Gran Canaria Roadtrip – sieben Tage, eine Insel, alles

Gran Canaria ist kompakt genug, um in einer Woche vollständig erkundet zu werden – und vielfältig genug, dass eine Woche kaum reicht. Auf einer Fläche von 1.560 Quadratkilometern existieren Dünenmeere, senkrechte Steilklippen, Kiefernwälder auf 1.400 Metern, mittelalterliche Kolonialarchitektur und bewohnte Höhlendörfer. Der Kontinent im Kleinen – das ist kein Marketingversprechen, das ist Geographie.

Der Roque Nublo ist der ikonische Höhepunkt jedes Gran-Canaria-Roadtrips – Tag 3 oder 4 sollte ihm gehören.
Der Roque Nublo ist der ikonische Höhepunkt jedes Gran-Canaria-Roadtrips – Tag 3 oder 4 sollte ihm gehören.

Dieser Roadtrip zeigt Gran Canaria in sieben Tagen: von Las Palmas im Nordosten gegen den Uhrzeigersinn durch den Norden, die Westküste, das Zentralmassiv und den Süden. Jeder Tag hat ein klares Programm, jede Nacht eine Schlafempfehlung. Voraussetzung: ein Mietwagen – öffentliche Busse erreichen die wichtigsten Orte nur mit sehr eingeschränktem Takt. Einen Kleinwagen oder Kompaktwagen reicht für alle Straßen dieser Route.

Schnellübersicht – 7 Tage Roadtrip

TagRoute und Highlights
Tag 1Ankunft → Las Palmas: Vegueta, Kathedrale, Playa de Las Canteras
Tag 2Las Palmas → Norden: Teror, Arucas, Gáldar (Cueva Pintada), Agaete
Tag 3Agaete → Westküste: Mirador del Balcón, La Aldea, Cruz Grande, Tejeda
Tag 4Tejeda: Roque Nublo, Cruz de Tejeda, Artenara, Mirador de Unamuno
Tag 5Zentralmassiv → Süden: Fataga, Maspalomas, Playa del Inglés
Tag 6Süden: Puerto de Mogán, Puerto Rico, Stauseen Soria/Chira
Tag 7Ostküste: Barranco de Guayadeque, Agüimes, Telde, zurück Las Palmas/Flughafen

Was du für diesen Roadtrip brauchst

MietwagenKleinwagen reicht; Automatik empfohlen für Serpentinen; Vollkaskoschutz prüfen
Navigations-AppGoogle Maps oder Maps.me mit Offline-Karte; Straßennamen auf Kanaren manchmal abweichend
BudgetMietwagen ca. 30–50 €/Tag; Unterkunft 60–120 €/Nacht; Essen 15–30 €/Person
Beste ReisezeitOktober bis April; im Sommer Zentralmassiv angenehm, Süden sehr heiß
WasserLeitungswasser nicht trinkbar – Flaschen kaufen; mindestens 2 Liter/Tag
TankstellenVor der Fahrt ins Zentralmassiv in Las Palmas, San Mateo, Gáldar, Agaete oder Maspalomas volltanken. Im eigentlichen Hochland rund um Roque Nublo, Artenara und Cruz de Tejeda gibt es nur wenige beziehungsweise keine verlässlichen Tankmöglichkeiten.

Tag 1 – Ankunft und Las Palmas

Wer morgens landet, hat Zeit für einen ersten Eindruck von Las Palmas. Mietwagen am Flughafen abholen, Koffer ins Hotel, dann zu Fuß in Vegueta: Kathedrale Santa Ana, Casa de Colón (kostenlos, direkt empfohlen), Plaza del Pilar Nuevo mit den holzgeschnitzten Balkonen. Mittagessen in einer der Bars der Calle Mayor de Triana. Nachmittags: Playa de Las Canteras für den ersten Atlantikblick. Abends: Sunset mit Sekt am nördlichen Ende der Promenade (Confital).

Die Altstadtgasse im ältesten Stadtviertels von Las Palmas de Gran Canaria.
Die Altstadtgasse im ältesten Stadtviertels von Las Palmas de Gran Canaria.
SchlafempfehlungLas Palmas de Gran Canaria – Hotels nahe Las Canteras
FahrtstreckeNur Flughafen → Hotel; ca. 20 Min.
Highlight des TagesVegueta Kolonialgassen + Sonnenuntergang Las Canteras

Tag 2 – Der grüne Norden

Früh ab Las Palmas auf der GC-2 Richtung Westen. Erste Station: Teror – das schönste Dorf der Insel, mit der Calle Real de la Plaza und der Basílica de Nuestra Señora del Pino. Sonntags ist Markt. Weiter nach Arucas: die neogotische Kirche aus dunklem Basalt und die Destilerías Arehucas (Rum-Brennerei, besichtigbar). Dann nach Gáldar: die Cueva Pintada (Di–So 10:00–18:00, ca. 6 €) ist Pflicht. Übernachtung in Agaete oder Puerto de las Nieves am Hafen – Fischrestaurants direkt am Wasser.

Die Hauptstraße Calle Real de la Plaza in Teror gilt als eine der schönsten kolonialarchitektonischen Achsen der Insel.
Die Hauptstraße Calle Real de la Plaza in Teror gilt als eine der schönsten kolonialarchitektonischen Achsen der Insel.
SchlafempfehlungAgaete oder Puerto de las Nieves
FahrtstreckeLas Palmas → Teror → Arucas → Gáldar → Agaete; ca. 80 km
Highlight des TagesCueva Pintada Gáldar; Abendessen am Hafen Puerto de las Nieves
Zeitplan07:30 Abfahrt; Teror 08:30–10:00; Arucas 10:30–12:00; Gáldar 12:30–14:30; Agaete 15:30

Tag 3 – Die dramatische Westküste

Heute wartet eine der spektakulärsten Fahrten des Roadtrips. Von Agaete geht es zunächst auf der modernen GC-200 Richtung La Aldea de San Nicolás. Große Teile der früher berüchtigten Küstenstraße wurden inzwischen durch Tunnel ersetzt, wodurch die Strecke deutlich entspannter und sicherer zu fahren ist. Wer jedoch die spektakulären Steilklippen des Andén Verde erleben möchte, folgt der ausgeschilderten Abzweigung zum Mirador del Balcón. Dort verläuft ein Abschnitt der historischen Küstenstraße direkt oberhalb der Steilküste – einer der beeindruckendsten Aussichtspunkte Gran Canarias.

Der Blick entlang der Steilküste des Andén Verde zeigt eine der eindrucksvollsten Küstenlandschaften im Nordwesten Gran Canarias.
Der Blick entlang der Steilküste des Andén Verde zeigt eine der eindrucksvollsten Küstenlandschaften im Nordwesten Gran Canarias.

Weiter nach La Aldea de San Nicolás: Mittagessen im einzigen Restaurant im Ort. Dann auf der GC-200 und GC-810 hinauf ins Zentralmassiv. Cruz Grande für den Sonnenuntergang; dort erster Blick auf das gesamte Hochland. Übernachtung in Tejeda oder Umgebung.

SchlafempfehlungTejeda oder Cruz de Tejeda (Parador)
FahrtstreckeAgaete → GC-200 → La Aldea → GC-810 → Cruz Grande → Tejeda; ca. 90 km; 2,5 Std. reine Fahrzeit
Highlight des TagesGC-200 Steilküste + Mirador del Balcón
TippTanken in Agaete – danach bis Tejeda keine gesicherte Tankstelle

Tag 4 – Das Herz der Insel

Der beste Tag des Roadtrips. Früh zum Roque Nublo – vor 10:00 Uhr ist kein Shuttle und keine Reservierung nötig, dafür kaum Menschen. Abstieg zurück. Dann Cruz de Tejeda (geografischer Mittelpunkt der Insel) mit Kaffee im Parador. Nachmittags nach Artenara: Mirador de Unamuno (Roque Bentayga + Roque Nublo + Teide auf einer Sichtlinie), Höhlenwohnungen, Mesón La Silla zum Abendessen. Übernachtung Artenara oder Tejeda.

Das Panorama über Tejeda reicht bis zum Roque Nublo.
Das Panorama über Tejeda reicht bis zum Roque Nublo.
SchlafempfehlungArtenara oder Tejeda
Roque NubloVor 10:00 Uhr = kein Shuttle nötig, kein QR; nach 10:00 Uhr: Reservierung nötig auf reservasroquenublo.com
Highlight des TagesRoque Nublo morgens + Mirador de Unamuno abends
FahrtstreckeTejeda – Roque Nublo – Cruz de Tejeda – Artenara; ca. 40 km

Tag 5 – Vom Hochland in den Süden

Der Abstieg von Tejeda in den Süden ist einer der eindrucksvollsten Kurswechsel des Roadtrips: In 45 Minuten Fahrt wechselt die Landschaft von Kiefernwald auf 1.000 Metern zu Palmenhain und Kakteen bei 400 Metern, und am Ende wartet der Süden. Stopp in Fataga (weißes Oasendorf im Palmenhain; Mirador Degollada de las Yeguas). Dann Maspalomas: Dünen früh nachmittags sind weniger voll als morgens. Sonnenuntergang am Faro de Maspalomas. Abends Playa del Inglés oder Puerto de Mogán.

Blick über Fataga im Barranco de Fataga – das weiße Oasendorf mit Palmenhain auf dem Weg in den Süden.
Blick über Fataga im Barranco de Fataga – das weiße Oasendorf mit Palmenhain auf dem Weg in den Süden.
SchlafempfehlungMaspalomas, Playa del Inglés oder Puerto de Mogán
FahrtstreckeTejeda → Fataga → Maspalomas; ca. 55 km
Highlight des TagesFataga Blick + Faro de Maspalomas bei Sonnenuntergang
TippDünen nachmittags ruhiger als morgens; Eintritt kostenlos, nur auf markierten Wegen

Tag 6 – Stauseen und der Westen des Südens

Morgens Puerto de Mogán besuchen – das kleine Venedig Gran Canarias. Freitags: Wochenmarkt. Dann nordwärts ins Stauseengebiet: Presa de Soria (größter Stausee der Kanarischen Inseln) ist über die GC-605 ab Maspalomas in 35 Minuten erreichbar. Cruz Grande als Aussichtspunkt. Wer Abenteuer will: Abstieg zum Stausee Chira und durch den Wassertunnel (nur bei trockenem Wetter, Stirnlampe nötig). Abendessen in Puerto de Mogán oder Puerto Rico.

Die Presa de las Niñas liegt eingebettet in die Berglandschaft im Inneren Gran Canarias.
Die Presa de las Niñas liegt eingebettet in die Berglandschaft im Inneren Gran Canarias.
SchlafempfehlungPuerto de Mogán oder Puerto Rico
FahrtstreckePuerto de Mogán → Soria → Cruz Grande → Puerto de Mogán; ca. 80 km Rundtour
Highlight des TagesPresa de Soria Panorama + Puerto de Mogán Kanäle
Tunnel-WarnungNUR bei trockenem Wetter; Stirnlampe Pflicht

Tag 7 – Die Ostküste und Abreise

Letzter Tag – und einer der kulturell reichsten. Morgens: Barranco de Guayadeque (Fahrt ins Tal, Besucherzentrum, Höhlenrestaurant zum Frühstück oder Mittagessen). Dann Agüimes: Kolonialaltstadt und Kirche. Weiter nach Telde: Basílica San Juan Bautista (mit dem Cristo de los Dolores aus Maiskolbenteig) und die Altstadt. Wer früh abreisen muss: Telde liegt 10 Minuten vom Flughafen. Wer Zeit hat: Playa de Melenara (schwarzer Sand) als letzter Badestop.

Kolonialgebäude prägen die Altstadt von Telde.
Kolonialgebäude prägen die Altstadt von Telde.
SchlafempfehlungNicht nötig – Abreisetag
FahrtstreckePuerto de Mogán → Guayadeque → Agüimes → Telde → Flughafen; ca. 80 km
Highlight des TagesBarranco de Guayadeque + Telde Basílica
FlughafenTelde → Flughafen LPA: ca. 10 Min. auf GC-1

Übernachtungs-Tipps für den Roadtrip

NachtEmpfehlung
Nacht 1–2Las Palmas de Gran Canaria – stadtnahe Hotels; einfacher Zugang
Nacht 3Agaete oder Puerto de las Nieves – Fischgeruch, Fähre, Felsküste
Nacht 4Tejeda oder Parador de Cruz de Tejeda – Hochland-Atmosphäre, Sternenhimmel
Nacht 5Artenara Cave Houses (Höhlenwohnungen) oder wieder Tejeda
Nacht 6Maspalomas oder Puerto de Mogán – Süden für Strand und Frühaufsteher
Nacht 7Puerto de Mogán oder Puerto Rico – für gemütlichen Abschluss

Roadtrip in 3 oder 5 Tagen – Kurzversionen

3-Tage-Version

TagFokus
Tag 1Las Palmas Vegueta + Playa de Las Canteras
Tag 2Zentralmassiv: Tejeda, Roque Nublo, Cruz de Tejeda, Artenara
Tag 3Westküste GC-200 + Mirador del Balcón + Fataga + Maspalomas
Puerto de Mogán trägt zu Recht den Beinamen „Klein-Venedig” Gran Canarias – Kanäle und Brücken prägen das Hafenstädtchen.
Puerto de Mogán trägt zu Recht den Beinamen „Klein-Venedig“ Gran Canarias – Kanäle und Brücken prägen das Hafenstädtchen.

5-Tage-Version

TagFokus
Tag 1Las Palmas
Tag 2Norden: Teror, Arucas, Agaete
Tag 3Westküste + Zentralmassiv: Mirador del Balcón, Tejeda, Roque Nublo
Tag 4Artenara, Cruz de Tejeda, Fataga, Maspalomas
Tag 5Puerto de Mogán + Ostküste: Guayadeque, Telde, Flughafen

Praktische Tipps für den Roadtrip

MietwagenBuchung im Voraus günstiger; lokale Anbieter oft günstiger als internationale Ketten
StraßenGC-200 Westküste: schmal und kurvig; Begegnungsverkehr erfordert Geduld
ParkenIn Las Palmas Innenstadt und Puerto de Mogán Freitagsmarkt: früh ankommen
BenzinVor den Bergstraßen immer in den Küstenorten oder in San Mateo tanken. Im Hochland sollte man nicht darauf vertrauen, unterwegs eine geöffnete Tankstelle zu finden.
WetterOktober–April: stabil; im Zentralmassiv 5–8°C kühler als Küste; Jacke nötig
NavigationOffline-Karte herunterladen – im Barranco de Guayadeque und Tamadaba kein Netz
LeitungswasserNicht trinkbar auf der gesamten Insel

Häufige Fragen zum Gran Canaria Roadtrip

Braucht man einen Mietwagen für Gran Canaria?

Für einen Roadtrip, der die Westküste, das Zentralmassiv und die abgelegenen Schluchten erschließt: ja, unbedingt. Öffentliche Busse der Global verbinden die Hauptorte, aber taktisch selten passend für einen Tagesausflug. Für reine Strand- und Stadtaufenthalte in Las Palmas und Maspalomas ist ein Auto nicht nötig.

Wie viele Tage braucht man für Gran Canaria?

Für einen vollständigen Eindruck – Norden, Zentralmassiv, Westküste und Süden – sind mindestens 7 Tage sinnvoll. In 5 Tagen ist ein guter Überblick möglich, wenn man die Ostküste weglässt. 3 Tage reichen für die Highlights: Las Palmas, Zentralmassiv und eine Küstenregion.

Was ist die beste Zeit für einen Roadtrip auf Gran Canaria?

Oktober bis April: stabile Temperaturen auf allen Höhenlagen (18–24°C Küste, 10–18°C Zentralmassiv), grünes Hochland, klare Fernsicht, wenig Calima. Im Februar: Mandelblüte in Tejeda – besonders lohnend. Im Sommer ist der Süden sehr heiß; das Zentralmassiv bleibt angenehm.

Welche Straße ist die schönste auf Gran Canaria?

Die Strecke zwischen Agaete und La Aldea gehört zu den spektakulärsten Panoramarouten der Insel. Heute verläuft ein großer Teil über moderne Tunnel, wodurch die Fahrt deutlich komfortabler geworden ist. Für den berühmten Blick auf die Steilküste folgt man der ausgeschilderten Abzweigung zum Mirador del Balcón (Andén Verde), wo noch ein Abschnitt der historischen Küstenstraße erhalten ist. Ebenso reizvoll sind die Bergstraßen rund um Tejeda, Artenara und den Roque Nublo.

Muss ich auf Gran Canaria einen Geländewagen mieten?

Nein. Für nahezu alle Sehenswürdigkeiten der Insel reicht ein normaler Klein- oder Kompaktwagen völlig aus. Sämtliche Straßen dieser Route sind asphaltiert. Lediglich die zahlreichen Serpentinen im Inselinneren machen ein Fahrzeug mit ausreichend Motorleistung und – besonders für ungeübte Fahrer – ein Automatikgetriebe komfortabler.

Kann man den Roadtrip auch ohne Hotelwechsel machen?

Ja. Wer lieber an einem Ort übernachtet, kann den gesamten Roadtrip auch von Las Palmas oder Maspalomas aus als Tagesausflüge unternehmen. Allerdings verbringt man dabei deutlich mehr Zeit im Auto. Mit zwei bis drei Übernachtungsorten erlebt man die Insel entspannter und kann Sonnenauf- und -untergänge in den schönsten Regionen genießen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com