Der jüngste Vulkan: Mirador und Pico de Bandama auf Gran Canaria

Vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren, also in der Nähe der Schwelle zur Menschheitsgeschichte, brach auf Gran Canaria ein Vulkan aus, dessen Spuren bis heute zu sehen sind: der Pico de Bandama. Mit einer Höhe von 574 Metern ist der Pico de Bandama Teil des jüngsten Vulkangebiets Gran Canarias. Der Vulkanausbruch vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren formte sowohl den markanten Gipfel als auch die heute über einen Kilometer breite Caldera de Bandama – eines der eindrucksvollsten Vulkanrelikte der Insel.

Blick auf den Pico de Bandama
Blick auf den Pico de Bandama

Direkt am Gipfel liegt der Mirador Pico de Bandama – ein Aussichtspunkt mit einer der besten Perspektiven auf die Caldera de Bandama: einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer, 216 Meter tief, grün bewachsen, mit einem einzigen Bauernhof am Calderon-Boden – ein Bild, das aussieht wie aus einem anderen Jahrhundert.

Dieser Artikel erklärt Geologie, Panorama, Wandermöglichkeiten, Anfahrt und alle Besuchsinfos.

Steckbrief: Mirador Pico de Bandama auf einen Blick

TypVulkangipfel / Aussichtspunkt
Lage / GemeindeSanta Brígida, Gran Canaria (ca. 10 km südlich von Las Palmas de Gran Canaria)
Höhe574 m ü. M.
BesonderheitJüngster Vulkan Gran Canarias (ca. 3.000–5.000 Jahre)
SchutzstatusMonumento Natural de Bandama (325,7 ha)
CalderaØ über 1 km; ca. 216 m tief; historische Finca am Calderaboden
EintrittKostenlos
GipfelzugangWanderweg ab Parkplatz (ca. 20–30 Min.) oder Zufahrt bis zum Mirador
ParkenWanderweg ab Parkplatz (ca. 20–30 Min.) oder Zufahrt bis zum Mirador
WildcampenVerboten
Beste ReisezeitGanzjährig; Oktober bis April mit besonders klarer Fernsicht
Abstieg in die CalderaSteiler Wanderweg; Trittsicherheit erforderlich. Aktuelle Wegsperrungen des Cabildo beachten.

Geologie: Der jüngste Vulkanausbruch Gran Canarias

Die Caldera de Bandama und der Pico de Bandama entstanden bei einem Vulkanausbruch, der geologisch gesehen gestern stattfand: vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren. Zu dieser Zeit lebten bereits Menschen auf der Insel – es ist gut möglich, dass die Guanchen den Ausbruch miterlebten, der die Caldera schuf und den Pico aufwarf.

Dunkle Pyroklasten am Kraterkessel der Caldera de Bandama
Dunkle Pyroklasten am Kraterkessel der Caldera de Bandama

Wie entstand die Caldera?

Die Caldera de Bandama ist kein klassischer Explosionskrater, sondern ein Einbruchskessel – entstanden durch den Kollaps des Vulkandachs, als das Magma nach dem Ausbruch absank. Der Durchmesser beträgt über einen Kilometer, die Tiefe rund 216 Meter. Die Wände sind terrassiert – ein Zeichen, dass Menschen nach der Entstehung der Caldera diese für Landwirtschaft nutzten.

Der Bauernhof im Calderon

Am Boden der Caldera liegt eine Finca – ein einzelner Bauernhof, der seit Generationen in dem Kessel betrieben wird. Zugänglich nur über einen steilen Pfad, ohne Straßenanschluss, aber mit ausreichend Wasser aus einem eigenen Brunnen. Dieser Bauernhof ist vom Mirador aus sichtbar und verleiht der Caldera eine surreale, fast archaische Qualität.

Krater der Caldera de Bandama
Finca in Krater der Caldera de Bandama

Das Panorama: Was sieht man vom Mirador Pico de Bandama?

