Auf den Montaña de Tauro: Uralter Kultgipfel mit Panorama bis zum Teide
Der Montaña de Tauro sieht von unten schroff aus – ein steiler, dunkler Basaltgipfel über dem Hochland von Mogán. Oben angekommen stellt man fest: Es ist ein flaches Plateau. Und von diesem Plateau aus ist ganz Süd-Gran Canaria ausgebreitet: Maspalomas, der Inagua, die Schluchten des Südwestens – und an klaren Tagen der Teide auf Teneriffa. Dazu: Mauerreste, die als prähistorische Kultstätte der Ureinwohner gelten, bekannt als Iglesia de los Canarios.

Der Montaña de Tauro ist Bestandteil des Monumento Natural de Tauro, einem 1.257 Hektar großen Naturdenkmal im Gemeindegebiet Mogán. Die Wanderung startet am Presa del Salto del Perro, führt durch lichten Kiefernwald auf einen Geländerücken, passiert alte Mauerreste und steigt auf das 1.210 Meter hohe Gipfelplateau. 5,4 Kilometer, 344 Höhenmeter, moderat. Hin- und Zurück. Keine Wegmarkierung außer Steinmännchen – GPS-Track empfohlen.
Wanderung Montaña de Tauro auf einen Blick
| Streckenlänge | 5,4 km (Hin- und Zurück) |
|---|---|
| Schwierigkeit | moderat – trittsicher, vorwiegend Pfade, loser Untergrund am Gipfelanstieg |
| Gehzeit | ca. 1:45 bis 2:30 Stunden |
| Höhenmeter Aufstieg | 344 hm |
| Höhenmeter Abstieg | 344 hm |
| Höchster Punkt | 1.210 m (Gipfelplateau Montaña de Tauro) |
| Niedrigster Punkt | 919 m (Startpunkt Presa del Salto del Perro) |
| Startpunkt | Ausgeschilderter Wanderparkplatz an der GC-605, Abzweigung Barranquillo Andrés (Gemeinde Mogán) |
| Wegmarkierung | Nur Steinmännchen am Gipfelanstieg – GPS-Track empfohlen |
| Routentyp | Hin- und Zurück |
| Schutzstatus | Monumento Natural de Tauro, ZEPA-Vogelschutzgebiet |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April – ganzjährig möglich |
| Wasser | Wasser, festes Schuhwerk, Sonnen- und Windschutz mitbringen |
| Besonderheit | Iglesia de los Canarios (Kultplatz) + Panorama Maspalomas bis Teide + Tiefblicke in Schluchten |
Anfahrt und Startpunkt
Die Anfahrt erfolgt über die GC-200 ab Mogán. Ca. 2 km hinter dem Ort biegt man rechts auf die GC-605 ab und fährt ca. 8,5 km auf einer kurvenreichen Bergstraße bis zur nächsten Kreuzung. Rechts abbiegen Richtung Baranquillo Andrés. Nach weiteren 1,1 Kilometern liegt rechts der ausgeschilderte Ausgangspunkt. Die enge Bergstraße ist bereits ein Erlebnis – atemberaubende Ausblicke auf die Schluchten des Südwestens. Parkplatz kostenlos.
Die Wanderung in drei Abschnitten
Am Anfang ist die Route ausgeschildert. Im Gipfelanstieg führen nur Steinmännchen den Weg – GPS-Track empfohlen. Loser und steiniger Untergrund am Aufstieg verlangt Trittsicherheit.
Abschnitt 1: Startpunkt bis zum Geländerücken
Die Route beginnt an dem ausgeschilderten Startpunkt. Ca. 120 Meter auf dem gepflasterten Wanderweg SL 2, dann links weiter. Durch einen lichten Kiefernwald geht es ca. 1,7 Kilometer bergauf auf einen Geländerücken, von dem man nach Süden absteigt. Die karge und felsige Landschaft des Südwestens tut sich auf: Trockene Schluchten, Basaltflanken, der Kontrast zwischen dem Kieferngrün und dem kargen Tal darunter.

An der Weggabelung nach etwa 1,9 Kilometern links abbiegen. Der Weg führt über einen Hang hinauf zu einem Plateau mit Rastplatz. Wenige Schritte bergab zur Bergflanke: Von hier ein spektakulärer Ausblick in die Schluchten und auf die zentralen Berggipfel, darunter der Roque Nublo.

Abschnitt 2: Iglesia de los Canarios und Kiefernwald
Auf dem Weg passieren Wandernde die Iglesia de los Canarios, eine bedeutende archäologische Fundstelle aus vorspanischer Zeit. Die erhaltenen Trockenmauern werden den Canarios, den Ureinwohnern Gran Canarias, zugeschrieben. Das Areal wird mit kultischen und zeremoniellen Nutzungen in Verbindung gebracht und zählt zu den wichtigsten archäologischen Zeugnissen im Tauro-Massiv.

Ohne nennenswerten Höhenunterschied führt der Weg durch den lichten Kiefernwald zur nächsten Wegverzweigung. Der Kiefernwald am Tauro unterscheidet sich vom üppigen Tamadaba-Wald: Er ist trockener, südexponiert, die Bäume stehen weiter auseinander. Eine eigene, stille Schönheit.
Abschnitt 3: Gipfelanstieg und Plateau
Jetzt beginnt der eigentliche Aufstieg zum Gipfel. Der Bergweg ist nur mit Steinmännchen markiert und führt teilweise durch loses und steiniges Gelände auf einen flachen Rücken unterhalb des Gipfels. Trittsicherheit ist gefragt.

