Wenn das Wasser fließt: Die Cascada de Soria auf Gran Canaria

Gran Canaria ist nicht für Wasserfälle bekannt. Umso beeindruckender ist der Moment, wenn die Cascada de Soria nach ergiebigen Regenfällen zum Leben erwacht: Wasser stürzt in mehreren Stufen über die Felsen oberhalb des kleinen Weilers Soria, füllt natürliche Becken im Barranco und schafft ein Naturschauspiel, das Menschen aus dem ganzen Süden der Insel anzieht.

Die Cascada Bonita bei Soria und zählt zu den eindrucksvollsten Wasserfällen Gran Canarias.
Die Cascada Bonita bei Soria und zählt zu den eindrucksvollsten Wasserfällen Gran Canarias.

Die Cascada de Soria – auch Cascada Bonita (der schöne Wasserfall) genannt – entsteht, wenn die vorgelagerte Presa de las Niñas überläuft und Wasser über die natürliche Felsformation der Cañada Grande in den Barranco de Soria fällt. Das Naturschauspiel ist selten – doch wer den richtigen Moment erwischt, erlebt Gran Canaria von seiner spektakulärsten und wasserreichsten Seite.

Dieser Artikel erklärt die Entstehung des Wasserfalls, die Wanderroute S-60, die Fallstufen und alle Besuchsinfos.

Steckbrief: Cascada de Soria auf einen Blick

TypSaisonaler Wasserfall / mehrere Fallstufen
Lage / GemeindeMogán, Gran Canaria (Barranco de Soria)
Auch bekannt alsCascada Bonita (der schöne Wasserfall)
EntstehungWenn Presa de las Niñas überläuft → Wasser fließt über Cañada Grande
FallstufenUntere Fallstufe + Zwischenplateau + obere Fallstufe
WasserführungSaisonal – nur nach starken Regenfällen (Nov–Feb)
WanderwegSendero S-60 ab Weiler Soria
EintrittKostenlos
SchwierigkeitMittel – teils felsig und ausgesetzt
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
Beste ReisezeitNovember bis Februar nach Starkregen
Das Wasserbecken an der oberen Fallstufe der Cascada de Soria liegt geschützt zwischen Fels und Vegetation.
Das Wasserbecken an der oberen Fallstufe der Cascada de Soria liegt geschützt zwischen Fels und Vegetation.

Entstehung: Wenn das Hochland überläuft

Die Cascada de Soria ist kein permanenter Wasserfall. Sie entsteht durch eine Kette von Ereignissen: Starker Regen füllt die Presa de las Niñas bis an ihre Kapazitätsgrenze. Das überschüssige Wasser fließt über den Überlauf der Presa ab und stürzt über die Cañada Grande – eine natürliche Felsformation aus geschliffenem Basalt – in mehreren Fallstufen in den Barranco de Soria.

Zwischenplateau am Wasserfall Cascada de Soria
Zwischenplateau am Wasserfall Cascada de Soria

Wann fließt die Cascada Bonita?

Die Cascada Bonita fließt ausschließlich nach besonders starken und anhaltenden Regenfällen, typischerweise zwischen November und Februar. Das Schauspiel dauert oft nur wenige Tage, manchmal nur Stunden. Aktuelle Berichte in sozialen Medien und auf Wanderportalen sind die verlässlichste Informationsquelle – viele Einheimische und Wanderer teilen Fotos sofort, wenn das Wasser fließt.

Die Fallstufen

Die Cascada de Soria ist kein einziger freier Fall, sondern ein System aus mehreren Fallstufen: Die untere Fallstufe ist von unten sichtbar und liegt im Barranco direkt oberhalb des Weilers Soria. Darüber liegt ein malerisches Zwischenplateau mit geschliffenen Felsplatten und natürlichen Wasserbecken. Die obere Fallstufe führt über die Cañada Grande – einen kleinen See, der sich bei hohem Wasserstand bildet.

Schroff türmt sich das Felsmassiv um die Cascada de Bonita auf.
Schroff türmt sich das Felsmassiv um die Cascada de Bonita auf.

Die Wanderung: Sendero S-60 zum Wasserfall

Der Sendero S-60 ist der klassische Wanderweg zur Cascada de Soria. Er startet im Weiler Soria direkt unterhalb der Presa de Soria und führt durch den Barranco de Soria aufwärts zum Wasserfall. Die Route ist gut markiert und landschaftlich außergewöhnlich – selbst wenn die Cascada nicht fließt, lohnt die Wanderung durch die imposante Schlucht.

