Montaña del Viso: Wilde Westküste, tiefe Schluchten und Teide-Blick

Gran Canaria hat eine wilde Seite – und diese Tour führt direkt hinein. Die Rundwanderung ab dem Mirador de Tasartico zeigt den Nordwesten der Insel, wie er kaum bekannter ist: unberührte Schluchten, schmale Pfade, weite Ausblicke über La Aldea de San Nicolás bis zur Küste – und an klaren Tagen bis zum Teide auf Teneriffa und zum Roque Nublo

Der Bergkamm des Montaña Viso bietet bei klarer Sicht einen Blick auf die Nachbarinsel Teneriffa am Horizont.
Der Bergkamm des Montaña Viso bietet bei klarer Sicht einen Blick auf die Nachbarinsel Teneriffa am Horizont.

Die Route beginnt an der Degollada de la Aldea beim Parkplatz des Miradors, steigt entlang des Barranco de Tocodomán auf den Kamm der Montaña del Viso auf, führt über den Barranco del Pino Gordo und ein verlassenes Dörfchen, steigt nach La Aldea hinunter, und kehrt über den GR-139 zurück zum Mirador. 16,5 Kilometer, 899 Höhenmeter, schwer – und eine der eindrucksvollsten Runden des Westens.

Rundwanderung Montaña del Viso auf einen Blick

Streckenlänge16,5 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitschwer – schwindelfrei, trittsicher, exponierte Passagen, gute Kondition
Gehzeitca. 5:30 bis 6:30 Stunden
Höhenmeter Aufstieg899 hm
Höhenmeter Abstieg899 hm
Höchster Punktca. 900 m (Kamm Montaña del Viso)
Niedrigster Punktca. 100 m (La Aldea de San Nicolás)
StartpunktParkplatz Mirador de Tasartico, GC-200, Degollada de la Aldea
WegmarkierungGR-139 (Abschnitte); teils Trampelpfad
RoutentypRundwanderung
Beste ReisezeitOktober bis April – ganzjährig möglich
WasserAusreichend Proviant und Wasser für 5:30–6:30 h – keine Versorgung unterwegs
BesonderheitBarranco del Pino Gordo + verlassenes Dörfchen + Küstenblick La Aldea + Teide
Die Felswand Los Laderones erhebt sich in treppenartigen Absätzen.
Die Felswand Los Laderones erhebt sich in treppenartigen Absätzen.

Anfahrt und Startpunkt

Der Startpunkt der Rundwanderung liegt am Mirador de la Degollada de Tasartico auf der Passhöhe Degollada de Tasartico an der GC-200 zwischen Mogán und La Aldea de San Nicolás. Der Aussichtspunkt verfügt über einen kostenlosen Parkplatz und bietet bereits vor der Wanderung einen beeindruckenden Blick über die wilde Berglandschaft des Inselwestens.
Von Mogán folgt man der GC-200 in Richtung La Aldea de San Nicolás. Kurz nach der Passhöhe befindet sich der Parkplatz am Mirador. Aus Las Palmas führt die Anreise über die GC-2 bis Agaete und anschließend über die GC-200 entlang der Westküste. Für die Anfahrt sollte – je nach Ausgangspunkt – ausreichend Zeit eingeplant werden, da die kurvenreiche Bergstraße langsames Fahren erfordert.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, findet aktuelle Fahrpläne unter: Guaguasglobal.com – Busverbindungen La Aldea / Mogán

Die Wanderung in vier Abschnitten

Die Route ist auf Teilen durch den GR-139 markiert, auf anderen Abschnitten nur als Trampelpfad erkennbar. GPS-Track empfohlen.

Abschnitt 1: Mirador – Barranco de Tocodomán – Kamm Montaña del Viso

Vom Parkplatz aus folgt man der Straße etwa 25 Meter, dann zweigt der Wanderweg links auf einen schmalen Aufstiegspfad in Richtung Montaña del Viso ab. Der Weg zieht sich rund 2,8 Kilometer oberhalb des Barranco de Tocodomán an der Flanke des Berges entlang, stetig bergauf bis zum Kamm.

Farbige Felsformationen beim Aufstieg Richtung Montaña del Viso.
Farbige Felsformationen beim Aufstieg Richtung Montaña del Viso.

Mit zunehmender Höhe öffnen sich spektakuläre Ausblicke über das Tal von La Aldea de San Nicolás bis zur Küste. Bei klarer Sicht: Teneriffa und der Teide am Horizont. Einige Passagen sind schmal und exponiert – Schwindfreiheit und Trittsicherheit sind gefragt.

Der Wanderweg folgt der Terrasse an den Los Laderones – ein schmaler Pfad, der sich an die schroffe Felswand schmiegt.
Der Wanderweg folgt der Terrasse an den Los Laderones – ein schmaler Pfad, der sich an die schroffe Felswand schmiegt.

Abschnitt 2: Kamm – Barranco del Pino Gordo – verlassenes Dörfchen

Am Kamm angekommen, wird die Weite sichtbar: der Barranco del Pino Gordo in seiner ganzen Tiefe, dahinter unberührte Schluchten und die Bergmitte der Insel bis zum Roque Nublo. Tamadaba, Viso – das Hochland, so wie es vor dem Tourismus war.

