Ein verstecktes Juwel: Der Presa del Vaquero im Tirma-Gebiet

Wer im Naturpark Tamadaba unterwegs ist, entdeckt auf einer der abgelegensten Wanderungen Gran Canarias den Presa del Vaquero. Grünes Wasser, umgeben von Kiefernwald, dahinter die steil aufragende Silhouette des Roque Faneque. Der kleine Stausee liegt im Tirma-Gebiet, umgeben von Kiefernwald und mit eindrucksvollem Blick auf den Roque Faneque. Früher führte die Pista de Tirma direkt am See vorbei – heute ist sie vor allem als Wanderroute bekannt.

Der Stausee Presa del Vaquero mit dem Roque Faneque
Presa del Vaquero mit dem Roque Faneque

Der Presa del Vaquero liegt im Parque Natural de Tamadaba, Gemeinde Artenara, und ist ein Stausee aus der großen Bewässerungsinfrastruktur des kanarischen Hochlands. Nicht weit entfernt befindet sich die Finca de Tirma – ein altes Forsthaus mitten im Naturpark –, das Ausgangspunkt mehrerer Wanderungen zu den Felsbögen Arco del Escobón und Arco de Tirma ist.

Dieser Artikel erklärt Lage, Entstehung, die besonderen Ausblicke, Wandermöglichkeiten und alle Besuchsinfos zum Presa del Vaquero.

Steckbrief: Presa del Vaquero auf einen Blick

TypStausee / Wasserreservoir
Lage / GemeindeArtenara, Gran Canaria (Parque Natural de Tamadaba)
LageUnterhalb der Degollada Honda; an der Pista de Tirma
BesonderheitBlick auf Roque Faneque und El Risco; grün schimmerndes Wasser
Nächster POIFinca de Tirma (altes Forsthaus); Degollada Honda
SchutzstatusParque Natural de Tamadaba
EintrittKostenlos
ZugangPista de Tirma (Forststraße) – nur mit Fahrzeug erreichbar
ParkenAn der Pista de Tirma; Degollada Honda
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
Beste ReisezeitGanzjährig; Oktober bis April für Wanderungen
Grün schimmerndes Wasser im Stausee Presa del Vaquero
Grün schimmerndes Wasser im Stausee Presa del Vaquero

Lage und Entstehung: Ein Stausee im Herzen des Tirma-Gebiets

Der Presa del Vaquero liegt im abgelegenen Tirma-Gebiet innerhalb des Naturparks Tamadaba. Er entstand als Teil der historischen Wasserinfrastruktur Gran Canarias und speichert Regenwasser aus den umliegenden Barrancos. Heute ist der kleine Stausee vor allem ein reizvoller Orientierungspunkt entlang mehrerer anspruchsvoller Wanderungen durch den Naturpark.

Das Tirma-Gebiet

Das Tirma-Gebiet ist ein kaum besuchter Teil des Parque Natural de Tamadaba. Es liegt zwischen Artenara und der Küste nahe El Risco und zeichnet sich durch steile Schluchten, alte Kiefernwälder und die charakteristischen Felsbögen Arco del Escobón und Arco de Tirma aus. Der Presa del Vaquero liegt im geografischen Mittelpunkt dieses Gebiets.

Das grüne Wasser

Das grün schimmernde Wasser des Presa del Vaquero ist kein Zufall. Die Algenblüte, die in ruhigen, nicht besonders stark durchströmten Stauseen entsteht, gibt dem Wasser seine charakteristische Farbe – ein wunderschöner Anblick, besonders wenn das Licht direkt auf den See fällt.

Der Ausblick: Roque Faneque, El Risco und der Atlantik

Vom Presa del Vaquero aus öffnet sich einer der eindrucksvollsten Ausblicke im Nordwesten Gran Canarias: Direkt dahinter erhebt sich die schroffe Silhouette des Roque Faneque (1.008 m) – die senkrechte Steilküste, die nahezu vertikal in den Atlantik abfällt. Weiter unten am Hang liegt das winzige Dorf El Risco, und am Horizont schimmert das Meer. Bei klarem Wetter ist Teneriffa zu sehen.

