Licht am Ende des Tunnels: Der Chira-Soria-Tunnel auf Gran Canaria
Gran Canaria hat viele Naturwunder. Aber nur eines liegt im Dunkeln: der Chira-Soria-Tunnel – ein rund einen Kilometer langer Wassertunnel, der die beiden großen Stauseen Presa de Chira und Presa de Soria verbindet. Bei trockenem Wetter und niedrigem Wasserstand kann man ihn zu Fuß durchqueren – eine der ungewöhnlichsten Wandererfahrungen der gesamten Insel.

Der Tunnel wurde für den Wassertransfer zwischen den Stauseen gebaut. Im Betrieb fließt Wasser hindurch. Bei Niedrigwasser liegt er trocken – und dann öffnet er sich für Wanderinnen und Wanderer, die sich in seine Dunkelheit wagen. Die Strecke dauert rund 20–25 Minuten. Wer ohne Taschenlampe hineingeht, kommt in absoluter Dunkelheit heraus.
Sicherheitshinweis: Lebensgefahr bei Regen
Der Chira-Soria-Tunnel ist bei Regen, unsicherem Wetter oder erhöhtem Wasserstand absolut verboten und lebensgefährlich. Das Wasser kann innerhalb weniger Minuten ansteigen und den Tunnel vollständig fluten. Vor jeder Begehung sollten Wetterlage und Wasserstand geprüft werden.
Wichtig: In der Region wird mit dem Großprojekt Salto de Chira die Wasser- und Energieinfrastruktur modernisiert. Dadurch können Zugänge zeitweise gesperrt oder durch Baustellen beeinträchtigt sein. Achtet deshalb unbedingt auf Absperrungen, Hinweisschilder und geltende Betretungsverbote vor Ort.
Eine Taschenlampe ist Pflicht – noch praktischer ist eine Stirnlampe, damit beide Hände frei bleiben. Im Tunnel gibt es zudem keinen Handyempfang, deshalb sollte man ihn nach Möglichkeit niemals allein durchqueren.
Steckbrief: Chira-Soria-Tunnel auf einen Blick
| Typ | Wassertunnel zwischen Presa de Chira und Presa de Soria |
|---|---|
| Lage / Gemeinden | San Bartolomé de Tirajana / Mogán, Gran Canaria |
| Tunnellänge | Ca. 1 km |
| Durchquerungszeit | Ca. 20–25 Minuten |
| Zugang | Nur bei Trockenheit und niedrigem Wasserstand |
| Beleuchtung | Keine – Taschenlampe zwingend erforderlich |
| Eintritt | Kostenlos |
| Sicherheit | Bei Regen: Lebensgefahr – Begehung verboten |
| Anfahrt | Ab Weiler Cercados de Araña (Chira-Seite) oder Soria (Soria-Seite) |
| Beste Reisezeit | Sommer (Jul–Sep): Wasserstand am niedrigsten, Tunnel häufig begehbar |
| Handyempfang | Kein Empfang im Tunnel |
| Ausrüstung | Taschen- oder Stirnlampe zwingend erforderlich |

Der Tunnel: Geschichte und Technik
Der Chira-Soria-Tunnel ist Teil der großen Bewässerungsinfrastruktur Gran Canarias. Er verbindet den Presa de Chira (zweitgrößter Stausee der Insel) mit dem Presa de Soria (größter Stausee) und ermöglicht den kontrollierten Wassertransfer zwischen den Becken.
Warum wurde der Tunnel gebaut?
Die Wasserwirtschaft Gran Canarias ist komplex: Verschiedene Stauseen auf unterschiedlichen Höhenlagen und in verschiedenen Einzugsgebieten müssen koordiniert werden. Der Tunnel ist Teil der Wasserinfrastruktur zwischen den Stauseen Chira und Soria. Mit dem Energieprojekt Salto de Chira wird das bestehende Verbindungssystem umfassend modernisiert und künftig auch für den Betrieb des Pumpspeicherkraftwerks genutzt.
Heute: Infrastruktur als Abenteuerziel
Was als reines Ingenieurbauwerk konzipiert wurde, ist heute ein Geheimtipp für Wanderabenteurer. Der Tunnel ist technisch einfach – gerade, keine Abzweigungen, ebener Boden. Was ihn besonders macht: die absolute Dunkelheit und die Stille. Wer die Taschenlampe ausschaltet, steht in einem Schwarz, das die meisten Menschen noch nie erlebt haben.

