Natürliche Sonnenuhr und Stauseen-Panorama: Mirador Roque Palmés und El Toscón

Im südlichen Hochland Gran Canarias, zwischen der Ruta de las Presas und dem Dorf El Toscón, liegen zwei Aussichtspunkte, die zu den lohnendsten und gleichzeitig am wenigsten bekannten der Insel gehören: der Mirador Roque Palmés und der Mirador El Toscón. Von hier aus öffnet sich ein Panorama, das die gesamte südliche Stauseenlandschaft überspannt – von der Presa de Soria bis zur Küste, und bei klarem Wetter bis zum Teide auf Teneriffa.

Roque Palmés am Mirador El Toscón
Roque Palmés am Mirador El Toscón

Der Roque Palmés – 1.095 Meter hoch, Teil des Parque Rural del Nublo – wird auch als „natürliche Sonnenuhr“ bezeichnet: Seine markante Felsformation wirft zu bestimmten Jahreszeiten einen charakteristischen Schatten über das Hochland, der die Tageszeit anzeigt. Das Dorf El Toscón darunter ist eine der ruhigsten Ecken des gesamten Hochlands.

Dieser Artikel erklärt beide Aussichtspunkte, die Geologie des Roque Palmés, das Panorama und alle Besuchsinfos.

Steckbrief: Mirador Roque Palmés und Mirador El Toscón

TypZwei Aussichtspunkte im südlichen Hochland
Lage / GemeindeTejeda, Gran Canaria
Roque Palmés1.095 m, Teil des Parque Rural del Nublo; \u0022natürliche Sonnenuhr\u0022
Mirador El ToscónAussichtspunkt über dem Dorf El Toscón; weiter Blick bis Teneriffa
PanoramaRuta de las Presas, Presa de Soria, Barranco de Siberio, Teneriffa
EintrittKostenlos
ZugangZufahrtsstraßen ab Cruz de Tejeda / Tejeda
ParkenAn den Miradoren; begrenzt
WildcampenVerboten
Beste ReisezeitOktober bis April; klare Sicht auf Teneriffa im Herbst

Der Roque Palmés: Die natürliche Sonnenuhr

Der Roque Palmés ist ein 1.095 Meter hoher Felsgipfel im Parque Rural del Nublo, gelegen zwischen den Schluchten Barranco de Siberio und Barranquillo de Toscón. Seine außergewöhnliche Felsstruktur – steil abfallend, mit einer charakteristischen Gipfelsilhouette – macht ihn zu einem der markantesten Felsgipfel des südlichen Hochlands.

Der Roque Palmés liegt zwischen dem Barranco de Siberio und dem Barranquillo de Toscón
Der Roque Palmés liegt zwischen dem Barranco de Siberio und dem Barranquillo de Toscón

Sonnenuhr aus Stein

Der Beiname „natürliche Sonnenuhr“ bezieht sich auf das Phänomen, dass der Schatten des Roque Palmés zu bestimmten Zeiten des Jahres eine regelmäßige, fast stundenzeigerartige Bewegung über die umliegenden Hänge vollzieht. Ob die Guanchen dieses Phänomen bewusst nutzten, ist nicht belegt – aber es verleiht dem Fels eine mythische Dimension, die über die reine Geologie hinausgeht.

Lage zwischen zwei Schluchten

Der Roque Palmés liegt geografisch zwischen dem Barranco de Siberio im Westen und dem Barranquillo de Toscón im Osten – zwei tief eingeschnittene Schluchten, die den Fels wie eine Halbinsel aus dem Hochland herausarbeiten. Von beiden Seiten bietet er eine völlig verschiedene Silhouette.

Das Panorama vom Mirador El Toscón

Der Mirador El Toscón liegt am Rande des gleichnamigen kleinen Weilers und bietet einen der weitesten Ausblicke des südlichen Hochlands. Von hier sieht man direkt auf den Roque Palmés und dahinter auf die gesamte Ruta de las Presas – den Weg der Stauseen, der sich von der Presa de Soria bis zur Küste schlängelt.

Teneriffa und der Teide

Bei klarem Wetter – besonders im Herbst und Winter – ist vom Mirador El Toscón der Teide auf Teneriffa am Horizont zu sehen. Dieser Blick über die Stauseenlandschaft bis zum höchsten Berg Spaniens macht den Aussichtspunkt zu einem der stimmungsvollsten Panoramapunkte des gesamten Hochlands.

