Gran Canaria an einem Tag: Die Inselrundfahrt, die alles zeigt
Gran Canaria ist rund – das ist kein Zufall und kein Marketingversprechen, sondern Geographie. Der Vulkan, aus dem die Insel entstanden ist, hat eine fast kreisförmige Insel geformt, die sich in alle Richtungen gleichmäßig vom Zentrum aus erstreckt. Das macht eine Rundfahrt nicht nur möglich, sondern sinnvoll: Man fährt durch alle Klimazonen und Landschaftstypen der Insel – und landet am Abend wieder am Ausgangspunkt.

Die in diesem Artikel beschriebene Inselrundfahrt beginnt in Las Palmas und führt zunächst entlang der Nordküste nach Westen. Von Agaete geht es hinauf in den Naturpark Tamadaba und über Artenara weiter ins zentrale Bergland nach Cruz de Tejeda und Tejeda. Anschließend führt die Route über den Barranco de Fataga in den Süden nach Maspalomas. Mit Stopps und Pausen: ein voller Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Voraussetzung ist ein Mietauto; alle Straßen sind asphaltiert und für normale PKW geeignet.
Wer nur wenige Tage auf Gran Canaria hat und einen einzigen Tag für die Insel ohne Strand und Pool reservieren kann, sollte diese Route fahren. Sie ist kein touristischer Pflichtparcours – sie ist die effizienteste Art, Gran Canaria wirklich zu verstehen.
Routenüberblick: Die Inselrundfahrt auf einen Blick
| Station | Streckenabschnitt | Highlight | Empf. Zeit |
| Las Palmas | Start | Vegueta, Frühstück, Start im Norden | 1–2 Std. |
| Arucas | GC-2 Richtung NW | Iglesia San Juan Bautista, Rum-Destillerie | 30–45 Min. |
| Agaete | GC-2 | Puerto de las Nieves, Fischerhafen | 30–45 Min. |
| Tamadaba / Artenara | GC-21 / Forstwege | Kiefernwald, Hochland, Aussicht | 45–60 Min. |
| Cruz de Tejeda | GC-21 → GC-150 | Passhöhe, Aussichtspunkt | 30–45 Min. |
| Tejeda | GC-150 | Mandeldorf, Mittagessen, Roque-Nublo-Blick | 60 Min. |
| Maspalomas | GC-60 → GC-1 | Dünen, Leuchtturm, Abendspaziergang | 45–60 Min. |
Die Route im Detail
Las Palmas – Start in der Hauptstadt
Las Palmas ist der logische Ausgangspunkt – hier liegen die meisten Mietwagenanbieter am Flughafen. Wer früh startet, kann eine Stunde Vegueta einplanen: Kathedrale Santa Ana, ein Kaffee in der Altstadt. Wer direkt loszieht: Die GC-2 Richtung Nordwesten verlässt Las Palmas schnell und führt entlang der Nordküste.

Arucas – die schwarze Basilika
Arucas liegt 17 km westlich von Las Palmas und hat zwei Sehenswürdigkeiten, die sich auf dem Weg anbieten: Die Iglesia de San Juan Bautista ist eine neogotische Basilika aus schwarzem Basalt, die für ein Dorf dieser Größe erstaunlich monumental wirkt – Bau begann 1909, fertiggestellt erst in den 1970ern. Direkt daneben: die Destilerías Arehucas, eine der bekanntesten Rum-Destillerien der Kanaren (Führungen; Zeiten vorab prüfen).

Agaete und Puerto de las Nieves – Fischerhafen am Atlantik
Agaete mit seinem Fischerhafen Puerto de las Nieves ist der erste große Haltepunkt der Rundfahrt. Natürliche Meerwasserbecken direkt am Meer, frischer Fisch in den Hafenrestaurants, der Botanische Garten Huerto de las Flores (frei, Di–Fr 9–17 Uhr). Hier verkehrt auch die Fähre nach Teneriffa – wer nur schaut, nicht fährt, genießt die Aussicht auf den Atlantik.

