Für Mutige: Die Playa de Güigüí – der wildeste Strand Gran Canarias
Die Playa de Güigüí ist nicht einfach ein Strand. Sie ist ein Versprechen – und eine Herausforderung. Kein Weg führt mit dem Auto hin, keine Seilbahn, kein Shuttle. Wer die Playa de Güigüí erreichen will, muss wandern: 10,5 Kilometer, 973 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad schwer, ab dem Weiler Tasartico an der Westküste Gran Canarias.

Am Ende wartet ein schwarzer Sandstrand von wilder, atemberaubender Schönheit: steil abfallende Felsklippen ringsum, der offene Atlantik, die Silhouette des Teide am Horizont. Hier ist keine Infrastruktur. Keine Strandbar, kein Rettungsschwimmer, kein Mobilfunknetz. Nur Felsen, Meer und das Gefühl, am Ende der bewohnten Welt angekommen zu sein.
Sicherheitshinweis: Nur für erfahrene Wanderer
Die Wanderung zur Playa de Güigüí ist schwer und ausgesetzt. Es gibt keine Rettungsmöglichkeiten vor Ort und keinen Mobilfunkempfang. Baden nur bei absoluter Flaute empfohlen – das Meer ist oft rau mit starken Strömungen. Gezeiten vor dem Aufbruch prüfen. Nur mit ausreichend Wasser und Proviant starten. Nicht alleine wandern.
Steckbrief: Playa de Güigüí auf einen Blick
| Typ | Isolierter Naturstrand / Schwarzsandstrand |
|---|---|
| Lage / Gemeinde | La Aldea de San Nicolás, Gran Canaria (Westküste) |
| Sandfarbe | Schwarz (vulkanischer Sand) |
| Schutzstatus | Reserva Natural Especial de Güigüí |
| Zugänglichkeit | Nur zu Fuß – keine Straße, kein Parkplatz am Strand |
| Wanderstart | Tasartico (Westküste) |
| Wanderdistanz | Ca. 10,5 km (Hin- und Rückweg) |
| Schwierigkeit | Schwer – ausgesetzt, lang, kein Mobilfunk vor Ort |
| Eintritt | Kostenlos |
| Rettung | Keine vor Ort – kein Mobilfunkempfang |
| Wildcampen | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April; Sommer heiß und windstill – besser zum Wandern |
Der Strand: Schwarzer Sand, Steilklippen, Einsamkeit
Die Playa de Güigüí besteht eigentlich aus zwei Strandabschnitten: der Playa de Güigüí (der Hauptstrand) und der etwas kleineren Playa de Güigüí Chico daneben. Beide sind von schwarzem vulkanischem Sand, die Klippen ringsum steil und dunkel. Kein Gebäude, keine Befestigung, keine Infrastruktur.
Schwarzer vulkanischer Sand
Der schwarze Sand der Playa de Güigüí ist das Produkt der Verwitterung von Basaltgestein – dem häufigsten Gestein Gran Canarias. Die dunklen Körner entstehen, wenn Basalt über Jahrtausende von Wellen zermahlen wird. Die Farbe macht den Strand im Sonnenlicht besonders hot – und das Baden in der Mittagshitze des Sommers anspruchsvoll.

Das Meer
Das Meer vor der Playa de Güigüí ist oft rau. Die offene Westlage ohne vorgelagerte Inseln oder Riffe macht den Strand anfällig für Dünung und Strömungen. Baden ist nur bei absolutem Flachwasser und Windstille empfohlen. Die Bedingungen können sich schnell ändern.

Teneriffa am Horizont
Von der Playa de Güigüí aus sieht man bei klarem Wetter direkt auf Teneriffa – der Teide erscheint am Horizont als weiß-graue Kegelform. Dieses Bild – der wilde schwarze Strand, der offene Atlantik, Teneriffa dahinter – gehört zu den unvergesslichsten Eindrücken, die Gran Canaria zu bieten hat.
Die Wanderung: 10,5 km ab Tasartico
Die Wanderung führt zunächst steil zur Degollada de Aguasabina hinauf und anschließend über einen langen Abstieg zur Playa de Güigüí. Auf dem Rückweg müssen dieselben An- und Abstiege erneut bewältigt werden. Trotz der vergleichsweise kurzen Distanz zählt die Tour wegen der steilen Passagen, der fehlenden Infrastruktur und des oftmals heißen Klimas zu den anspruchsvollsten Wanderungen auf Gran Canaria. Der Weg ist gut markiert, aber lang und ausgesetzt – kein Weg für unerfahrene Wanderer.

