Tauro-Schlucht und Canal de las Niñas: Die große Tauro-Runde
Schon die Anfahrt über die enge Bergstraße von Mogán aus ist ein Erlebnis für sich. Die GC-605 windet sich durch eine Landschaft aus Basaltfelsen und Kiefernhängen, öffnet immer neue Perspektiven auf das Tal – und am Ende steht der kleine Stausee Presa del Salto del Perro auf 913 Metern. Von hier beginnt eine der anspruchsvollsten Rundtouren im Südwesten Gran Canarias.

11,4 Kilometer, 1.043 Höhenmeter, schwer. Die Route führt zunächst durch lichten Kiefernwald auf einen atemberaubenden Pfad durch die Tauro-Schlucht. An den Flanken fallen die Felsen steil ins Tal. Auf dem Rückweg läuft man direkt am Canal de las Niñas entlang – einem Bewässerungskanal, der über weite Strecken an den Felswänden der Schlucht verläuft. Sensationell sind die Ausblicke auf das Tal von Soria und die Staumauer der Presa de Soria
Einen reizvollen Kontrast bilden der mediterrane Bergwald am Tauro auf der einen und die wilde, karge Landschaft im Süden auf der anderen Seite der Schlucht. Wer diese Tour geht, versteht Gran Canarias Wildnis.
Rundwanderung Montaña Tauro – Canal de las Niñas auf einen Blick
| Streckenlänge | 11,4 km (Rundwanderung) |
|---|---|
| Schwierigkeit | schwer – trittsicher, gute Grundkondition |
| Gehzeit | ca. 3:30 bis 4:30 Stunden |
| Höhenmeter Aufstieg | 1.043 hm |
| Höhenmeter Abstieg | 1.043 hm |
| Höchster Punkt | 1.171 m |
| Niedrigster Punkt | 913 m (Startpunkt Presa del Salto del Perro) |
| Startpunkt | Ausgeschilderter Ausgangspunkt GC-605/GC-200, ca. 1,1 km ab Kreuzung |
| Wegmarkierung | PR GC-45 |
| Routentyp | Rundwanderung |
| Schutzstatus | Monumento Natural de Tauro, ZEPA-Vogelschutzgebiet |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April – im Sommer sehr heiß |
| Wasser | Ausreichend Wasser für 3:30–4:30 h – keine Versorgung unterwegs |
| Besonderheit | Tauro-Schlucht + Canal de las Niñas + Soria-Stausee-Blick + Kultstätte Iglesia de los Canarios |
Anfahrt und Startpunkt
Von Maspalomas führt die Anfahrt zunächst über die GC-1 und anschließend über die GC-200 Richtung Mogán. Rund zwei Kilometer hinter dem Ort zweigt rechts die GC-605 ab. Die schmale, kurvenreiche Bergstraße windet sich etwa 8,5 Kilometer hinauf bis zu einer Kreuzung, an der man rechts Richtung Barranquillo Andrés fährt. Nach weiteren 1,1 Kilometern befindet sich rechts der ausgeschilderte Ausgangspunkt direkt neben der Presa del Salto del Perro.
Bereits die Anfahrt gehört zu den Höhepunkten der Tour: Immer wieder öffnen sich weite Ausblicke über die Berglandschaft des Südwestens Gran Canarias. Kostenlose Parkmöglichkeiten stehen direkt am Ausgangspunkt zur Verfügung.
Hinweis zur Anfahrt: Eine direkte öffentliche Busverbindung zum Startpunkt besteht nicht. Am bequemsten erreicht man den Ausgangspunkt mit dem Mietwagen über die GC-605 von Mogán aus.
Die Wanderung in vier Abschnitten
Die Route folgt dem Wanderweg PR GC-45 – gut ausgebaut und offiziell ausgeschildert. Trittsicherheit ist auf dem Schluchtenabschnitt gefragt.

