Wild, endemisch, überraschend: Die Tierwelt Gran Canarias
Gran Canaria ist keine Insel großer Säugetiere oder gefährlicher Raubtiere. Die endemische Fauna der Insel ist subtil, oft versteckt – aber für aufmerksame Naturbeobachterinnen und -beobachter außerordentlich reich. Eidechsen in allen Farben und Größen, einer der wenigen Frösche Europas auf einem subtropischen Archipel, Greifvögel über Steilküsten und ein singender Wildvogel, der das Vorbild des Hauskanariers ist.

Dieser Artikel stellt die wichtigsten Tierarten Gran Canarias vor – von den endemischen Eidechsen bis zu den Zugvögeln der Lagunen, vom Kanarischen Laubfrosch bis zu den Meeresschildkröten vor der Küste.
Reptilien: Die Gran-Canaria-Rieseneidechse als Charaktertier der Insel
Die Gran-Canaria-Rieseneidechse (Gallotia stehlini) ist der endemische Charaktertier-Repräsentant der Insel. Während Jungtiere und mittelgroße Exemplare überall an Wanderwegen und Mauern neugierig die Sonne genießen, können ausgewachsene Männkmale beeindruckende Dimensionen von insgesamt bis zu 80 Zentimeter Länge erreichen.
Unterschiedliche Größen und Färbungen
Je nach Alter und Lebensraum unterscheiden sich die Tiere deutlich. Jungtiere sind schlanker und heller gefärbt, während ältere Exemplare kräftiger gebaut sind und deutlich größer werden. Besonders in den Bergregionen rund um den Roque Nublo, im Tamadaba-Massiv oder im Naturdenkmal Montaña de Tauro lassen sich regelmäßig beeindruckende Exemplare beobachten.
Unterschiedliche Populationen
Auf Gran Canaria gibt es mehrere Eidechsenpopulationen mit unterschiedlicher Größe und Färbung je nach Lebensraum: Die Hochlandpopulationen sind oft kräftiger und dunkler als Küsteneidechsen. Auf dem Roque Nublo und im Parque Rural del Nublo leben besonders robuste Exemplare.

Der Kanarische Laubfrosch: Überraschung im Barranco
Der Kanarische Laubfrosch (Hyla meridionalis) gehört zu den wenigen Amphibien, die auf den Kanarischen Inseln vorkommen. Gerade weil Amphibien Ozeane kaum aus eigener Kraft überwinden können, ist sein Vorkommen auf Gran Canaria eine biologische Besonderheit. Sein lautes Quaken begleitet viele feuchte Schluchten der Insel – besonders rund um den Barranco del Risco und den Charco Azul.

Indikator für Wasserführung
Wer den Kanarischen Laubfrosch quaken hört, weiß: Hier ist Feuchtigkeit. Im Barranco del Risco gilt er als verlässlicher Indikator dafür, dass der Charco Azul am Ende der Schlucht Wasser führt.
Vögel: Vom Wildkanarienvogel bis zum Fischadler
Kanarengirlitz – der Wildkanarienvogel
Der Kanarengirlitz (Serinus canaria) ist der Vorfahr des Hauskanarienvogels. Im Jardín Canario und in den Kiefernwäldern des Hochlands ist er häufig zu hören – ein heller, vielstimmiger Gesang. Das Männchen ist leuchtend gelb-grün, das Weibchen unauffälliger gestreift.

Fischadler
Der Fischadler (Pandion haliaetus) brütet an den Steilküsten des Nordwestens, vor allem im Bereich des Roque Faneque und im Tamadaba-Gebiet. Er ist einer der seltensten Greifvögel der Insel.

Turmfalke und Bussard
Der Kanarische Turmfalke (Falco tinnunculus canariensis) ist die häufigste Greifvogelart der Insel und in allen Lebensräumen anzutreffen – von der Steilküste bis zum Hochland. Der Kanarische Bussard (Buteo buteo insularum) ist etwas seltener und bevorzugt Kiefernwald und Hochland.

Zugvögel an der Lagune Maspalomas
Die Charca de Maspalomas – die Lagune hinter den Dünen – ist ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel auf dem Afrikanisch-Eurasischen Flyway. Im Herbst und Frühling rasten hier Reiher, Enten, Limikolen und seltene Gäste aus Afrika.

Meeressäuger und Meeresschildkröten
Vor der Küste Gran Canarias sind Delfine und Pottwale regelmäßig zu beobachten. Meeresbeobachtungstouren ab Puerto de Mogán und Puerto Rico bieten zuverlässige Sichtungen. Die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) legt gelegentlich an abgelegenen Stränden Eier ab.

Übersicht: Wichtige Tierarten Gran Canarias
| Art | Lebensraum / Besonderheit |
|---|---|
| Gran-Canaria-Rieseneidechse (Gallotia stehlini) – eine der größten endemischen Eidechsen der Kanaren; häufig auf Felsen und an Wanderwegen | |
| Kanarischer Laubfrosch (Hyla meridionalis) | Feuchte Barrancos; selten; quakt laut |
| Kanarengirlitz (Serinus canaria) | Kiefernwald, Gärten; Stammform des Hauskanariervogels |
| Fischadler (Pandion haliaetus) | Steilküste NW; sehr selten; Roque Faneque |
| Turmfalke (Falco tinnunculus) | Häufiger Greifvogel; ganzjährig; alle Zonen |
| Kanarischer Bussard (Buteo buteo) | Kiefernwald, Hochland; weniger häufig |
| Großer Tümmler (Tursiops truncatus) | Küstennähe; Bootstouren Puerto de Mogán |
| Pottwal (Physeter macrocephalus) | Offenes Meer; Atlantik westlich GC |
| Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) | Meer; gelegentlich Strandleger |
| Kanarenrotkelchen (Erithacus rubecula) | Gärten, Kiefernwald; häufig; sehr zutraulich |
Wo beobachtet man Tiere auf Gran Canaria?
| Jardín Canario | Kanarengirlitz, Stieglitz, Kanarenrotkelchen |
|---|---|
| Charca de Maspalomas | Zugvögel, Reiher, Enten, Flamingos (gelegentlich) |
| Barranco del Risco / Charco Azul | Kanarischer Laubfrosch; Libellen |
| Parque Natural de Tamadaba | Fischadler, Kiefernmeise, Kanarische Eidechse |
| Küste bei Puerto de Mogán | Delfine, Wale (Bootstouren) |
| Roque Faneque / NW-Steilküste | Fischadler, Turmfalke; seltene Seevögel |
Häufige Fragen zur Fauna Gran Canarias
Gibt es gefährliche Tiere auf Gran Canaria?
Wo sehe ich Delfine auf Gran Canaria?
Welche Tiere begegnet man beim Wandern am häufigsten?
Gibt es auf Gran Canaria endemische Tierarten?
Wann ist die beste Zeit zur Tierbeobachtung?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.


