wer oben am Mirador steht, sieht den Kraterkessel unter sich, dahinter das Zentralmassiv der Insel, und bei klarem Wetter sogar den Teide auf Teneriffa. Der älteste Golfclub Spaniens liegt hier direkt am Rand – ein skurriler Kontrast, der perfekt zu Gran Canaria passt.
Dieser Artikel erklärt alles Wissenswerte zur Caldera de Bandama: Geologie, Flora, Fauna, Wandermöglichkeiten, Anfahrt und die besten Tipps für einen unvergesslichen Besuch.
Steckbrief: Caldera de Bandama auf einen Blick
| Typ | Vulkankrater (Maar-ähnliche Caldera) |
|---|---|
| Lage / Gemeinde | Santa Brígida, Gran Canaria |
| Schutzstatus | Monumento Natural de Bandama |
| Gesamtfläche | 325,7 Hektar |
| Tiefe Krater | ca. 216 Meter |
| Durchmesser | über 1 km |
| Höchster Punkt | Pico de Bandama, 574 m ü. M. |
| Alter | ca. 3.000–5.000 Jahre (jüngster Vulkan der Insel) |
| Eintritt | kostenlos |
| Parken | kostenlos am Mirador Pico de Bandama |
| ÖPNV | Guaguas: Z.B. Linie 311 (direkt ab Las Palmas) oder Linien Richtung Santa Brígida (z. B. Linie 301 über Monte Lentiscal). |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April (Wandern), ganzjährig besuchbar |
Entstehung und Geologie: Zeuge des letzten Vulkanismus auf Gran Canaria
Die Caldera de Bandama ist das Ergebnis der jüngsten vulkanischen Aktivität auf Gran Canaria. Geologen datieren ihre Entstehung in das jüngste Holozän – sie ist damit nicht nur der spektakulärste, sondern auch der jüngste Vulkankrater der Insel.

Wie entstand der Krater?
Pyroklastische Eruptionen und der Einsturz eines Schlackenkegels formten den fast kreisrunden Kessel. Beim Auswurf von Lapilli und Vulkanasche wurden die Schichten um den Krater aufgebaut – diese deutlich sichtbaren Schichtungen in den Kraterwänden sind heute ein faszinierendes geologisches Lehrbuch, das man beim Rundweg hautnah erlebt.
Das Monumento Natural de Bandama besteht aus zwei klar abgegrenzten Einheiten: dem Krater der Caldera de Bandama und dem daneben aufragenden Pico de Bandama (574 m). Der Pico ist der Gipfel des Schlackenkegels, der bei der Eruption entstand. Von oben bietet er einen einmaligen Einblick in den Krater und gleichzeitig einen 360-Grad-Blick über Las Palmas, die Küste und das Inselinnere.
Was sieht man im Krater?
Im Kraterinneren befinden sich terrassenförmig angelegte Felder und ein verlassenes Gehöft, das teilweise noch bewirtschaftet wird. Palmen, Feigen- und Orangenbäume wachsen hier in einem Mikroklima, das milder und feuchter ist als die Umgebung. Der Abstieg in den Krater ist aus Naturschutzgründen nur mit Sondergenehmigung möglich – diese ist beim Cabildo in Las Palmas de Gran Canaria erhältlich.

Flora und Fauna: Was lebt im Bandama-Krater?
Die Kraterhänge des Monumento Natural de Bandama sind mit einer typischen kanarischen Trockenvegetation bedeckt: Agaven, Wolfsmilchgewächse (Euphorbien), Tabaibas und zahlreiche endemische Sträucher prägen das Bild. Besonders auffällig sind die blühenden Aeonien – tellerförmige Sukkulenten, die an den Kraterwänden in Gelb und Grün leuchten.
Endemische Pflanzen
Gran Canaria ist für seine hohe Zahl an endemischen Pflanzenarten bekannt. Am Bandama-Krater begegnet man unter anderem der Kanarischen Wolfsmilch, verschiedenen Kleinia-Arten und dem Kanarischen Drachenbaum. Die Kraterwände bieten durch ihre steilen, schwer zugänglichen Felsen geschützte Nischen für seltene Pflanzenarten.