Abschnitt 1: SL-2 und Aufstieg durch Kiefernwald
Vom Ausgangspunkt dem gepflasterten Wanderweg SL-2 ca. 120 m folgen, dann links abbiegen. Der Weg führt bergauf durch lichten Kiefernwald. Nach ca. 1,7 km erreicht man eine Geländekante und steigt südwärts ab. An der Weggabelung nach ca. 1,9 km links abbiegen.

Der Weg führt bergauf zu einem Plateau mit Rastplatz und atemberaubendem Aussichtspunkt. Von hier ein spektakulärer Blick auf die zentralen Berggipfel – darunter der Roque Nublo. Die Mauerreste auf dem Weg sind Relikte einer prähistorischen Kultstätte – die Iglesia de los Canarios, eine Trockenmauer-Anlage der Ureinwohner Gran Canarias.

Abschnitt 2: Grat und Tauro-Schlucht
Vom Plateau folgt ein Pfad entlang dem Grat der Schlucht. Rechts fällt die Felswand steil in die Tauro-Schlucht ab – ein eindrucksvoller, ausgesetzter Abschnitt mit Panoramablicken auf beiden Seiten.

Nach einem kurzen Abstieg und Aufstieg zum Weg in der Schlucht geht es auf der linken Seite der Schlucht Barranco de Tauro in leichtem Auf und Ab weiter. Nach ca. 1,9 km stößt der PR GC-45 von rechts auf die Route – geradeaus auf dem PR GC-45 Richtung Degollada de Cortadores

Abschnitt 3: Canal de las Niñas
Nach ca. 1,7 km den PR GC-45 nach links verlassen. Man gelangt in den Barranco de Arguineguín – die Schlucht von Soria. Hier beginnt einer der eindrucksvollsten Abschnitte der gesamten Tour: Der Canal de las Niñas führt für ca. 3,3 km direkt am Fels entlang.

Der Kanal verläuft über weite Strecken direkt an den Felswänden der Schlucht – ein schmaler, wassergefüllter Streifen zwischen Fels und Abgrund. Der Weg daneben ist gut begehbar, aber exponiert. Sensationell sind die Ausblicke auf das Tal von Soria und die Staumauer der Presa de Soria

Abschnitt 4: Rückweg auf der Straße
Am Ende des Kanalwegs rechts auf die Straße abbiegen. Nach etwa 200 m die Carretera El Pinar erreichen. Dieser folgt man ca. 2 km bergauf bis zum Ausgangspunkt. Beim Rückweg eröffnen sich noch einmal schöne Ausblicke auf das Barranquillo Andrés und den Berg El Montañón.

Das Monumento Natural de Tauro: Natur und Geschichte
Das Monumento Natural de Tauro umfasst 1.256,6 Hektar im Gemeindegebiet Mogán. Es handelt sich um ein weitläufiges Gebiet mit zahlreichen Schluchten, die in die größeren Schluchten von Tauro, Taurito, Mogán und Arguineguín münden. Der kulturelle Wert ist hoch: Das Gebiet war ein altes zeremonielles Zentrum der Ureinwohner Gran Canarias. Die Iglesia de los Canarios – eine Trockenmauer-Anlage auf dem Gipfelplateau – zeugt davon.

Das Naturdenkmal ist als ZEPA – besonderes Vogelschutzgebiet ausgewiesen und Teil des Kanarischen Netzes geschützter Naturräume. Der offene Kiefernwald des Tauro mit seinen endemischen Pflanzenarten macht das Gebiet auch biologisch bedeutsam.
Der Canal de las Niñas: Wasser als Lebensader
Der Canal de las Niñas ist ein Teil des komplexen Bewässerungskanalsystems, das Wasser aus dem Hochland Gran Canarias in die Landwirtschaft des Südens transportiert. Er verläuft größtenteils hoch an den Felswänden der Schluchten – eine technische Meisterleistung aus der Zeit, als das Wasser noch manuell verteilt wurde. Zu bestimmten Zeiten führt der Kanal Wasser – ein faszinierender Anblick, wie das Wasser in dieser unwirtlichen Umgebung fließt.

Flora und Fauna
Die Route führt durch sehr unterschiedliche Vegetationszonen. Im oberen Bereich rund um den SL-2-Aufstieg wächst lichter Kanarischer Kiefernwald (Pinus canariensis) mit Tabaibas und Cardonales im Unterwuchs. In der Tauro-Schlucht selbst ist die Vegetation spärlicher – schroff und karg. Am Kanalweg im Barranco de Arguineguín wachsen Wolfsmilch-Arten (Euphorbia) und in feuchten Felsspalten gedeihen kleine Farne

Das Monumento Natural de Tauro ist als ZEPA ausgewiesen – Habichte, Turmfalken und Bussarde kreisen über dem Massiv. In den Felswänden der Tauro-Schlucht nisten Wanderfalken. Die Kanarische Eidechse (Gallotia stehlini) ist auf den Felsen allgegenwärtig.
Beste Reisezeit
| Herbst (Okt–Nov) | Angenehme Temperaturen, gute Sicht – sehr empfehlenswert |
|---|---|
| Winter (Dez–Feb) | Kühl, klare Fernsicht – ideal |
| Frühling (Mär–Mai) | Milde Temperaturen – sehr gut |
| Sommer (Jun–Sep) | Sehr heiß in der Schlucht und am Kanalweg – nur mit sehr frühem Start (vor 7 Uhr) |

Ausrüstung
| Schuhwerk | Feste Bergwanderschuhe – Schluchtweg, Grat, Kanalweg felsig |
|---|---|
| Wasser | Mindestens 2 Liter – keine Versorgung unterwegs |
| Sonnenschutz | Hut, Brille, Creme – Kanalweg und Grat ohne Schatten |
| Proviant | Für 3:30–4:30 Stunden – kein Restaurant auf der Route |
| Trittsicherheit | Auf dem Schluchtenabschnitt und am Kanalweg gefragt |
Kombinationsmöglichkeiten
| Montaña de Tauro solo | 5,4 km, moderat – nur Gipfelbesteigung ohne Schlucht |
|---|---|
| Degollada de las Lapas + Canal | 14 km, schwer – Route mit Lapas-Pass |
| Degollada de las Lapas + Gipfel | 11,4 km, moderat – leichtere Alternative |
| Barranco de Tauro zur Playa de Tauro | 20,1 km, schwer – die ganze Schlucht bis zum Meer |

GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:
Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Montaña Tauro – Canal de las Niñas
Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:
Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes
Praktische Tipps
1.043 hm sind 1.043 hm: Diese Tour ist schwer eingestuft – und das zu Recht. Die Kombination aus Schluchtenweg, Grat und langem Kanalabschnitt mit konstantem Auf und Ab fordert Kondition bis zum Schluss.
Früher Start: Im Sommer sind die Schluchten im Südwesten bereits am frühen Nachmittag Hitzeflaschen. Vor 7 Uhr starten, spätestens bei Sonnenaufgang.
Iglesia de los Canarios: Die Mauerreste auf dem Plateau sind archäologisch bedeutsam – nicht betreten, nicht beschädigen.
Canal de las Niñas: Der historische Kanalweg verläuft stellenweise exponiert entlang der Felswände. Bei Wasserführung und auf schmalen Passagen ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Trittsicherheit und vorsichtiges Gehen sind hier unerlässlich.

Häufige Fragen zur Rundwanderung Montaña Tauro
Was ist der Canal de las Niñas?
Was ist die Iglesia de los Canarios?
Warum ist die Tour trotz kurzer Strecke schwer?
Ist die Wanderung für Menschen mit Höhenangst geeignet?
Führt der Canal de las Niñas immer Wasser?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.
Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:


