Durch das Barranco del Agua zum Roque Nublo: die mittlere S-70-Route
Zwischen dem kurzen Klassikerpfad und der langen Abenteurer-Route liegt diese Tour: 7,6 Kilometer, moderat, mit allem, was den Wanderweg S-70 zum Roque Nublo so besonders macht. Der Weg führt über die Degollada de la Goleta steil hinunter ins Barranco del Agua – vorbei an riesigen Felsblöcken, einer verlassenen Waldhütte und versteckten Höhlenwohnungen in der Felswand – hinauf zum Risco de la Fogalera und schließlich auf das Gipfelplateau des Naturdenkmals Roque Nublo. 518 Höhenmeter, gut zwei bis drei Stunden, und ein Ausblick, der alle Mühen lohnt.

Diese Route ist die vollständigste der moderaten S-70-Varianten: Sie zeigt den Kiefernwald mit seinen Findlingen, die stille Kulisse der Schlucht La Culata, den unbekannten Aussichtspunkt Risco de la Fogalera und das berühmte Gipfelplateau mit Roque Nublo, Roque Rana und El Fraile. Für alle, die den Roque Nublo ernsthaft erleben wollen, ohne eine Schwer-Tour anzugehen, ist dies die richtige Wahl.
Dieser Artikel liefert Steckbrief, Routenbeschreibung in vier Abschnitten, Hintergründe zum Barranco del Agua und zum Naturdenkmal sowie alle Tipps zu Reservierung, Anfahrt und Ausrüstung.
Wichtiger Hinweis: Reservierungspflicht am Roque Nublo (S-70)
Diese Route verläuft vollständig auf dem Wanderweg S-70, für den seit dem 3. Februar 2025 eine Reservierungspflicht gilt. Ohne gültige Reservierung wird man am Zugang abgewiesen.
Reservierung unter reservasroquenublo.com – vorab buchen.

| Reservierung | Online unter reservasroquenublo.com – kostenlos, Pflicht |
|---|---|
| Öffnungszeiten | Montag bis Sonntag, 09:00 bis 17:00 Uhr |
| Kapazität | Max. 60 Personen pro Stunde, max. 300 Personen pro Tag |
| Shuttle ab Tejeda | Fahrzeit ca. 30 Minuten – alle 30 Min. von 09:30 bis 18:00 Uhr |
| Shuttle ab Cruz de Los Llanos | Fahrzeit ca. 10 Minuten – alle 30 Min. von 09:30 bis 18:00 Uhr |
| Bus Maspalomas | Global Linie 18 – 3 Verbindungen täglich |
| Parkplatz La Goleta | Gesperrt – Anreise per Shuttle oder zu Fuß |
| Ausnahmen | Andere Wanderwege (nicht S-70), Schulen, offizielle Gruppen, Einwohner Artenara/Tejeda |
Wanderung Barranco del Agua zum Roque Nublo auf einen Blick
| Streckenlänge | 7,6 km (Rundwanderung) |
|---|---|
| Schwierigkeit | moderat – leicht zu folgen, trittsicher |
| Gehzeit | ca. 2:15 bis 3:00 Stunden |
| Höhenmeter Aufstieg | 518 hm |
| Höhenmeter Abstieg | 518 hm |
| Höchster Punkt | 1.730 m (Gipfelplateau Roque Nublo) |
| Niedrigster Punkt | 1.334 m (Barranco del Agua / La Culata) |
| Startpunkt | Parkplatz Goleta del Nublo, GC-600, Tejeda (Shuttle empfohlen) |
| Wegmarkierung | S-70 |
| Routentyp | Rundwanderung |
| Schutzstatus | Parque Rural del Nublo / Monumento Natural Roque Nublo |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April – klare Sicht, angenehme Temperaturen |
| Wasser | Wasser, Sonnenschutz, Wind- und Regenschutz mitbringen |
| Besonderheit | Barranco del Agua + Höhlenwohnungen + Risco de la Fogalera + Gipfelplateau |

Anfahrt und Startpunkt
Startpunkt ist der Parkplatz Goleta del Nublo an der GC-600. Der Parkplatz ist gesperrt – Anreise per Shuttle oder zu Fuß. Shuttle ab Tejeda (30 Minuten, alle 30 Min. ab 09:30 Uhr) und ab Cruz de Los Llanos (10 Minuten, alle 30 Min. ab 09:30 Uhr). Letzte Fahrt 18:00 Uhr. Mit dem Bus: Global Linie 18 dreimal täglich aus Maspalomas nach Tejeda. Aktuelle Fahrpläne unter: Guaguasglobal.com – Busverbindungen Tejeda / Roque Nublo
Die Wanderung in vier Abschnitten
Die Route folgt durchgehend dem gut markierten Wanderweg S-70 – leicht zu folgen, keine weglosen Abschnitte. Trotzdem: Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind Pflicht, besonders im steilen Abstieg nach La Culata und auf dem Aufstieg zum Gipfelplateau.

Abschnitt 1: Degollada de la Goleta und steiler Abstieg ins Barranco del Agua
Vom Parkplatz Goleta del Nublo quert der S-70 sofort die Straße und beginnt mit einem steilen Abstieg Richtung La Culata. Die Degollada de la Goleta – der Pass zwischen den Becken von Tejeda und Ayacata – bietet bereits hier einen spektakulären Blick auf die Schlucht La Culata am oberen Ende des Tejeda-Beckens. Informationstafeln erklären den Naturraum.

Im Abstieg überquert man den Wasserlauf Barranco del Agua und verlässt kurz das Gebiet des Naturdenkmals. Man betritt das Gebiet El Huerto del Amo – benannt nach einem früheren Besitzer dieser Waldzone. Hier stehen riesige Felsblöcke zwischen den Kiefernstämmen, die einst vom Berggrat Esquina del Morro abgestürzt sind. Eine der ungewöhnlichsten Kulissen dieser Tour.

Abschnitt 2: Casa del Pino und Höhlenwohnungen
Nach etwa 1,2 Kilometern biegt man auf dem S-70 nach links ab. Der Weg führt vorbei an der Casa del Pino – einem verlassenen Waldhaus am nordöstlichen Rand des Schutzgebiets. Die Ruine steht unter einem zylinderförmigen Felsvorsprung, direkt daneben: Höhlenwohnungen in der Felswand. Einige Nischen sind noch gut erkennbar – sie zeugen von einer Zeit, in der diese abgelegene Waldzone bewohnt war.

An der Weggabelung weiter Richtung Nublo. Der Weg biegt nach links ab, führt durch den Kiefernwald, überquert die Schlucht La Peña und beginnt steiler anzusteigen. Links öffnet sich der Blick auf die Degollada Blanca, rechts führt ein steiniger Weg zum Risco de la Fogalera.
Abschnitt 3: Risco de la Fogalera – der unbekannte Aussichtspunkt
Ein kurzer Abstecher rechts auf dem steinigen Weg führt zum Risco de la Fogalera. Von diesem Felssporn hoch über der Caldera de Tejeda zeigt sich der Roque Nublo von einer Seite, die kaum jemand kennt: nicht von unten, nicht vom Plateau – sondern gegenüber, auf Augenhöhe. Der Roque Bentayga im Südwesten, der Barranco del Chorrillo tief unten, La Aldea de San Nicolás in der Ferne.

Zurück auf dem S-70 rechts abbiegen – andere Perspektive auf den Nublo. Nach ca. 600 Metern links weiter bergauf.

Abschnitt 4: Gipfelplateau des Roque Nublo und Abstieg
Nach etwa 650 Metern Aufstieg erreicht man das Felsplateau des Naturdenkmals Roque Nublo. Roque Nublo (65 Meter über dem Sockel), Roque Rana (der Frosch) und El Fraile (der Mönch) stehen in unmittelbarer Nähe – drei Felsformationen, die aus demselben vulkanischen Ursprung stammen und durch Jahrmillionen Erosion ihre charakteristischen Formen angenommen haben.

Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Teide auf Teneriffa. Entlang des Plateaus bieten sich wechselnde Perspektiven. Der 1,8 km lange Abstieg zurück nach La Goleta ist gut ausgeschildert.

Das Barranco del Agua: Geschichte und Geologie
Das Barranco del Agua – wörtlich die Wasserschlucht – ist einer der kleineren Seitenzuläufe des Tejeda-Beckens. Der Name verweist auf die saisonalen Wasserläufe, die hier nach starken Regenfällen fließen und die Schlucht über Jahrtausende ausgehöhlt haben. Das Gebiet El Huerto del Amo am Fuß der Schlucht war einst landwirtschaftlich genutzt – die alten Terrassenmauern und die Ruine der Casa del Pino zeugen davon.
Die Felsblöcke im Kiefernwald stammen vom Berggrat Esquina del Morro und sind im Laufe von Jahrtausenden durch Frost, Erosion und tektonische Bewegungen herabgestürzt. Manche sind mehrere Meter groß. Sie bieten Schatten, Feuchtigkeit und Unterschlupf – und machen diesen Waldabschnitt zu einem der artenreichsten auf dem Nublo-Massiv.
Das Naturdenkmal Roque Nublo
Das Monumento Natural Roque Nublo umfasst 451 Hektar innerhalb des Parque Rural del Nublo. Der rund 65 Meter hohe Phonolith-Monolith entstand aus erstarrter Lava und wurde durch Erosion freigelegt. Auf 1.813 Metern Höhe überragt er die Caldera de Tejeda – und ist bei klarem Wetter von weiten Teilen der Insel sichtbar. Für die Ureinwohner war er ein heiliger Ort. Heute ist er das bekannteste Naturdenkmal Gran Canarias.

Schutzstatus
Die Route verläuft durch den Parque Rural del Nublo und berührt das Monumento Natural Roque Nublo. Wegegebot, kein Feuer, keine Pflanzenentnahme, Abfall mitnehmen. Wildcampen verboten. Leitungswasser nicht trinkbar.
Flora und Fauna: Kiefern, Felsblöcke und Turmfalken
Der Kiefernwald des S-70 ist einer der schönsten auf Gran Canaria. Die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) dominiert. Zwischen den Felsblöcken wachsen Farne, Moose und Aeonium-Arten. Im Frühjahr blühen Zistrosen entlang des Weges. Rund um das Gipfelplateau öffnet sich die Vegetation zu Tabaibas und Cardonales. Über den Felsen kreisen Turmfalken und Bussarde. Im Kiefernwald sind Kanarengirlitze und Blaufinken zu hören.
Beste Reisezeit
| Herbst (Okt–Nov) | Klare Sicht, Teide am Horizont – ideal |
|---|---|
| Winter (Dez–Feb) | Kühl, gute Fernsicht, intensive Grüntöne – sehr gut |
| Frühling (Mär–Mai) | Zistrosenblüte im Kiefernwald – schönste Vegetation |
| Sommer (Jun–Sep) | Früh starten vor 9 Uhr – Kiefernwald angenehm, offene Abschnitte heiß |

Ausrüstung
| Schuhwerk | Festes Schuhwerk – steiler Abstieg nach La Culata und Aufstieg zum Plateau |
|---|---|
| Wasser | Mindestens 1 Liter pro Person mitnehmen. Auf der gesamten Route gibt es keine Einkehrmöglichkeit und keine verlässliche Trinkwasserquelle. |
| Sonnenschutz | Hut, Brille, Creme – Gipfelplateau ohne Schatten |
| Wind-/Regenschutz | Leichte Jacke – Höhenlage, Wetter kann schnell wechseln |
| Reservierung | Vorab auf reservasroquenublo.com – ohne Reservierung kein Zugang S-70 |

Kombinationsmöglichkeiten
| Roque Nublo Klassiker | Kürzeste Route: 4,8 km, leicht – ideal für Einsteiger |
|---|---|
| Risco de la Fogalera Variante | 5,8 km, moderat – ohne Abstieg ins Barranco del Agua |
| S-70 Abenteurer-Route | 11,2 km, schwer – vollständige S-70-Tour mit Bentayga-Fenster |
| Tejeda | Bergdorf am Fuß des Nublo-Massivs: Mazapán, Bienmesabe, Mandelsüßigkeiten |

GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:
Zur Routenseite auf Sunhikes: Wandern über das Barranco del Agua zum Roque Nublo
Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:
Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes
Praktische Tipps
Reservierung: Pflicht für den S-70. Kostenlos buchen auf reservasroquenublo.com. Frühzeitig buchen – beliebte Termine sind schnell vergeben.
Schwierigkeit: Obwohl die Tour mit rund 7,6 Kilometern vergleichsweise kurz ist, sorgen der Abstieg in den Barranco del Agua und der anschließende Gegenanstieg für insgesamt 518 Höhenmeter. Der Untergrund besteht stellenweise aus losem vulkanischem Geröll und felsigen Passagen. Trittsicherheit, feste Wanderschuhe und eine gute Grundkondition sind deshalb empfehlenswert.
Shuttle: Parkplatz La Goleta gesperrt. Shuttle ab Tejeda oder Cruz de Los Llanos. Letzter Shuttle 18:00 Uhr.
Früh starten: Vor 9 Uhr aufbrechen. Der Abstieg nach La Culata ist im Sommer bereits am Vormittag heiß. Das Gipfelplateau füllt sich an Wochenenden schnell – wer früh kommt, hat es oft für sich.
Casa del Pino und Höhlenwohnungen: Diese historischen Zeugnisse liegen direkt am Weg – langsam gehen und genau hinsehen. Die Höhlenwohnungen in der Felswand sind unauffällig, aber eindrucksvoll.

Hinweis: Parque Rural del Nublo und Reservierungspflicht
Die gesamte Wanderung verläuft durch den Parque Rural del Nublo und berührt das Monumento Natural Roque Nublo. Wildcampen ist verboten. Lagerfeuer strikt untersagt. Leitungswasser nicht trinkbar. Für den S-70-Bereich gilt die Reservierungspflicht unter reservasroquenublo.com.
Häufige Fragen zur Wanderung Barranco del Agua zum Roque Nublo
Was ist das Besondere an dieser Route im Vergleich zum Klassiker?
Brauche ich eine Reservierung?
Wie anspruchsvoll ist der Abstieg ins Barranco del Agua?
Benötigt man für diese Wanderung Wanderstöcke?
Gibt es unterwegs Wasser oder Einkehrmöglichkeiten?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.
Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:


