Hirtenhöhlen und Stausee: Wanderung zu den Cuevas de Majada

Die Cuevas de Majada sind keine bekannte Sehenswürdigkeit – kein Beschilderungsschild an der Hauptstraße, kein Parkplatz mit Aussichtsplattform. Es sind Höhlen im Hochland der Majada Alta auf knapp 1.000 Metern, die Generationen von Hirten als Unterschlupf dienten. Wer sie sehen will, muss laufen. Und wer läuft, bekommt mehr als Höhlen: die karge Schönheit des Hochlandes rund um den Stausee Presa del Salto del Perro, weitreichende Ausblicke auf das Barranquillo Andrés und das stille, fast vergessene Gefühl dieser Gegend.

Felskuppe mit den Cuevas de Majada, Majada Alta, Gran Canaria.
Felskuppe mit den Cuevas de Majada, Majada Alta, Gran Canaria.

Die Route startet am Parkplatz des Stausees Presa del Salto del Perro am Fuß der Montaña de Tauro und führt entlang eines Kanals, über die Degollada de Majada Alta zur imposanten Felskuppe mit den Höhlen und wieder zurück zum Stausee. 4,8 Kilometer, 131 Höhenmeter, moderat. Keine offizielle Wegmarkierung – GPS-Track empfohlen. Ganzjährig begehbar, bei Regen und Sturm nicht empfohlen.

Wanderung Presa del Salto del Perro – Cuevas de Majada auf einen Blick

Streckenlänge4,8 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitmoderat – trittsicher, vorwiegend Pfade, guter Orientierungssinn
Gehzeitca. 1:30 bis 2:15 Stunden
Höhenmeter Aufstieg131 hm
Höhenmeter Abstieg131 hm
Höchster Punkt965 m (Cuevas de Majada)
Niedrigster Punkt900 m (Parkplatz Presa del Salto del Perro)
StartpunktParkplatz Presa del Salto del Perro, Fuß der Montaña de Tauro, Mogán
WegmarkierungKeine – GPS-Track empfohlen
RoutentypRundwanderung
Beste ReisezeitOktober bis April – ganzjährig begehbar; bei Regen/Sturm nicht empfohlen
WasserWasser, festes Schuhwerk, Sonnenschutz und Windschutz mitbringen
BesonderheitHöhlen Cuevas de Majada + Stausee Presa del Salto del Perro + Hochlandpanorama
Felsformation nahe dem Ausgangspunkt der Tour, Salto del Perro.
Felsformation nahe dem Ausgangspunkt der Tour, Salto del Perro.

Anfahrt und Startpunkt

Der Startpunkt liegt am Parkplatz der Presa del Salto del Perro am Fuß der Montaña de Tauro.

Mit dem Auto: Die Anfahrt erfolgt aus dem Süden über die GC-1 bis nach Mogán, dann weiter auf der CG-200. Durch das Inselinnere auf der GC-605 in Richtung Hochland und anschließend über die schmale, kurvenreiche Bergstraße nach Majada Alta und zur Presa del Salto del Perro. Die Fahrt durch das westliche Hochland gehört bereits zu den landschaftlichen Höhepunkten des Tages. Der kostenlose Parkplatz befindet sich direkt am Ausgangspunkt der Wanderung.
Hinweis: Die Bergstraßen sind stellenweise sehr schmal und erfordern eine aufmerksame Fahrweise.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Eine direkte Busverbindung zur Majada Alta oder zur Presa del Salto del Perro gibt es nicht. Die nächstgelegene regelmäßige Busverbindung von Guaguas Global endet im Dorf Mogán. Für die Weiterfahrt zum Ausgangspunkt ist daher ein Mietwagen oder Taxi erforderlich. Aktuelle Verbindungen unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen Mogán

Die Wanderung in drei Abschnitten

Die Route hat keine offizielle Wegmarkierung – ein GPS-Track ist empfohlen, besonders auf den Abschnitten durch felsiges Gelände. Wer keine sichere Trittfestigkeit hat, wählt am Stausee die Umgehung nach links und steigt direkt auf, statt über die Staumauer zu gehen.

Abschnitt 1: Stausee Presa del Salto del Perro und Kanalweg

Vom Parkplatz führt der Weg direkt zum beeindruckenden Stausee Presa del Salto del Perro. Der Stausee ist häufig ausgetrocknet – sein weites, ausgehöhltes Becken wirkt wie eine Mondlandschaft. Ein Pfad führt hinunter zur Staumauer, passiert einige Felsen und überquert den Damm vorsichtig. Wer schwindelfrei ist, wird mit einem Blick auf das ausgetrocknete Becken von oben belohnt.

Staumauer und Kanal am ausgetrockneten Presa del Salto del Perro.
Staumauer und Kanal am ausgetrockneten Presa del Salto del Perro.

Der weitere Weg führt durch ein felsiges Terrain entlang eines Kanals. Nach ca. 900 Metern öffnet sich ein atemberaubender Ausblick auf das Barranquillo Andrés – die breite Schlucht tief unten, die Bergkämme ringsum. Ein guter Rastplatz.

Abschnitt 2: Degollada de Majada Alta und Weg zu den Höhlen

Nach ca. 50 Metern entlang des Kanals führt der Weg über den Kanal und windet sich in einer Kehre links hinauf zur Degollada de Majada Alta – einem kleinen Pass mit Wegweiser. Links geht es zurück zum Stausee Salto del Perro, rechts zum Stausee Presa de las Niñas. Die Route biegt rechts ab Richtung Presa de las Niñas.

Der Wanderweg verläuft über felsiges Terrain in Richtung Cueva de Majada.
Der Wanderweg verläuft über felsiges Terrain in Richtung Cueva de Majada.

Der Wanderweg von der Degollada bis zu den Höhlen Cuevas de Majada ist gut begehbar – felsig, aber klar erkennbar. Nach wenigen hundert Metern eröffnet sich ein erster Blick auf die markante Felskuppe mit den Höhlen. Der Weg führt zunächst rund 1,1 Kilometer leicht bergab. Dabei passiert man einige Gebäude der Majada Alta und folgt dem Pfad anschließend nach links parallel zu den Gebäuden, bis der Abzweig zu den Cuevas de Majada erreicht ist.

Über die Hochebene der Majada Alta hinweg reicht der Blick bis zum Roque Nublo.
Über die Hochebene der Majada Alta hinweg reicht der Blick bis zum Roque Nublo.

Abschnitt 3: Cuevas de Majada und Rückweg zum Stausee

Nach ca. 200 Metern auf der Höhe der Gebäude nimmt man den Pfad nach rechts, der über steiniges und felsiges Gelände 600 Meter bergauf zu den Cuevas de Majada führt. Die große Höhle öffnet sich unter der markanten Felskuppe – ein natürlicher Felsbogen, der früher als Hirtenunterkunft diente. Drinnen: Kühle, Stille, der Geruch alter Steine und der Blick auf das weite Hochland darunter.

Cuevas de Majada Alta– natürliche Höhlen im Bergland Gran Canarias.
Cuevas de Majada Alta– natürliche Höhlen im Bergland Gran Canarias.

Nach der Besichtigung und zwei kurzen Abstiegen und Anstiegen geht es steil bergab zurück zum Stausee Presa del Salto del Perro – ein letzter kurzer Aufstieg, und die Tour ist am Parkplatz beendet.

Die Cuevas de Majada: Hirtenunterkünfte im Hochland

Die Cuevas de Majada sind natürliche und teilweise ausgehöhlte Felshohlräume unter der markanten Felskuppe im Hochland der Majada Alta. Der Name Majada verweist auf eine Hirtensiedlung oder Viehhürde – in der kanarischen Landwirtschaftsgeschichte ein Hochlandbeweidungsplatz, der saisonal genutzt wurde. Die Höhlen dienten den Hirten, die mit ihren Ziegen und Schafen ins Hochland zogen, als Unterkunft und Vorratsspeicher.

Cuevas de Majada – einst Unterkunft und Vorratsspeicher der Hirten.
Cuevas de Majada – einst Unterkunft und Vorratsspeicher der Hirten.

Das Presa del Salto del Perro (Stausee des Hundessprungs) liegt am Fuß der Montaña de Tauro auf knapp 900 Metern und ist einer der kleineren Stauseen der Insel. Sein Name ist historisch – eine alte Volkssage, die von einem Hund erzählt, der hier einen waghalsigen Sprung über die Schlucht überlebt haben soll.

Montaña de Tauro und Majada Alta

Die Majada Alta liegt im Hochland des Monumento Natural de Tauro im Südwesten Gran Canarias. Das Gebiet ist nur wenig touristisch erschlossen und zählt zu den stillsten Landschaften der Insel. Weite Hochflächen, markante Felsformationen und beeindruckende Ausblicke in die Schluchten des Südwestens prägen den Charakter dieser Wanderung.

Blick vom Wanderweg am Salto del Perro zum Montaña Tauro.
Blick vom Wanderweg am Salto del Perro zum Montaña Tauro.

Flora und Fauna: Karge Hochlandlandschaft

Die Vegetation der Majada Alta ist typisch für das trockene Hochland Gran Canarias: Tabaibas, Cardonales und verstreute Kanarische Kiefern (Pinus canariensis) dominieren. In den Felsspalten der Staumauerumgebung wachsen Aeonium-Arten und vereinzelt Cistus. Das Hochland ist Lebensraum von Turmfalken – sie nutzen die Thermiksäulen über den Schluchten. Die Kanarische Eidechse (Gallotia stehlini) ist in den Felsbereichen allgegenwärtig.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Angenehme Temperaturen, gute Sicht – empfehlenswert
Winter (Dez–Feb)Kühl, ruhig – wenig Besucher, ideale Bedingungen
Frühling (Mär–Mai)Milde Temperaturen, gelegentlich blühende Zistrosen – sehr gut
Sommer (Jun–Sep)Heiß im offenen Gelände – früher Start vor 9 Uhr nötig
Blick über die Majada Alta mit den Cuevas de Majada.
Blick über die Majada Alta mit den Cuevas de Majada.

Ausrüstung

SchuhwerkFestes Schuhwerk – steinige Pfade, felsiges Gelände
WasserMindestens 1 Liter – kurze Tour, aber keine Quelle unterwegs
SonnenschutzHut, Brille, Creme – kaum Schatten im offenen Hochland
WindschutzLeichte Jacke – Hochlage kann windig sein
NavigationGPS-Track empfohlen – keine offizielle Wegmarkierung

Kombinationsmöglichkeiten

Rundwanderung Stauseen6,7 km, leicht – Presa del Salto del Perro und Presa de las Niñas kombiniert
Majada Alta–Soria Rundwanderung11,4 km, moderat – größere Runde mit Baranquillo Andrés
Montaña de TauroWanderung auf den Tauro: 5,4 km, moderat – Gipfel des Naturmonuments
Puerto de Mogán45 Min. Fahrt – der venezianische Hafen Gran Canarias; idealer Tagesabschluss
Die Presa de las Niñas liegt eingebettet in die Berglandschaft im Inneren Gran Canarias.
Rundwanderung Stauseen: Die Presa de las Niñas liegt eingebettet in die Berglandschaft im Inneren Gran Canarias.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung Presa del Salto el Perro zur Cuevas de Majada

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

GPS-Track mitnehmen: Da es keine offizielle Wegmarkierung gibt, ist ein GPS-Track auf dieser Tour unverzichtbar. Ohne Track ist besonders im Abschnitt durch das felsige Gelände zur Höhle Orientierungsgefühl gefragt.

Staumauerquerung: Wer sich auf der Staumauer nicht sicher fühlt, wählt die Umgehung nach links. Diese ist etwas länger, aber sicherer.

Anfahrt planen: Die Bergstraße nach Majada Alta ist schmal und kurvenreich. Mit normalem PKW gut fahrbar, aber Vorsicht bei Gegenverkehr. Früh starten – Strecke und Tour insgesamt rund vier Stunden einplanen.

Stille Entdeckung: Die Majada Alta ist kaum bekannt und kaum besucht. Wer Ruhe sucht, findet sie hier.

Hinweis

Bei Regen und stürmischem Wetter Route verschieben – steinige Pfade werden rutschig.

Häufige Fragen zur Wanderung Cuevas de Majada

Was sind die Cuevas de Majada?

Die Cuevas de Majada sind natürliche und ausgehöhlte Felshohlräume im Hochland der Majada Alta auf ca. 965 Metern. Sie wurden von Hirten als Unterkunft und Vorratsspeicher genutzt. Der Name Majada bezeichnet im kanarischen Sprachgebrauch einen saisonalen Viehhaltungsplatz im Hochland.

Brauche ich einen GPS-Track für diese Wanderung?

Ja – dringend empfohlen. Die Route hat keine offizielle Wegmarkierung. Im felsigen Abschnitt zur Höhle und auf den Pfaden um die Gebäude von Majada Alta ist Orientierungsgefühl gefragt. Wer keinen GPS-Track hat, riskiert Umwege oder Verirren.

Ist die Wanderung das ganze Jahr möglich?

Ja, ganzjährig. Bei Regen und stürmischem Wetter sollte die Tour aber verschoben werden – die steinigen Pfade werden rutschig, und das Gelände ist dann unberechenbar. Beste Zeit ist Oktober bis April.

Kann ich die Wanderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen?

Nein. Der Ausgangspunkt an der Presa del Salto del Perro ist nicht an das Liniennetz von Guaguas Global angebunden. Die nächstgelegene Bushaltestelle befindet sich im Dorf Mogán. Für die Weiterfahrt ins Hochland ist ein Mietwagen oder Taxi erforderlich.

Sind die Cuevas de Majada natürliche Höhlen?

Ja. Die Cuevas de Majada sind natürliche Felshöhlen, die über viele Generationen von Hirten als Unterstand und Vorratslager genutzt wurden. Heute zählen sie zu den eindrucksvollsten kulturhistorischen Zeugnissen im Hochland der Majada Alta und vermitteln einen guten Eindruck vom früheren Leben der kanarischen Hirten.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com