Stille Hochebene und steinerne Höhlen: Das Hochplateau Majada Alta auf Gran Canaria

Im Südwesten Gran Canarias, fernab der Touristenzentren, liegt ein Hochplateau, das die meisten Besucherinnen und Besucher nie betreten: Majada Alta – ein offenes, karges Bergland auf rund 1.000 bis 1.200 Metern Höhe, geprägt von einem meist trockenen Stausee, bizarren Felsformationen und einem Höhlenkomplex, in dem sich seit Jahrhunderten Ziegen ihren Unterschlupf suchen.

Roque Nublo und Rana erheben sich oberhalb des Risco La Fogalera.
Die karge Felslandschaft der Majada Alta.

Der Presa del Salto del Perro ist der Ausgangspunkt vieler Majada-Alta-Wanderungen. Der Stausee ist oft fast leer – ein melancholisches Bild: die karge Landschaft, die nackten Uferhänge, der ausgetrocknete Talgrund. Weiter oben am Hochplateau liegen die Cuevas de Majada – Höhlenformationen aus Tuffstein, deren Charakter zwischen Archäologie und Wildnis liegt.

Dieser Artikel erklärt das Hochplateau, den Stausee, die Höhlen, die Wanderrouten und alle Besuchsinfos.

Steckbrief: Presa del Salto del Perro und Cuevas de Majada auf einen Blick

TypStausee / Hochplateau / Höhlenformationen
Lage / GemeindenMogán und San Bartolomé de Tirajana, Gran Canaria
StauseePresa del Salto del Perro – oft fast trocken (saisonal)
HöhlenCuevas de Majada – natürliche Tuffsteinhöhlen im Hochplateau
GebietHochplateau Majada Alta (~1.000–1.200 m)
EintrittKostenlos
SchwierigkeitsgradMittel – gut markierter Wanderweg
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserKeine Versorgung – eigenes Wasser mitbringen
Beste ReisezeitOktober bis April; Sommer heiß in der Hochebene

Hinweis:

Das ausgetrocknete Stauseebecken und die Bereiche an Staumauer sowie Zu- und Abläufen können rutschig oder durch loses Gestein instabil sein. Besonders nach Regenfällen ist Vorsicht geboten und die markierten Wanderwege sollten nicht verlassen werden.

Der Presa del Salto del Perro: Ein Stausee zwischen Wasser und Trockenheit

Der Presa del Salto del Perro liegt am Fuß des Hochplateaus Majada Alta und ist der Ausgangspunkt der meisten Wanderungen in dieses Gebiet. Der Stausee ist ein Niederschlagsstausee – er füllt sich nach ergiebigen Regenfällen, leert sich im langen kanarischen Sommer oft bis auf einen kleinen Rest.

Roque Nublo und Rana erheben sich oberhalb des Risco La Fogalera.
Der ausgetrocknete Stausee Presa del Salto del Perro.

Das Bild des Niedrigwassers

Was den Stausee so eindrucksvoll macht, ist ausgerechnet sein Niedrigwasserstand: Die nackten Uferhänge, die Staumauer aus trockenem Beton, der ausgetrocknete Talgrund – ein Bild stiller Melancholie, das die Wasserknappheit Gran Canarias sehr direkt zeigt. Fotografisch ist dieser Zustand sogar interessanter als ein voller See.

Felsformationen am Ufer

Gegenüber der Staumauer liegen markante Felsformationen aus verwittertem Basalt – bizarre Formen, die der Erosion Jahrtausende widerstanden haben. Sie sind beliebtes Fotomotiv und Kletterpunkt für Klippeneidechsen.

Roque Nublo und Rana erheben sich oberhalb des Risco La Fogalera.
Felsformationen aus verwittertem Basal

Das Hochplateau Majada Alta: Weite, Stille, Panorama

Oberhalb des Stausees öffnet sich das Hochplateau Majada Alta – eine offene, windgepeitschte Hochebene auf rund 1.000 bis 1.200 Metern. Die Vegetation ist karg: Wolfsmilchgewächse, Tabaibas, vereinzelte Schirmpflanzen. Dazwischen: weiter Blick auf die südliche Hochlandlandschaft Gran Canarias.

Panoramablick vom Hochplateau

Vom Hochplateau aus sieht man nach Süden bis zur Küste und bei klarem Wetter bis Teneriffa, nach Norden die Berge des Zentralmassivs. Der Montaña de Tauro ist als markantes Naturdenkmal direkt sichtbar.

Roque Nublo und Rana erheben sich oberhalb des Risco La Fogalera.
Über die Hochebene der Majada Alta hinweg reicht der Blick bis zum Roque Nublo.

Die Cuevas de Majada: Natürliche Tuffsteinhöhlen im Hochplateau

Am Rand des Hochplateaus liegen die Cuevas de Majada – ein Komplex natürlicher Tuffsteinhöhlen, der über Jahrtausende von Wind und Wasser aus dem weichen Gestein herausgearbeitet wurde. Die Höhlen sind nicht archäologisch erschlossen wie die großen Canarios-Stätten, aber sie zeigen eine eigene, ursprüngliche Schönheit.

Roque Nublo und Rana erheben sich oberhalb des Risco La Fogalera.
Felskuppe mit den Cuevas de Majada, Majada Alta, Gran Canaria.

Ziegen als Bewohner

In den Höhlen der Cuevas de Majada finden seit Generationen Ziegen ihren Unterschlupf – als Schutz vor Regen, Wind und der gelegentlichen Winterkälte des Hochlands. Die Tiere gehören zu den halbwilden Ziegenherden, die im südwestlichen Hochland Gran Canarias weiden. Wer die Höhlen besucht, begegnet gelegentlich einzelnen Tieren.

Felskuppen und Tuffsteinformationen

Über den Höhlenöffnungen erheben sich markante Tuffstein-Felskuppen – polierte, abgerundete Felsblöcke, die aus dem Plateau herauswachsen. Diese Kuppen sind sichtbar von weitem und dienen als Orientierungspunkt auf dem Wanderweg.

Roque Nublo und Rana erheben sich oberhalb des Risco La Fogalera.
Cuevas de Majada

Die Wanderroute: Von Barranquillo Andrés durch Majada Alta zu den Cuevas

Die klassische Route startet in Barranquillo Andrés an der GC-503 und führt über den Presa del Salto del Perro auf das Hochplateau Majada Alta zu den Cuevas de Majada. Der Weg ist gut markiert und bietet wechselnde Ausblicke über das Hochland. Aktuelle GPS-Tracks bietet das Wanderportal Sunhikes.

Schlucht Cañada del Cerrojo

Auf dem Weg passiert die Route die Schlucht Cañada del Cerrojo – eine enge, charakteristische Kerbe im Hochplateau, die einen kurzen, aber eindrucksvollen Abschnitt markiert.

Weiterführend zur Presa de las Niñas

Wer mehr will: Der Wanderweg lässt sich von den Cuevas de Majada weiterführen bis zur Presa de las Niñas – dem schönen Naherholungsstausee im Kiefernwald. Die kombinierte Tour ist eine der abwechslungsreichsten Hochlandrouten des südwestlichen Gran Canarias. Aktuelle Routendaten bietet das Wanderportal Sunhikes.

Roque Nublo und Rana erheben sich oberhalb des Risco La Fogalera.
Stausee Presa de las Niñas im Bergland Gran Canarias.

Flora und Fauna auf dem Hochplateau Majada Alta

Das Hochplateau ist von einer kargen Trockenvegetation geprägt: Wolfsmilchgewächse (Euphorbia canariensis), Tabaibas, Agaven und einzelne Feigenkakteen. Diese Pflanzen sind perfekt an die trockenen, windigen Bedingungen des offenen Hochlands angepasst.

Tierbeobachtungen

Neben den Ziegen sind Kanarische Eidechsen auf den Felsformationen häufig. Turmfalken kreisen über dem Plateau. Bei ruhigem Wetter und frühem Start begegnet man gelegentlich dem Kanarischen Bussard.

