Mojo Verde – die frische Seite der kanarischen Küche

Während der Mojo rojo der Fels ist – stark, kräftig, würzig – ist der Mojo verde das Wasser: frisch, klar, leicht. Er duftet nach frischem Koriander, schmeckt nach grüner Paprika und Knoblauch, und lässt sich so variieren wie kaum eine andere Sauce. Zu Fisch ist er perfekt: Er hebt den Eigengeschmack, übertönt ihn nicht. Zu Papas arrugadas – zusammen mit dem Mojo rojo auf dem Tisch – schafft er den Kontrast, der aus einfachen Kartoffeln ein Gericht macht.

Mojo verde – frisch-kräuterig in sattem Grün, die mildere der beiden klassischen Saucen der kanarischen Küche.
Mojo verde – frisch-kräuterig in sattem Grün, die mildere der beiden klassischen Saucen der kanarischen Küche.

Der Mojo verde wird auf den Kanarischen Inseln mit frischem Koriander (Cilantro) oder Petersilie hergestellt – je nach Region und Familienrezept. Gran Canaria bevorzugt die Koriander-Variante; auf Teneriffa ist die Petersilien-Variante verbreiteter. Beide sind authentisch; beide sind gut.

Geschichte – die mildere Schwester des Mojo rojo

Mojo verde entstand parallel zum Mojo rojo – gleiche portugiesische Wurzeln, gleiche Grundstruktur (Knoblauch, Öl, Essig), andere Richtung. Während der Mojo rojo von der getrockneten Paprika dominiert wird, wird der Mojo verde von frischen Kräutern geprägt. Die Koriander-Variante ist auf Gran Canaria besonders verbreitet, weil Koriander auf der Insel leicht angebaut wird und das frische Atlantikklima ihm gut bekommt.

Das Original-Rezept Mojo Verde – für ca. 300 ml

Zutaten

1 großes Bund frischer KorianderCa. 50 g; mit Stängeln; frisch ist Pflicht – getrockneter Koriander funktioniert nicht
1 milde grüne SpitzpaprikaCa. 80–100 g; ideal sind die auf den Kanaren üblichen hellgrünen pimientos verdes. Alternativ eignet sich eine milde grüne Spitzpaprika. Eine große Gemüsepaprika ist weniger aromatisch und kann den Kräutergeschmack überdecken. Mittelgroß; entkernt; grob gewürfelt
4–6 KnoblauchzehenFrisch; nach Geschmack
1 TL KreuzkümmelGemahlen
100 ml OlivenölGutes Olivenöl
2–3 EL WeißweinessigNach Geschmack; mehr für frischere Note
1 TL grobes MeersalzZum Abschmecken
Evtl. ein wenig WasserFür dünnere Konsistenz

Zubereitung

SchrittWas zu tun ist
1. VorbereitenKoriander waschen; grobe Stängel entfernen. Paprika entkernen und grob würfeln. Knoblauch schälen.
2. Mörsern oder mixenKnoblauch mit Salz im Mörser zerdrücken. Koriander, Paprika und Kreuzkümmel hinzufügen; alles zu einer Paste stoßen. Alternativ im Mixer/Stabmixer.
3. Öl einarbeitenDas Olivenöl langsam einarbeiten – im Mörser tröpfchenweise, im Mixer bei niedriger Geschwindigkeit. So verbindet sich das Öl gleichmäßig mit den Kräutern und der Mojo erhält seine typisch cremige Konsistenz. Im Mörser tröpfchenweise, im Mixer bei laufendem Gerät.
4. Essig und Konsistenz anpassenWeißweinessig unterrühren und mit Salz abschmecken. Ist der Mojo zu dick, schluckweise kaltes Wasser hinzufügen. Ist er zu flüssig, etwas mehr Olivenöl einarbeiten. Die ideale Konsistenz ist cremig, aber noch gut gießbar.
5. Sofort verwenden oder kühlenMojo verde verliert bei langem Stehen Farbe und Frische. Ideal: frisch zubereitet. Im Kühlschrank: 2–3 Tage.

Zubereitungszeit: ca. 10–15 Min. Schnellste der Mojo-Varianten. Haltbarkeit: 2–3 Tage im Kühlschrank. Farbe wird nach 24h etwas dunkler – Geschmack bleibt.

Küchentipp:

Jeder Mojo verde fällt etwas anders aus, da Koriander und Paprika unterschiedlich viel Flüssigkeit enthalten. Deshalb wird die Konsistenz traditionell erst ganz zum Schluss mit etwas Wasser oder Olivenöl fein abgestimmt.

Varianten

Mojo verde de Perejil (Petersilien-Mojo)

Statt Koriander dieselbe Menge frische Petersilie verwenden – milder im Geschmack, leicht bitter, ohne die zitronigen Korianderaromen. Auf Teneriffa die häufigere Variante. Gut für alle, die Koriander nicht mögen – und für herzhafte Gerichte wie Fleisch.

Mojo verde con Aguacate

Eine Avocado unter den fertigen Mojo verde mixen – ergibt eine cremigere, reichhaltigere Sauce, ähnlich einer Guacamole mit kanarischem Charakter. Besonders gut zu gegrilltem Fisch und als Dip.

Mojo verde con Menta (Minze)

Einige frische Minzeblätter zum Koriander hinzufügen – gibt dem Mojo eine frische, mentholische Note. Ungewöhnlich, aber gut zu Lamm und Ziegenfleisch.

Mojo verde in der Küche – Verwendungen

Zu wasWarum es funktioniert
Papas arrugadasKlassisch; Kontrast zum Mojo rojo auf demselben Tisch
Gegrillter Fisch (Vieja, Cherne)Mojo verde und Atlantikfisch sind das beste Paar der kanarischen Küche
MeeresfrüchteGarnelen, Jakobsmuscheln, Tintenfisch – Mojo verde hebt ihren Eigengeschmack
Queso tierno de cabraFrischer Ziegenkäse mit Mojo verde – kanarischer Standard-Enyesque
Conejo und KaninchenMojo verde als Marinade oder Begleitsauce zu hellem Fleisch
Als DipZu frischem Brot, Gemüse, oder als Salatdressing verdünnt

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mojo verde und Mojo rojo?

Mojo verde basiert auf frischen Kräutern (Koriander oder Petersilie) und grüner Paprika – mild, frisch, aromatisch; gut zu Fisch und Meeresfrüchten. Mojo rojo basiert auf getrockneter Pimienta palmera und Kreuzkümmel – kräftig, würzig, intensiv; gut zu Fleisch, Papas und Käse. In kanarischen Restaurants stehen immer beide auf dem Tisch – man nimmt je nach Gericht.

Kann man Mojo verde mit getrocknetem Koriander machen?

Nein – getrockneter Koriander ergibt keinen authentischen Mojo verde. Die Frische des Koriandergrüns ist das definierenden Element; das Aroma ist ohne frische Blätter nicht zu replizieren. Wenn kein Koriander verfügbar ist: Petersilien-Variante verwenden (Mojo verde de Perejil) – das ist eine ebenso authentische Alternative.

Warum wird der Mojo verde schnell braun?

Frischer Koriander oxidiert schnell nach dem Mixen – das ist normal und unvermeidlich. Die Farbe wechselt von hellem Grün zu dunkeloliv innerhalb von 12–24 Stunden. Der Geschmack bleibt erhalten; nur die optische Frische geht verloren. Tipp: Mojo verde kurz vor dem Servieren zubereiten; oder etwas Zitronensaft einrühren, der die Oxidation verlangsamt.

Kann man Mojo Verde einfrieren?

Grundsätzlich ja, allerdings verliert frischer Koriander nach dem Auftauen einen Teil seines Aromas und seiner leuchtend grünen Farbe. Für den besten Geschmack empfiehlt es sich, Mojo verde immer frisch zuzubereiten und innerhalb von zwei bis drei Tagen aufzubrauchen.

Welches Olivenöl eignet sich am besten für Mojo Verde?

Am besten eignet sich ein fruchtiges natives Olivenöl extra mit milder bis mittlerer Intensität. Sehr kräftige oder stark bittere Olivenöle können die frischen Kräuteraromen überdecken. Auf den Kanarischen Inseln verwenden viele Familien bewusst eher milde Olivenöle, damit Koriander, Knoblauch und Kreuzkümmel im Vordergrund bleiben.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

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