Der Ausblick über Berge und Schluchten Gran Canarias reicht bei klarer Sicht bis zum Roque Nublo.
Der Ausblick über Berge und Schluchten Gran Canarias reicht bei klarer Sicht bis zum Roque Nublo.

Die Route führt vorbei an den Casas de Inagua, einem kleinen Ensemble ehemaliger Steinhäuser am Rand der Reserva Natural Integral de Inagua. Die einfachen Gebäude dienten früher Hirten, Waldarbeitern und Wasserbauern als Unterkunft und erinnern an eine Zeit, als diese abgelegene Berglandschaft noch dauerhaft genutzt wurde. Heute liegen die Häuser still inmitten der geschützten Natur und verleihen diesem Abschnitt eine besondere Atmosphäre. Nach dem Dörfchen biegt die Route links auf eine inzwischen zugewachsene Piste ab, die nur noch als Trampelpfad erkennbar ist. Hier ist Orientierungsgefühl gefragt.

Ruinen des verlassenen Dörfchens Casa de la Inagua.
Ruinen des verlassenen Dörfchens Casa de la Inagua.

Abschnitt 3: Abstieg nach La Aldea de San Nicolás

Die Route wendet sich nach Westen und verläuft hoch über La Aldea de San Nicolás – der Blick schweift über unzählige Plantagen bis zur Küste von El Charco de la Aldea. Dann folgt ein teilweise steiler Abstieg von rund 500 Höhenmetern hinunter in den Ort. Dort trifft man auf den Wanderweg GR-139

Panoramaausblick bis zum Teide auf Teneriffa
Panoramaausblick bis zum Teide auf Teneriffa

La Aldea de San Nicolás ist der größte Ort an der Westküste Gran Canarias. Ein kurzer Stopp – Wasser auffüllen, kurz verschnaufen – bevor der letzte Abschnitt bergauf beginnt.

Blick über die Plantagen von La Aldea de San Nicolás zur Küste.
Blick über die Plantagen von La Aldea de San Nicolás zur Küste.

Abschnitt 4: GR-139 zurück zum Mirador

Nach etwa 2,7 Kilometern auf dem GR-139 wird die Straße überquert. Jetzt beginnt der letzte Anstieg zurück zum Mirador de Tasartico: rund 3 Kilometer und knapp 400 Höhenmeter bergauf. Der GR-139 führt über mehrere Aussichtspunkte oberhalb von La Aldea und El Hoyo zurück zur GC-200. Hier schließt sich der Kreis.

Die Steilwand des Viso ragt aus dem Barranco de Pino Gordo empor.
Die Steilwand des Viso ragt aus dem Barranco de Pino Gordo empor.

Nach etwa 16,5 Kilometern endet die Rundwanderung wieder am Parkplatz Mirador de Tasartico – mit Eindrücken von Weite, Stille und einer Landschaft, die lange nachwirkt.

Felsformationen an der Montaña del Viso, La Aldea de San Nicolás.
Felsformationen an der Montaña del Viso, La Aldea de San Nicolás.

Mirador de la Degollada de Tasartico – Aussichtstor zum wilden Westen

Der Mirador de la Degollada de Tasartico liegt auf der Passhöhe zwischen Mogán und La Aldea de San Nicolás und zählt zu den eindrucksvollsten Aussichtspunkten der Westseite Gran Canarias. Von hier schweift der Blick über tiefe Schluchten, markante Felswände und die weiten Berglandschaften rund um La Aldea. Die Gegend gehört zu den am wenigsten erschlossenen Teilen Gran Canarias – kein Tourismus, keine Hotels, nur Schluchten, Bergbauern und Stille.

Der Mirador de Tasartico bietet einen weiten Blick über das Tal von La Aldea de San Nicolás bis zum Atlantik.
Der Mirador de Tasartico bietet einen weiten Blick über das Tal von La Aldea de San Nicolás bis zum Atlantik.

Die Montaña del Viso ist kein bekannter Gipfel – sie hat keinen eigenen Eintrag in Reiseführern. Was sie bietet, ist der Blick: auf das Tal von La Aldea, die Westküste, Tamadaba und – bei guter Sicht – den Roque Nublo in der Ferne.

Flora und Fauna: Tabaibas, Kiefern und Raubvögel

Die Vegetation entlang der Route wechselt stark. Im unteren Bereich rund um La Aldea: Tabaibas, Cardonales und wilde Feigenkakteen. Am Kamm und in den Schluchten: vereinzelte Kanarische Kiefern. Der Barranco del Pino Gordo – Schlucht der großen Kiefer – ist nach einem alten Exemplar benannt, das heute kaum noch dort steht. Über den Klippen kreisen Turmfalken und Bussarde. In den Felsspalten nisten Blaumerlen