Tierbeobachtungen
Wer aufmerksam wandert, begegnet der Kanarischen Eidechse (Gallotia galloti) – einem der häufigsten Reptilien der Insel. Sie sonnt sich gerne auf Steinen entlang der Wanderwege. Auch verschiedene Vogelarten sind im Schutzgebiet heimisch, darunter der Turmfalke, der Rabenkrähe verwandte Kolkrabe und diverse Zugvögel, die die Kratervegetation als Rastplatz nutzen.

Wandern an der Caldera de Bandama: Rundweg und Kraterabstieg
Das Monumento Natural de Bandama bietet zwei klassische Wandererlebnisse – die Umrundung des Kraters und den Aufstieg auf den Pico de Bandama. Beide sind gut kombinierbar und eignen sich auch für Wanderinnen und Wanderer ohne besondere Erfahrung.
Rundweg um den Vulkankrater
Die Rundwanderung um die Caldera de Bandama führt auf einem schmalen, teils leicht ausgesetzten Pfad um den gesamten Kraterrand. Der Rundweg bietet wechselnde Perspektiven in den Kessel und weite Ausblicke über die Nordküste Gran Canarias bis nach Las Palmas. Trittsicherheit ist empfohlen – einzelne Abschnitte verlangen Aufmerksamkeit auf dem Untergrund.

Weitere Informationen zum Rundweg, GPS-Track und Höhenprofil bietet das Wanderportal Sunhikes.
Aufstieg zum Pico de Bandama
Der Pico de Bandama (574 m) ist der höchste Punkt des Schutzgebiets und gleichzeitig der beste Aussichtspunkt. Von oben überblickt man den kompletten Krater, Las Palmas im Norden, die Küste und bei klarer Sicht Teneriffa am Horizont. Der Aufstieg von der Aussichtsplattform Mirador ist kurz und problemlos.

Wanderweg in den Kraterboden
Ein steiler Pfad führt in den Krater hinab. Für diesen Abstieg ist aus Naturschutzgründen eine Sondergenehmigung erforderlich. Diese wird beim Cabildo de Gran Canaria in Las Palmas beantragt. Mit Genehmigung erwartet Besucherinnen und Besucher eine einzigartige Erfahrung: Lapilli-Felder, die verlassenen Terrassen und eine stille Welt weit unterhalb des Kraterrandes.

Besuchsinfos: Öffnungszeiten, Eintritt und Parken
Das Monumento Natural de Bandama ist jederzeit und kostenlos zugänglich. Es gibt keine Öffnungszeiten – der Mirador und die Wanderwege können ganzjährig besucht werden.
| Eintritt | Kostenlos |
|---|---|
| Öffnungszeiten | Keine – ganzjährig zugänglich |
| Parken | Kostenloser Parkplatz am Mirador Pico de Bandama |
| Abstieg Krater | Nur mit Sondergenehmigung (Cabildo Gran Canaria, Las Palmas) |
| Gastronomie | Direkt am Mirador befindet sich das Restaurant El Mirador de Bandama mit Terrasse und Blick über den Krater. Weitere Restaurants und Bodegas gibt es im nahegelegenen Monte Lentiscal und in Santa Brígida. |
| Hunde | Erlaubt, an der Leine |
Schutzgebiet Monumento Natural de Bandama: Was gilt hier?
Das Schutzgebiet gehört zum Netz der kanarischen Naturschutzgebiete und unterliegt strengen Regeln. Wer das Monumento Natural de Bandama besucht, hält sich an folgende Grundsätze:
Wildcampen ist verboten. Lagerfeuer sind verboten. Das Sammeln von Pflanzen, Tieren und Gestein ist untersagt. Drohnen über dem Schutzgebiet sind nicht erlaubt. Gewandert wird ausschließlich auf markierten Wegen.
Das Leitungswasser im Hochland von Gran Canaria ist generell nicht trinkbar – ausreichend Wasser zur Wanderung mitbringen.

