Harzduft und Gipfelblick: Die kleine Runde auf den Montaña de Tamadaba

Wer den Naturpark Tamadaba zum ersten Mal besucht, fährt eine schmale Bergstraße hinauf und taucht in einen der schönsten Kiefernwälder Gran Canarias ein. Der Duft von Harz begleitet die Wanderung vom ersten Schritt an. Diese kleine Rundtour führt durch den dichten Wald der Kanarischen Kiefer hinauf zur Montaña de Tamadaba (1.443 m) – dem höchsten Punkt des Massivs – und weiter zum nahe gelegenen Pico de la Bandera (1.440 m). Der Rückweg verläuft über die Cueva del Zapatero zurück zur Degollada de Las Lajas. Mit 5,2 Kilometern und 239 Höhenmetern eignet sich die Route ideal für den ersten Besuch im Naturpark.

Ausblick über die Berglandschaft Gran Canarias vom Tamadaba.
Ausblick über die Berglandschaft Gran Canarias vom Tamadaba.

Vom Gipfel reicht der Blick über die Berglandschaft des Tamadaba bis zum Roque Nublo am Horizont – und an klaren Tagen bis nach Teneriffa. Die Route folgt den gut markierten Wanderwegen S-90 und S-93 und ist ganzjährig begehbar. Wildcampen ist außerhalb des Campingplatzes Llanos de la Mimbre verboten. Lagerfeuer sind im gesamten Naturpark strikt untersagt.

Kleine Rundwanderung Tamadaba auf einen Blick

Streckenlänge5,2 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitleicht – trittsicher, vorwiegend Pfade
Gehzeitca. 1:30 bis 2:00 Stunden
Höhenmeter Aufstieg239 hm
Höhenmeter Abstieg239 hm
Höchster Punkt1.443 m (Montaña de Tamadaba)
Niedrigster Punkt1.229 m (Degollada de Las Lajas / Ausgangspunkt)
StartpunktDegollada de Las Lajas, GC-216, Parque Natural de Tamadaba
WegmarkierungS-90, S-93
RoutentypRundwanderung
SchutzstatusParque Natural de Tamadaba
Beste ReisezeitGanzjährig – Kiefernwald angenehm kühl im Sommer
WasserWasser mitbringen – keine Quelle unterwegs
BesonderheitGipfel Montaña de Tamadaba (1.443 m) + Cueva del Zapatero + Kiefernwald
Ausblick vom Tamadaba-Massiv in den Norden Gran Canarias.
Die Berglandschaft des Tamadaba öffnet den Blick zur Westküste Gran Canarias.

Anfahrt und Startpunkt

Der Startpunkt der Wanderung liegt an der Degollada de Las Lajas im Parque Natural de Tamadaba.

Mit dem Auto: Die Anfahrt erfolgt über die GC-216. Von der Kreuzung GC-210/GC-217 führt die Straße in Richtung Tamadaba. Nach rund 4 Kilometern erreicht man die Degollada de Las Lajas, wo Hinweisschilder den Einstieg zur Wanderung markieren. Direkt am Ausgangspunkt stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Mit dem Bus (ÖPNV): Die Degollada de Las Lajas ist nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die nächstgelegene Busverbindung endet in Artenara. Von dort ist für die Weiterfahrt zum Startpunkt ein Taxi oder Mietwagen erforderlich. Guaguasglobal.com – Busverbindungen Artenara

Die Wanderung in drei Abschnitten

Die Route folgt den gut markierten Wanderwegen S-90 und S-93. Der Gipfelanstieg ist kurz und enthält einen Abschnitt, der etwas wilder und weglos ist – Trittsicherheit genügt.

Abschnitt 1: Aufstieg auf den Gipfel Montaña de Tamadaba

Hinter den Hinweisschildern beginnt der Weg durch den Kiefernwald. Den gemeinsam verlaufenden Wanderwegen S-90 und S-93 folgen. Nach ca. 1,1 Kilometern passiert man einen Pfad, der nach links abbiegt – weitergehen. Bald darauf zweigt links der Pfad zum 1.443 Meter hohen Gipfel des Montaña de Tamadaba ab.

Zwischen den Kiefern öffnet sich der Blick zum Gipfel der Montaña Tamadaba.
Zwischen den Kiefern öffnet sich der Blick zum Gipfel der Montaña Tamadaba.

Oben angekommen öffnet sich das Panorama: Die Berglandschaft des Tamadaba-Massivs in ihrer ganzen Ausdehnung, der Roque Nublo am Horizont – und an klaren Tagen Teneriffa über dem Atlantik. Der Rückweg vom Gipfel führt auf einem etwas wilden und weglosen Pfad zurück auf die Wanderwege S-90 und S-93 – langsam gehen und Orientierung behalten.