Vom Aussichtspunkt Mirador El Toscón blickt man über die Ruta de las Presas bis Teneriffa
Vom Aussichtspunkt Mirador El Toscón blickt man über die Ruta de las Presas bis Teneriffa

El Toscón: Das Dorf unter dem Fels

Direkt unterhalb des Mirador liegt der Weiler El Toscón – eine Handvoll Häuser an der Schlucht des Barranco de Siberio. Wenige Bewohner, keine touristische Infrastruktur, absolute Stille. El Toscón ist eines jener Dörfer, die Gran Canaria zeigen, wie es war, bevor der Tourismus kam: ein Gemeinschaftsleben um Landwirtschaft, Wasser und den Blick auf den Roque.

Blick auf das Dorf El Toscón an der Schlucht Barranco de Siberio
Blick auf das Dorf El Toscón an der Schlucht Barranco de Siberio.

Besuchsinfos

EintrittKostenlos
ZugangJederzeit
ParkenBegrenzt an den Miradoren
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserKeine Versorgung – eigenes Wasser mitbringen
Beste ReisezeitOktober bis April; Herbst für Teneriffa-Sicht

Anfahrt

Mit dem Auto: Von Cruz de Tejeda oder Tejeda aus führen schmale, kurvenreiche Bergstraßen über das südliche Hochland in Richtung El Toscón und Roque Palmés. Die Strecke verläuft durch eine einsame Hochlandschaft mit mehreren Aussichtspunkten. Parkmöglichkeiten gibt es direkt an den Miradores, allerdings nur in begrenzter Zahl.

Mit dem Bus: Tejeda ist mit den Guaguas erreichbar. Für den Besuch des Mirador El Toscón und des Roque Palmés empfiehlt sich jedoch ein Mietwagen, da keine direkte Busverbindung zu den Aussichtspunkten besteht. Aktuelle Verbindungen auf guaguasglobal.com.

Die Ruta de las Presas: Das blaue Herz im westlichen Hochland

Die Ruta de las Presas zählt zu den eindrucksvollsten Panoramastraßen Gran Canarias. Sie führt durch das zerklüftete Hochland im Westen und Süden der Insel und verbindet einige der bedeutendsten Stauseen der Kanaren. In den tief eingeschnittenen Barrancos entstanden im Laufe des 20. Jahrhunderts gewaltige Talsperren, die bis heute eine zentrale Rolle für die Wasserversorgung und Bewässerung der Insel spielen. Zwischen steilen Basaltwänden und weiten Berglandschaften bilden die tiefblauen Wasserflächen einen faszinierenden Kontrast zur kargen Natur.

Ruta de las Presas: Blick über den Parralillo-Stausee auf Roque Nublo und Roque Bentayga
Ruta de las Presas: Blick über den Parralillo-Stausee auf Roque Nublo und Roque Bentayga

Presa de Siberio und Presa del Parralillo liegen eingebettet in den wilden Schluchten des Hochlands und prägen das Panorama rund um den Mirador El Toscón. Von hier eröffnet sich einer der schönsten Ausblicke auf das verzweigte Stauseensystem Gran Canarias. Die Kombination aus schroffen Felswänden, tiefblauem Wasser und den markanten Gipfeln des Inselinneren macht diesen Abschnitt der Ruta de las Presas zu einem der spektakulärsten Landschaftsbilder der Insel.

Presa del Caidero de la Niña liegt zwischen Artenara und Tejeda und fügt sich harmonisch in die raue Gebirgslandschaft ein. Presa de la Candelaria gehört zu den weniger bekannten Speicherbecken der Insel. Abseits der großen Besucherströme ergänzt sie das weit verzweigte Wassersystem des Hochlands und unterstreicht eindrucksvoll, welche ingenieurtechnische Bedeutung die Stauseen für die Entwicklung Gran Canarias hatten.

Ob bei einer Rundfahrt über die kurvenreichen Bergstraßen oder während einer Wanderung durch die Barrancos – die Ruta de las Presas zeigt Gran Canaria von einer überraschend ursprünglichen Seite und gehört zu den eindrucksvollsten Landschaftsrouten der Insel.

Hinweis für Autofahrer:

Auf der Ruta de las Presas gilt: Wer zuerst an der Ausweichbucht ist, hat meistens gewonnen. Die schmalen Bergstraßen verlangen Gelassenheit, denn gelegentlich ist Rückwärtsfahren bis zur nächsten Ausweichstelle unvermeidlich. Morgens und am frühen Abend begegnet man zudem nicht selten dem Milchlaster – also lieber einen Gang zurückschalten und die Fahrt als Teil des Abenteuers genießen.

Wandermöglichkeiten

Vom Mirador El Toscón und vom Roque Palmés aus führen Wanderwege in beide Richtungen – südwärts in Richtung Presa de Soria und die Stauseenlandschaft, nordwärts in Richtung Cruz Grande und das zentrale Hochland.

Ruta de las Presas Wanderung

Eine der schönsten Hochlandrouten Gran Canarias ist die Ruta de las Presas – die Stauseenroute, die mehrere der großen Reservoirs des südlichen Hochlands verbindet. Sie führt durch die Landschaft, die man vom Mirador El Toscón aus überblickt. Aktuelle Routendaten bietet das Wanderportal Sunhikes.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Presa de SoriaCa. 8 km – größter Stausee der Kanarischen Inseln
Cruz GrandeCa. 6 km – Ausgangspunkt Hochlandwanderungen
Cascada de SoriaCa. 10 km – saisonaler Wasserfall (nach Starkregen)
Tejeda OrtskernCa. 12 km – Mandelspezialitäten, Restaurants
Presa de ChiraCa. 10 km – zweitgrößter Stausee GC
Blick über Tejeda mit dem Roque Bentayga im Hintergrund.
Blick über Tejeda mit dem Roque Bentayga im Hintergrund.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Ideal: klare Sicht auf Teneriffa; goldenes Licht über Stauseen
Winter (Dez–Feb)Sehr gut: dramatische Wolken; Stauseen voll gefüllt
Frühling (Mär–Mai)Gut: angenehm mild; Vegetation grün
Sommer (Jun–Sep)Pasatwolken häufig; Panorama eingeschränkt
Glocke am Mirador El Toscón
Glocke am Mirador El Toscón

Häufige Fragen

Was ist die natürliche Sonnenuhr am Roque Palmés?

Der Roque Palmés wird als natürliche Sonnenuhr bezeichnet, weil sein markanter Fels zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten einen charakteristischen Schatten über die umliegenden Hänge wirft. Dieser bewegt sich ähnlich wie der Zeiger einer Sonnenuhr. Ob die Ureinwohner Gran Canarias dieses natürliche Phänomen bewusst nutzten, ist historisch nicht belegt. Der Name unterstreicht jedoch die besondere Ausstrahlung dieser markanten Felsformation.

Was ist die Ruta de las Presas?

Die Ruta de las Presas ist eine Wanderroute und Straßenverbindung, die die großen Stauseen des südwestlichen Hochlands miteinander verbindet: Presa de Soria, Presa de Chira, Presa de las Niñas und Presa del Salto del Perro. Vom Mirador El Toscón aus sieht man einen Großteil dieser Route in einem einzigen Panoramablick.

Sieht man vom Mirador El Toscón den Teide?

Ja – bei klarem Wetter ist der Teide auf Teneriffa vom Mirador El Toscón aus gut sichtbar. Die beste Sichtbarkeit ist im Herbst (Oktober/November) und Winter, wenn die Luft klar und der Horizont sauber ist. Im Sommer können Pasatwolken die Fernsicht einschränken.

Kann man vom Mirador El Toscón den Sonnenuntergang beobachten?

Ja. Durch die westliche Ausrichtung zählt der Mirador El Toscón zu den schönsten Orten im Inselinneren für einen Sonnenuntergang. Bei klarer Sicht versinkt die Sonne hinter Teneriffa, während der Teide als Silhouette über dem Atlantik erscheint. Besonders im Herbst und Winter sind die Lichtverhältnisse häufig außergewöhnlich.

Lohnt sich der Besuch auch ohne Wanderung?

Ja. Beide Aussichtspunkte sind bequem mit dem Auto erreichbar und bieten bereits vom Parkplatz aus beeindruckende Ausblicke auf den Roque Palmés, die Stauseen des südlichen Hochlands und – bei klarer Sicht – bis zum Teide auf Teneriffa. Wer mehr Zeit mitbringt, kann den Besuch mit einer Wanderung entlang der Ruta de las Presas oder einem Abstecher nach Tejeda verbinden.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.

www.sunhikes.com