Blick über den Vaquero-Stausee auf den Ort El Risco
Blick über den Vaquero-Stausee auf den Ort El Risco

Bestes Fotolicht

Die Kombination aus dem grünen Wasser des Stausees, dem dunklen Basalt des Roque Faneque dahinter und dem blauen Atlantik am Horizont ist am Vormittag am schönsten – wenn die Sonne von Osten auf den See trifft und das Wasser zum Leuchten bringt.

Die Finca de Tirma: Altes Forsthaus im Naturpark

Unweit des Stausees liegt die Finca de Tirma – ein altes Forsthaus, das als Ausgangspunkt für Wanderungen in das Tirma-Gebiet dient. Die Finca hat eine eigene Geschichte: Hier wurden früher die Forstwächter des Naturparks untergebracht, die den Kiefernwald vor Bränden schützten und Aufforstungsmaßnahmen koordinierten.

Ausgangspunkt für Wanderungen

Von der Degollada Honda beim Forsthaus starten mehrere der anspruchsvollsten Wanderungen des Tamadaba-Gebiets: die Rundroute zu den Felsbögen Arco del Escobón und Arco de Tirma sowie der Weg zur Montaña Altavista – dem schönsten Aussichtsberg Gran Canarias. Diese Routen sind lang und anspruchsvoll; aktuelle Routendaten bietet das Wanderportal Sunhikes.

Wandern im Tirma-Gebiet

Das Tirma-Gebiet bietet einige der einsamsten und eindrucksvollsten Wanderungen des Naturparks Tamadaba. Der Presa del Vaquero ist dabei meist Wegpunkt, nicht Ziel – die Landschaft drumherum ist das eigentliche Erlebnis. Die ehemalige Pista de Tirma dient heute überwiegend als Wanderweg.

Arco del Escobón und Arco de Tirma

Die Rundroute zu den Felsbögen Arco del Escobón und Arco de Tirma führt von der Degollada Honda vorbei am Presa del Vaquero, durch den Barranco de la Hoya del Laurel und zu zwei der beeindruckendsten Felsbögen im Naturpark. Die Tour ist lang (ca. 17–20 km) und schwer. Aktuelle GPS-Tracks bietet das Wanderportal Sunhikes.

Arco de Tirma im Naturpark Tamadaba
Arco de Tirma im Naturpark Tamadaba

Aussichtspunkt Mirador Cruz de la Virgen

Entlang der Pista de Tirma liegt der Mirador Cruz de la Virgen – ein Aussichtspunkt mit freiem Blick auf den Roque Faneque und das Meer. Von hier sieht man auch den Presa del Vaquero direkt unterhalb.

Flora und Fauna im Tirma-Gebiet

Das Tirma-Gebiet zeigt einen der ältesten und unberührtesten Kanarischen Kiefernwälder Gran Canarias. Die Kiefern hier sind besonders hoch und alt – einige Exemplare dürften mehrere Jahrhunderte zählen. Im Unterwuchs wachsen Aeonien, Ginster und Kanarischer Salbei.

Kiefernwald im Naturpark Tamadaba
Kiefernwald im Naturpark Tamadaba

Vogelwelt

Über dem Tirma-Gebiet kreisen regelmäßig Fischadler – eine der seltensten Greifvogelarten auf Gran Canaria. Im Kiefernwald sind Kanarengirlitz und Kanarischer Laubsänger heimisch. Am Stauseeufer rasten gelegentlich Enten und Reiher.

Besuchsinfos: Presa del Vaquero

EintrittKostenlos
ZugangNur zu Fuß über Wanderwege und die Pista de Tirma
ParkenAn der Pista de Tirma; Degollada Honda; An den offiziellen Wanderparkplätzen im Bereich Tamadaba
HundeErlaubt, an der Leine
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserKeine Versorgung – eigenes Wasser mitbringen
FahrzeugKeine öffentliche Zufahrt bis zum Stausee

Anfahrt zum Presa del Vaquero

Die Anreise erfolgt bis zu den offiziellen Wanderparkplätzen im Bereich Artenara oder Tamadaba. Von dort erreicht man den Presa del Vaquero ausschließlich zu Fuß über die Wanderwege des Naturparks.

