Zwei Felsbögen im Tamadaba: Arco del Escobón und Arco de Tirma

Es gibt zwei Felsbögen im Nordwesten des Tamadaba-Naturparks, die kaum jemand kennt. Der Arco de Tirma ist ein spektakuläres Felsentor, das einen weiten Blick über Finca Tirma, den Andén Verde und das Tal von El Risco bietet. Der Arco del Escobón ist kleiner, liegt in einem wilden Grat abseits jedes Weges – und in seiner Nähe findet sich noch eine kleine Höhle mit einem weiteren Bogen. Diese Rundwanderung besucht beide.

Das Panorama vom Naturpark Tamadaba zeigt bei klarer Sicht die Nachbarinsel Teneriffa am Horizont.
Das Panorama vom Naturpark Tamadaba zeigt bei klarer Sicht die Nachbarinsel Teneriffa am Horizont.

17,9 Kilometer, 1.171 Höhenmeter, schwer. Die Route beginnt und endet am alten Forsthaus Tirma und führt zunächst auf einer langen Piste – dann in die weglose Schlucht Barranco de la Hoya del Laurel, zu den beiden Bögen und zurück über die Bergflanke. Kein Handyempfang auf dem Großteil der Strecke. GPS-Track offline unverzichtbar. Nur für erfahrene Bergwandernde.

Sicherheitshinweis: Nur für erfahrene Bergwandernde

Kein MobilempfangAuf dem Großteil der Strecke – GPS offline laden
GPS-TrackPflicht – wegloses Gelände, Steinmännchen als Orientierung
SchwindfreiheitPflicht – exponierte Grate an beiden Bögen
TrittsicherheitPflicht – steile Schluchten, rutschige Pfade
ErfahrungNur für Bergwandernde mit Erfahrung in weglosem alpinem Gelände
Das alte Forsthaus Tirma – Ausgangspunkt beider Felsbögen-Routen.
Das alte Forsthaus Tirma – Ausgangspunkt beider Felsbögen-Routen.

Rundwanderung zwei Felsbögen auf einen Blick

Streckenlänge17,9 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitschwer – schwindelfrei, trittsicher, streckenweise weglos
Gehzeitca. 6:30 bis 7:30 Stunden
Höhenmeter Aufstieg1.171 hm
Höhenmeter Abstieg1.171 hm
Höchster Punkt1.291 m
Niedrigster Punkt758 m (Degollada Honda / Forsthaus Tirma)
StartpunktDegollada Honda beim alten Forsthaus Tirma, Straße nach Tamadaba
WegmarkierungKeine – GPS-Track Pflicht, Steinmännchen
MobilfunkAuf dem Großteil der Strecke kein Empfang
RoutentypRundwanderung
SchutzstatusParque Natural de Tamadaba
Beste ReisezeitOktober bis April – früh starten
WasserMindestens 3 Liter – sehr lange Tour ohne Versorgung
BesonderheitArco de Tirma + Arco del Escobón + Höhle mit drittem Bogen + kein Mobilnetz
Wegabschnitt durch Fels im Naturpark Tamadaba.
Wegabschnitt durch Fels im Naturpark Tamadaba.

Anfahrt und Startpunkt

Der Startpunkt liegt an der Degollada Honda beim ehemaligen Forsthaus Tirma im Nordwesten des Naturparks Tamadaba. Die Zufahrt erfolgt über die GC-216, die durch das Hochland von Tamadaba führt.
Von Artenara erreicht man den Startpunkt direkt über die GC-216. Aus Agaete führt die Anfahrt zunächst über die GC-200 und anschließend über die Abzweigung auf die GC-216 in Richtung Tamadaba. An der Degollada Honda stehen am ehemaligen Forsthaus einige kostenlose Parkmöglichkeiten zur Verfügung.


Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist für diese Wanderung praktisch nicht geeignet. Aufgrund der abgelegenen Lage empfiehlt sich die Anfahrt mit Mietwagen oder Taxi. Aktuelle Busverbindungen unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen Artenara / Tamadaba

Die Wanderung in fünf Abschnitten

Abschnitt 1: Einfacher Weg zum offiziellen Wanderweg

Vom Forsthaus Tirma kurz auf dem Weg zur Finca Tirma, dann Piste verlassen. Über einen einfachen Weg zum offiziellen Wanderweg nach Altavista. Am Fuße des Altavista die Lajas del Jabón – eine flache Felsformation, die dem Berg seinen Namen gab. Auf dem offiziellen Wanderweg weiter in Richtung Altavista.

Die flache Felsformation Lajas del Jabón am Fuße des Altavista.
Die flache Felsformation Lajas del Jabón am Fuße des Altavista.

Abschnitt 2: Aufstieg zum Arco del Escobón

Nach einigen Kehren am Palo-Pass bietet sich der Aufstieg zum Arco del Escobón an. Den Wanderweg nach links bergauf verlassen. Über die Flanke auf einen gut erkennbaren Weg – Pinienzapfen übersät. Auf einen Grat. Dann: entlang des Grats ohne Pfad bis zu einem felsigen Grat. Auf der Westseite Steinmännchen

Über den Bergrücken führt der Aufstieg zum Arco del Ascobón
Über den Bergrücken führt der Aufstieg zum Arco del Ascobón.

Der Arco del Escobón ist nicht leicht zu erreichen: steil, querfeldein, ausgesetzt. Er liegt in einer wunderschönen, abgelegenen Umgebung und ist nicht sehr groß – aber eindrucksvoll. Auf dem Rückweg: eine kleine Höhle mit einem weiteren Bogen, von der aus man das Aldea-Tal überblicken kann. Zurück auf dem Aufstiegsweg.

Die kleine Höhle mit weiterem Bogen in der Nähe des Arco del Escobón.
Die kleine Höhle mit weiterem Bogen in der Nähe des Arco del Escobón.

Abschnitt 3: Abstieg zur Schlucht Hoya del Laurel

Zurück auf dem offiziellen Wanderweg. Dann schmaler Pfad in die Schlucht Barranco de la Hoya del Laurel hinunter. Dieser Weg führt in der Mitte und am Ende zwischen Felsen hindurch und verläuft auf dem Schluchtboden. Orientierung ist wichtig – Irrwege vermeiden. Die Vegetation erholt sich nach den Bränden gut.

Wanderweg zum Barranco de la Hoya del Laurel.
Wanderweg zum Barranco de la Hoya del Laurel.

Abschnitt 4: Variante Arco de Tirma

Am Ende der Schlucht: Variante zum Arco de Tirma. Ein unsicherer Pfad auf der linken Seite der Schlucht – fast immer aufwärts bis zum Aufstieg zum Felsentor. Der Aufstieg ist einfach, aber steil.

Die Felsbögen am Barranco de la Hoya del Laurel entstanden durch jahrtausendelange Erosion des vulkanischen Gesteins.
Die Felsbögen am Barranco de la Hoya del Laurel entstanden durch jahrtausendelange Erosion des vulkanischen Gesteins.

Am Arco de Tirma: Das Felsentor umrunden. Von hier ein großartiger Blick auf Finca Tirma, den Andén Verde und das Tal von El Risco. Für die volle Aussicht: querfeldein zum Gipfel des Felsentors – steil, aber nicht technisch. Der Abstieg erfolgt durch eine Felsspalte rechts. Wer diese vermeidet, geht zurück auf dem Aufstiegsweg.

Abschnitt 5: Rückweg zur Piste und zum Forsthaus (7,1 km)

Zurück auf dem Weg in der Schlucht. Dann weiter bis zur Piste. Auf der Piste rechts bergauf. Die nächsten 7,1 km auf der Piste zurück: an Stausee Presa del Vaquero, Los Pinos Dulces und Barranco del Vaquero vorbei. Der Mirador de la Cruz de la Virgen bietet am Rückweg einen Abschlussblick auf den Roque Faneque. Schließlich: das Forsthaus Tirma.

Rückweg über die Pista de Tirma zum Forsthaus.
Rückweg über die Pista de Tirma zum Forsthaus.

Die beiden Felsbögen: Entstehung und Bedeutung

Beide Felsbögen entstanden durch Erosion und Verwitterung des vulkanischen Gesteins im Tamadaba-Altavista-Massiv. Das Gestein – Phonolithe und Basalte aus der miozänen Vulkanphase – ist an exponierten Graten und Steilwänden über Millionen Jahre verwittert. Wo die weicheren Bestandteile zuerst erodieren, entstehen Naturbögen und Felstore.

Arco del Escobón
Arco del Escobón

Der Arco de Tirma ist der bekanntere der beiden – ein breites Felsentor, das vom offiziellen Wanderweg aus zugänglich ist. Der Arco del Escobón ist abgelegener, schwieriger zu erreichen und damit kaum bekannt. Beide sind Teil eines weitgehend unerforschten Naturerbes des Tamadaba.

Parque Natural de Tamadaba

Die gesamte Wanderung verläuft durch den Parque Natural de Tamadaba, eines der ursprünglichsten Waldgebiete Gran Canarias. Das Schutzgebiet bewahrt ausgedehnte Bestände des kanarischen Kiefernwaldes sowie spektakuläre Felslandschaften und tiefe Barrancos.

Da sich die Route teilweise abseits markierter Wanderwege bewegt, ist besondere Rücksicht auf die empfindliche Natur erforderlich. Es gilt: Keine Pflanzen beschädigen oder entnehmen, keinen Müll hinterlassen und ausschließlich bereits vorhandene Pfadspuren nutzen, sofern die Route das wegelose Gelände verlässt. Offenes Feuer ist im gesamten Schutzgebiet streng verboten. Wildcampen ist nicht erlaubt; ausschließlich der Campingplatz Llanos de la Mimbre darf mit entsprechender Genehmigung genutzt werden.

Da auf weiten Teilen der Strecke kein Mobilfunkempfang besteht, sollte der GPS-Track unbedingt offline gespeichert werden.

Hinweis: Parque Natural de Tamadaba

Wildcampen verboten – nur Campingplatz Llanos de la Mimbre. Lagerfeuer strikt untersagt. Kein Mobilempfang auf dem Großteil der Strecke – GPS offline vorbereiten. Leitungswasser nicht trinkbar.

Aussichtsreiche Wanderwege durchziehen den Naturpark Tamadaba.
Aussichtsreiche Wanderwege durchziehen den Naturpark Tamadaba.

Flora: Erholung nach dem Brand

Das Tirma-Gebiet wurde 2007 von einem Waldbrand schwer getroffen. Der Parque Natural de Tamadaba erholt sich bemerkbar schnell – die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) hat eine außergewöhnliche Feuertoleranzeigenschaft und treibt nach Bränden neu aus. In der Schlucht Barranco de la Hoya del Laurel ist die Vegetation dichter geworden – was den Weg streckenweise unübersichtlicher macht.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Klare Sicht, angenehme Temperaturen – optimal
Winter (Dez–Feb)Gute Fernsicht, Kiefernwald grün – sehr gut
Frühling (Mär–Mai)Milde Temperaturen – ideal
Sommer (Jun–Sep)Heiß auf der Piste – nur mit frühem Start

Ausrüstung

GPS-Track offlinePflicht – kein Mobilnetz auf der Strecke
SchuhwerkFeste Bergwanderschuhe – Schlucht, exponierte Grate
WasserMindestens 3 Liter – lange Tour ohne Versorgung
SchwindfreiheitPflicht – Grat am Escobón, Felsspalte am Tirma-Abstieg
ProviantFür 6:30–7:30 Stunden einplanen
ErfahrungNur für Bergwandernde mit alpiner Erfahrung

Kombinationsmöglichkeiten

Wanderung Arco del Escobón, Arco de Tirma und Montaña Altavista19,7 km, schwer – gleiche Route plus Gipfel Altavista
Nur Arco de TirmaKürzere Einzelroute – Bögen separat besuchen
Tamadaba Roque Faneque11,8 km, schwer – offizielle schwere Tamadaba-Runde
S-90 Rundweg 7,4 km, moderat – als Einstieg in das Tamadaba-Gebiet
Blick über die Bergflanke des Altavista im Naturpark Tamadaba.
Blick über die Bergflanke des Altavista im Naturpark Tamadaba.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Felsbögen Arco del Escobón und Arco de Tirma

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

GPS offline: Unbedingt den Track herunterladen und offline verfügbar machen. Kein Mobilnetz auf dem Großteil der Strecke – wer sich auf Online-Navigation verlässt, findet sich in einer der abgelegensten Gegenden Gran Canarias ohne Orientierung.

Schlucht Hoya del Laurel: Der schwierigste Abschnitt der Route. Langsam gehen, Irrwege durch genaue Track-Verfolgung vermeiden.

Arco del Escobón vs. Arco de Tirma: Der Escobón ist abgelegener und schwieriger zu erreichen als der Tirma. Wer unsicher ist, lässt den Escobón-Abstecher weg und beschränkt sich auf den Tirma.

Früh starten: 6:30 bis 7:30 Stunden Gehzeit – vor 7 Uhr aufbrechen.

Anfahrt: Die Straßen im Tamadaba sind schmal und kurvenreich. Von Agaete erfolgt die Anfahrt über die GC-200 und anschließend über die GC-216, von Artenara direkt über die GC-216. Für die Bergstrecken ausreichend Fahrzeit einplanen.


Waldpfad im Kiefernwald, Naturpark Tamadaba.
Waldpfad im Kiefernwald, Naturpark Tamadaba.

Häufige Fragen zur Zwei-Bögen-Runde

Kann man die Bögen auch einzeln besuchen?

Ja. Beide Bögen können auf leichteren Einzelrouten erlebt werden. Der Arco de Tirma ist über den offiziellen Wanderweg leichter zugänglich. Der Arco del Escobón ist auch einzeln eine anspruchsvolle Tour. Diese Rundwanderung verbindet beide – für alle, die maximales Abenteuer in einem Tag wollen.

Wann wurden die Bögen entdeckt?

Die Naturbögen im Tamadaba sind keine Entdeckung der Neuzeit – sie waren lokalen Bewohnern und Förstern seit jeher bekannt. In der breiteren Wanderwelt wurden sie erst durch Sunhikes dokumentiert und kartiert. Offizielle Namen haben beide: Arco de Tirma und Arco del Escobón.

Was ist der Unterschied zu Wanderung Arco del Escobón, Arco de Tirma und Montaña Altavista?

Die Wanderung Wanderung Arco del Escobón, Arco de Tirma und Montaña Altavista (19,7 km) führt über dieselbe Strecke plus den Aufstieg auf die Montaña Altavista (1.352 m). Diese Route (17,9 km) endet nach den beiden Bögen und dem Schlucht-Aufstieg. W-22 ist 2 km länger und hat 88 hm mehr – für alle, die den Altavista-Gipfel mitnehmen wollen.

Ist die Wanderung zu den beiden Felsbögen markiert?

Nur teilweise. Die Route nutzt zunächst offizielle Wanderwege, führt später jedoch längere Abschnitte durch wegloses Gelände, in dem lediglich Steinmännchen als Orientierung dienen. Ein offline gespeicherter GPS-Track ist deshalb unverzichtbar. Ohne zuverlässige Navigation sollten die Abstecher zum Arco del Escobón und zum Arco de Tirma nicht unternommen werden.

Ist die Wanderung für geübte Wandernde geeignet?

Nur bedingt. Die Tour richtet sich an erfahrene Bergwandernde, die trittsicher und schwindelfrei sind und bereits Erfahrung im weglosen Gelände besitzen. Besonders die Passagen zum Arco del Escobón sowie einzelne Abschnitte im Barranco de la Hoya del Laurel verlangen eine gute Orientierung und sicheres Gehen auf steilem, felsigem Untergrund. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte auf die deutlich einfachere Einzelwanderung zum Arco de Tirma ausweichen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com