Anfahrt zur Caldera de Bandama
Mit dem Auto: Von Las Palmas kommend: GC-110 bis Monte Lentiscal, dann GC-802 direkt hinauf zum Mirador Pico de Bandama. Von Süden: GC-1 bis Jinámar/Marzagán, GC-3 bis San Francisco de Paula, GC-4 bis Tafira, GC-110 bis Monte Lentiscal, dann GC-802.
Mit dem Bus: Guaguas Linie 311 (direkt ab Las Palmas) oder Linien Richtung Santa Brígida (z. B. Linie 301 über Monte Lentiscal). Aktuelle Abfahrtszeiten und Verbindungen auf guaguasglobal.com.
Beste Reisezeit für einen Besuch an der Caldera de Bandama
| Jahreszeit | Bedingungen |
|---|---|
| Frühling (Mär–Mai) | Ideal: angenehme Temperaturen, Vegetation in voller Blüte, wenig Touristen |
| Sommer (Jun–Aug) | Heiß am Mirador, aber Krater deutlich kühler; frühmorgens empfohlen |
| Herbst (Sep–Nov) | Sehr gut: stabile Verhältnisse, klare Sicht bis Teneriffa häufig |
| Winter (Dez–Feb) | Angenehm mild; Wandern ideal; gelegentlich Wind und Wolken |
Kombinationen: Was liegt in der Nähe?
Das Monumento Natural de Bandama liegt im Nordosten Gran Canarias und lässt sich hervorragend mit anderen Zielen kombinieren. Jardín Canario – der größte botanische Garten Spaniens – liegt nur wenige Kilometer entfernt in der Schlucht des Barranco de Guiniguada. Das Ortszentrum von Santa Brígida mit seinen Weinbodegas ist ebenfalls einen Besuch wert. Und wer mehr wandern möchte: Die Rundwanderung um den Krater kann direkt mit dem Aufstieg auf den Pico de Bandama zu einem ausgedehnten Halbtag kombiniert werden.
| Jardín Canario (Botanischer Garten) | Ca. 5 km, Las Palmas / Tafira |
|---|---|
| Santa Brígida Ortskern | Ca. 3 km, Weinbodegas, Restaurants |
| Las Palmas de Gran Canaria | Ca. 10 km, Vegueta, Playa Las Canteras |
| Tafira Alta (Wohnviertel) | Ca. 4 km, Kolonialarchitektur |

Praktische Tipps
Früh kommen: Die Caldera de Bandama gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Nordosten Gran Canarias. Wer morgens kommt, erlebt den Krater meist noch in ruhiger Atmosphäre und findet problemlos einen Parkplatz.
Einkehr mit Aussicht: Nach der Wanderung lohnt sich eine Pause im Restaurant El Mirador de Bandama direkt am Aussichtspunkt. Von der Terrasse genießt man einen der schönsten Ausblicke auf den Krater – ideal für einen Kaffee oder ein Glas kanarischen Wein.
Pico de Bandama mitnehmen: Der kurze Aufstieg auf den 574 Meter hohen Pico de Bandama dauert nur wenige Minuten und erweitert den Blick über die gesamte Nordostküste bis nach Las Palmas und bei klarer Sicht bis zum Teide auf Teneriffa.
Häufige Fragen zur Caldera de Bandama
Kann man in den Krater der Caldera de Bandama hineingehen?
Wie lange dauert ein Besuch an der Caldera de Bandama?
Ist die Caldera de Bandama für Kinder geeignet?
Was ist der älteste Golfclub Spaniens – und warum liegt er hier?
Kann man die Caldera de Bandama mit anderen Ausflugszielen verbinden?
Lohnt sich der Besuch der Caldera de Bandama auch ohne Wanderung?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.