Wichtig:

Die Cascada de Soria zeigt sich ausgerechnet dann von ihrer schönsten Seite, wenn im Hochland zuvor viel Regen gefallen ist. Genau dann kann der Barranco jedoch innerhalb kurzer Zeit deutlich mehr Wasser führen. Bei Starkregen, Unwetterwarnungen oder unsicherer Wetterlage sollte die Schlucht deshalb nicht betreten werden.

Routenprofil S-60

Ausgangspunkt: Weiler Soria (Parkplatz an der GC-503). Der Weg führt zunächst durch den Barranco de Soria zwischen steilen Felswänden hindurch. Nach einer Weile wird das Gelände felsiger – geschliffene Basaltplatten, Gumpen und Felspassagen. Am Wasserfall selbst kann man zwischen der unteren Fallstufe und – mit mehr Aufwand – dem Zwischenplateau und der oberen Fallstufe wählen. Aktuelle GPS-Tracks bietet das Wanderportal Sunhikes.

Der Wanderweg S-60 im Bergland Gran Canarias.
Der Wanderweg S-60 im Bergland Gran Canarias.

Die Abrisskante der oberen Fallstufe

Wer die obere Fallstufe erreicht, steht an der Abrisskante – dort, wo das Wasser über die Felskante stürzt. Der Wanderweg führt direkt an der Kante entlang und bietet einen Blick hinunter in die untere Fallstufe. Dieser Abschnitt ist bei Nässe sehr rutschig und erfordert absolute Vorsicht.

Wanderweg entlang der Abrisskante der oberen Fallstufe des Wasserfalls von Soria
Wanderweg entlang der Abrisskante der oberen Fallstufe des Wasserfalls von Soria

Der Barranco de Soria: Schlucht mit Charakter

Der Barranco de Soria ist auch ohne Wasserfall eine beeindruckende Schlucht. Die Felswände steigen steil auf, das Gestein ist von Wasser geschliffen und poliert – ein Zeugnis vergangener Zeiten, als deutlich mehr Wasser durch diesen Barranco floss. Gewaltige Findlinge liegen im Schluchtengrund, vom Wasser jahrtausendeweit transportiert.

Geschliffene Felsen und Wassergumpen

Entlang des Sendero S-60 begleiten geschliffene Felsplatten, natürliche Wassergumpen und bizarre Erosionsformationen den Weg. Auch wenn die Cascada nicht fließt, sind diese Gumpen eine seltene geologische Erscheinung im trockenen Süden Gran Canarias.

Geschliffene Felsen und Wassergumpen an der Cascada Bonita
Geschliffene Felsen und Wassergumpen an der Cascada Bonita

Schilf und Feuchtvegetation

Rund um die Wasserführung des Barrancos – besonders im Winter nach Regen – wächst eine üppige Schilf- und Feuchtvegetation: Schilfrohre, Binsen und verschiedene Farne bilden grüne Inseln im sonst kargen Barranco. Ein Anblick, der Gran Canaria von einer völlig anderen Seite zeigt.

Schilf-Vegetation an der Cascada Bonita
Schilf-Vegetation an der Cascada Bonita

Die untere Fallstufe: Das erste Bild des Wasserfalls

Die untere Fallstufe der Cascada de Soria ist die erste, die man beim Aufstieg durch den Barranco sieht: Wasser stürzt zwischen schroffen Felswänden in ein tiefes Becken – umgeben von nassem Basalt, Schilf und dem Donnern des fallenden Wassers. Dieser erste Anblick ist unvergesslich.

Die untere Fallstufe der Cascada de Soria
Die untere Fallstufe der Cascada de Soria

Unterhalb der unteren Fallstufe bilden sich bei ausreichender Wasserführung glasklare Naturbecken zwischen den geschliffenen Basaltfelsen. Sie eignen sich hervorragend für eine kurze Rast oder um nach der Wanderung die Füße im kühlen Wasser zu erfrischen. Vorsicht ist jedoch geboten: Nach starken Regenfällen können Wasserstand und Strömung rasch zunehmen.