Wichtiger Hinweis: Die Pista de Tirma ist für den öffentlichen Autoverkehr gesperrt. Schranken verhindern die Zufahrt, zudem untersagen die meisten Mietwagenunternehmen das Befahren solcher Forstpisten. Der Presa del Vaquero ist deshalb heute in erster Linie ein Ziel für erfahrene Wanderer.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Finca de TirmaDirekt – altes Forsthaus, Ausgangspunkt Wanderungen
Arco del EscobónCa. 3 km – Felsbogen im Naturpark Tamadaba
Arco de TirmaCa. 5 km – zweiter Felsbogen; Rundtour von Degollada Honda
Montaña AltavistaCa. 6 km – schönster Aussichtsberg Gran Canarias
Roque FanequeCa. 4 km (Luftlinie) – senkrechte Steilküste (1.008 m)
ArtenaraCa. 8 km – höchstgelegenes Dorf Gran Canarias
Die schroffe Felslandschaft am Roque Faneque.
Die schroffe Felslandschaft am Roque Faneque.

Beste Reisezeit für den Presa del Vaquero

JahreszeitBedingungen
Herbst (Okt–Nov)Ideal: Stausee gut gefüllt; klare Sicht auf Roque Faneque
Winter (Dez–Feb)Sehr gut: Kiefernwald im frischen Grün; gelegentlich Nebel
Frühling (Mär–Mai)Gut: stabile Verhältnisse; Vegetation grün
Sommer (Jun–Sep)Stausee teils niedrig; Kiefernwald angenehm kühl; Pasatwolken möglich

Häufige Fragen zum Presa del Vaquero

Wie kommt man zum Presa del Vaquero?

Der Presa del Vaquero liegt an der Pista de Tirma, der Forststraße, die von Artenara durch das Tirma-Gebiet des Naturparks Tamadaba führt. Der Stausee befindet sich kurz unterhalb der Degollada Honda. Ein Mietwagen ist Voraussetzung – öffentliche Busverbindungen enden in Artenara.

Warum ist das Wasser des Presa del Vaquero so grün?

Die grüne Farbe des Wassers entsteht durch Algenblüte – ein natürlicher Prozess in ruhigen Stauseen mit geringem Wasserdurchfluss. Die Algen produzieren Chlorophyll, das dem Wasser seine charakteristische türkis-grüne Färbung gibt. Das Wasser ist dadurch nicht trinkbar, aber der Anblick ist spektakulär.

Was ist die Degollada Honda?

Die Degollada Honda ist ein Gebirgspass im Tirma-Gebiet des Naturparks Tamadaba. Beim Pass befindet sich das alte Forsthaus Finca de Tirma, das als Ausgangspunkt für Wanderungen zu den Felsbögen Arco del Escobón und Arco de Tirma sowie zur Montaña Altavista dient. Der Presa del Vaquero liegt direkt unterhalb dieser Passhöhe.

Kann man mit dem Auto bis zum Presa del Vaquero fahren?

Nein. Die Pista de Tirma ist für den öffentlichen Autoverkehr gesperrt. Zufahrtsschranken verhindern das Befahren, außerdem schließen die meisten Mietwagenverträge Fahrten auf solchen Forstpisten aus. Der Presa del Vaquero ist heute ausschließlich im Rahmen einer Wanderung erreichbar.

Lohnt sich die Wanderung zum Presa del Vaquero?

Ja. Der Stausee ist zwar klein, liegt aber in einer der ursprünglichsten Landschaften Gran Canarias. Unterwegs erwarten Wanderer alte Kiefernwälder, weite Ausblicke auf den Roque Faneque und den Atlantik sowie mit der Finca de Tirma, dem Arco del Escobón und dem Arco de Tirma weitere landschaftliche Höhepunkte. Gerade die Abgeschiedenheit macht den besonderen Reiz dieser Tour aus.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com