Der größte Stausee der Kanarischen Inseln: Presa de Soria auf Gran Canaria

Im Hochland des Südwestens Gran Canarias liegt ein Stausee, der alles überragt: die Presa de Soria – mit einem Fassungsvermögen von rund 40 Millionen Kubikmetern der größte Stausee der Kanarischen Inseln. Bis heute ist die Presa de Soria einer der wichtigsten Wasserspeicher Gran Canarias und bildet das Herzstück der Wasserversorgung im trockenen Südwesten der Insel.

Blick auf Soria mit der Staumauer, einer der größten Talsperren Gran Canarias.
Blick auf Soria mit der Staumauer, einer der größten Talsperren Gran Canarias.

Die Presa de Soria ist aber nicht nur ein beeindruckendes Ingenieurbauwerk. Mit ihrer rund 90 Meter hohen Staumauer – der höchsten der Kanarischen Inseln – prägt sie das Landschaftsbild des Barranco de Soria. Nach ergiebigen Regenfällen verwandelt sich die Umgebung in ein seltenes Naturschauspiel, wenn die Cascada Bonita über die Felsen stürzt und Besucher aus allen Teilen der Insel anzieht.

Dieser Artikel liefert alles Wissenswerte: Geschichte des Stausees, Wandermöglichkeiten, die Cascada Bonita, den Chira-Soria-Tunnel, Anfahrt und Besuchsinfos.

Steckbrief: Presa de Soria auf einen Blick

TypStausee / Talsperre
Lage / GemeindeMogán, Gran Canaria (Südwesten)
FassungsvermögenCa. 40 Millionen m³ – größter Stausee der Kanarischen Inseln
Baujahr1962–1972
StaumauerhöheCa. 90 m – höchste Staumauer der Kanarischen Inseln
Cascada BonitaSaisonaler Wasserfall – spektakulär nach starken Regenfällen
Chira-Soria-Tunnel~1 km – zu Fuß begehbar (nur bei Trockenheit!)
WanderwegSendero S-60 führt an der Presa entlang
EintrittKostenlos
ParkenAm Weiler Soria (unterhalb der Staumauer)
Beste ReisezeitOktober bis April; Cascada Bonita: nach starken Regenfällen
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten

Geschichte: Wie Gran Canaria seinen Durst zu löschen versuchte

Zwischen 1962 und 1972 entstand im Barranco de Soria eines der größten Wasserbauprojekte der Kanarischen Inseln. Die natürliche Enge des Barrancos bot ideale Voraussetzungen für den Bau der Staumauer. Mit einem Fassungsvermögen von rund 40 Millionen Kubikmetern entstand der bis heute größte Stausee des gesamten kanarischen Archipels – ein Meilenstein der Wasserwirtschaft Gran Canarias.

Staumauer am Stausee Presa de Soria
Staumauer am Stausee Presa de Soria

Schwankungen im Wasserstand

Die Presa de Soria ist ein klassischer Niederschlagsstausee: Nach regenreichen Wintern steht sie bis an die Überlaufkante, im langen kanarischen Sommer sinkt der Wasserstand oft dramatisch ab. Im Sommer zeigt die Staumauer dann ihre volle Höhe – während der See darunter fast verschwindet. Diese saisonalen Schwankungen sind ein sichtbares Zeichen für die Wasserknappheit der Insel.

Die Cascada Bonita: Das Wunder nach dem Regen

Wenn der Stausee überläuft – was nach besonders starken Regenfällen passiert –, entsteht die Cascada Bonita (der Schöne Wasserfall): Überschüssiges Wasser fließt über die natürliche Felswand oberhalb des Stausees und stürzt in mehreren Stufen in die Tiefe. Das Schauspiel ist kurzlebig – meist hält es nur wenige Tage an – aber spektakulär genug, um das ganze Tal in Aufregung zu versetzen.

Cascada Bonita – Wasserfall über eine hohe Felswand.
Cascada Bonita – Wasserfall über eine hohe Felswand.

Wann fließt die Cascada Bonita?