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Angenehme Temperaturen, klare Sicht – sehr empfehlenswert
Winter (Dez–Feb)Kühl, gute Fernsicht, Teide klar sichtbar – sehr gut
Frühling (Mär–Mai)Milde Temperaturen, grüne Schluchten – ideal
Sommer (Jun–Sep)Heiß – sehr früher Start nötig; Abstieg nach La Aldea kann sehr heiß werden
Farbige Felsen zeigen sich auch an den Berghängen des Viso
Farbige Felsen zeigen sich auch an den Berghängen des Viso

Ausrüstung

SchuhwerkFeste Bergwanderschuhe – exponierte Passagen, steiler Abstieg nach La Aldea
Wasser und ProviantFür 5:30–6:30 Stunden – keine Versorgung bis La Aldea
SchwindfreiheitEmpfohlen – Aufstieg Montaña del Viso hat exponierte Abschnitte
SonnenschutzHut, Brille, Creme – wenig Schatten auf dem Kammweg
NavigationGPS-Track empfohlen – Teile nur als Trampelpfad erkennbar

Kombinationsmöglichkeiten

Playa de GüigüíWanderung ab Tasartico: 10,5 km, schwer – einsamster Strand Gran Canarias
Los AzulejosGC-200 nahe Veneguera: bunte Felswand, kein Wanderweg nötig – kurzer Abstecher
Mirador del BalcónAndén Verde: 15 km Richtung La Aldea – spektakulärer Skywalk
La Aldea de San NicolásZum Tagesabschluss in La Aldea: Restaurant, Einkauf, Meerfischsuppe
Felsklippen an der Playa de Güigüí auf Gran Canaria
Felsklippen an der Playa de Güigüí auf Gran Canaria

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung ab dem Mirador de Tasartico – Montaña del Viso

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

GPS-Track: Pflicht auf Abschnitten, wo der Weg nur als Trampelpfad erkennbar ist – besonders nach dem verlassenen Dörfchen und im Abstieg nach La Aldea.

La Aldea als Rastplatz: Im Ort gibt es Bars und kleine Supermärkte – eine gute Gelegenheit, Wasser aufzufüllen, bevor der Schlussaufstieg beginnt.

Früher Start: Vor 7 Uhr aufbrechen. Die 899 hm und 16,5 km brauchen Zeit. Nachmittagshitze im Abstieg nach La Aldea vermeiden.

Schwindfreiheit: Der Aufstieg hat einige exponierte, schmale Passagen. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte die Route nicht unterschätzen.

Navigation: Besonders zwischen den Casas de Inagua und dem Abstieg nach La Aldea ist der Weg stellenweise nur noch als schmaler Trampelpfad erkennbar. Ein GPS-Track erleichtert hier die Orientierung deutlich.

Lichter Kiefernwald durchzieht die Gebirgsrücken Gran Canarias und prägt das Landschaftsbild vieler Bergregionen der Insel.
Lichter Kiefernwald durchzieht die Gebirgsrücken Gran Canarias und prägt das Landschaftsbild vieler Bergregionen der Insel.

Häufige Fragen zur Rundwanderung Montaña del Viso

Was ist der Mirador de Tasartico?

Der Mirador de Tasartico ist ein Aussichtspunkt an der GC-200 an der Passhöhe Degollada de la Aldea zwischen Mogán und La Aldea de San Nicolás. Er liegt hoch über dem Tal von Tasartico und bietet einen der eindrucksvollsten Blicke auf die zerklüftete Westküste Gran Canarias. Er ist der Ausgangspunkt für mehrere anspruchsvolle Wanderungen – darunter die Playa de Güigüí-Route.

Ist die Wanderung wirklich so schwer wie angegeben?

Ja. 16,5 km, 899 hm, exponierte Abschnitte, streckenweise nur Trampelpfade – das ist eine ernsthafte Tour für erfahrene Bergwandernde. Der Abstieg nach La Aldea (500 hm in kurzem Abschnitt) und der Schlussaufstieg zurück zum Mirador (400 hm auf 3 km) fordern Kondition bis zum Ende.

Kann man die Route in umgekehrter Richtung gehen?

Ja. Der Einstieg über den GR-139 von La Aldea aus und der Rückweg über den Barranco de Tocodomán funktioniert ebenfalls. Im Uhrzeigersinn (wie beschrieben) beginnt man mit dem anspruchsvolleren Aufstieg und endet mit dem etwas besser markierten GR-139.

Was sind die Casas de Inagua?

Die Casas de Inagua sind ehemalige Steinhäuser im Bereich der heutigen Reserva Natural Integral de Inagua. Früher wurden sie von Hirten, Waldarbeitern und Wasserbauern genutzt. Heute sind sie ein stilles Zeugnis des früheren Lebens in den abgelegenen Bergen des Inselwestens und gehören zu den besonderen kulturellen Höhepunkten der Wanderung.

Benötige ich für die Wanderung einen GPS-Track?

Empfehlenswert ist er auf jeden Fall. Während große Teile der Route auf dem GR-139 verlaufen, führen einzelne Abschnitte über schmale, teilweise überwachsene Pfade – insbesondere im Bereich der Casas de Inagua. Erfahrene Wandernde finden den Weg meist auch anhand der Geländestruktur, ein GPS-Track sorgt jedoch für zusätzliche Sicherheit.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com