Naturpark Tamadaba – Kiefernwald im Nordwesten
Von Agaete führt die Straße hinauf in den Naturpark Tamadaba. Je nach gewählter Route erreicht man das Hochland über die spektakulären Bergstraßen Richtung Artenara. Dichte kanarische Kiefernwälder, beeindruckende Aussichtspunkte und der Roque Faneque mit seinen steil zum Atlantik abfallenden Klippen machen diesen Abschnitt zu den landschaftlichen Höhepunkten der Inselrundfahrt. Kein Eintritt, keine Infrastruktur – einfach anhalten und innehalten.

Cruz de Tejeda – Herzstück der Insel
Die Cruz de Tejeda auf 1.450 Metern ist der Knotenpunkt aller zentralen Bergstraßen. Roque Nublo und Roque Bentayga sind von hier aus klassisch zu sehen. Touristisch, aber unvermeidlich. Mittagessen im Parador de Tejeda oder in einem der Restaurants am Pass.

Tejeda – Mittagspause im Mandeldorf
Wenige Kilometer weiter: Tejeda auf 1.050 Metern. Bienmesabe, Mazapán, Sonntags-Markt. Das Dorf thront über dem Tal – von der Terrasse aus sieht man die drei höchsten Berge der Insel gleichzeitig. Im Winter können die höchsten Gipfel Gran Canarias nach Kaltlufteinbrüchen gelegentlich sogar mit Schnee bedeckt sein, während an der Küste oft frühlingshafte Temperaturen herrschen. Dieser landschaftliche Kontrast macht den Reiz der Insel besonders deutlich.

GC-60 nach Maspalomas – das Tal der 1000 Palmen
Die Abfahrt über die GC-60 durch den Barranco de Fataga ist einer der schönsten Streckenabschnitte Gran Canarias: Kanarische Dattelpalmen, Felsschluchten, das Dorf Fataga auf halbem Weg. Nach etwa 45 Minuten öffnet sich die Landschaft und die Touristenwelt des Südens beginnt.

Maspalomas – Dünen zum Abschluss
Die Dunas de Maspalomas am Ende der Route sind ein starker Kontrast: Nach dem Hochland und dem Kiefernwald plötzlich 400 Hektar goldener Wüstensand direkt am Meer. Abendspaziergang entlang der Dünen, Leuchtturm Faro de Maspalomas im Hintergrund. Optional: weiter nach Puerto de Mogán zum Abendessen (ca. 30 Min.).

Einkehrtipps entlang der Route
| Las Palmas – Frühstück | Cafés in Vegueta rund um die Plaza de Santa Ana |
|---|---|
| Agaete – Snack/Kaffee | Bar am Hafen Puerto de las Nieves |
| Cruz de Tejeda / Tejeda – Mittagessen | Parador de Cruz de Tejeda oder Restaurants in Tejeda |
| Fataga – Kaffeepause | Bar am Hauptplatz des Dorfes |
| Maspalomas – Abend | Restaurants am Faro de Maspalomas oder in Puerto de Mogán |

Praktische Infos
| Gesamtstreckenlänge | Ca. 150–180 km (je nach Variante) |
|---|---|
| Reine Fahrzeit | Ca. 5–6 Stunden (ohne Stopps) |
| Empfohlene Dauer | Ganzer Tag; Start 8–9 Uhr |
| Startpunkt | Las Palmas / Flughafen LPA |
| Tanken | In Las Palmas vor Abfahrt; in La Aldea oder Maspalomas erneut |
| Navigationshilfe | Google Maps; offline-Karte empfohlen für Tamadaba (schwaches Netz) |
| Beste Jahreszeit | Oktober–April (Hochland); Sommer morgens starten |
| Straßenverhältnisse | Die gesamte Route verläuft auf asphaltierten Straßen und ist problemlos mit einem normalen Mietwagen befahrbar. Im Hochland und rund um Tamadaba führen jedoch zahlreiche enge Kurven durch die Berge. Die tatsächliche Fahrzeit liegt deshalb häufig über den Prognosen von Navigationsgeräten. |
FAQ
Ist die Inselrundfahrt an einem Tag wirklich zu schaffen?
Kann man die Route auch mit dem Bus fahren?
Gibt es eine empfehlenswerte Fahrtrichtung?
Muss man für die Inselrundfahrt ein SUV oder Geländewagen mieten?
Wann ist die schönste Jahreszeit für die Inselrundfahrt?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.


