Farben aus dem Erdinneren: Der Barranco de las Vacas auf Gran Canaria
Wer von Agüimes aus auf der GC-550 in Richtung Temisas fährt, wird auf Höhe Kilometer 14 von einem Anblick überrascht, der die Fahrt abrupt unterbricht: Türkis, Grün, Rötlich, Violett, Gelb – ganze Felswände leuchten in diesen Farben aus dem Tuffstein. Das sind die Tobas de Colores im Barranco de las Vacas, eines der farbenprächtigsten Naturphänomene im Osten Gran Canarias.

Die bunten Felsschichtungen entstanden durch denselben hydrothermalen Prozess, der auch die berühmteren Los Azulejos an der Westküste färbte: Eisenhydrate, Eisenoxide und Schwefelverbindungen drangen in das poröse Tuffsteingestein ein und hinterließen ihre mineralischen Signaturen dauerhaft. Was das Wasser begann, vollendete die Erosion – und legte die farbigen Schichten für die Welt frei.
Dieser Artikel erklärt Entstehung, beste Besuchszeit, wie man die Tobas de Colores erreicht und was es drumherum zu entdecken gibt.
Steckbrief: Barranco de las Vacas auf einen Blick
| Typ | Erosionsschlucht mit hydrothermalen Felsformationen |
|---|---|
| Lage / Gemeinde | Agüimes, Gran Canaria (Südosten) |
| Bekannter Name | Tobas de Colores – farbige Tuffstein-Schichtungen |
| Farben | Türkis/Grün (Eisenhydrate), Rot (Eisenoxid), Violett (Basalt), Gelb (Schwefel) |
| Zugang | GC-550, km 14; kurzer Trampelpfad ca. 10 Minuten |
| Eintritt | Kostenlos |
| Beste Besuchszeit | Werktags, frühmorgens oder mittags; April–September (stärkste Farben) |
| Parken | Kleine Haltebuchten an der GC-550 |
| Kombination | Barranco de Guayadeque (5 km), Agüimes Ortskern (6 km) |

Entstehung: Warum leuchten die Felsen?
Die Tobas de Colores im Barranco de las Vacas entstanden durch das Zusammenspiel von Vulkanismus, hydrothermalen Prozessen und Erosion. Das Grundgestein ist Tuffstein – eine poröse, weiche Vulkanasche, die besonders leicht von Wasser und Minerallösungen durchdrungen werden kann.

Hydrothermale Minerale färben den Fels
Heißes, mineralreiches Wasser drang nach vulkanischen Aktivitäten durch die Klüfte und Poren des Tuffsteins. Die Minerale setzten sich ab und veränderten die Farbe des Gesteins dauerhaft: Eisenhydrate liefern das Türkis und Grün, Eisenoxide das charakteristische Rot und Ocker, Schwefelverbindungen ein blasses Gelb. Der unveränderte Basalt setzt das dunkle Violett und Schwarz als Kontrast.
Erosion legt die Schichten frei
Was den Barranco de las Vacas besonders macht: Die Erosionskraft des saisonal wasserführenden Bachlaufs hat die Tuffsteinwände über Jahrtausende freigelegt und poliert. Die Querschnitte zeigen wie ein aufgeschlagenes Buch die geologische Geschichte dieses Abschnitts der Ostküste – Schicht für Schicht.

Besuch: So erlebt man die Tobas de Colores
Der Zugang zu den Tobas de Colores ist denkbar unkompliziert: Von der GC-550 bei Kilometer 14 führt ein kurzer, unbefestigter Trampelpfad in etwa zehn Minuten zum Eingang der Schlucht. Von dort kann man ein Stück entlang des Schluchtenbodens laufen und die farbigen Tuffsteinwände aus nächster Nähe erleben.
Begehbarer Bereich
Die Schlucht ist nur auf einem kurzen Abschnitt begehbar – danach wird sie zu eng und der Untergrund zu schwierig. Wer nicht klettererprobiert ist, kehrt am natürlichen Endpunkt um. Festes Schuhwerk ist empfohlen: Der Schluchtengrund besteht aus losen Steinen und trockenem Sand.
Beste Lichtbedingungen
Die Farben der Tobas de Colores leuchten am intensivsten bei direkter Sonneneinstrahlung. Mittags und in den Monaten April bis September ist die Sonne am günstigsten positioniert. Früh morgens an Werktagen ist es ruhiger – an Wochenenden können sich gelegentlich Gruppen an der kleinen Schlucht stauen. Die farbigen Felsformationen sind ein beliebtes Fotomotiv. Da der begehbare Abschnitt der Schlucht nur wenige Meter breit ist, lohnt sich ein Besuch am frühen Morgen oder an Werktagen. So erlebt man die Tobas de Colores meist in ruhiger Atmosphäre und hat bessere Bedingungen zum Fotografieren.
Wichtig:
Der Barranco de las Vacas ist eine natürliche Schlucht, die bei Starkregen innerhalb kurzer Zeit Wasser führen kann. Nach Regenfällen oder bei Unwetterwarnungen sollte man den Schluchtengrund nicht betreten. Festes Schuhwerk und ein vorsichtiger Umgang auf den glatten Felsen werden empfohlen.
Flora und Fauna im Barranco de las Vacas
Die Schlucht liegt im trockenen Osten Gran Canarias – entsprechend charakteristisch ist die Vegetation: Tabaibas (Kanarische Wolfsmilch), Agaven und Feigenkakteen beherrschen die Hänge. Nach Regen grünt der Schluchtengrund kurz auf – ansonsten dominiert das trockene, erdige Beige des Tuffsteins.

Tierbeobachtungen
Die Kanarische Eidechse ist in der Schlucht allgegenwärtig. Sie sonnt sich auf den warmen Tuffsteinplatten und verschwindet bei Annäherung in den Felsspalten. Gelegentlich sieht man Turmfalken über der Schlucht kreisen.
Besuchsinfos: Barranco de las Vacas
| Eintritt | Kostenlos |
|---|---|
| Öffnungszeiten | Jederzeit zugänglich |
| Zugang | GC-550, km 14; Trampelpfad ca. 10 Min. |
| Parken | Haltebuchten an der GC-550 |
| Wildcampen | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |
| Trinkwasser | Keine Versorgung – eigenes Wasser mitbringen |
| Hunde | Erlaubt, an der Leine |
Anfahrt zum Barranco de las Vacas
Mit dem Auto: Von der GC-1 Ausfahrt Agüimes nehmen. In Agüimes der Beschilderung nach Temisas folgen (GC-550). Nach ca. 14 km entlang der GC-550 sind die Tobas de Colores auf der rechten Seite zu sehen – eine kleine Haltebucht markiert den Einstieg.
Mit dem Bus: Agüimes ist mit dem Bus von Las Palmas gut erreichbar. Von Agüimes zur GC-550/Temisas empfiehlt sich ein Mietwagen oder Taxi. Aktuelle Verbindungen auf guaguasglobal.com.
Kombinationen: Was liegt in der Nähe?
Der Barranco de las Vacas liegt unweit des Barranco de Guayadeque – der berühmten Schlucht der Höhlenhäuser – und des historischen Ortskerns von Agüimes. Eine Kombination beider Ziele ist an einem halben Tag gut machbar.
| Barranco de Guayadeque | Ca. 5 km – Höhlenhäuser, Höhlenrestaurants, Guanchen-Archäologie |
|---|---|
| Agüimes Ortskern | Ca. 6 km – Altstadt, Iglesia San Sebastián, beste Bäckereien |
| Temisas | Ca. 3 km – kleines Bergdorf mit Olivenhainen, Aussichtspunkt |
| Santa Lucía de Tirajana | Ca. 15 km – Kastell, Museum, Palmenhain |
| Playa del Cabrón | Ca. 12 km – bestes Tauchrevier Gran Canarias |

Beste Reisezeit für den Barranco de las Vacas
| Jahreszeit | Bedingungen |
|---|---|
| Frühling (Mär–Mai) | Sehr gut: Licht optimal, Vegetation grün nach Winterregen |
| Sommer (Jun–Sep) | Ideal für Farbintensität: stärkste Sonneneinstrahlung, Farben leuchten maximal |
| Herbst (Okt–Nov) | Gut: angenehme Temperaturen, klares Licht |
| Winter (Dez–Feb) | Gut: Nach Regen Wasserbecken in der Schlucht; Farben etwas gedämpfter |
Häufige Fragen zum Barranco de las Vacas
Was sind die Tobas de Colores im Barranco de las Vacas?
Wie kommt man zu den Tobas de Colores?
Wie unterscheiden sich die Tobas de Colores von den Los Azulejos?
Wie lange dauert der Besuch des Barranco de las Vacas?
Darf man im Barranco de las Vacas klettern?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.