Der Mirador Pico de Bandama liegt auf dem höchsten Punkt des Naturmonuments – mit 360-Grad-Blick auf die Umgebung.

Die Caldera direkt darunter

Das eindrucksvollste Bild ist der senkrechte Blick direkt in die Caldera de Bandama – ein grüner Kessel, rund 216 Meter unter dem Gipfel. Die Perspektive von oben macht die Größe des Kessels erst wirklich begreifbar.

Schroffe Felsformationen entlang der Wanderroute in die Caldera de Bandama.
Schroffe Felsformationen entlang der Wanderroute in die Caldera de Bandama.

Las Palmas und die Nordküste

Nach Norden sieht man auf Las Palmas de Gran Canaria – die Hauptstadt direkt am Meer, mit ihren Hafenkranen, dem Strand Las Canteras und dem Stadtbild. Bei klarem Wetter ist die gesamte Nordküste sichtbar, von Las Palmas bis Gáldar.

Tafira Alta und das Weingebiet Monte Lentiscal

Nach Süden liegt das noble Villenviertel Tafira Alta und das Weinanbaugebiet Monte Lentiscal – Gran Canarias einziges städtisches Weingebiet, das seinen Wein in der Tradition der kanarischen Weinkultur anbaut.

Die Wanderung: Aufstieg und Kraterumrundung

Vom Pico de Bandama aus gibt es zwei Wandermöglichkeiten: den Aufstieg auf den Gipfel und die Umrundung der Caldera.

Panoramaweg um den Bandama-Krater
Panoramaweg um den Bandama-Krater

Aufstieg zum Pico

Der Weg auf den Gipfelpunkt ist kurz – vom Parkplatz am Restaurant dauert er etwa 20–30 Minuten. Der Pfad ist gut markiert und führt durch typische Hochlandvegetation. Aktuelle Routendaten bietet das Wanderportal Sunhikes.

Kraterumrundung

Eine längere Variante ist die Umrundung des Caldera-Randes – ein Weg, der den gesamten Calderarand abläuft und wechselnde Perspektiven in den Kessel bietet. Die Umrundung dauert ca. 2–3 Stunden. Aktuelle GPS-Tracks bietet das Wanderportal Sunhikes.

Abstieg in die Caldera

Der Abstieg in die Caldera de Bandama erfolgt über einen offiziellen, in Serpentinen angelegten Wanderweg, der vom Kraterrand bis zur historischen Finca auf dem Calderaboden führt. Die Route ist grundsätzlich frei zugänglich, verlangt jedoch aufgrund des steilen Geländes gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und eine angemessene Kondition.

Vor der Wanderung empfiehlt es sich, den aktuellen Zustand des Weges zu prüfen. Nach Starkregen oder Steinschlag kann das Cabildo de Gran Canaria einzelne Abschnitte aus Sicherheitsgründen zeitweise sperren.

Flora und Fauna im Monumento Natural de Bandama

Das Monumento Natural de Bandama beherbergt eine typische Vegetation des feuchteren Las-Palmas-Umlandes: Kanarische Kiefern an den Hängen, Sukkulenten und Wolfsmilchgewächse auf den trockeneren Stellen, Weinreben und Feigenbäume im Bereich der Terrassen.

Blühendes Aeonium am Bandama
Blühendes Aeonium am Bandama

Vogelwelt

Im Monumento Natural sind Kanarengirlitz, Stieglitz und verschiedene Falkenarten heimisch. Auf dem Gipfelbereich kreisen Turmfalken auf den Thermiken.

Besuchsinfos: Mirador Pico de Bandama

EintrittKostenlos (Außenbereich und Mirador)
Caldón-AbstiegOffizieller Wanderweg; steil und anspruchsvoll. Aktuelle Sperrungen beachten.
GipfelrestaurantAm Parkplatz; Öffnungszeiten saisonabhängig
ParkenGebührenpflichtig am Gipfelrestaurant
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserAm Gipfelrestaurant verfügbar
Beste ReisezeitGanzjährig; morgens besonders gutes Licht für Fotos

Anfahrt zum Pico de Bandama

Mit dem Auto:

Von Las Palmas kommend: GC-110 bis Monte Lentiscal, dann GC-802 direkt hinauf zum Mirador Pico de Bandama. Von Süden: GC-1 bis Jinámar/Marzagán, GC-3 bis San Francisco de Paula, GC-4 bis Tafira, GC-110 bis Monte Lentiscal, dann GC-802.

