Morro de las Lechugas: Wo der Tamadaba auf den Roque Faneque trifft
Es gibt einen Aussichtspunkt im Tamadaba, der den meisten Wandernden unbekannt bleibt – der Morro de las Lechugas. Von hier aus sieht man die Klippen des Roque Faneque auf Augenhöhe: über tausend Meter Felswand, die senkrecht aus dem Atlantik aufsteigt. Der Kiefernwald, die Küste, das Meer – und diese Klippe. Das ist das Finale dieser Rundwanderung.

Die Route von der Degollada de Las Lajas führt zunächst auf den Gipfel der Montaña de Tamadaba (1.443 m), anschließend über den S-90 zur Degollada de Humo und zum Rastplatz Llanos de la Mimbre. Von dort geht es durch felsiges Waldgelände und den oberen Teil des Barranco de Guayedra, über einen spektakulären Bergkamm hinunter zur Degollada Risco Faneque und schließlich auf einem teilweise weglosen Pfad zum Morro de las Lechugas. 11,2 Kilometer, 598 Höhenmeter, schwer.
Wichtig
Der Abschnitt zum Morro de las Lechugas ist teilweise weglos. Zur Orientierung dienen Steinmännchen. Schwindfreiheit und Trittsicherheit sind Pflicht. Die eigentliche Faneque-Klippe liegt weiter – sie ist nur für erfahrene Bergsteiger erreichbar.
Rundwanderung Morro de las Lechugas auf einen Blick
| Streckenlänge | 11,2 km (Rundwanderung) |
|---|---|
| Schwierigkeit | schwer – schwindelfrei, trittsicher, vorwiegend Pfade |
| Gehzeit | ca. 3:45 bis 4:30 Stunden |
| Höhenmeter Aufstieg | 598 hm |
| Höhenmeter Abstieg | 598 hm |
| Höchster Punkt | 1.443 m (Montaña de Tamadaba) |
| Niedrigster Punkt | 931 m (Startpunkt Degollada de Las Lajas) |
| Startpunkt | Degollada de Las Lajas, GC-216, Parque Natural de Tamadaba |
| Wegmarkierung | S-90, S-93 – Faneque-Abschnitt teilweise weglos, Steinmännchen |
| Routentyp | Rundwanderung |
| Schutzstatus | Parque Natural de Tamadaba |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April – ganzjährig möglich; Nebel möglich |
| Wasser | Proviant und Wasser für 3:45–4:30 h mitbringen |
| Besonderheit | Gipfel Tamadaba + Llanos de la Mimbre + Morro de las Lechugas mit Faneque-Aussicht |

Anfahrt und Startpunkt
Der Startpunkt der Wanderung liegt an der Degollada de Las Lajas im Parque Natural de Tamadaba.
Mit dem Auto: Die Anfahrt erfolgt über die GC-216. Von der Kreuzung GC-210/GC-217 führt die Straße in Richtung Tamadaba. Nach etwa 4 Kilometern erreicht man die Degollada de Las Lajas, wo Hinweisschilder den Einstieg zur Wanderung markieren. Direkt am Startpunkt stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung.
Mit dem Bus (ÖPNV): Die Degollada de Las Lajas ist nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die nächstgelegene Busverbindung endet im Bergdorf Artenara. Von dort aus ist für die Weiterfahrt zum Startpunkt ein Taxi oder ein Mietwagen erforderlich. Aktuelle Busverbindungen unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen Artenara / Tamadaba
Die Wanderung in vier Abschnitten
Die Route folgt S-90 und S-93 bis zum Morro de las Lechugas. Der Abschnitt ab der Degollada Risco Faneque ist teilweise weglos – Steinmännchen und Orientierungsgefühl sind gefragt. GPS-Track empfohlen.

Abschnitt 1: Gipfel Montaña de Tamadaba und Aussichtsplateau
Hinter den Hinweisschildern folgt man S-90 und S-93 durch den dichten Kiefernwald. Nach ca. 1,1 km einen Pfad passieren – weitergehen. Kurz darauf links abzweigen zum Gipfel Montaña de Tamadaba (1.443 m) und weiter zum Pico de La Bandera. Der Aufstieg auf wildem Pfad öffnet ein herrliches Panorama über das Tamadaba-Massiv – und bei klarer Sicht Teneriffa.
Auf dem Rückweg führt ein wilder Pfad zurück auf S-90/S-93, dem man links folgt. Nach ca. 80 m führt ein Pfad zum Aussichtsplateau – ein schöner erster Rastpunkt. Nach ca. 700 m Weggabelung: rechts auf dem S-90 weitergehen.

Abschnitt 2: Degollada de Humo und Llanos de la Mimbre
Nach ca. 220 m erreicht man die Straße und die Degollada de Humo. Dieser folgt man ca. 100 m bergab bis zur Abzweigung Siete Pinos. Der S-90 führt nach links – in einem Auf und Ab von ca. 900 m zum Rastplatz Llanos de la Mimbre. Picknickpause unter alten Kiefern. Links abbiegen, ca. 140 m zur Fuente del Reventón, dann ca. 950 m bis zum Campingplatz.

Abschnitt 3: Barranco de Palo Blanco und Bergkamm
Vom Campingplatz bergauf durch felsiges Waldgebiet. Nach rund 280 Metern erreicht man eine Weggabelung und hält sich rechts. Der Wanderweg führt nun durch den oberen Bereich des Barranco de Guayedra, einer eindrucksvollen Schlucht mit steilen Felswänden und ursprünglicher Vegetation. Dieser ruhige Abschnitt zählt zu den landschaftlichen Höhepunkten der Tour.

Auf den nächsten 550 m führt der Weg bis zur Kreuzung mit dem S-93. Von hier folgt der Wanderweg dem Bergkamm ca. 1,2 km und führt hinunter zur Degollada Risco Faneque. Der Kamm bietet immer wieder Ausblicke auf die Schluchten beiderseits – ein sensationell schöner Abschnitt.
Abschnitt 4: Morro de las Lechugas und Rückweg
Von der Degollada Risco Faneque den rechten Weg nehmen – der teilweise weglos ist. Zur Orientierung dienen Steinmännchen. Nach 450 m erreicht man den Aussichtspunkt Morro de las Lechugas. Über tausend Meter über dem Meeresspiegel erheben sich die Felswände rund um den Roque Faneque. Der Blick auf die Küste und die Felslandschaft ist einzigartig – eine der eindrucksvollsten Aussichten im gesamten Naturpark Tamadaba.

Auf der anderen Seite des Bergrückens geht es nun zurück. Auf dem gleichen Weg bergauf, dann dem S-93 ca. 1,9 km folgen bis zur Cueva del Zapatero. Rechts abbiegen, nach 550 m die Straße erreichen. 150 m nach rechts, dann 950 m links in den Wald. Straße 300 m links zurück zum Ausgangspunkt.

Der Morro de las Lechugas und der Roque Faneque
Der Morro de las Lechugas ist ein Aussichtspunkt auf dem Grat, der zum Roque Faneque hinführt – einer der höchsten Küstenklippen der Welt. Sein Kamm liegt auf über 1.000 Metern, der Absturz ins Meer beträgt nahezu dieselbe Höhe. Vom Morro de las Lechugas aus ist die Dramatik dieser Klippe vollständig spürbar, ohne dass man die gefährlichen weglosen Abschnitte begehen muss, die zur eigentlichen Klippe führen.

Die eigentliche Faneque-Klippe liegt jenseits des Aussichtspunkts und ist nur für erfahrene Bergsteiger erreichbar. Mehrere unmarkierte Pfade, Steinmännchen und Felskletterpassagen machen diesen Abschnitt zu einem alpinen Abenteuer. Wer nicht schwindelfrei ist oder keine alpine Erfahrung hat, kehrt am Morro de las Lechugas um.
Parque Natural de Tamadaba: Flora und Fauna
Die Route führt durch verschiedene Vegetationszonen des Tamadaba. Im oberen Bereich rund um den Gipfel: dichte Kanarische Kiefern (Pinus canariensis) mit reicher Flora darunter – Zistrose (Cistus ocreatus), Baumheide (Erica arborea) und Bergthymian (Micromeria pineolens). Im Bereich des Barranco de Guayedra wechseln sich felsige Hänge mit typischer Felsspaltenvegetation und zahlreichen Aeonium-Arten ab.

Über dem Bergkamm und dem Morro de las Lechugas kreisen Habichte und Turmfalken in den Aufwinden. An den Steilwänden des Roque Faneque nisten Wanderfalken. Im Kiefernwald singen die endemischen Blaufinken (Fringilla teydea polatzeki)
Schutzstatus und Regeln: Parque Natural de Tamadaba
Wildcampen ist verboten – nur der Campingplatz Llanos de la Mimbre. Lagerfeuer sind im gesamten Naturpark strikt untersagt. Keine Pflanzenentnahme. Abfall mitnehmen. Leitungswasser nicht trinkbar.
Beste Reisezeit
| Herbst (Okt–Nov) | Klare Sicht auf Faneque und Küste – optimal |
|---|---|
| Winter (Dez–Feb) | Gute Fernsicht, Kiefernwald intensiv grün – sehr gut |
| Frühling (Mär–Mai) | Zistrosenblüte, milde Temperaturen – ideal |
| Sommer (Jun–Sep) | Kiefernwald angenehm kühl – Faneque-Grat kann windig und heiß sein |

Ausrüstung
| Schuhwerk | Feste Bergwanderschuhe – Bergkamm und Morro-Abschnitt felsig |
|---|---|
| Wasser | Mindestens 1,5 Liter – keine Versorgung unterwegs |
| Schwindfreiheit | Pflicht – Morro de las Lechugas ist exponiert |
| Sonnenschutz | Hut, Brille, Creme – Bergkamm und Aussichtspunkt ohne Schatten |
| Windschutz | Jacke – Grat und Faneque-Seite können windig sein |
| GPS-Track | Empfohlen – Morro-Abschnitt weglos, Steinmännchen |
Kombinationsmöglichkeiten
| S-90 Rundweg | 7,4 km, moderat – dieselbe Route ohne den Morro-Abschnitt |
|---|---|
| Roque Faneque Runde | 11,8 km, schwer – großer Tamadaba-Rundweg mit Faneque-Grat |
| Tamadaba → Agaete | 10,7 km, moderat – Abstieg vom Kiefernwald ans Meer |
| Las Hoyas Runden | 11,5–11,6 km, moderat – Tamadaba von der Ostseite |

GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:
Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Montaña de Tamadaba zum Morro de las Lechugas
Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:
Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes
Praktische Tipps
Steinmännchen beachten: Ab der Degollada Risco Faneque zeigen Steinmännchen den Weg. Sie können durch natürliche Einflüsse verändert werden – GPS-Track vorab laden.
Faneque-Klippe: Der Morro de las Lechugas ist das Ziel dieser Route. Wer weitergeht zur eigentlichen Klippe, betritt alpines Gelände mit Felskletterpassagen – nur für erfahrene Bergsteiger.
Llanos de la Mimbre: Die Rastwiese ist der ideale Halbzeitpunkt. Ausreichend Wasser und Verpflegung mitnehmen – kein Kiosk, keine Versorgung.
Kein Feuer: Lagerfeuer sind im gesamten Tamadaba strikt verboten – kein Ausnahme.
Hinweis
Tamadaba liegt im Passateinfluss – Nebel ist besonders im Sommer und Herbst möglich. Bei dichtem Nebel am Faneque-Grat auf den Aussichtspunkt verzichten.

Häufige Fragen zur Wanderung Morro de las Lechugas
Was ist der Morro de las Lechugas?
Ist der Weg zum Morro de las Lechugas schwierig?
Kann man von hier aus die Faneque-Klippe besuchen?
Ist die Montaña de Tamadaba oder der Pico de la Bandera der höchste Punkt?
Warum wird im Artikel vom Barranco de Guayedra gesprochen?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.
Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:


