Rundwanderung Caldera de Bandama: Am Rand des jüngsten Vulkans Gran Canarias
Wer Las Palmas de Gran Canaria in Richtung Süden verlässt und die kurvenreiche Straße nach Santa Brígida nimmt, dem öffnet sich nach knapp zwanzig Minuten einer der faszinierendsten Anblicke der Insel: ein vollständig erhaltener Vulkankrater, so perfekt geformt, als wäre er gestern entstanden. Die Caldera de Bandama ist der jüngste Vulkan Gran Canarias – vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren durch eine Serie von Wasserdampfexplosionen entstanden. Heute liegt sie still, mit einem Kessel von gut einem Kilometer Durchmesser und 216 Metern Tiefe, während die Wände aus dunklem Pyroklast und helleren Tuffschichten in ruhigen Horizontallinien ablesbar machen, was in dieser Erde steckt.

Die Rundwanderung um die Caldera de Bandama gehört zu den eindrucksvollsten und zugleich am einfachsten erreichbaren Wanderungen Gran Canarias. Auf 3,6 Kilometern umrundet der ausgeschilderte Wanderweg CBC – Circuito de la Crátera de Bandama den gesamten Kraterrand. Immer wieder öffnen sich spektakuläre Ausblicke über den Vulkan, den Real Club de Golf de Las Palmas – den ältesten Golfplatz Spaniens –, bis zur Küste von Las Palmas de Gran Canaria und bei klarer Sicht sogar bis zum Teide auf Teneriffa. Der Startpunkt liegt nur rund 15 Kilometer vom Flughafen Gran Canaria entfernt.
Dieser Artikel begleitet durch die Tour: mit Steckbrief, Anfahrt, detaillierter Routenbeschreibung, einem Überblick zur Geologie und Flora sowie Tipps zu Jahreszeit, Ausrüstung und Kombination mit dem benachbarten Pico de Bandama.
Caldera de Bandama – auf einen Blick
| Fakten | Details |
|---|---|
| Streckenlänge | 3,6 km Rundwanderung |
| Schwierigkeit | moderat – leicht zu folgen, vorwiegend Pfade |
| Gehzeit | ca. 1:15 bis 1:45 Stunden |
| Höhenmeter | 271 hm Aufstieg / 271 hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 479 m (Pico de Bandama, optional) |
| Niedrigster Punkt | 360 m (tiefster Kraterrandpunkt) |
| Startpunkt | Ortschaft Bandama – Bushaltestelle / Parkplatz bei Bodega Hoyos de Bandama |
| Wegmarkierung | CBC – Circuito de la Crátera de Bandama |
| Schutzstatus | Monumento Natural de Bandama, 325,7 Hektar |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April – mild, seltener Wind |
| Wasser unterwegs | Keine Quelle – in Bandama oder Las Palmas de Gran Canaria auffüllen |
| Besonderheit | Jüngster Vulkan Gran Canarias │ Ältester Golfclub Spaniens am Kraterrand │ Cuevas de la Bodega |

Anfahrt und Startpunkt
Der Startpunkt der Rundwanderung liegt am Mirador de Bandama oberhalb des Kraterrandes. Von Las Palmas de Gran Canaria fährt man über die GC-4 und anschließend über die GC-800 in Richtung Santa Brígida und Bandama. Je nach gewählter Route führen auch Nebenstraßen wie die GC-802 zum Aussichtspunkt. Die Fahrzeit beträgt je nach Verkehr rund 20 Minuten.
Die meisten Wandernden starten direkt am Mirador de Bandama, wo sich der größte Parkplatz befindet. Weitere Parkmöglichkeiten gibt es im Bereich des Real Club de Golf de Las Palmas sowie entlang der Zufahrtsstraße zum Kraterrand. An Wochenenden und Feiertagen empfiehlt sich eine frühe Anreise, da die Parkplätze insbesondere am Vormittag schnell belegt sind.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Bandama ebenfalls erreichbar. Je nach Verbindung ist ein kurzer Fußweg vom nächstgelegenen Halt bis zum Mirador erforderlich. Aktuelle Verbindungen unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen Gran Canaria / Santa Brígida
Frühes Kommen lohnt sich: Wer vor 9 Uhr auf dem Weg ist, hat den Kraterrand meist für sich.
Die Rundwanderung um die Caldera de Bandama im Detail
Die Route folgt dem ausgeschilderten Wanderweg CBC – Circuito de la Crátera de Bandama. Die Wegmarkierung ist gut sichtbar, die meisten Abzweige eindeutig beschriftet. GPS-Track ist empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig.

Abschnitt 1: Mirador und erster Abstieg
Die Wanderung beginnt beim Mirador Caldera de Bandama, der bereits einen ersten, unvermittelten Blick in den Kessel freigibt. Von der Aussichtsterrasse aus folgt man etwa 300 Meter der Piste unterhalb des Golfplatzes, vorbei am Hotel. Dann öffnet sich der eigentliche Kraterrundweg.

Gleich nach dem Einstieg auf den CBC-Weg beginnt der Abstieg steil nach unten. Die Höhe des Kraterrandes fällt auf diesem Abschnitt um rund 60 Meter. Linker Hand liegt die Tiefe des Kessels – schroffe, fast senkrechte Wände aus dunklem Pyroklast und hellem Tuff, in Schichten geordnet wie die Jahresringe eines Baumes. Nach etwa 200 Metern erreicht man den Aussichtspunkt mit Blick auf die Cuevas de la Bodega: unterirdische Höhlen, die früher als Weinkeller dienten und der nahe gelegenen Bodega ihren Namen gaben.

Abschnitt 2: Aschefelder und tiefster Punkt
Rechts vorbei an grauen Aschefeldern – den sogenannten Lapillifeldern – führt der Weg weiter. Die dunklen Schlacken-Flächen aus vulkanischem Lapilli und Asche sind ein eindrückliches Relikt der damaligen Eruptionen. Auf diesem Abschnitt sind auch die ersten der inseltypischen Kanareneidechsen zu beobachten: auf Steinhaufen, in Felsspalten, träge in der Sonne liegend. Nach gut einem Kilometer ist der tiefste Punkt der Wanderung erreicht. Von hier geht es ein kurzes Stück bergauf.

Abschnitt 3: Der Panoramaweg
Jetzt beginnt der schönste Abschnitt der Tour. Auf den nächsten 1,4 Kilometern führt der Weg am Panoramakamm entlang. Immer wieder öffnen sich Ausblicke: auf die schroffen Felsformationen auf der gegenüberliegenden Kraterseite, auf die einsame Finca mit ihren Weinreben auf dem Kraterboden weit unten, auf die Weinberge und Gärten der Kulturlandschaft im Inneren des Kessels. Und dahinter: der Atlantik. An klaren Tagen reicht das Panorama bis hinüber zu den Gipfeln Teneriffas.

Abschnitt 4: Rückweg und Pico de Bandama
Am Ende des Panoramaweges verlässt man den Kraterrand und steigt zur Straße hinauf. Diese führt direkt zum Pico de Bandama auf 574 Metern. Wer die Energie noch hat: Der kurze Aufstieg dauert etwa 15 Minuten zusätzlich und belohnt mit einem 360-Grad-Panorama über die Caldera, Las Palmas de Gran Canaria, die Ostkandare der Insel und – bei exzellenter Sicht – bis Teneriffa und La Gomera. Dann vorsichtig auf der Straße zurück zum Ausgangspunkt.

Hinweis: Monumento Natural de Bandama
Die Wanderung verläuft durch das Monumento Natural de Bandama – ein gesetzlich geschütztes Naturdenkmal der Kanarischen Inseln mit 325,7 Hektar. Es gelten die Standardregeln kanarischer Schutzgebiete: Wegegebot, Abfall mitnehmen, kein offenes Feuer, keine Pflanzenentnahme. Eine Sondergenehmigung ist für die Begehung des Kraterrandes nicht erforderlich. Der Abstieg in den Kraterboden ist frei zugänglich und über eine Schotterstraße ab dem Startpunkt Bandama erreichbar.
Die Caldera de Bandama: Geologie eines Schlundkraters
Die Caldera de Bandama ist kein klassischer Vulkankrater, sondern ein sogenannter Maarkrater. Er entstand vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren, als aufsteigendes Magma mit Grundwasser in Kontakt kam. Die gewaltigen Wasserdampfexplosionen sprengten das Gestein heraus und formten den heute fast kreisrunden Krater mit rund einem Kilometer Durchmesser und 216 Metern Tiefe. Die unterschiedlichen Schichten aus Tuff, vulkanischer Asche und Basalt lassen sich entlang des Kraterrandes besonders gut erkennen.
Monumento Natural de Bandama
Die Caldera de Bandama und der angrenzende Pico de Bandama sind gemeinsam als Monumento Natural de Bandama unter Schutz gestellt – ein nationales Naturdenkmal von 325,7 Hektar. Das Schutzgebiet umfasst den gesamten Krater und die umgebenden Hänge. Es gelten die üblichen Regeln: Wegegebot, kein Feuer, keine Pflanzenentnahme. Eine Sondererlaubnis für die Wanderung am Kraterrand ist nicht erforderlich.
Flora und Fauna an der Caldera de Bandama
Die Vegetation des Kraterrandes ist überraschend vielfältig. Auf den Hängen wachsen verschiedene Aeonium-Arten – kanarische Hauswurzen mit auffälligen Rosettenblättern, die gelb blühen und als endemische Pflanzengruppe der Kanarischen Inseln gelten. Dazu kommen Tabaibas (kanarische Wolfsmilchgewächse), Cardonales (Säulenkakteen) und an der Kraterwand verschiedene Farne und Moos-Gesellschaften, wo die Feuchtigkeit länger hält.

Die Fauna am Kraterrand ist dominiert von der Kanarischen Eidechse (Gallotia stehlini) – einer endemischen, bis zu 80 Zentimeter langen Eidechsenart, die auf Gran Canaria besonders groß und häufig ist. Auf den sonnenwarmen Steinhaufen der Lapillifelder sieht man sie regelmäßig. Zudem sind verschiedene Greifvogelarten zu beobachten: der Turmfalke kreist über dem Kessel, und gelegentlich zeigt sich der seltene Eleonorenfalke in der Zugzeit.

Beste Reisezeit für die Caldera de Bandama
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Herbst (Okt–Nov) | Angenehme Wärme, erste Vegetation wieder grün | Ideal – Kratervegetation frisch, Sicht gut |
| Winter (Dez–Feb) | Kühl, gelegentlich bewölkt, intensives Grün | Eindrucksvollste Vegetation; Morgen bewölkt möglich |
| Frühling (Mär–Mai) | Blütezeit, mildes Klima, Aeonium in Blüte | Optimale Saison |
| Sommer (Jun–Sep) | Heiß, wenig Vegetation, klar | Früher Start vor 9 Uhr; wenig Schatten auf dem Kraterrand |
Die produktivste Wanderzeit liegt zwischen Oktober und Mai. Im Sommer ist die Tour technisch problemlos möglich, doch der Kraterrand bietet kaum Schatten – ein Start vor 9 Uhr und mindestens 1,5 Liter Wasser sind Pflicht.

Ausrüstung
| Was | Empfehlung |
|---|---|
| Schuhwerk | Feste Wanderschuhe – Pfad felsig und stellenweise mit Lapilli bedeckt |
| Wasser | 1,5 Liter pro Person – keine Quelle auf der Route |
| Sonnenschutz | Hut, Brille, Creme – besonders auf dem Panoramaabschnitt |
| Navigation | GPS-Track empfohlen – CBC-Markierung gut, aber nicht lückenlos |
| Windschutz | Leichte Jacke – Kraterrand kann windig sein, besonders im Winter |
| Zusatz | Kamera für Panorama und Eidechsen-Begegnungen |
Kombinationsmöglichkeiten
| Kombination | Zweite Tour / Ziel | Charakter |
|---|---|---|
| Klassiker | Abstieg in den Krater (3,4 km, moderat) | Gleiche Caldera, anderer Weg – in den Kraterkessel hinein |
| Gipfelsturm | Pico de Bandama (574 m, +15 Min.) | Direkt im Anschluss: 360-Grad-Panorama vom Gipfel |
| Jardín Canario (15 Min. Fahrt) | Botanischer Garten | Ideale Kombination |
| Kulturelles | Caldera + Guayadeque | Zwei Naturdenkmäler an einem Tag |

GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track zur Rundwanderung um die Caldera de Bandama – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:
Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Caldera de Bandama – Kraterrand auf Gran Canaria
Wer die Runde individuell anpassen möchte – zum Beispiel den Abstieg in den Kraterkessel direkt anschließen oder die Route mit dem Pico de Bandama kombinieren – kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:
Eigene Route rund um die Caldera de Bandama planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps
Parken: Kostenlos beim Mirador Caldera de Bandama. Wochentags kein Problem, an Wochenenden im Sommer früh kommen.
Einkehr: Die Bodega Hoyos de Bandama am Startpunkt produziert Weine aus Trauben, die aus dem Kraterboden stammen – eine Verkostung ist nach der Wanderung absolut empfehlenswert. Der Wein der Caldera ist inselberühmt.
Golfclub: Der Real Club de Golf de Las Palmas de Gran Canaria liegt direkt am Kraterrand und gilt als ältester Golfclub Spaniens – gegründet von britischen Einwanderern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wer keinen Golfspieler kennt, kann die Clubanlage vom Wanderweg aus beobachten.
Einstiegszeit: Wer weniger Begegnungen sucht, startet vor 9 Uhr. Der Kraterrand ist morgens in der Regel nahezu menschenleer.
Früh starten: Vor allem an Wochenenden lohnt sich ein früher Aufbruch. Morgens ist der Kraterrand deutlich ruhiger und die Lichtverhältnisse für Fotos sind besonders schön.
Kombination mit Abstieg: Direkt im Anschluss an die Kraterumrundung bietet sich der Abstieg in den Krater an (Wanderung durch den Vulkankrater Caldera de Bandama, 3,4 km, moderat). Die Finca auf dem Kraterboden ist zu Fuß auf einem Schotterweg erreichbar.
Häufige Fragen zur Caldera de Bandama
Wie schwierig ist die Rundwanderung um die Caldera de Bandama?
Was ist der Unterschied zwischen Caldera und Pico de Bandama?
Ist die Wanderung auch für Kinder geeignet?
Wo parke ich für die Caldera de Bandama?
Kann man den Kraterboden der Caldera de Bandama besuchen?
Warum wächst im Krater der Caldera de Bandama Wein?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.
Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:


