Wo ein Dichter staunte: Der Mirador de Unamuno in Artenara

Artenara ist das höchstgelegene Dorf Gran Canarias – 1.270 Meter über dem Meeresspiegel, in den Fels gebaut, umgeben von Schlucht und Himmel. Direkt am Ortsrand liegt ein Aussichtspunkt, der die Seele des kanarischen Hochlands in einem einzigen Blick zusammenfasst: der Mirador de Unamuno. Der Blick geht direkt auf den Roque Bentayga – den heiligen Berg der Guanchen – und dahinter auf das gesamte Hochlandpanorama.

Blick vom Mirador de Unamuno auf Gran Canaria
Blick vom Mirador de Unamuno auf Gran Canaria

Benannt ist der Mirador nach dem spanischen Dichter und Philosophen Miguel de Unamuno (1864–1936), der Gran Canaria besuchte und von der Landschaft des Hochlands tief berührt war. Eine Bronzestatue zeigt ihn sitzend, in die Ferne blickend – genau in Richtung Bentayga.

Dieser Artikel erklärt den Aussichtspunkt, die Geschichte Unamunos und Gran Canarias, das Panorama und alle Besuchsinfos.

Steckbrief: Mirador de Unamuno auf einen Blick

TypAussichtspunkt mit Bronzestatue
Lage / GemeindeArtenara, Gran Canaria (höchstgelegenes Dorf, 1.270 m)
NamensgeberMiguel de Unamuno (1864–1936), spanischer Dichter und Philosoph
HauptblickRoque Bentayga (~1.414 m) – heiliger Berg der Guanchen
PanoramaRoque Nublo, Hochlandmassiv, Caldera de Tejeda
BronzestatueUnamuno sitzend – blickend in Richtung Bentayga
EintrittKostenlos
ZugangDirekt im Ortskern Artenara; Parkplatz im Dorf
WildcampenVerboten
Beste ReisezeitGanzjährig; Oktober bis April für klare Hochlandsicht

Miguel de Unamuno und Gran Canaria

Miguel de Unamuno – Rektor der Universität Salamanca, einer der bedeutendsten spanischen Schriftsteller seiner Zeit – besuchte Gran Canaria im frühen 20. Jahrhundert. Die Landschaft des Hochlands hinterließ bei ihm einen tiefen Eindruck. In seinen Schriften beschrieb er die vulkanische Monumentalität der Insel als Ausdruck einer ursprünglichen, archaischen Welt, die er in Europa sonst kaum fand.

Zitat und Erinnerung

Unamunos Begeisterung für das kanarische Hochland machte ihn zum literarischen Zeugen einer Landschaft, die er als unvergesslich empfand. Der Aussichtspunkt in Artenara wurde nach ihm benannt, weil dieser Blick – auf den Bentayga, auf die Caldera de Tejeda, auf das steinerne Herz der Insel – jenem Erlebnis entspricht, das Unamuno in Worte fasste.

Die Bronzestatue

Die Bronzestatue des Unamuno am Mirador zeigt den Dichter sitzend, den Blick gen Bentayga gerichtet. Sie wurde aufgestellt, um das Band zwischen dem spanischen Geistesleben des frühen 20. Jahrhunderts und den Kanarischen Inseln zu symbolisieren. Die Statue ist ein beliebtes Fotomotiv – und ein stiller Begleiter für jeden, der hier den Blick auf die Hochlandlandschaft sucht.

Bronzestatue von Miguel de Unamuno
Bronzestatue von Miguel de Unamuno

Das Panorama: Roque Bentayga und das Hochland

Der Mirador de Unamuno bietet einen der vollständigsten Ausblicke auf das kanarische Hochland. Im Zentrum des Panoramas: der Roque Bentayga (~1.414 m) – das UNESCO-Weltkulturerbe, die Kultstätte der Guanchen, der markante Felsmonolith, der aus der Caldera de Tejeda aufragt. Links dahinter der Roque Nublo (~1.813 m), darunter die tiefen Einschnitte der Barrancos.

Blick auf Roque Bentayga und Roque Nublo vom Mirador de Unamuno
Blick auf Roque Bentayga und Roque Nublo vom Mirador de Unamuno

Roque Bentayga: Warum so bedeutsam?

Der Roque Bentayga war der heilige Berg der Guanchen auf Gran Canaria. Hier befand sich der „Almogarén“ – ein offener Kultplatz, an dem die Guanchen Rituale vollzogen, Opfer darbrachten und astronomische Beobachtungen anstellten. Seit dem 7. Juli 2019 ist der Bentayga Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Risco Caído und die Heiligen Berge von Gran Canaria“.

Caldera de Tejeda

Der Blick vom Mirador de Unamuno öffnet sich über die gesamte Caldera de Tejeda – das ehemalige Zentrum des kanarischen Vulkankomplexes mit einem Durchmesser von rund 20 Kilometern. Die Felswände der Caldera sind als Kontur ringsum sichtbar, mit Roque Bentayga und Roque Nublo als höchsten Punkten. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Atlantik und Teneriffa.

Artenara: Das höchstgelegene Dorf Gran Canarias

Der Mirador de Unamuno liegt im Ortskern von Artenara – dem höchstgelegenen bewohnten Dorf Gran Canarias auf 1.270 Metern. Das Dorf ist bekannt für seine Höhlenwohnungen – viele Häuser sind direkt in den Fels gebaut oder erweitert, manche vollständig im Felsinneren. Die Straßen sind eng, die Aussichten grandios.

Artenara ist mit rund 1.270 Metern der höchstgelegene Ort Gran Canarias und bekannt für seine traditionellen Höhlenwohnungen.
Artenara ist mit rund 1.270 Metern der höchstgelegene Ort Gran Canarias und bekannt für seine traditionellen Höhlenwohnungen.

Höhlenwohnungen und Höhlenrestaurant

Ein Besuch in Artenara lohnt sich weit über den Mirador hinaus. Das höchstgelegene Dorf Gran Canarias ist bekannt für seine traditionellen Höhlenwohnungen, von denen einige noch heute bewohnt werden. Mehrere Gebäude lassen sich von außen besichtigen und vermitteln einen guten Eindruck dieser jahrhundertealten Wohnform.

Wer eine Pause einlegen möchte, findet im Ort ein Höhlenrestaurant, das kanarische Spezialitäten in außergewöhnlicher Atmosphäre serviert. Zusammen mit einem Spaziergang durch die kleinen Gassen und den Aussichtspunkten gehört Artenara zu den schönsten Bergdörfern der Insel.

Besuchsinfos: Mirador und Dorf

EintrittKostenlos
ZugangJederzeit
ParkplatzIm Ortskern Artenara; Dorf fußläufig erreichbar
KombinationMirador + Dorfspaziergang + Höhlenrestaurant empfohlen
WildcampenVerboten
Beste ReisezeitOktober bis April; Hochland ganzjährig schön

Anfahrt nach Artenara

Mit dem Auto:

Von Las Palmas de Gran Canaria führt die Route über die GC-21 durch Tafira und Santa Brígida oder alternativ über Teror und Valleseco in Richtung Artenara. Von Maspalomas über die GC-60 nach San Bartolomé de Tirajana und weiter über GC-210 nach Artenara. Die Straßen sind eng und kurvenreich – Artenara ist das höchstgelegene Dorf, die letzte Strecke besonders steil.

Mit dem Bus:

Artenara ist per Guaguas von Las Palmas erreichbar. Aktuelle Verbindungen auf guaguasglobal.com.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Roque BentaygaCa. 8 km – UNESCO-Weltkulturerbe, Guanchen-Kultplatz
Cuevas de Acusa SecaCa. 5 km – UNESCO-Komplex, Guanchen-Höhlen
Roque NubloCa. 10 km – Wahrzeichen Gran Canarias
Cruz de TejedaCa. 8 km – Parador, höchster Pass der Insel
Presa del VaqueroCa. 8 km – Stausee im Tirma-Gebiet
Das Panorama von der Cruz de Tejeda zeigt den Roque Bentayga inmitten der zerklüfteten Bergwelt Gran Canarias.
Das Panorama von der Cruz de Tejeda zeigt den Roque Bentayga inmitten der zerklüfteten Bergwelt Gran Canarias.

Beste Reisezeit für den Mirador de Unamuno

JahreszeitBedingungen
Herbst (Okt–Nov)Ideal: klare Sicht auf Bentayga und Teneriffa; goldenes Licht
Winter (Dez–Feb)Sehr gut: Mandelblüte (Jan/Feb); frisch; dramatische Wolken
Frühling (Mär–Mai)Gut: mild, grüne Vegetation, lange Tage
Sommer (Jun–Sep)Pasatwolken häufig; Hochland angenehm kühl; gute Alternative zur Küste

Häufige Fragen zum Mirador de Unamuno

Wer war Miguel de Unamuno?

Miguel de Unamuno (1864–1936) war einer der bedeutendsten spanischen Schriftsteller und Philosophen der Moderne. Als Rektor der Universität Salamanca und Vertreter der Generation von 98 befasste er sich mit den großen Fragen der spanischen Identität, des Lebens und des Todes. Er besuchte Gran Canaria und schrieb begeistert über die vulkanische Monumentalität des Hochlands – weshalb der Aussichtspunkt in Artenara nach ihm benannt wurde.

Warum ist der Roque Bentayga so wichtig?

Der Roque Bentayga war der wichtigste Kultberg der Canarios – der Ureinwohner Gran Canarias. Auf seinem Gipfel befand sich der Almogarén, ein offener Kultplatz für Rituale und astronomische Beobachtungen. Seit 2019 ist der Bentayga Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Risco Caído und die Heiligen Berge von Gran Canaria.

Wie lange dauert ein Besuch am Mirador de Unamuno?

Der Mirador selbst ist in 10–15 Minuten erlebt. Kombiniert mit einem Spaziergang durch das Dorf Artenara, dem Höhlenrestaurant und dem Blick auf die Cuevas de Acusa Seca in der Ferne ist ein halber Tag gut investiert. Das Dorf ist klein und entspannt – kein Massentourismus, keine langen Warteschlangen.

Lohnt sich der Mirador de Unamuno auch bei schlechtem Wetter?

Ja. Selbst wenn Wolken Teile des Hochlands verdecken, entsteht häufig eine spektakuläre Stimmung mit Nebelschwaden über der Caldera de Tejeda. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Roque Nublo, Roque Bentayga und an besonders guten Tagen sogar bis zum Teide auf Teneriffa.

Kann man den Mirador de Unamuno mit anderen Sehenswürdigkeiten verbinden?

Auf jeden Fall. Der Aussichtspunkt lässt sich ideal mit einem Rundgang durch Artenara, einem Besuch der Cuevas de Acusa Seca, des Roque Bentayga oder einer Fahrt zur Cruz de Tejeda kombinieren. Dadurch entsteht eine abwechslungsreiche Tagestour durch das UNESCO-Weltkulturerbe und die eindrucksvolle Berglandschaft im Zentrum Gran Canarias.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com