Die Cascada Bonita ist unvorhersehbar. Sie entsteht, wenn die Presa de las Niñas ihren Überlauf erreicht und das Wasser in Richtung Soria abfließt. Das passiert nur in besonders regenreichen Jahren und nur für kurze Zeit nach intensiven Niederschlägen. Hinweise in sozialen Medien oder Wanderportalen sind oft die beste Möglichkeit, den aktuellen Wasserstand einzuschätzen.

Der Chira-Soria-Tunnel: Ein Kilometer unter dem Fels

Zwischen der Presa de Soria und der Presa de Chira verläuft der Chira-Soria-Tunnel – ein rund einen Kilometer langer Wassertunnel, der die beiden großen Stauseen verbindet und den Wassertransfer zwischen ihnen ermöglicht.

Weg durch den einen Kilometer langen Chira-Tunnel.
Weg durch den einen Kilometer langen Chira-Tunnel.

Wanderung durch den Tunnel

Der Tunnel ist bei trockenem Wetter und niedrigem Wasserstand zu Fuß begehbar und gehört zu den ungewöhnlichsten Wandererlebnissen Gran Canarias. Die Durchquerung dauert etwa 20–25 Minuten. Im Tunnel ist es dunkel – eine Taschenlampe ist Pflicht.

Wichtig

Bei Regen oder hohem Wasserstand ist der Tunnel absolut verboten und lebensgefährlich. Das Wasser kann innerhalb von Minuten ansteigen. Den Wasserstand und die Wetterlage immer vor der Begehung prüfen.

Wandern rund um die Presa de Soria

Die Presa de Soria liegt im Zentrum eines ausgedehnten Wandergebiets und ist Ziel oder Wegpunkt mehrerer markierter Routen im Südwesten Gran Canarias.

Sendero S-60

Der Sendero S-60 ist die klassische Wanderroute rund um die Presa de Soria. Er führt von Soria aus entlang der Staumauer, durch den Barranco de Soria und über das Hochplateau. Von verschiedenen Punkten bietet er weite Blicke über den See und die umliegenden Schluchten.

Blick über Soria – ein weites Panorama, das Stausee und Bergwelt in einem Bild vereint.
Blick über Soria – ein weites Panorama, das Stausee und Bergwelt in einem Bild vereint.

Drei-Stauseen-Rundwanderung

Eine der anspruchsvollsten Touren im Süden Gran Canarias verbindet die drei großen Stauseen Presa de Soria, Presa de Chira und Presa de las Niñas in einer langen Rundtour. Aktuelle GPS-Tracks und Routendaten bietet das Wanderportal Sunhikes.

Route zur Cascada Bonita

Wenn die Cascada Bonita fließt, führt eine Route vom Weiler Soria aus direkt zum Aussichtspunkt des Wasserfalls. Der Weg ist kurz, aber teils steil und bei feuchtem Wetter rutschig. Aktueller Wasserstand vor Aufbruch prüfen.

Findlinge am Wasserfall Cascada Bonita
Findlinge am Wasserfall Cascada Bonita

Besuchsinfos: Presa de Soria

EintrittKostenlos
ZugangJederzeit
ParkenAm Weiler Soria (GC-505)
Chira-Soria-TunnelNur bei Trockenheit und niedrigem Wasserstand – Lebensgefahr bei Regen
TaschenlampePflicht für Tunneldurchquerung
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
Beste ReisezeitOktober bis Mai

Anfahrt zur Presa de Soria

Mit dem Auto: Von der GC-1 führt die Route über Mogán auf die GC-505 in Richtung Soria. Der kleine Weiler Soria liegt direkt unterhalb der Staumauer und verfügt über einen Parkplatz. Von hier aus erreicht man die Presa de Soria und die umliegenden Wanderwege in wenigen Minuten zu Fuß.

