Pico de las Nieves – der Dachfirst Gran Canarias

Mit 1.949 Metern ist der Pico de las Nieves der höchste Punkt Gran Canarias. Nicht der bekannteste – das ist der Roque Nublo mit seiner ikonischen Silhouette – aber der höchste. Der Gipfel liegt auf dem Gemeindegebiet von Tejeda und San Bartolomé de Tirajana, gehört zum Parque Rural del Nublo und bietet an klaren Tagen ein Panorama, das seinesgleichen sucht: Roque Nublo, Roque Bentayga, der Campanario, die Riscos de Tirajana und – bei optimaler Sicht – der Teide auf Teneriffa und die Nachbarinseln.

Ausblick vom Mirador Pico de las Nieves auf den Morro de la Agujereada.
Ausblick vom Mirador Pico de las Nieves auf den Morro de la Agujereada.

Der Gipfelbereich ist nicht ganz frei zugänglich: Eine Militäranlage (Radar) nimmt den Gipfelkopf ein; der zivile Aussichtspunkt (Mirador) liegt direkt daneben und ist kostenlos zugänglich. Gewandert werden kann der Pico als Teil der Route PR GC-51 ab Cruz Grande – einer der schönsten Hochgebirgstouren der Insel.

Pico de las Nieves – Steckbrief

Höhe1.949 m ü.M. – höchster Punkt Gran Canarias
TypBergmassiv; Teil des Zentralmassivs
LageGemeinden Tejeda und San Bartolomé de Tirajana
SchutzstatusParque Rural del Nublo
GipfelzugangMilitäranlage auf Gipfelkopf; Mirador daneben frei zugänglich
MiradorKostenlos; Parkplatz vorhanden; Panorama Zentralmassiv
WanderungPR GC-51: Pico de las Nieves → Cruz Grande (~18 km, schwer)
AnfahrtGC-600 ab Cruz de Tejeda oder GC-130 ab San Bartolomé
Beste ZeitOktober–April; im Winter gelegentlich Schnee
HinweisLeitungswasser am Gipfel nicht trinkbar; ausreichend Wasser mitbringen
In knapp 2.000 Metern Höhe kann es selbst an sonnigen Tagen überraschend kühl und windig sein. Sonnenschutz und eine winddichte Jacke gehören deshalb ins Gepäck.

Der Gipfelbereich

Der Gipfelbereich des Pico de las Nieves ist durch die spanische Militäranlage (Radar-Station) geprägt, die den eigentlichen Höchstpunkt einnimmt. Der Mirador Pico de las Nieves liegt direkt neben der Anlage und ist jederzeit kostenlos zugänglich – mit einem Panorama, das auf keiner Rundreise durch das Zentralmassiv fehlen sollte. Der Blick auf den Campanario (1.917 m) gegenüber ist einer der eindrucksvollsten Gebirgsblicke der Insel.

Blick auf den Campanario – einer der eindrucksvollsten Gebirgsblicke der Insel.
Blick auf den Campanario – einer der eindrucksvollsten Gebirgsblicke der Insel.

Übrigens: Geodätisch gilt inzwischen der nahe gelegene Morro de la Agujereada mit rund 1.956 Metern als eigentlich höchster Punkt Gran Canarias – gut sieben Meter über dem Pico de las Nieves. Da er aber auf einem schwer zugänglichen, militärisch genutzten Hang liegt und über keinen offiziellen Aussichtspunkt verfügt, bleibt der Pico de las Nieves der „Dachfirst“ für Besucher.

Bei klarer Sicht sieht man vom Mirador: Roque Nublo, Roque Bentayga, El Montañón, die Riscos de Tirajana, die Ost- und Westküste der Insel – und an optimalen Tagen den Teide auf Teneriffa, La Palma und El Hierro.

Die Wanderung PR GC-51 – Pico de las Nieves → Cruz Grande

Die Route PR GC-51 verbindet den Pico de las Nieves mit Cruz Grande und führt durch das spektakulärste Hochgebirgsgelände der Insel: vorbei am Campanario, durch die Degollada de los Gatos, am Ventana del Nublo entlang, durch Felsformationen und Barrancos bis nach Cruz Grande. Die Route ist ausgeschildert und auf Sunhikes.com dokumentiert.

Ausblick über die Klippen des Naturmonuments Riscos de Tirajana – Felswände, die den Südrand des Zentralmassivs bilden.
Ausblick über die Klippen des Naturmonuments Riscos de Tirajana – Felswände, die den Südrand des Zentralmassivs bilden.

Geologischer Hintergrund

Der Pico de las Nieves ist nicht vulkanischen Ursprungs im klassischen Sinn – er besteht aus alten Intrusivgesteinen (Syenit und Gabbro), die tief im Erdinneren erstarrten und durch spätere Erosion freigelegt wurden. Das Zentralmassiv Gran Canarias, zu dem der Pico gehört, ist der geologisch älteste Teil der Insel – rund 14 Millionen Jahre alt. Der Name „Nieves“ (Schnee) erinnert daran, dass der Gipfel früher im Winter regelmäßig Schnee trug; heute ist das selten, aber möglich. Damals wurde der Schnee in sogenannten Pozos de Nieve gesammelt und als kostbares Eis bis in die Dörfer und Städte der Insel transportiert. Einige dieser historischen Schneeschächte sind auf Gran Canaria bis heute erhalten.

Der Schneeschacht Pozo Nieve Grande diente früher zur Sammlung und Konservierung von Schnee im Hochland Gran Canarias.
Der Schneeschacht Pozo Nieve Grande diente früher zur Sammlung und Konservierung von Schnee im Hochland Gran Canarias.

Fauna und Flora

In der Höhenlage des Pico de las Nieves dominiert die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) – eine der widerstandsfähigsten Koniferenarten der Welt, die selbst nach Bränden wieder austreibt. In den Felsspalten wachsen Endemiten der Hochlagen, darunter verschiedene Aeonium-Arten. An Vögeln sind Kanarengirlitz, Blaumeise und gelegentlich der Fischadler zu beobachten.

Der Kanarengirlitz ist ein kleiner, endemischer Finkenvogel der Kanarischen Inseln.
Der Kanarengirlitz ist ein kleiner, endemischer Finkenvogel der Kanarischen Inseln.

Besuchsinfos: Pico de las Nieves

EintrittKostenlos
ParkenKostenlos am Gipfelparkplatz GC-130
MiradorJederzeit zugänglich
RadaranlageMilitärisches Sperrgebiet – nicht betreten
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserNicht aus Leitungsnetz – eigenes Wasser mitbringen
Beste ReisezeitOktober bis April; klare Sicht auf Teneriffa am häufigsten im Herbst
KleidungSelbst im Frühling oder Herbst kann es auf dem Gipfel kühl und sehr windig sein – eine Jacke gehört ins Gepäck
SonnenschutzDie intensive Höhenlage sorgt für eine hohe UV-Strahlung – Sonnencreme und Sonnenbrille sind empfehlenswert

Anfahrt zum Mirador Pico de las Nieves

Mit dem Auto
Von Cruz de Tejeda führt die GC-600 in rund 15 bis 20 Minuten zum Mirador Pico de las Nieves. Die Strecke ist gut ausgeschildert und zählt zu den schönsten Panoramastraßen der Insel. Von Las Palmas de Gran Canaria beträgt die Fahrzeit etwa eine Stunde. Ein kostenloser Parkplatz befindet sich direkt am Aussichtspunkt. Wer aus dem Süden anreist, erreicht den Mirador von San Bartolomé de Tirajana (Tunte) über die GC-130 in etwa 20 bis 30 Minuten.
Mit dem Bus
Eine direkte Busverbindung bis zum Mirador gibt es nicht. Über Cruz de Tejeda ist die Region mit der Global Linie 18 (Maspalomas → Tejeda) erreichbar – für das letzte Stück auf den Gipfel ist danach allerdings ein Taxi oder Mietwagen nötig.

Kombinationen

Cruz de Tejeda~15 Min.; Parador, geografischer Mittelpunkt der Insel
Roque Nublo~25 Min.; Reservierung nötig: reservasroquenublo.com
Roque Bentayga~30 Min.; heiliger Felsen der Guanchen; Archäologie
Tejeda~20 Min.; Mandeldorf, Bienmesabe, Dulcerías
PR GC-51 WanderungAb Pico de las Nieves → Cruz Grande; ~18 km; schwer; auf Sunhikes.com
Der Camino Real verläuft vom Pico de las Nieves zur Cruz Grande im Bergland Gran Canarias.
Der Camino Real verläuft vom Pico de las Nieves zur Cruz Grande im Bergland Gran Canarias.

Häufige Fragen zum Pico de las Nieves

Kann man den Gipfel des Pico de las Nieves besteigen?

Den eigentlichen Gipfelkopf nimmt eine Militäranlage (Radar-Station) ein – dieser Bereich ist nicht öffentlich zugänglich. Der Mirador Pico de las Nieves direkt daneben ist jedoch kostenlos und jederzeit zugänglich und bietet das vollständige Panorama.

Gibt es Schnee am Pico de las Nieves?

Gelegentlich – bei starken Kältewellen im Winter (Dezember bis Februar) kann am Pico de las Nieves kurzzeitig Schnee liegen. Das ist selten, aber möglich. Der Name „Nieves“ (Schnee) erinnert an frühere Zeiten, als der Gipfel regelmäßiger Schnee trug. Damals wurde der Schnee in sogenannten Pozos de Nieve gesammelt und als Eis auf der ganzen Insel genutzt.

Welche Wanderung führt auf den Pico de las Nieves?

Die Route PR GC-51 verbindet den Pico de las Nieves mit Cruz Grande und ist die bekannteste Hochgebirgswanderung dieser Region. Die Route ist auf Sunhikes.com dokumentiert. Sie ist als schwer eingestuft und erfordert entsprechende Ausrüstung und Erfahrung.

Ist der Pico de las Nieves wirklich der höchste Berg Gran Canarias?

Nicht ganz. Der eigentliche höchste Punkt der Insel ist der Morro de la Agujereada mit rund 1.956 Metern, der nur wenige Meter vom Pico de las Nieves entfernt liegt. Da dieser Bereich jedoch nicht öffentlich zugänglich ist, gilt der Mirador am Pico de las Nieves als der höchste Aussichtspunkt, den Besucher erreichen können.

Warum ist es auf dem Pico de las Nieves oft so kalt?

Mit fast 2.000 Metern Höhe gehört der Pico de las Nieves zu den kühlsten Orten Gran Canarias. Während an der Küste Badewetter herrscht, weht hier oben oft ein kräftiger Wind und die Temperaturen liegen deutlich niedriger. Eine winddichte Jacke gehört deshalb bei jedem Besuch ins Gepäck.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com