Besuchsinfos: Cascada de Soria

EintrittKostenlos
WasserführungSaisonal – November bis Februar nach starken Regenfällen
WanderwegSendero S-60 ab Weiler Soria
SchwierigkeitMittel – felsig, teils rutschig bei Nässe
SchuhwerkWasserdichte Wanderschuhe dringend empfohlen
ParkenWeiler Soria (GC-503)
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserKeine Versorgung – eigenes Wasser mitbringen
WetterNach Starkregen oder Unwetterwarnungen den Barranco nicht betreten.

Anfahrt zur Cascada de Soria

Mit dem Auto: Von Puerto de Mogán oder der Südküste aus gelangt man über die Küstenstraße und die Abzweigung ins Tal auf die GC-505, die direkt nach Soria führt. Der Weiler Soria liegt unterhalb des Stausees und bietet einen kleinen Parkplatz als Ausgangspunkt für Wanderungen.
Mit dem Bus: Die Busverbindung direkt nach Soria ist extrem eingeschränkt oder praktisch nicht sinnvoll für Tagesausflüge machbar. Ab Puerto de Mogán oder den Küstenorten empfiehlt sich daher unbedingt ein Mietwagen. Aktuelle Verbindungen lassen sich auf guaguasglobal.com prüfen.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Presa de SoriaCa. 1 km – größter Stausee der Kanarischen Inseln
Presa de ChiraCa. 5 km – zweitgrößter Stausee GC; Chira-Soria-Tunnel
Presa de las NiñasCa. 8 km – Naherholungsgebiet; Stausee der die Cascada speist
Puerto de MogánCa. 20 km – \u0022Kleines Venedig\u0022, Hafen, Freitagsmarkt
Los AzulejosCa. 12 km – hydrothermale Farbfelsen an der GC-220
Der Chira-See ist einer der größten Stauseen Gran Canarias.
Der Chira-See ist einer der größten Stauseen Gran Canarias.

Beste Reisezeit für die Cascada de Soria

November–FebruarEinzige Zeit, in der die Cascada fließt – nur nach Starkregen
März–AprilWasserfall meist schon versiegt; Barranco weiterhin lohnend
Mai–OktoberTrockene Jahreszeit – Cascada fließt nicht; Wanderung ohne Wasser

Häufige Fragen zur Cascada de Soria

Wann fließt die Cascada Bonita bei Soria?

Die Cascada Bonita fließt ausschließlich nach besonders ergiebigen Regenfällen, wenn die Presa de las Niñas überläuft und das Wasser über die Cañada Grande in den Barranco de Soria fällt. Das passiert typischerweise zwischen November und Februar. Das Schauspiel dauert oft nur wenige Tage. Aktuelle Hinweise gibt es auf sozialen Medien und Wanderportalen.

Lohnt die Wanderung auch ohne Wasserfall?

Ja – der Barranco de Soria und der Sendero S-60 sind auch ohne Wasserführung sehenswert. Geschliffene Felsplatten, natürliche Wassergumpen, gewaltige Findlinge und die imposanten Felswände des Barrancos machen die Route zu einem eigenständigen Naturerlebnis. Und die Presa de Soria direkt am Startpunkt ist ohnehin einen Abstecher wert.

Kann man an den Wasserbecken der Cascada schwimmen?

Bei ausreichendem Wasserstand – der nur nach ergiebigem Regen vorhanden ist – bilden sich an der unteren Fallstufe natürliche Becken. Baden ist möglich, erfolgt aber auf eigene Verantwortung. Das Wasser ist kalt und die Wasserqualität ist nicht offiziell zertifiziert.

Wann hat man die größten Chancen, die Cascada de Soria mit Wasser zu erleben?

Die besten Chancen bestehen nach mehreren ergiebigen Regenfällen zwischen November und Februar. Dann führen die Barrancos im Inselinneren deutlich mehr Wasser und die Cascada Bonita erwacht für kurze Zeit zum Leben. Da das Naturschauspiel oft nur wenige Tage anhält, lohnt sich vor der Anfahrt ein Blick auf aktuelle Wanderberichte oder Fotos aus der Region.

Kann man die Cascada de Soria auch im Sommer besuchen?

Ja. Der Wasserfall selbst ist in den Sommermonaten meist trocken, die Wanderung durch den Barranco de Soria bleibt jedoch reizvoll. Geschliffene Basaltfelsen, tiefe Gumpen und die eindrucksvolle Schlucht machen den Sendero S-60 auch ohne Wasserfall zu einer der schönsten Touren im Süden Gran Canarias.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com