In den Krater hinein: Wanderung durch die Caldera de Bandama

Von außen sieht die Caldera de Bandama aus wie ein kreisrundes Amphitheater: 1 Kilometer Durchmesser, 216 Meter tief, von Kiefernhängen umgeben. Von innen ist sie etwas ganz anderes. Schwarze Lapillifelder aus vulkanischer Asche, endemische Pflanzen, die sich in Lavaschotterein festgebissen haben, eine alte Weinbauanlage mit verlassenem Gehöft, Terrassen, Palmen, Feigen- und Orangenbäume – und Stille. Diese Wanderung führt direkt in den Krater hinein.

Der Wanderweg schlängelt sich über dunkle Lapilliflächen zum Grund der Caldera de Bandama.
Der Wanderweg schlängelt sich über dunkle Lapilliflächen zum Grund der Caldera de Bandama.

Die Route startet an der Bushaltestelle in Bandama und führt über eine Aussichtsterrasse, an Höhlen der Ureinwohner vorbei, in Serpentinen hinunter auf den Kraterboden, um das verlassene Gehöft herum und auf der Südseite wieder bergauf. 3,4 Kilometer, 233 Höhenmeter, moderat. Nur 20 Minuten von Las Palmas entfernt – und eine der ungewöhnlichsten Wanderungen Gran Canarias.

Hinweis:

Der Wanderweg in den Kraterboden der Caldera de Bandama ist grundsätzlich öffentlich zugänglich und folgt dem offiziellen Wanderweg GC SL-2 (Camino Agustinito). Vor dem Start sollte jedoch geprüft werden, ob das Zugangstor an der Aussichtsterrasse geöffnet ist. Es kann beispielsweise bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden. Außerdem schließt das Tor am Abend, sodass genügend Zeit für den Rückweg eingeplant werden sollte.

Schichtungen an den Kraterwänden der Caldera de Bandama.
Schichtungen an den Kraterwänden der Caldera de Bandama.

Wanderung Caldera de Bandama – Kraterabstieg auf einen Blick

Streckenlänge3,4 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitmoderat – leicht zu folgen, vorwiegend Pfade, trittsicher
Gehzeitca. 1:40 Stunden
Höhenmeter Aufstieg233 hm
Höhenmeter Abstieg233 hm
Höchster Punkt457 m (Aussichtsterrasse / Einstieg)
Niedrigster Punkt236 m (Kraterboden)
StartpunktBushaltestelle Bandama, von La Atalaya kommend
WegmarkierungGC SL-2 »Camino Agustinito« Fondo de Caldera
RoutentypRundwanderung
SchutzstatusMonumento Natural de Bandama
Beste ReisezeitGanzjährig – Frühjahr und Herbst für Flora ideal
WasserWasser, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Windschutz mitbringen
BesonderheitKraterboden + Lapillifelder + Höhlen + verlassenes Gehöft mit Weinbauterassen

Anfahrt und Startpunkt

Die Caldera de Bandama liegt rund 10 Kilometer südlich von Las Palmas de Gran Canaria zwischen Tafira und Santa Brígida. Mit dem Auto erreicht man den Ausgangspunkt über die GC-21 und anschließend die GC-802. Direkt an der Bushaltestelle Bandama befindet sich ein kostenloser Parkplatz. Von dort führt ein kurzer Weg durch das Zugangstor zur Aussichtsterrasse und zum Beginn des Wanderwegs.

Die Caldera ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Mehrere Buslinien verbinden Las Palmas über Tafira mit Bandama. Dennoch empfiehlt sich für maximale Flexibilität die Anreise mit dem Mietwagen. Aktuelle Verbindungen unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen Gran Canaria / Santa Brígida

Die Wanderung in drei Abschnitten

Die Route folgt dem gut markierten Wanderweg GC SL-2 – auch bekannt als Camino Agustinito Fondo de Caldera. Der Weg ist klar beschildert und leicht zu folgen.

Abschnitt 1: Aussichtsterrasse und Abstieg in die Caldera

Vom Parkplatz biegt man rechts in den Weg, der durch ein Tor zur Aussichtsterrasse führt. Von der Terrasse aus eröffnet sich der erste vollständige Blick in den Krater: ein beeindruckendes rundes Becken, die Hänge dunkel und karg, am Boden das verlassene Gehöft mit seinen Terrassen.

Aussichtspunkt am Wanderweg in den Kraterkessel der Caldera de Bandama.
Aussichtspunkt am Wanderweg in den Kraterkessel der Caldera de Bandama.

Links von der Terrasse führt ein Weg bergab. Zunächst nur von schwarzen Steinmauern flankiert, geht er bald in Lavaschotter über. Nach wenigen Minuten eine Weggabelung – rechts halten. Weiter geradeaus bis zu einem Aussichtsbalkon mit vollständigem Blick auf den Kraterboden. Begleitet von blauem Lavendel schlängelt sich der Weg nun in Serpentinen bergab. An einer Felswand vorbei, die mit Höhlen gespickt ist – Getreidespeicher der Ureinwohner Gran Canarias, einst tief in den Fels gehauen.

Schroffe Felsformationen entlang der Wanderroute in die Caldera de Bandama.
Schroffe Felsformationen entlang der Wanderroute in die Caldera de Bandama.

Abschnitt 2: Kraterboden – verlassenes Gehöft und Weinbauterrassen

Im Krater ist es meist wärmer als oben. Der Schatten der Palmen ist willkommen. Die Luft riecht nach Erde und altem Holz. Man steuert direkt auf das verlassene Gehöft zu – ein Haus mit verfallenen Mauern, alten Weinbauterrassen, Feigen- und Orangenbäumen. Jahrzehntelang wurde hier in der Caldera Wein angebaut – das Vulkanasche-Substrat galt als besonders fruchtbar.

Kurz vor Erreichen des Gehöfts links abbiegen, weiter bis zu einem zweiten Gebäude. Rechts daran vorbei – jetzt beginnt die Umrundung der Caldera im Uhrzeigersinn. Die Abzweigung nach rechts zurück zum Hof ignorieren. Der Weg steigt über Stufen an der Südseite der Caldera an, vorbei an einem Wasserreservoir und weiteren Höhlen.

Krater der Caldera de Bandama
Krater der Caldera de Bandama

Abschnitt 3: Aufstieg und Rückweg zur Aussichtsterrasse

Nach der Umrundung des Kraterbodens erreicht man wieder die bekannte Abzweigung vom Beginn – von hier geht es bergauf zurück zur Aussichtsterrasse und zum Ausgangspunkt. Der Aufstieg ist moderat, die Steinmauern entlang des Weges geben Orientierung. Die Aussicht von oben auf den Krater, den man soeben durchquert hat, schließt die Tour würdig ab.

Blick zum Pico de Bandama und bis zur Küste.
Blick zum Pico de Bandama und bis zur Küste.

Geologie und Geschichte: Der jüngste Vulkankegel Gran Canarias

Die Caldera de Bandama entstand durch gewaltige freatomagmatische Explosionen, bei denen aufsteigendes Magma auf Grundwasser traf. Die dabei ausgelösten Dampfexplosionen formten vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren den etwa einen Kilometer breiten und bis zu 216 Meter tiefen Krater. Direkt daneben erhebt sich der Pico de Bandama, einer der jüngsten und markantesten Vulkankegel Gran Canarias. Von seinem Gipfel eröffnet sich ein weiter Blick über die Ostküste der Insel bis nach Las Palmas de Gran Canaria.

Lavaschichten der Caldera de Bandama auf Gran Canaria.
Lavaschichten der Caldera de Bandama auf Gran Canaria.

Die dunklen Lapillifelder im Kraterboden bestehen aus vulkanischer Schlacke und Asche, die bei den Explosionen ausgeworfen wurden. Jahrzehntelang wurden diese nährstoffreichen Böden für Weinbau genutzt – die Terrassen und das verlassene Gehöft erzählen diese Geschichte. In der Nordwand der Caldera sind die Reste eines Höhlendorfes der Guanchen erkennbar – natürliche Felskerben, die zu Höhlenwohnungen und Getreidespeichern ausgebaut wurden.

Schutzstatus: Monumento Natural de Bandama

Die Caldera de Bandama steht als Monumento Natural de Bandama unter besonderem Schutz. Bitte ausschließlich auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, keine Pflanzen entnehmen und sämtlichen Abfall wieder mitnehmen. Offenes Feuer und Wildcampen sind nicht erlaubt. Vor der Wanderung empfiehlt es sich, die Zugänglichkeit des Wanderwegs zu prüfen und ausreichend Zeit für den Rückweg vor Schließung des Zugangstores einzuplanen.

Flora und Fauna: Endemische Pflanzen und Kanarische Eidechsen

Die Caldera de Bandama ist ein Refugium endemischer Pflanzen. Im Kraterboden wachsen Wolfsmilchgewächse (Euphorbia), Aeonium-Arten in den Felsspalten und wilder Lavendel entlang des Abstiegsweges. Die Terrassen sind von verwilderten Feigenbäumen, Orangenbäumen und Palmen überwachsen – Relikte des früheren Weinbaus.

Braun gefärbte Kanarische Eidechse am Wanderweg
Braun gefärbte Kanarische Eidechse am Wanderweg

An den Felswänden und auf den Lavasteinen sonnt sich häufig die Kanarische Eidechse (Gallotia stehlini) – die größte Eidechsenart Gran Canarias, bis zu 80 Zentimeter lang. Über dem Krater kreisen Turmfalken. In den Höhlen der Kraterwände nisten Dohlen und Blaumerlen.

Beste Reisezeit

Frühjahr (Mär–Mai)Artenreichste Flora, Lavendel in Blüte – schönste Saison
Herbst (Okt–Nov)Angenehme Temperaturen, Grün nach Regen – sehr gut
Winter (Dez–Feb)Kühl, ruhig, wenig Besucher – für Ruhe und Natur ideal
Sommer (Jun–Sep)Heiß im Kraterboden – früher Start vor 9 Uhr empfohlen

Tipp

Das Tor zur Aussichtsterrasse schließt um 17:30 Uhr. Früher Aufbruch sichert ausreichend Zeit.

Kraterkessel der Caldera de Bandama.
Kraterkessel der Caldera de Bandama.

Ausrüstung

SchuhwerkFestes Schuhwerk – Lavaschotter und unebene Steinmauern
WasserMindestens 0,75 Liter – kurze Tour, aber Krater kann heiß werden
SonnenschutzHut, Brille, Creme – Kraterboden ohne Schatten, außer bei Palmen
WindschutzLeichte Jacke – oben auf dem Kraterrand kann es windig sein

Kombinationsmöglichkeiten

Rundwanderung Kraterrand3,6 km, moderat – ohne Genehmigung, Blick von oben in den Krater
Pico de BandamaAufstieg zum jüngsten Vulkankegel Gran Canarias – 15 Min. Autofahrt
Las Palmas de Gran Canaria20 Min. Autofahrt – Vegueta, Las Canteras, Poema del Mar an einem Tag
Santa BrígidaWeinbaudorf direkt nebenan: Bodegas, Restaurants, Wochenmarkt
das Rathaus an der Plaza Santa Ana in Las Palmas de Gran Canaria
das Rathaus an der Plaza Santa Ana in Las Palmas de Gran Canaria

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung durch den Vulkankrater Caldera de Bandama

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Öffnungszeiten des Zugangstores beachten: Der Wanderweg beginnt hinter dem Tor an der Aussichtsterrasse. Vor allem am späten Nachmittag sollte genügend Zeit für den Rückweg eingeplant werden, da das Tor am Abend geschlossen wird. Nach starken Regenfällen oder aus Sicherheitsgründen kann der Zugang zeitweise gesperrt sein.

Rückweg rechtzeitig antreten: Das Zugangstor an der Aussichtsterrasse wird am Abend geschlossen. Deshalb empfiehlt es sich, die Wanderung nicht zu spät zu beginnen und ausreichend Zeit für den Aufstieg einzuplanen.

Auch ohne Kraterabstieg sehenswert: Wer nicht bis auf den Kraterboden wandern möchte, kann die Caldera auf der Rundwanderung über den Kraterrand erleben. Mehrere Aussichtspunkte bieten eindrucksvolle Blicke in den Vulkankessel und über den Nordosten Gran Canarias.

Nähe zu Las Palmas: Die Caldera ist nur 20 Minuten von Las Palmas entfernt und lässt sich gut mit einem Besuch in der Hauptstadt kombinieren.

Der Blick über die Caldera de Bandama reicht bis zum Atlantik
Der Blick über die Caldera de Bandama reicht bis zum Atlantik

Häufige Fragen zur Wanderung in die Caldera de Bandama

Ist für den Abstieg in die Caldera de Bandama eine Genehmigung erforderlich?

Nein. Der Abstieg erfolgt über den offiziellen Wanderweg GC SL-2 (Camino Agustinito) und ist grundsätzlich öffentlich zugänglich. Vor der Tour sollte lediglich geprüft werden, ob das Zugangstor an der Aussichtsterrasse geöffnet ist. Dieses kann beispielsweise aus Sicherheitsgründen oder außerhalb der Öffnungszeiten geschlossen sein.

Was sieht man im Kraterboden der Caldera de Bandama?

Im Kraterboden liegt ein verlassenes Gehöft mit alten Weinbauterrassen, Palmen, Feigen- und Orangenbäumen. Die Hänge bestehen aus dunklen Lapillifeldern – vulkanischer Schlacke und Asche. In den Kraterwänden sind Höhlen der Guanchen erkennbar. Die endemische Flora, die Kanarische Eidechse und die Stille des Kessels machen den Kraterboden zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.

Wie entstand die Caldera de Bandama?

Die Caldera entstand vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren durch gewaltige freatomagmatische Explosionen, als aufsteigendes Magma auf Grundwasser traf. Dabei entstand der rund einen Kilometer breite und bis zu 216 Meter tiefe Krater. Direkt daneben erhebt sich der Pico de Bandama – einer der jüngsten und markantesten Vulkankegel Gran Canarias und ein hervorragender Aussichtspunkt über den Nordosten der Insel.

Kann man die Wanderung auch ohne Kraterabstieg genießen?

Ja. Bereits von den Aussichtspunkten am Kraterrand eröffnet sich ein beeindruckender Blick in den nahezu kreisrunden Vulkankessel. Wer weniger Zeit hat oder den steilen Abstieg vermeiden möchte, findet auf der Rundwanderung um den Kraterrand zahlreiche Aussichtspunkte mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Caldera und den Pico de Bandama.

Wann ist die schönste Jahreszeit für die Wanderung?

Die Caldera de Bandama kann das ganze Jahr über besucht werden. Besonders angenehm sind Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen moderat sind und viele Pflanzen blühen. Im Sommer empfiehlt sich ein früher Start, da es auf dem Kraterboden deutlich wärmer werden kann als auf dem Kraterrand.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com