Roque Faneque: Die Tour zur eindrucksvollsten Küstenklippe Gran Canarias

Der Roque Faneque gilt als eine der höchsten Küstenklippen der Welt: fast tausend Meter senkrechter Absturz vom Gipfelkamm direkt ins Atlantikmeer. Diese Wanderung führt an seinen Grat heran – durch den Kiefernwald des Naturparks Tamadaba, über den Gipfel des Montaña de Tamadaba (1.427 m), vorbei am Rastplatz Llanos de la Mimbre, durch den Barranco de Palo Blanco und über den sensationellen Bergrücken hinab zur Degollada Risco Faneque mit dem Aussichtspunkt Morro de las Lechugas. 11,8 Kilometer, 624 Höhenmeter, schwer.

Die Steilklippen des Faneque fallen im Naturpark Tamadaba fast senkrecht zum Atlantik ab.
Die Steilklippen des Faneque fallen im Naturpark Tamadaba fast senkrecht zum Atlantik ab.

Wichtiger Hinweis: Faneque-Klippe nur für Erfahrene

Die Route endet planmäßig am Aussichtspunkt Morro de las Lechugas. Wer weiter zur eigentlichen Faneque-Klippe möchte, betritt wegloses, teilweise kletterreiches Gelände – das ist ein eigenes Kapitel und nur für erfahrene Bergsteiger.
Der Weiterweg zur eigentlichen Faneque-Klippe jenseits des Aussichtspunkts Morro de las Lechugas ist anspruchsvoll und gefährlich. Es gibt mehrere unmarkierte Pfade, die nur durch unscheinbare Steinmännchen angezeigt werden. Wer nicht schwindelfrei ist und keine Erfahrung mit Felsklettern hat, kehrt am Aussichtspunkt Morro de las Lechugas um. Die hier beschriebene Route endet bewusst vor den gefährlichen Abschnitten.

Rundwanderung Tamadaba – Roque Faneque auf einen Blick

Streckenlänge11,8 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitschwer – schwindelfrei, trittsicher, alpines Gelände, streckenweise weglos
Gehzeitca. 4:15 bis 5:00 Stunden
Höhenmeter Aufstieg624 hm
Höhenmeter Abstieg624 hm
Höchster Punkt1.427 m (Tamadaba-Gipfelbereich)
Niedrigster Punkt931 m (Startpunkt Degollada de Las Lajas)
StartpunktDegollada de Las Lajas, GC-216, Parque Natural de Tamadaba
WegmarkierungS-90, S-93 – Faneque-Abschnitt teils weglos
RoutentypRundwanderung
SchutzstatusParque Natural de Tamadaba
Beste ReisezeitOktober bis April – ganzjährig möglich; bei Regen nicht empfohlen
WasserProviant und ausreichend Wasser für 4:15–5:00 h mitbringen
BesonderheitRoque Faneque-Grat + Morro de las Lechugas + Kiefernwald + Llanos de la Mimbre
Der dramatische Berggrat des Roque Faneque – Gran Canaria.
Der dramatische Berggrat des Roque Faneque – Gran Canaria.

Anfahrt und Startpunkt

Startpunkt: Degollada de Las Lajas an der GC-216. Anfahrt: An der Kreuzung GC-210 / GC-217 beginnt die GC-216 Richtung Tamadaba. Nach ca. 4 Kilometern teilt sich die Straße an der Degollada de Las Lajas. Hinweisschilder am Startpunkt. Parkplatz kostenlos.

Mit dem Bus (ÖPNV): Die Degollada de Las Lajas ist nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die nächstgelegene Busverbindung endet im Bergdorf Artenara. Von dort aus ist für die Weiterfahrt zum Startpunkt ein Taxi oder ein Mietwagen erforderlich. Aktuelle Busverbindungen unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen Artenara / Tamadaba

Die Wanderung in fünf Abschnitten

Die Route folgt den markierten Wanderwegen S-90 und S-93 – mit Ausnahme des Gipfelpfades und des Faneque-Abschnitts, wo Steinmännchen die Orientierung übernehmen.

Die schroffe Felslandschaft am Roque Faneque.
Die schroffe Felslandschaft am Roque Faneque.