Dann: der Gipfel – der eigentlich ein Plateau ist. Was schroff aussah, ist oben weit und flach. Das Panorama reicht von Maspalomas über den Inagua bis zu den südwestlichen Bergen, mit Tiefblicken in die Schluchten der Montaña-de-Tauro-Flanken. Bei klarer Sicht steht der Teide auf Teneriffa am Horizont. Der Weg führt über den Gipfel und auf der gegenüberliegenden Seite hinunter, um bald wieder auf den breiteren Aufstiegsweg zu treffen – dann zurück zum Startpunkt.

Das Monumento Natural de Tauro: Natur und Geschichte
Das Monumento Natural de Tauro umfasst 1.257 Hektar im Gemeindegebiet Mogán. Es liegt auf dem Gipfel eines großen Bergmassivs im Südwesten Gran Canarias und enthält zahlreiche Mikrobecken mit kleinen Schluchten, die in die größeren Schluchten von Mogán und Arguineguín münden. Der kulturelle Wert des Gebiets ist hoch: Grabhöhlen, Türmchen und Grabhügel zeigen, dass das Massiv für die Ureinwohner Gran Canarias ein bedeutendes Zeremonialzentrum war. Die Iglesia de los Canarios zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundstellen des Tauro-Massivs und gilt als wichtiges Zeugnis der vorspanischen Kultur der Canarios.

Das Naturdenkmal ist als ZEPA – Besonderes Vogelschutzgebiet ausgewiesen und Teil des Kanarischen Netzes geschützter Naturräume. Wegegebot, keine Pflanzenentnahme, kein Feuer, Abfall mitnehmen. Wildcampen ist verboten.
Flora und Fauna: Trockener Kiefernwald und Adler
Der Kiefernwald des Monumento Natural de Tauro ist ein offener, trockener Südhangwald – ganz anders als der Tamadaba-Wald im Norden. Die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) steht weit auseinander, das Unterholz ist spärlich. Zwischen den Kiefern wachsen Tabaibas, Cardonales und Aeonium-Arten. Im Frühling blühen vereinzelt Zistrosen

Das Naturdenkmal ist als ZEPA ausgewiesen – Lebensraum für Habichte, Bussarde und Turmfalken. Über dem Gipfelplateau kreisen die Raubvögel in den Thermikaufwinden. In den Schluchten der Südflanke lebt die Kanarische Eidechse (Gallotia stehlini).
Beste Reisezeit
| Herbst (Okt–Nov) | Angenehme Temperaturen, gute Sicht – sehr empfehlenswert |
|---|---|
| Winter (Dez–Feb) | Kühl, klare Fernsicht auf Teide – optimal |
| Frühling (Mär–Mai) | Milde Temperaturen, gelegentliche Blüte – sehr gut |
| Sommer (Jun–Sep) | Heiß auf dem Gipfel – früher Start vor 8 Uhr; genug Wasser |

Ausrüstung
| Schuhwerk | Festes Schuhwerk – loser und steiniger Untergrund am Gipfelanstieg |
|---|---|
| Wasser | Mindestens 1 Liter – keine Quelle unterwegs |
| Sonnenschutz | Hut, Brille, Creme – Gipfelplateau ohne Schatten |
| Windschutz | Leichte Jacke – Gipfelkamm und Plateau können windig sein |
| Navigation | GPS-Track empfohlen – nur Steinmännchen am Gipfelanstieg |
Kombinationsmöglichkeiten
| Große Tauro-Rundwanderung | 11,4 km, schwer – Montaña Tauro über Canal de las Niñas |
|---|---|
| Degollada de las Lapas + Canal | 12 Fotos, moderat – weitere Tauro-Route |
| Stauseen Majada Alta | 6,7 km, leicht – Presa del Salto del Perro und Presa de las Niñas |
| Puerto de Mogán | 30 Min. Fahrt – Hafen, Restaurants, Bootsfahrten |

GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:
Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung auf den Montaña de Tauro
Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:
Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes
Praktische Tipps
GPS-Track: Am Gipfelanstieg führen nur Steinmännchen den Weg. Ohne GPS-Track ist der Aufstieg in losem Gelände unübersichtlich – Track vorab laden.
Anfahrt: Die GC-605 ist eine schmale, kurvenreiche Hochlandstraße. Sie ist mit einem normalen Pkw gut befahrbar, dennoch sollte man wegen des Gegenverkehrs vorsichtig fahren und ausreichend Zeit für die Anreise einplanen.
Iglesia de los Canarios: Die archäologischen Mauerreste gehören zu den bedeutendsten vorspanischen Fundstätten im Tauro-Massiv. Bitte die Anlage nicht betreten, keine Steine versetzen und den Fundplatz respektvoll behandeln.
Gipfelplateau: Obwohl der Gipfel schroff aussieht, ist er oben flach. Das Panorama lohnt jeden Schritt des Aufstiegs.

Häufige Fragen zur Wanderung Montaña de Tauro
Was ist die Iglesia de los Canarios?
Wie schwierig ist der Gipfelanstieg?
Kann man vom Montaña de Tauro den Teide sehen?
Wann ist die Fernsicht am besten?
Warum heißt der Berg Montaña de Tauro?
Ist ein GPS-Track für die Wanderung erforderlich?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.
Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:


