Der grüne Garten Gran Canarias: Das Barranco de Mogán

Im Südwesten Gran Canarias liegt ein Tal, das die trockene Küstenlandschaft der Insel vollständig vergessen lässt: das Barranco de Mogán – das fruchtbarste Tal der gesamten Insel. Zitronen, Papayas, Avocados, Bananen, Kürbisse, Auberginen und Gewächshäuser mit Schnittblumen prägen hier das Bild statt kahler Felsabstürze und Wolfsmilchgewächse.

Blick über den Barranco de Mogán auf Gran Canaria
Blick über den Barranco de Mogán auf Gran Canaria

Der Schlüssel zu diesem Grün liegt in den Stauseen im Hochland über dem Tal. Die Presa de Soria – größter Stausee der Kanarischen Inseln – und die Presa de Chira speichern Regenwasser und versorgen das Tal mit konstantem Wasser, das sonst in dieser Gegend kaum vorhanden wäre. Das Barranco de Mogán ist damit nicht nur eine Naturschlucht, sondern ein lebendiges Zeugnis der Wasserwirtschaft Gran Canarias.

Dieser Artikel erklärt Entstehung, Landwirtschaft, Stauseen, Wandermöglichkeiten, Ort Mogán und die besten Besuchsinfos.

Steckbrief: Barranco de Mogán auf einen Blick

TypErosionsschlucht / Agrares Tal
Lage / GemeindeMogán, Gran Canaria (Südwesten)
BeinameFruchtbarstes Tal Gran Canarias
LandwirtschaftZitronen, Avocados, Papayas, Bananen, Schnittblumen (Gewächshäuser)
StauseenPresa de Soria (größter Stausee Kanarische Inseln) + Presa de Chira
HauptortMogán – Verwaltungssitz, Gemeindehauptort
EintrittKostenlos
ZugangGC-505 von Puerto de Mogán durch das Barranco de Mogán bis zum Ort Mogán und weiter Richtung Presa de Soria.
ParkenIm Ort Mogán; an Wanderparkplätzen im Tal
Beste ReisezeitGanzjährig; Frühling für Blüte und grüne Vegetation
WildcampenVerboten

Entstehung: Eine Schlucht im Dienst der Landwirtschaft

Das Barranco de Mogán entstand wie alle großen Schluchten Gran Canarias durch die Erosionskraft saisonal wasserführender Bäche, die sich über Jahrmillionen ins vulkanische Gestein einschnitten. Im Vergleich zu anderen Barrancos der Insel ist das Mogán-Tal jedoch breiter und tiefer in die Hochlandsohle eingebettet – ideale Voraussetzungen für die Bewässerungslandwirtschaft.

Die terrassierten Berghänge im Barranco de Mogán zeugen von der traditionellen Landwirtschaft im Südwesten Gran Canarias.
Die terrassierten Berghänge im Barranco de Mogán zeugen von der traditionellen Landwirtschaft im Südwesten Gran Canarias.

Stauseen als Lebensgrundlage

Ohne Wasser wäre das Barranco de Mogán ähnlich trocken wie die gesamte Südwestküste. Die Presa de Soria – mit einem Fassungsvermögen von rund 40 Millionen Kubikmeter der größte Stausee der Kanarischen Inseln – speichert das Regenwasser des Hochlands und gibt es kontrolliert ins Tal ab. Das Bewässerungssystem aus Kanälen und Leitungen, das die Bauern des Barrancos über Generationen aufgebaut haben, ist heute eine der komplexesten landwirtschaftlichen Infrastrukturen der Insel.

Klimatischer Schutzraum

Das Barranco de Mogán ist weitgehend vor dem Nordostpassat geschützt, der die Küste austrocknet. In der windstillen Talzone sind die Temperaturen im Sommer deutlich erträglicher als an der Küste, im Winter spürbar wärmer als im Hochland. Dieses besondere Mikroklima macht das Tal zum natürlichen Glashaus Gran Canarias.

Landwirtschaft: Was wächst im Barranco de Mogán?

Das Barranco de Mogán ist ein Schaufenster der kanarischen Landwirtschaft. Die Terrassen an den Hängen und die breite Talsohle werden intensiv bewirtschaftet:

Subtropische Früchte

Auf den Terrassen wachsen Zitronen, Mango, Avocados, Papayas, Bananen und Kürbisse – alles Kulturen, die das milde, feuchte Talklima begünstigt. Die Zitronen des Barrancos gelten als besonders aromatisch und werden auf dem Markt in Puerto de Mogán verkauft.