Mit dem Bus: Die Busverbindung nach Soria ist sehr eingeschränkt. Ab Mogán oder Puerto de Mogán empfiehlt sich ein Mietwagen. Aktuelle Verbindungen auf guaguasglobal.com.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Presa de ChiraCa. 5 km – zweitgrößter Stausee GC; Ausgangspunkt Tunnel
Presa de las NiñasCa. 8 km – Naherholungsgebiet im Kiefernwald; Camping
Cascada BonitaDirekt – nur nach starken Regenfällen sichtbar
Chira-Soria-TunnelDirekt – Wassertunnel, begehbar bei Trockenheit
Puerto de MogánCa. 18 km – \u0022Kleines Venedig\u0022, Hafen, Freitagsmarkt

Beste Reisezeit für die Presa de Soria

JahreszeitBedingungen
Herbst (Okt–Nov)Gut: Stausee füllt sich; angenehme Wandertemperaturen
Winter (Dez–Feb)Ideal: Stausee am vollsten; Cascada Bonita nach Starkregen möglich
Frühling (Mär–Mai)Sehr gut: Wasserstand hoch; Vegetation grün; stabile Verhältnisse
Sommer (Jun–Sep)Stausee oft fast leer; Tunnel meist begehbar; heiß im Barranco
Die gewaltige Staumauer von Soria – eingebettet in die Berglandschaft Gran Canarias.
Die gewaltige Staumauer von Soria – eingebettet in die Berglandschaft Gran Canarias.

Häufige Fragen zur Presa de Soria

Warum ist die Presa de Soria im Sommer oft fast leer?

Die Presa de Soria ist ein reiner Niederschlagsstausee ohne Zufluss aus Gletschern oder dauerhaft wasserführenden Quellen. Im langen kanarischen Sommer (Mai bis Oktober) fällt kaum Regen, während der Wasserverbrauch für Bewässerung und Trinkwasser hoch bleibt. Das Resultat: Der Stausee leert sich über den Sommer erheblich, manchmal bis auf wenige Prozent seiner Kapazität. Nach dem ersten ergiebigen Herbstregen füllt er sich schnell wieder.

Wann fließt die Cascada Bonita bei der Presa de Soria?

Die Cascada Bonita entsteht nur, wenn die vorgelagerte Presa de las Niñas überläuft und das Wasser Richtung Soria fließt. Das passiert ausschließlich nach extrem ergiebigen Regenfällen, typischerweise zwischen November und Februar. Das Schauspiel dauert meist nur wenige Tage. Aktuelle Hinweise über Wanderforen und soziale Medien sind die verlässlichste Informationsquelle.

Kann man den Chira-Soria-Tunnel ohne Genehmigung begehen?

Ja – der Tunnel ist grundsätzlich frei zugänglich, es wird keine Genehmigung benötigt. Allerdings ist die Begehung nur bei absolutem Trockenheit und niedrigem Wasserstand verantwortbar. Bei Regen, unsicherem Wetter oder erhöhtem Wasserstand ist der Tunnel lebensgefährlich – das Wasser kann innerhalb von Minuten ansteigen. Eine Taschenlampe ist für die Durchquerung Pflicht.

Warum gilt die Presa de Soria als etwas Besonderes?

Mit einem Fassungsvermögen von rund 40 Millionen Kubikmetern ist die Presa de Soria nicht nur der größte Stausee Gran Canarias, sondern des gesamten Kanarischen Archipels. Zusammen mit ihrer rund 90 Meter hohen Staumauer zählt sie zu den bedeutendsten Wasserbauwerken der Insel und spielt bis heute eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung des Südwestens.

Kann man die Staumauer der Presa de Soria besichtigen?

Ja. Die Staumauer und der Bereich rund um den Weiler Soria sind frei zugänglich und bieten eindrucksvolle Ausblicke auf den größten Stausee der Kanarischen Inseln. Von hier starten außerdem mehrere Wanderungen, unter anderem zur Cascada Bonita oder – je nach aktueller Zugänglichkeit – in Richtung Chira-Soria-Tunnel. Vor längeren Touren sollte man sich jedoch über Wetter, Wasserstand und mögliche Sperrungen informieren.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com