Am Fuß des Tamadaba: Der Presa de Lugarejos auf Gran Canaria
Am nordwestlichen Rand des Parque Natural de Tamadaba liegt ein Stausee, der abseits der bekannten Ausflugsziele liegt: der Presa de Lugarejos. Auf 820 Metern Höhe, eingebettet in die Mündung des Barranco Lugarejos, liegt er wie ein kleines Juwel – umgeben von steilen Felswänden des Tamadaba-Massivs auf einer Seite und terrassierten Feldern auf der anderen.

Der Presa de Lugarejos ist kein bekanntes Ausflugsziel. Er ist ein Wegpunkt – mehrere Tamadaba-Wanderrouten führen an seinem Ufer vorbei oder nutzen ihn als Startpunkt. Wer ihn kennt, schätzt ihn: als stillen Rastplatz, als Fotomotiv mit den dramatischen Felswänden des Naturparks im Hintergrund, als Ausgangspunkt für die einsamsten Wanderungen des Tamadaba.
Dieser Artikel erklärt Lage, Entstehung, die besonderen Ausblicke, Wandermöglichkeiten ab dem See und alle Besuchsinfos.
Steckbrief: Presa de Lugarejos auf einen Blick
| Typ | Stausee / Wasserreservoir |
|---|---|
| Lage / Gemeinde | Gáldar (nahe der Grenze zu Artenara), Gran Canaria |
| Höhe | Ca. 820 m ü. M. |
| Lage | An der Mündung des Barranco Lugarejos; Rand Parque Natural de Tamadaba |
| Besonderheit | Steilwände Tamadaba, terrassierte Felder, Roque Faneque sichtbar |
| Schutzstatus | Rand des Parque Natural de Tamadaba |
| Eintritt | Kostenlos |
| Zugang | Forststraße ab Artenara; einige Tamadaba-Wanderrouten führen vorbei |
| Parken | An der Forststraße / Staudamm |
| Wildcampen | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April; Stausee nach Regen am schönsten |
Lage und Entstehung: Wo Tamadaba auf das Tal trifft
Der Presa de Lugarejos liegt an einem geografisch besonderen Punkt: Hier mündet der Barranco Lugarejos aus dem Inneren des Tamadaba-Massivs in das breitere Talgebiet Richtung Küste. Die Staumauer nutzt diese natürliche Engstelle – die Felswände beiderseits des Barrancos dienen als natürliche Widerlager.
Der Presa de Lugarejos ist Teil des historischen Wasserwirtschaftssystems Gran Canarias. Über Kanäle, Stollen und Wasserleitungen wurde das kostbare Wasser seit Jahrzehnten in die landwirtschaftlichen Anbaugebiete verteilt – ein ausgeklügeltes Netz, das die Entwicklung vieler Regionen der Insel überhaupt erst möglich machte.
Terrassierte Felder am Ufer
Auffällig sind die terrassierten Felder am Ufer des Stausees. Sie zeugen von einer Zeit, als das Lugarejos-Gebiet intensiver landwirtschaftlich genutzt wurde: Mandeln, Feigen und Gemüse wurden auf mühsam angelegten Terrassen angebaut, bewässert vom Stauwasser des Barrancos.

Steile Felswände des Tamadaba
Die Felswände des Parque Natural de Tamadaba erheben sich direkt hinter dem Stausee – steil, dunkel und beeindruckend. Dieser Kontrast zwischen dem stillen Wasser des Stausees und den schroffen Basaltwänden dahinter macht den Presa de Lugarejos zu einem der fotogensten Stauseen der Insel.

Ausblicke: Tamadaba, Roque Faneque und der Norden
Vom Presa de Lugarejos und von den Wanderwegen oberhalb des Stausees öffnen sich außergewöhnliche Ausblicke. Von den Höhen oberhalb des Stausees reicht der Blick bis zum Roque Faneque und über die wilde Nordwestküste Gran Canarias. Nach Norden blickt man über das Tal bis zur Küste. Nach Süden erhebt sich das Tamadaba-Massiv.
Blick zur Gipfelzone des Tamadaba
Von den Wanderwegen über dem Stausee – Teil der Tamadaba-Rundrouten – sieht man direkt auf die karge Gipfelzone des Tamadaba-Massivs. Der Kontrast zwischen dem Stausee tief unten und den baumlosen Hochlagen darüber ist einer der eindrucksvollsten Höhengegensätze auf der Insel.
Wandern: Der Stausee als Wegpunkt im Tamadaba
Der Presa de Lugarejos ist in das Wanderwegenetz des Parque Natural de Tamadaba eingebunden. Mehrere Routen führen direkt am See vorbei oder nutzen ihn als Startpunkt.
Rundweg Barranco Las Hoyas – Degollada la Laja
Eine der Tamadaba-Rundrouten führt vom nahe gelegenen Stausee Presa de las Hoyas vorbei am Presa de Lugarejos, über das Hochplateau bis zur Degollada la Laja und zurück. Der Weg bietet wechselnde Ausblicke über die Nordwestküste und das Tamadaba-Massiv. Aktuelle Routendaten bietet das Wanderportal Sunhikes.
Route zur Gipfelzone Tamadaba
Ab dem Stausee führen Wege steil aufwärts in Richtung Gipfelzone des Tamadaba. Diese Routen sind einsam, anspruchsvoll und für erfahrene Wanderer mit gutem Orientierungssinn. Trittsicherheit und gutes Schuhwerk sind Pflicht.

Flora und Fauna am Presa de Lugarejos
Am Presa de Lugarejos treffen zwei Vegetationszonen aufeinander: die offene Trockenvegetation des unteren Barrancos (Tabaibas, Wolfsmilchgewächse) und der beginnende Kanarische Kiefernwald des Tamadaba-Massivs. Diese Übergangszone ist botanisch besonders interessant.
Vogelbeobachtung am Stausee
Enten und Reiher rasten am Stauseeufer. Über den Felswänden kreisen Turmfalken. Im Kiefernwald oberhalb des Stausees sind Kanarengirlitz und Kanarischer Laubsänger heimisch.
Besuchsinfos: Presa de Lugarejos
| Eintritt | Kostenlos |
|---|---|
| Zugang | Forststraße ab Artenara Richtung Las Hoyas / Lugarejos |
| Parken | An der Forststraße; Staudamm |
| Hunde | Erlaubt, an der Leine |
| Wildcampen | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |
| Trinkwasser | Keine Versorgung – eigenes Wasser mitbringen |
| Beste Reisezeit | Oktober bis April; nach Regen Stausee am vollsten |
Anfahrt zum Presa de Lugarejos
Mit dem Auto: Von Artenara folgt man zunächst der GC-21 Richtung Norden und biegt anschließend auf die Zufahrtsstraße in Richtung Las Hoyas beziehungsweise Barranco Lugarejos ab. Der letzte Abschnitt führt über eine teilweise unbefestigte Forststraße. Ein normaler Mietwagen reicht bei vorsichtiger Fahrweise in der Regel aus, nach starken Regenfällen können jedoch Schlaglöcher und ausgewaschene Stellen auftreten. Die Beschilderung ist spärlich – eine Navigation per GPS ist daher empfehlenswert.
Kombinationen: Was liegt in der Nähe?
| Presa de las Hoyas | Ca. 2 km – weiterer kleiner Stausee im Tamadaba-Gebiet |
|---|---|
| Montaña Tamadaba | Ca. 4 km – höchster Punkt des Tamadaba-Massivs (1.447 m) |
| Roque Faneque | Ca. 6 km (Luftlinie) – senkrechte Steilküste (1.008 m) |
| Artenara | Ca. 8 km – höchstgelegenes Dorf Gran Canarias |
| Presa del Vaquero | Ca. 5 km – Stausee im Tirma-Gebiet; Blick auf Roque Faneque |

Beste Reisezeit für den Presa de Lugarejos
| Jahreszeit | Bedingungen |
|---|---|
| Herbst (Okt–Nov) | Sehr gut: Stausee füllt sich; Tamadaba-Wald grün nach Regen |
| Winter (Dez–Feb) | Ideal: Stausee voll; dramatische Atmosphäre mit Nebel an den Wänden |
| Frühling (Mär–Mai) | Gut: stabile Verhältnisse; Vegetation frisch |
| Sommer (Jun–Sep) | Stausee teils niedrig; Tamadaba kühl; Wanderungen angenehm |
Häufige Fragen zum Presa de Lugarejos
Wie kommt man zum Presa de Lugarejos?
Welche Wanderungen starten am Presa de Lugarejos?
Was sind die terrassierten Felder am Ufer des Stausees?
Warum liegt der Presa de Lugarejos so abgelegen?
Lohnt sich ein Besuch auch ohne Wanderung?
Wann führt der Presa de Lugarejos am meisten Wasser?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.