Der Weg zum Tunnel
Der Zugang vom Chira-See führt vom Weiler Cercados de Araña durch ein kurzes Schluchtstück zum Tunneleingang. Der Weg ist gut erkennbar, führt an Betonbauten vorbei und endet am markierten Tunneleingang.

Im Tunnel: Dunkelheit, Spiegelungen und das Licht am Ende
Der Tunneleingang ist hoch und breit genug, um aufrecht zu gehen. Im Inneren herrscht absolute Dunkelheit. Kein Tageslicht, kein Handyempfang – die einzige Orientierung bietet die eigene Taschenlampe. Wer das Licht für einen Moment ausschaltet, erlebt eine Finsternis, wie sie auf Gran Canaria kaum an einem anderen Ort zu finden ist. Der Boden ist meist eben und bei Niedrigwasser trocken oder nur von einem dünnen Wasserfilm bedeckt.

Spiegelungen am Ausgang
Am Tunnelausgang – auf der Soria-Seite – entsteht bei leichter Wasserführung ein Spiegel: Das Wasser auf dem Tunnelboden reflektiert das Licht vom Ausgang und erzeugt eine unwirkliche Atmosphäre. Dieses Bild – das Licht am Ende des Tunnels, gespiegelt im Wasser – ist eines der ikonischen Motive dieser Wanderung.

Nach dem Tunnel: Felslandschaft
Nach dem Austritt aus dem Tunnel auf der Soria-Seite öffnet sich eine dramatische Felslandschaft rund um den Barranco de Soria. Die Staumauer der Presa de Soria ist sichtbar, und kurz dahinter wartet eine besondere Felsformation:

Wanderrouten mit dem Chira-Soria-Tunnel
Der Tunnel ist in mehrere Wanderrouten eingebunden. Am häufigsten genutzt werden:
Rundwanderung ab Soria über La Punta und Chira-Tunnel
Diese Route startet am Weiler Soria, führt zum Aussichtspunkt La Punta mit Panoramablick auf den Soria-Stausee, dann durch das Barranco-System zum Tunneleingang und durch den Tunnel zurück zur Soria-Seite. Aktuelle GPS-Tracks bietet das Wanderportal Sunhikes.

Wanderung Cruz Grande über Tunnel zur Talsperre Soria
Eine längere Route startet in Cruz Grande, führt über den Wanderweg S-60 in Richtung Presa de Chira und dann durch den Tunnel zum Presa de Soria.

Besuchsinfos: Chira-Soria-Tunnel
| Eintritt | Kostenlos |
|---|---|
| Taschenlampe | Pflicht – im Tunnel herrscht absolute Dunkelheit; – eine Stirnlampe ist besonders praktisch, da beide Hände frei bleiben. |
| Wasserstand | Vor Begehung prüfen – bei Regen lebensgefährlich |
| Bestes Wetter | Nur bei stabilem Hochdruckwetter; Sommer empfehlenswert |
| Schuhwerk | Festes Schuhwerk; ggf. wasserdicht bei Wasserspiegel |
| Wildcampen | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |
| Trinkwasser | Keine Versorgung – eigenes Wasser mitbringen |
Anfahrt zum Chira-Soria-Tunnel
Vom Chira-See (Cercados de Araña): Von San Bartolomé de Tirajana aus: GC-130 nordwärts, Abzweigung Cercados de Araña / Chira. Vom Parkplatz Cercados de Araña führt ein Weg zum Tunneleingang (ca. 20 Min.).
Von der Soria-Seite (Weiler Soria): Von der GC-503 (Mogán) zum Weiler Soria. Der Tunnelausgang liegt nach einer kurzen Wanderung ab dem Parkplatz bei der Staumauer Presa de Soria.
Kombinationen: Was liegt in der Nähe?
| Presa de Soria | Direkt – größter Stausee der Kanarischen Inseln |
|---|---|
| Presa de Chira | Direkt – zweitgrößter Stausee; Ausgangspunkt Chira-Seite |
| Presa de las Niñas | Ca. 8 km – Naherholungsgebiet mit Camping |
| Cascada de Soria | Ca. 2 km – saisonaler Wasserfall (nur nach Starkregen) |

Häufige Fragen zum Chira-Soria-Tunnel
Ist der Chira-Soria-Tunnel wirklich lebensgefährlich bei Regen?
Was brauche ich für die Durchquerung des Chira-Soria-Tunnels?
Wie lange dauert die Durchquerung des Tunnels?
Ist der Chira-Soria-Tunnel offiziell für Besucher geöffnet?
Kann man den Tunnel alleine durchqueren?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.