Routenprofil
| Distanz | Ca. 10,5 km (Hin- und Rückweg) |
|---|---|
| Höhenmeter | Ca. 973 hm |
| Schwierigkeit | Schwer |
| Wanderzeit | Ca. 5–7 Stunden (je nach Kondition und Pausen) |
| Startpunkt | Tasartico (Westküste, La Aldea de San Nicolás) |
| Wegmarkierung | Gut markiert |
Der Aufstieg zur Degollada de Aguasabina
Der erste Teil der Wanderung führt steil auf den Pass Degollada de Aguasabina hinauf. Der Weg ist gut markiert, aber ausgesetzt und schweißtreibend. Oben angekommen öffnet sich der Blick auf die Westküste und – bei klarem Wetter – auf Teneriffa.

Der Abstieg zur Playa
Vom Pass führt der Weg durch eine breite Schlucht hinunter zum Strand. Der Abstieg ist steil und teils rutschig. Die letzten Meter vor dem Strand führen über Felspassagen direkt ans Meer. Aktuelle GPS-Tracks bietet das Wanderportal Sunhikes.

Schutzgebiet Reserva Natural Especial de Güigüí
Die Playa de Güigüí ist Teil der Reserva Natural Especial de Güigüí – einem der am strengsten geschützten Naturschutzgebiete Gran Canarias. Das Gebiet umfasst die gesamte Küstenlandschaft zwischen Tasartico und La Aldea de San Nicolás.
| Wildcampen | Verboten |
|---|---|
| Lagerfeuer | Verboten |
| Drohnen | Im Schutzgebiet nicht erlaubt ohne Genehmigung |
| Pflanzen/Tiere | Mitnehmen verboten |
| Rettung | Keine Rettungsinfrastruktur vor Ort |
| Mobilfunk | Kein Empfang am Strand |
| Baden | Nur bei absoluter Flaute – starke Strömungen möglich |

Besuchsinfos: Was man wissen muss
Die Playa de Güigüí ist ein Abenteuer – und sollte auch als solches geplant werden. Wer sie besucht, übernimmt volle Eigenverantwortung.
| Wasser | Mindestens 3 Liter pro Person für Hin- und Rückweg |
|---|---|
| Proviant | Ausreichend Essen – keine Verpflegung vor Ort |
| Schuhwerk | Feste Wanderschuhe mit gutem Halt |
| Sonnen-/Hitzeschutz | Sonnencreme, Hut, Sonnenschutz; kein Schatten auf dem Weg |
| Gezeiten | Vor Aufbruch prüfen – hohe Flut kann Strand verkleinern |
| Begleitung | Nicht alleine wandern empfohlen |
| Notfallkontakt | Jemandem mitteilen, wohin und wann zurück |
| Wildcampen | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |

Anfahrt nach Tasartico
Mit dem Auto: Von La Aldea de San Nicolás führt die GC-200 in Richtung Süden. Kurz hinter Tasarte zweigt die schmale Straße nach Tasartico ab. Am Ende der Straße befinden sich Parkmöglichkeiten in der Nähe des Wanderstarts. Die Zufahrt ist kurvenreich, aber durchgehend asphaltiert.
Mit dem Bus: Tasartico verfügt über keine direkte Busanbindung. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, erreicht zunächst La Aldea de San Nicolás. Für die Weiterfahrt zum Wanderstart empfiehlt sich aufgrund der eingeschränkten Verkehrsanbindung ein Mietwagen oder Taxi. Aktuelle Fahrpläne und Verbindungen bietet guaguasglobal.com.
Kombinationen: Was liegt in der Nähe?
| Mirador del Balcón | Ca. 15 km – spektakulärer Ausblick an der GC-200 |
|---|---|
| La Aldea de San Nicolás | Ca. 10 km – größtes Dorf der Westküste |
| Los Azulejos | Ca. 20 km – hydrothermale Farbfelsen an der GC-220 |
| Roque Faneque | Ca. 15 km (Luftlinie) – senkrechte Steilküste (1.008 m) |

Beste Reisezeit für die Playa de Güigüí
| Jahreszeit | Bedingungen |
|---|---|
| Herbst (Okt–Nov) | Sehr gut: angenehme Temperaturen, Wanderung gut machbar |
| Winter (Dez–Feb) | Gut: kühl, gute Wanderbedingungen; Meer oft rauer |
| Frühling (Mär–Mai) | Ideal: mild, lange Tage, ruhiges Meer häufiger |
| Sommer (Jun–Sep) | Heiß; nur sehr früh morgens starten; Meer manchmal ruhiger |
Häufige Fragen zur Playa de Güigüí
Kann man zur Playa de Güigüí mit dem Boot fahren?
Kann man an der Playa de Güigüí übernachten?
Wie schwer ist die Wanderung zur Playa de Güigüí wirklich?
Wie viel Wasser sollte man für die Wanderung mitnehmen?
Gibt es an der Playa de Güigüí Mobilfunkempfang?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.