Subtropische Früchte wie Mango gedeihen im milden Klima des Barranco de Mogán
Subtropische Früchte wie Mango gedeihen im milden Klima des Barranco de Mogán

Schnittblumen aus dem Gewächshaus

Im unteren Talbereich nahe Puerto de Mogán dominieren Gewächshäuser für Schnittblumen – Nelken, Gladiolen und exotische Blüten für den europäischen Exportmarkt. Diese Blumenkulturen sind Teil der Monokultur-Landwirtschaft, die seit den 1970er Jahren viele traditionellen Mischkulturen des Barrancos verdrängt hat.

Traditionelle Terrassenlandwirtschaft

Auf den älteren Terrassenfeldern im oberen Talbereich sieht man noch Mandelbäume, Weinstöcke und gemischte Gemüsegärten – Relikte der traditionellen kanarischen Subsistenzwirtschaft, die das Tal über Jahrhunderte ernährte.

Der Ort Mogán: Verwaltungssitz und Ausgangspunkt

Am oberen Ende des Barrancos liegt der Ort Mogán – der Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde und ein authentisches kanarisches Bergdorf abseits der Touristenzentren. Mit seinen weiß-rosa gestrichenen Häusern, dem blumengeschmückten Dorfplatz und der kleinen Kirche ist Mogán eines der hübschesten Orte im Südwesten der Insel.

Windmühle in Mogán
Windmühle in Mogán

Ausgangspunkt für Wanderungen

Mogán ist Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen in die umliegende Berglandschaft, unter anderem in Richtung Montaña de Tauro und zur Presa de Soria. Das Wanderportal Sunhikes hält aktuelle Routendaten und GPS-Tracks bereit.

Wandern im Barranco de Mogán und Umgebung

Das Barranco de Mogán ist kein klassisches Wanderziel mit ausgeschilderten Routen – aber es bietet die Kulisse für mehrere hervorragende Wanderungen im Gemeindegebiet Mogán. Besonders lohnend sind die Touren zu den Stauseen Presa de Soria und Presa de Chira sowie in die benachbarten Barrancos.

Wanderungen Presa de Soria

Der größte Stausee der Kanarischen Inseln – die Presa de Soria – liegt im Hochland oberhalb des Barrancos und ist Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen, darunter die Route zur Cascada Bonita (einem spektakulären Wasserfall nach starken Regenfällen). Aktuelle Routendaten bietet das Wanderportal Sunhikes.

Los Azulejos zählen zu den auffälligsten Naturphänomenen Gran Canarias.
Los Azulejos zählen zu den auffälligsten Naturphänomenen Gran Canarias.

Chira-Soria-Tunnel

Eine besondere Wandererfahrung ist der Chira-Soria-Tunnel – ein rund einen Kilometer langer Wassertunnel, der zwischen den beiden Stauseen verläuft und zu Fuß durchquert werden kann. Die Durchquerung dauert etwa 20–25 Minuten.

Wichtiger Hinweis: Der Tunnel ist bei Regen oder hohem Wasserstand absolut verboten und lebensgefährlich. Vor der Begehung unbedingt Wetterlage und Wasserstand prüfen.

Flora und Fauna im Barranco de Mogán

Das Tal verbindet zwei völlig verschiedene Vegetationszonen: Im Talboden dominieren die Kulturflächen mit subtropischen Nutzpflanzen, an den Hängen über den Terrassen wächst die typische kanarische Trockenbuschvegetation aus Tabaibas, Wolfsmilchgewächsen und Agaven.

Vogelbeobachtung

Im Talbereich sind Grünfink, Haussperling und verschiedene Taubenarten häufige Begleiter. An den felsigen Hängen kreisen Turmfalken. Wer frühmorgens im Tal ist, hört den Gesang des Kanarengirlitz

Besuchsinfos: Barranco de Mogán

EintrittKostenlos
ZugangJederzeit
ParkenIm Ort Mogán sowie entlang der GC-200 an ausgewiesenen Parkmöglichkeiten.
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserIm Ort Mogán verfügbar; für Wanderungen eigenes Wasser mitbringen
Chira-Soria-TunnelNur bei trockenem Wetter begehbar – Wasserstand prüfen
HundeErlaubt, an der Leine

Anfahrt zum Barranco de Mogán

Mit dem Auto: Von Puerto de Mogán aus: GC-200 nordwärts in Richtung Mogán. Die GC-605 führt ab Pie de la Cuesta durch den wilden Teil des Barranco de Mogán weiter hinauf zur Presa de Soria. Entlang der Strecke eröffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf das fruchtbare Tal und die terrassierten Hänge.