Besuchsinfos: Praktische Hinweise

EintrittKostenlos
ZugangWanderweg ab Barranquillo Andrés (GC-503)
SchwierigkeitMittel – gut markiert, kein extremes Gelände
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserKeine Versorgung – ausreichend Wasser mitbringen
ParkenBarranquillo Andrés an der GC-503
HundeErlaubt, an der Leine
Beste ReisezeitOktober bis April; Sommer heiß und trocken

Anfahrt zum Presa del Salto del Perro

Mit dem Auto
Die Presa del Salto del Perro erreicht man am einfachsten mit dem Auto. Von der GC-1 nimmt man die Ausfahrt Mogán und folgt der GC-503 in Richtung Barranquillo Andrés. Der Parkplatz für die Wanderung befindet sich direkt an der GC-503 und ist Ausgangspunkt der Route über die Presa del Salto del Perro zur Majada Alta und den Cuevas de Majada.
Mit dem Bus
Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist im Wandergebiet nur eingeschränkt möglich. Zwar wird Barranquillo Andrés von der Global-Linie 6 angefahren, die Verbindungen sind jedoch selten und für Wanderungen nur bedingt geeignet. Für den Besuch der Majada Alta empfiehlt sich daher ein Mietwagen. Aktuelle Fahrpläne und Verbindungen bietet Guaguas Global guaguasglobal.com..

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Presa de las NiñasCa. 5 km – Naherholungsgebiet im Kiefernwald; Camping möglich
Montaña de TauroCa. 8 km – Naturdenkmal mit prähistorischer Kultstätte der Altkanarier
Presa de SoriaCa. 10 km – größter Stausee der Kanarischen Inseln
Barranco de TauroCa. 6 km – wildromantische Schlucht, verlassenes Dorf
Puerto de MogánCa. 18 km – \u0022Kleines Venedig\u0022, Hafen, Freitagsmarkt
Roque Nublo und Rana erheben sich oberhalb des Risco La Fogalera.
Barranco de Tauro im Südwesten Gran Canarias.

Beste Reisezeit für das Hochplateau Majada Alta

JahreszeitBedingungen
Herbst (Okt–Nov)Sehr gut: angenehme Temperaturen, Stausee füllt sich wieder
Winter (Dez–Feb)Ideal: Stausee teils voll; klarer Winterhimmel; kühl aber sonnig
Frühling (Mär–Apr)Gut: Vegetation noch grün; lange Tage; mild
Sommer (Jun–Sep)Heiß und trocken; Stausee fast leer; nur früh morgens empfohlen

Häufige Fragen zu Presa del Salto del Perro und Cuevas de Majada

Warum ist der Presa del Salto del Perro oft fast leer?

Der Presa del Salto del Perro ist ein Niederschlagsstausee ohne permanenten Zufluss aus Quellen. Im langen kanarischen Sommer (Mai bis Oktober) fällt kaum Regen, und der Stausee leert sich durch Verdunstung und Entnahme erheblich. Nach den ersten Herbstregen füllt er sich schnell wieder.

Was sind die Cuevas de Majada?

Die Cuevas de Majada sind natürliche Höhlenformationen aus Tuffstein auf dem Hochplateau Majada Alta. Sie entstanden durch Erosion und dienen seit Generationen als Unterschlupf für die halbwilden Ziegenherden des Hochlands. Archäologische Funde sind nicht dokumentiert – die Höhlen sind ein Naturphänomen, kein kulturelles Denkmal.

Kann man Presa del Salto del Perro und Cuevas de Majada kombinieren?

Ja – das ist sogar die klassische Route. Der Wanderweg von Barranquillo Andrés führt zunächst am Stausee vorbei und dann auf das Hochplateau zu den Cuevas de Majada. Von dort lässt sich die Tour weiter zur Presa de las Niñas verlängern. Aktuelle GPS-Tracks bietet das Wanderportal Sunhikes.

Ist die Wanderung zur Majada Alta für Anfänger geeignet?

Die Wanderung über die Presa del Salto del Perro zu den Cuevas de Majada zählt zu den mittelschweren Touren im Südwesten Gran Canarias. Die Wege sind überwiegend gut erkennbar, erfordern jedoch eine normale Kondition und festes Schuhwerk. Aufgrund der abgelegenen Lage empfiehlt sich ein GPS-Track oder eine Offline-Karte.

Warum ist die Majada Alta ein beliebtes Wandergebiet?

Die Majada Alta verbindet mehrere Landschaften auf einer Tour: den meist trockenen Presa del Salto del Perro, die weite Hochfläche mit ihren Panoramablicken und die natürlichen Cuevas de Majada. Durch die ruhige Lage abseits der bekannten Wanderziele gehört das Hochplateau zu den ursprünglichsten Wandergebieten im Südwesten Gran Canarias und eignet sich hervorragend für alle, die die Insel fernab der Touristenorte erleben möchten.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.

www.sunhikes.com