Ausblick von den Gipfeln des Tamadaba bis zur weit entfernten Felsnadel des Roque Nublo.
Ausblick von den Gipfeln des Tamadaba bis zur weit entfernten Felsnadel des Roque Nublo.

Abschnitt 2: Forsthaus und Cueva del Zapatero

Nach einer Rückstrecke von ca. 300 Metern auf den S-90/S-93 nimmt man den Pfad, der zum Forsthaus (Casa Forestal) führt. Dieser Pfad verliert schnell an Höhe und erreicht nach ca. 900 Metern das Forsthaus. Von hier aus geht es auf dem S-93 weiter nach links.

Die Cueva del Zapatero – die Schusterhöhle – im Naturpark Tamadaba.
Die Cueva del Zapatero – die Schusterhöhle – im Naturpark Tamadaba.

Nach 500 Metern verlässt man den S-93 und erreicht die Cueva del Zapatero – die Höhle des Schusters. Eine natürliche Felsöffnung, die früher als Unterschlupf diente und dem Weg seinen volkstümlichen Charakter gibt. Kurzer Blick hinein, dann weiter auf dem Pfad nach links Richtung Straße.

Abschnitt 3: Straßenabschnitt und Rückweg

Nach 550 Metern erreicht man die Straße und folgt ihr 150 Meter nach rechts. Dann links in den Wald – die nächsten 950 Meter durch den Kiefernwald zurück Richtung Ausgangspunkt. Ein letzter Straßenabschnitt von 300 Metern nach links bringt zurück zur Degollada de Las Lajas.

Erodierte Felsformationen säumen den Wanderweg durch den Naturpark Tamadaba.
Erodierte Felsformationen säumen den Wanderweg durch den Naturpark Tamadaba.

Der Naturpark Tamadaba: Gran Canarias bedeutendster Kiefernwald

Das Tamadaba-Altavista-Massiv ist eines der markantesten Gebirge Gran Canarias. Innerhalb des Naturparks erstreckt sich auf 7.538,6 Hektar ein wertvoller Kanarischer Kiefernwald (Pinus canariensis), der trotz jahrhundertelanger forstwirtschaftlicher Nutzung gut erhalten geblieben ist. Der Tamadaba-Kiefernwald ist der einzige Kiefernwald Gran Canarias, der nach Norden ausgerichtet ist – und deshalb feuchter, üppiger und artenreicher als die südexponierten Kiefernwälder wie am Montaña de Tauro.

Ein ausgedehnter Wald aus kanarischen Kiefern bedeckt weite Teile des Naturparks Tamadaba.
Ein ausgedehnter Wald aus kanarischen Kiefern bedeckt weite Teile des Naturparks Tamadaba.

Die Kanarische Kiefer hat eine besondere Eigenschaft: Ihre langen Nadeln kondensieren Feuchtigkeit aus den Passatwolken – dieser Prozess, horizontale Niederschläge genannt, liefert in der Trockenzeit erhebliche Wassermengen für die Grundwasserreserven der Insel. Der Kiefernwald des Tamadaba ist damit nicht nur schön, sondern ökologisch unersetzbar.

Schutzstatus und Regeln: Naturpark Tamadaba

Die Route verläuft durch den Parque Natural de Tamadaba. Es gelten die Schutzgebietsregeln: Wegegebot, keine Pflanzenentnahme, kein Feuer, Abfall mitnehmen. Wildcampen ist verboten – nur auf dem offiziellen Campingplatz Llanos de la Mimbre ist Übernachten erlaubt. Lagerfeuer sind im gesamten Naturpark strikt untersagt. Leitungswasser ist in der Regel nicht trinkbar.

Flora und Fauna: Zistrosen, Baumheide und Blaufinken

Der Kiefernwald des Tamadaba beherbergt eine reiche Flora. Im Schatten der Kiefern gedeiht die Zistrose (Cistus ocreatus), die im Frühjahr weiß blüht. Baumheide (Erica arborea), Gagelstrauch (Morella faya) und der endemische Bergthymian (Micromeria pineolens) wachsen im Unterwuchs. In den Felsspalten entlang des Weges sonnt sich die Kanarische Eidechse (Gallotia stehlini).

Kanarengirlitze im Naturpark Tamadaba.
Kanarengirlitze im Naturpark Tamadaba.

Im Kiefernwald singen Kanarengirlitze und die endemischen Blaufinken (Fringilla teydea polatzeki) – eine auf Gran Canaria heimische Unterart, die fast ausschließlich in Kiefernwäldern lebt. Über dem Gipfel kreisen Turmfalken. Der Tamadaba-Kiefernwald ist nach einem Waldbrand 2007 weitgehend nachgewachsen – die Feuertolreanz der Kanarischen Kiefer ist bemerkenswert.

Beste Reisezeit

GanzjährigKiefernwald ganzjährig angenehm – Wanderung zu jeder Jahreszeit möglich
Herbst (Okt–Nov)Angenehme Temperaturen, Fernsicht auf Roque Nublo und Teide
Winter (Dez–Feb)Kühl, gelegentlich Nebel – Kiefernwald mystisch und grün
Sommer (Jun–Sep)Kiefernwald angenehm kühl – auch im Sommer eine gute Wahl

Ausrüstung

SchuhwerkFestes Schuhwerk empfohlen – Gipfelpfad teils weglos
Wasser0,5–1 Liter – kurze Tour, aber keine Quelle unterwegs
SonnenschutzHut, Creme – Gipfel und offene Abschnitte
WindschutzLeichte Jacke – Gipfel kann windig sein
RegenschutzIm Winter und Herbst leichter Regenschutz empfohlen

Kombinationsmöglichkeiten

S-90 Rundweg Tamadaba7,4 km, moderat – ausgedehntere Tamadaba-Runde auf dem S-90
Kurze Rundwanderung höchster Punkt6 km, leicht – Variante zum Tamadaba-Gipfelpunkt
Roque Faneque11,8 km, schwer – Rundwanderung zum eindrucksvollsten Küstenklippen-Gipfel
Llanos de la MimbreCampingplatz und Rastplatz im Herzen des Tamadaba – idealer Ausgangspunkt

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Kleine Rundwanderung im Naturpark Tamadaba

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Einsteigertour: Diese Runde ist ideal für den ersten Besuch im Tamadaba. Kurz, gut markiert, schöner Gipfelblick – und eine gute Basis für die ausgedehnteren Routen des Naturparks.

Kein Feuer: Lagerfeuer sind im gesamten Naturpark strikt verboten – besonders im Kiefernwald. Kein Kompromiss.

Gipfelpfad: Der kurze Abschnitt zurück vom Gipfel ist etwas wild – langsam gehen und den Anschluss an den S-90 nicht verpassen.

Cueva del Zapatero: Die Schusterhöhle liegt direkt am Weg und ist leicht zu übersehen. Kurz anhalten und hineinschauen – eine kleine Rarität.

Gipfelpfad: Der kurze Abstecher zur Montaña de Tamadaba und zum Pico de la Bandera verläuft auf einem schmalen, teilweise unmarkierten Pfad. Steinmännchen erleichtern die Orientierung. Wer den Gipfel auslässt, genießt wenige Meter weiter entlang des Hauptwegs ebenfalls schöne Ausblicke.

Vom Tamadaba entfaltet sich ein Panorama, das bis zum Roque Nublo reicht.
Vom Tamadaba entfaltet sich ein Panorama, das bis zum Roque Nublo reicht.

Häufige Fragen zur kleinen Rundwanderung Tamadaba

Ist die Wanderung für Familien mit Kindern geeignet?

Ja. Die Rundwanderung ist leicht und gut ausgeschildert. Für Kinder ab etwa sechs Jahren ist sie gut geeignet. Lediglich der kurze Gipfelpfad zur Montaña de Tamadaba (1.443 m) und zum Pico de la Bandera (1.440 m) erfordert etwas Aufmerksamkeit und Trittsicherheit.

Was ist die Cueva del Zapatero?

Die Cueva del Zapatero – die Schusterhöhle – ist eine natürliche Felsöffnung im Tamadaba-Kiefernwald. Ihr Name ist volkstümlich und verweist wahrscheinlich auf einen Schuster oder Handwerker, der diese Höhle früher als Unterstand nutzte.

Kann man im Tamadaba zelten?

Wildcampen ist im Naturpark Tamadaba verboten. Der einzige legale Übernachtungsort ist der offizielle Campingplatz Llanos de la Mimbre im Herzen des Parks. Lagerfeuer sind im gesamten Naturpark strikt untersagt.

Was ist der Unterschied zwischen der Montaña de Tamadaba und dem Pico de la Bandera?

Die beiden Gipfel liegen nur wenige Meter voneinander entfernt und werden häufig miteinander verwechselt. Die Montaña de Tamadaba ist mit 1.443 Metern der höchste Punkt des Tamadaba-Massivs. Der benachbarte Pico de la Bandera erreicht 1.440 Meter. Der kurze Gipfelpfad dieser Wanderung führt an beiden Punkten vorbei.

Braucht man für diese Wanderung einen GPS-Track?

Nein. Die Route verläuft überwiegend auf den gut ausgeschilderten Wanderwegen S-90 und S-93. Nur der kurze Abstecher zur Montaña de Tamadaba und zum Pico de la Bandera führt über einen schmaleren Pfad, der zusätzlich durch Steinmännchen markiert ist. Mit normaler Orientierung ist die Tour auch ohne GPS gut zu bewältigen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com