Mit dem Bus: Guaguas-Linien verbinden Puerto de Mogán mit dem Ort Mogán. Von Maspalomas und Puerto Rico aus bestehen Verbindungen nach Puerto de Mogán. Aktuelle Zeiten auf guaguasglobal.com.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Das Barranco de Mogán liegt im Gemeindegebiet Mogán und lässt sich hervorragend mit Puerto de Mogán („Kleines Venedig“), der Presa de Soria und den Los Azulejos an der GC-220 in Richtung La Aldea de San Nicolás verbinden.

Puerto de MogánCa. 10 km südlich – Hafen, Kanäle, Freitagsmarkt
Presa de SoriaIm Hochland über dem Tal – größter Stausee der Kanaren
Los AzulejosCa. 15 km nordwärts GC-220 – hydrothermale Farbfelsen
Montaña de TauroCa. 8 km – Naturdenkmal, Kultplatz der Altkanarier
Playa de AmadoresCa. 12 km – beliebter Badestrand nahe Puerto Rico
Los Azulejos zählen zu den auffälligsten Naturphänomenen Gran Canarias.
Los Azulejos zählen zu den auffälligsten Naturphänomenen Gran Canarias.

Beste Reisezeit für das Barranco de Mogán

JahreszeitBedingungen
Frühling (Mär–Mai)Ideal: Vegetation grün, Blüten in Gewächshäusern, angenehme Temperaturen
Herbst (Okt–Nov)Sehr gut: stabile Verhältnisse, Erntezeit verschiedener Früchte
Winter (Dez–Feb)Gut: milde Temperaturen, Zitronen- und Avocadoernte
Sommer (Jun–Sep)Heiß, aber im Tal kühler als an der Küste; Frühmorgenstunden ideal

Häufige Fragen zum Barranco de Mogán

Warum ist das Barranco de Mogán so fruchtbar?

Das Barranco de Mogán ist das fruchtbarste Tal Gran Canarias, weil es von den Stauseen im Hochland – vor allem der Presa de Soria und der Presa de Chira – mit Wasser versorgt wird. Dieses Bewässerungssystem ermöglicht den Anbau subtropischer Kulturen wie Zitronen, Avocados, Papayas und Bananen in einem sonst eher trockenen Abschnitt der Insel.

Was ist im Ort Mogán sehenswert?

Der Ort Mogán ist ein authentisches kanarisches Bergdorf mit weiß-rosa Häusern, einem blumengeschmückten Dorfplatz und einer kleinen Kirche. Weit weniger touristisch als Puerto de Mogán, bietet es einen echten Einblick in das Alltagsleben im Inland des Südwestens. Mogán ist außerdem Ausgangspunkt für Wanderungen zur Presa de Soria und zur Montaña de Tauro.

Was ist der Chira-Soria-Tunnel?

Der Chira-Soria-Tunnel ist ein etwa einen Kilometer langer Wassertunnel, der die beiden großen Stauseen Presa de Chira und Presa de Soria verbindet. Wanderer können ihn bei trockenem Wetter zu Fuß durchqueren (ca. 20–25 Minuten). Bei Regen oder hohem Wasserstand ist die Begehung lebensgefährlich und absolut verboten.

Kann man das Barranco de Mogán gut mit anderen Sehenswürdigkeiten verbinden?

Ja. Das Barranco de Mogán eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. Man kann den Besuch mit dem Bergdorf Mogán, der Presa de Soria, dem Chira-Soria-Tunnel oder den farbenfrohen Felsen der Los Azulejos an der GC-200 kombinieren. Auch Puerto de Mogán liegt nur wenige Fahrminuten entfernt und bietet sich als Abschluss der Tour an.

Wann lohnt sich ein Besuch im Barranco de Mogán besonders?

Das Barranco de Mogán kann man das ganze Jahr über besuchen. Besonders reizvoll ist das Tal im Frühjahr, wenn viele Obstbäume blühen und die Vegetation nach den Winterregen besonders üppig ist. Im Herbst und Winter prägen reife Zitrusfrüchte, Avocados und andere subtropische Kulturen das Landschaftsbild und sorgen für ein besonders grünes Erscheinungsbild.

Warum ist das Barranco de Mogán so grün?

Obwohl der Südwesten Gran Canarias zu den trockensten Regionen der Insel gehört, zählt das Barranco de Mogán zu den fruchtbarsten Tälern. Möglich wird das durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das Wasser aus den Hochland-Stauseen – vor allem der Presa de Soria und der Presa de Chira – in die landwirtschaftlichen Flächen leitet. Dadurch können hier ganzjährig subtropische Früchte und Gemüse angebaut werden.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com