Mit dem Bus:

Guaguas Linie 311 (direkt ab Las Palmas) oder Linien Richtung Santa Brígida (z. B. Linie 301 über Monte Lentiscal). Aktuelle Abfahrtszeiten und Verbindungen auf guaguasglobal.com.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Caldera de BandamaDirekt – der Kessel unterhalb des Pico
Jardín CanarioCa. 5 km – größter Botanischer Garten Spaniens
Tafira AltaCa. 4 km – nobles Villenviertel, Kolonialarchitektur
Monte LentiscalCa. 4 km – Weinanbaugebiet, Restaurants
Las Palmas StadtmitteCa. 10 km – Vegueta, Playa de Las Canteras
Altstadtgasse in Las Palmas de Gran Canaria
Altstadtgasse in Las Palmas de Gran Canaria

Beste Reisezeit für den Mirador Pico de Bandama

JahreszeitBedingungen
GanzjährigGuter Besuch zu jeder Jahreszeit
Herbst (Okt–Nov)Ideal: klare Sicht auf Las Palmas und Nordküste
Sommer (Jun–Sep)Pasatwolken können Las Palmas verhüllen; Caldera meist klar
Bestes LichtMorgens (Sonne von Osten beleuchtet die Caldera direkt)

Häufige Fragen zum Mirador Pico de Bandama

Was ist der Pico de Bandama?

Der Pico de Bandama ist mit 574 Metern der Gipfelpunkt des Monumento Natural de Bandama, rund 10 Kilometer südlich von Las Palmas de Gran Canaria. Er ist der jüngste Vulkan der Insel und entstand vor rund 3.000 bis 5.000 Jahren. Vom Gipfel aus bietet der Mirador Pico de Bandama einen einzigartigen Blick senkrecht in die Caldera de Bandama.

Kann man in die Caldera de Bandama hinabsteigen?

Ja. Vom Kraterrand führt ein offizieller Wanderweg in Serpentinen hinunter auf den Calderaboden bis zur historischen Finca. Der Abstieg ist anspruchsvoll und setzt gute Trittsicherheit sowie festes Schuhwerk voraus. Vor der Tour sollte geprüft werden, ob der Weg aufgrund von Steinschlag oder Sanierungsarbeiten vorübergehend durch das Cabildo de Gran Canaria gesperrt wurde.

Wie weit ist der Pico de Bandama von Las Palmas entfernt?

Der Pico de Bandama liegt etwa 10 Kilometer südlich des Stadtzentrums von Las Palmas de Gran Canaria. Mit dem Auto ist der Gipfelparkplatz in ca. 20–25 Minuten erreichbar. Er ist damit eines der nächstgelegenen Naturziele für Besucherinnen und Besucher, die von Las Palmas aus erkunden.

Lohnt sich der Pico de Bandama auch ohne Wanderung?

Ja. Bereits vom Mirador Pico de Bandama eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die gesamte Caldera, die Nordküste Gran Canarias und bei klarer Sicht bis nach Las Palmas de Gran Canaria. Wer nicht in die Caldera hinabsteigen möchte, erlebt vom Aussichtspunkt aus dennoch eines der eindrucksvollsten Vulkanpanoramen der Insel.

Wie lange dauert die Wanderung in die Caldera de Bandama?

Für den Abstieg bis zum Calderaboden und den anschließenden Rückweg sollten je nach Kondition etwa 2 bis 3 Stunden eingeplant werden. Besonders der Aufstieg ist aufgrund der Steigung körperlich anspruchsvoll.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com