Abschnitt 1: Gipfel Montaña de Tamadaba und Aussichtsplateau

Hinter den Hinweisschildern im Wald den gemeinsam verlaufenden Wanderwegen S-90 und S-93 folgen. Nach ca. 1,1 Kilometern kreuzt man einen Pfad – weitergehen. Kurz darauf zweigt links der Pfad zum Gipfel Montaña de Tamadaba (1.427 m) und weiter zum Pico de La Bandera ab. Der Gipfel bietet einen ersten Panoramablick über den Kiefernwald und – bei klarer Sicht – bis zum Roque Nublo und Teneriffa.

Vom Gipfel des Tamadaba entfaltet sich die Bergwelt Gran Canarias in ihrer ganzen Weite.
Vom Gipfel des Tamadaba entfaltet sich die Bergwelt Gran Canarias in ihrer ganzen Weite.

Zurück auf einem etwas wilden Pfad auf S-90/S-93, dann links weiter. Nach ca. 80 Metern: ein Aussichtsplateau – ideal für eine erste Rast. Rund 700 Meter weiter eine Weggabelung: rechts auf dem S-90 weitergehen.

Ausblick vom Wanderweg zum Roque Faneque.
Ausblick vom Wanderweg zum Roque Faneque.

Abschnitt 2: Degollada de Humo und Llanos de la Mimbre

Ca. 220 Meter weiter erreicht man die Degollada de Humo und die Straße. Dieser ca. 100 Meter bergab bis zur Abzweigung Siete Pinos folgen. Dann links auf dem S-90 – ein Auf und Ab von ca. 900 Metern bis zum Rastplatz Llanos de la Mimbre. Ein schöner Picknickplatz im Schatten der Pinien. Hier links abbiegen und ca. 140 Meter bis zur Quelle Fuente del Reventón. Von hier bis zum Campingplatz sind es noch ca. 950 Meter.

Steil aufragende Felswände säumen den Wanderweg im Naturpark Tamadaba.
Steil aufragende Felswände säumen den Wanderweg im Naturpark Tamadaba.

Abschnitt 3: Barranco de Palo Blanco und S-93

Vom Campingplatz führt der Weg durch ein felsiges Waldgebiet 280 Meter bergauf. An der Weggabelung rechts abbiegen. Man durchquert den oberen Teil der Schlucht Barranco de Palo Blanco (auch Barranco de Guayedra genannt). Auf 550 Metern bis zur Kreuzung mit dem Wanderweg S-93. Von hier folgt der Weg dem Kamm des Berges ca. 1,2 Kilometer und führt hinunter zur Degollada Risco Faneque.

Die Wandertour zum Roque Faneque führt durch Fels und Kiefernwald des Naturparks Tamadaba.
Die Wandertour zum Roque Faneque führt durch Fels und Kiefernwald des Naturparks Tamadaba.

Abschnitt 4: Degollada Risco Faneque und Morro de las Lechugas

Von der Degollada Risco Faneque nimmt man den rechten Weg, der teilweise weglos ist. Nach 450 Metern erreicht man den Aussichtspunkt Morro de las Lechugas. Über tausend Meter über dem Meeresspiegel ragen die Felswände ringsum auf. Der Blick auf die Küste Gran Canarias und den Atlantik ist atemberaubend – eine der eindrucksvollsten Aussichten der Insel.

Blick vom Aussichtspunkt Morro de las Lechugas über die Küste.
Blick vom Aussichtspunkt Morro de las Lechugas über die Küste.

Hier endet die beschriebene Route. Ein Abstecher auf dem Weg zur Faneque-Klippe ist nach ca. 350 Metern möglich. Wer weitergeht, betritt wegloses Gelände mit mehreren unmarkierten Pfaden und Felskletterpassagen – nur für erfahrene Bergsteiger und Kletterer. Jeder muss hier selbst entscheiden, wie weit er gehen kann und will.

Schroffe Felsformationen säumen die Klippe des Faneque.
Schroffe Felsformationen säumen die Klippe des Faneque.

Abschnitt 5: Rückweg über S-93 und Cueva del Zapatero

Den gleichen Weg zurück. Dem Wanderweg S-93 ca. 1,9 Kilometer folgen bis zur Höhle Cueva del Zapatero. Hier rechts abbiegen. Nach 550 Metern die Straße erreichen – 150 Meter nach rechts. Dann links 950 Meter in den Wald. Die Straße nach links 300 Meter zurück zum Ausgangspunkt Degollada de Las Lajas.

Die Cueva del Zapatero – die Schusterhöhle – im Naturpark Tamadaba.
Die Cueva del Zapatero – die Schusterhöhle – im Naturpark Tamadaba.

Der Roque Faneque: Eine der höchsten Küstenklippen der Welt

Der Roque Faneque ist ein Felsmassiv an der Nordwestküste Gran Canarias, das fast senkrecht aus dem Atlantik aufsteigt. Der Kamm liegt auf über 1.000 Metern – der Absturz ins Meer beträgt nahezu dieselbe Höhe. Damit gilt der Roque Faneque als eine der höchsten Küstenklippen der Welt. Die Klippe entstand durch vulkanische Aktivität und Erosion im Tamadaba-Altavista-Massiv – dasselbe Gebirge, durch das diese Route führt.

Der Roque Faneque stürzt fast tausend Meter senkrecht zum Atlantik ab.
Der Roque Faneque stürzt fast tausend Meter senkrecht zum Atlantik ab.

Der Aussichtspunkt Morro de las Lechugas liegt auf dem Grat, der zum Roque Faneque führt – von hier aus ist die Dramatik der Landschaft vollständig erfassbar: Kiefernwald, Steilhänge, Atlantik, Teneriffa am Horizont.

Parque Natural de Tamadaba: Der Wald, der Wasser macht

Der Parque Natural de Tamadaba beheimatet auf 7.538,6 Hektar einen der wertvollsten Kiefernwälder der Kanarischen Inseln. Die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) kondensiert Feuchtigkeit aus den Passatwolken durch ihre langen Nadeln – ein Prozess, der horizontale Niederschläge liefert und die Grundwasserreserven der Insel auffüllt. Dieser Wald ist ökologisch unersetzbar.

Feine Nadeln fangen die Feuchtigkeit vorbeiziehender Wolken ein – die kanarische Kiefer „melkt” so Wasser aus dem Nebel
Feine Nadeln fangen die Feuchtigkeit vorbeiziehender Wolken ein – die kanarische Kiefer „melkt“ so Wasser aus dem Nebel

Schutzstatus und Regeln: Parque Natural de Tamadaba

Die gesamte Route verläuft durch den Parque Natural de Tamadaba. Wegegebot, keine Pflanzenentnahme, kein Feuer, Abfall mitnehmen. Wildcampen ist verboten – nur auf dem offiziellen Campingplatz Llanos de la Mimbre. Lagerfeuer sind im gesamten Naturpark strikt untersagt. Leitungswasser nicht trinkbar.

Flora und Fauna: Kiefern, Blaufinken und Habichte

Der Kiefernwald des Tamadaba beherbergt eine einzigartige Flora: Zistrose (Cistus ocreatus), Baumheide (Erica arborea), Gagelstrauch (Morella faya) und den endemischen Bergthymian (Micromeria pineolens). Im Kiefernwald singen die endemischen Blaufinken (Fringilla teydea polatzeki) – eine auf Gran Canaria heimische Unterart. Über dem Gipfel und den Klippen kreisen Habichte, Bussarde und Turmfalken. An den Steilwänden des Roque Faneque nisten Wanderfalken

Die Steilwände des Roque Faneque bieten Wanderfalken einen geschützten Nistplatz hoch über dem Atlantik.
Die Steilwände des Roque Faneque bieten Wanderfalken einen geschützten Nistplatz hoch über dem Atlantik.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Klare Sicht, angenehme Temperaturen – optimal
Winter (Dez–Feb)Kühl, gute Fernsicht, Kiefernwald intensiv grün – sehr gut
Frühling (Mär–Mai)Zistrosenblüte, milde Temperaturen – sehr schön
Sommer (Jun–Sep)Kiefernwald angenehm kühl – Faneque-Abschnitt heiß; früh starten
Blick vom Faneque über die Küstenlandschaft Gran Canarias.
Blick vom Faneque über die Küstenlandschaft Gran Canarias.

Ausrüstung

SchuhwerkFeste Bergwanderschuhe – alpines Gelände, Faneque-Abschnitt felsig
Proviant und WasserFür 4:15–5:00 Stunden – keine Versorgung auf der Route
SchwindfreiheitPflicht – Faneque-Grat und Morro de las Lechugas exponiert
SonnenschutzHut, Brille, Creme – Gipfel und Kamm ohne Schatten
Wind-/RegenschutzJacke – Gipfel und Kamm können windig sein
NavigationGPS-Track empfohlen – Faneque-Abschnitt teils weglos

Kombinationsmöglichkeiten

Kleine Tamadaba-Runde5,2 km, leicht – ideal als Einstieg oder Ergänzung
S-90 Rundweg7,4 km, moderat – ausgedehntere Tamadaba-Runde
Wanderung Tamadaba nach Agaete10,7 km, moderat – Kiefernwald bis ans Meer
Llanos de la MimbreCampingplatz und Rastplatz – als Übernachtungsbasis nutzen
Camino de los Romeros: Wanderung Tamadaba nach Agaete
Camino de los Romeros: Wanderung Tamadaba – Agaete

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Montaña de Tamadaba zum Roque Faneque

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Roque Faneque nur für Erfahrene: Der Weg zur eigentlichen Klippe jenseits des Aussichtspunkts ist weglos und enthält Kletterstellen. Wer keine alpine Erfahrung hat, bleibt am Morro de las Lechugas.

Llanos de la Mimbre als Rastplatz: Der Rastplatz mit Picknicktischen liegt etwa auf halber Strecke und eignet sich ideal für eine Pause im Schatten der Kanarischen Kiefern. In der Nähe befindet sich die Fuente del Reventón. Das Wasser sollte jedoch nicht als Trinkwasser genutzt werden, da Quellen auf Gran Canaria nicht als kontrolliertes Trinkwasser gelten.

Frühzeitig starten: Für 4:15–5:00 Stunden Gehzeit vor 8 Uhr aufbrechen – besonders im Sommer.

Kein Feuer: Lagerfeuer sind im gesamten Naturpark strikt verboten – keine Ausnahme.

Der Rast- und Campingplatz Llanos de la Mimbre im Kiefernwald des Tamadaba.
Der Rast- und Campingplatz Llanos de la Mimbre im Kiefernwald des Tamadaba.

Häufige Fragen zur Wanderung Roque Faneque

Was ist der Roque Faneque?

Der Roque Faneque ist ein Felsmassiv an der Nordwestküste Gran Canarias. Sein Kamm liegt auf über 1.000 Metern, der Absturz ins Meer beträgt fast dieselbe Höhe – damit gilt er als eine der höchsten Küstenklippen der Welt. Die Wanderung führt an seinen Grat heran – zum Aussichtspunkt Morro de las Lechugas.

Kann ich die Faneque-Klippe wirklich betreten?

Bis zum Aussichtspunkt Morro de las Lechugas führt die Route sicher. Weiter zur eigentlichen Klippe ist nur für erfahrene Bergsteiger – mehrere unmarkierte Pfade, Steinmännchen, Felskletterpassagen. Wer nicht schwindelfrei ist oder keine alpine Erfahrung hat, kehrt am Aussichtspunkt um.

Wie lange dauert die Tour?

Die Gehzeit beträgt ca. 4:15 bis 5:00 Stunden für die beschriebene Route. Mit Pausen am Aussichtsplateau und bei Llanos de la Mimbre sollte man mindestens 6 Stunden einplanen. Früh starten – die Route ist lang und das Gelände anspruchsvoll.

Kann man bis ganz an die Klippe des Roque Faneque gehen?

Die in diesem Artikel beschriebene Wanderung endet bewusst am Aussichtspunkt Morro de las Lechugas. Von dort bietet sich bereits ein spektakulärer Blick auf die Steilklippen des Roque Faneque. Der Weiterweg zur eigentlichen Klippe führt durch wegloses, teilweise ausgesetztes Gelände mit kurzen Kletterpassagen und ist ausschließlich für sehr erfahrene Bergsteiger geeignet. Wer keine alpine Erfahrung besitzt, sollte am Aussichtspunkt umkehren.

Ist die Fuente del Reventón eine Trinkwasserquelle?

Nein. Die Fuente del Reventón ist zwar eine bekannte Quelle im Naturpark Tamadaba, das Wasser gilt jedoch nicht als kontrolliertes Trinkwasser. Deshalb sollte ausreichend eigenes Wasser mitgeführt werden – besonders an warmen Tagen. Für diese Wanderung empfiehlt sich je nach Jahreszeit eine Reserve von mindestens zwei bis drei Litern pro Person.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com