Arco del Escobón, Arco de Tirma und Montaña Altavista: Tamadabas anspruchsvollste Runde

Diese Route ist nicht für jeden. Sie führt durch weglose Schluchten, auf Grate ohne Pfad, zu zwei Naturbögen, die kaum jemand kennt, und auf den Gipfel der Montaña Altavista – einen der schönsten Aussichtsberge Gran Canarias. Auf dem Großteil der Strecke kein Handyempfang. Die Route beginnt und endet am alten Forsthaus von Tirma an der Straße nach Tamadaba. GPS-Track ist unverzichtbar.

Blick über die Bergflanke des Altavista im Naturpark Tamadaba.
Blick über die Bergflanke des Altavista im Naturpark Tamadaba.

19,7 Kilometer, 1.259 Höhenmeter, schwer – und eine der wildesten Runden im gesamten Tamadaba-Naturpark. Wer sie geht, erlebt Tamadaba ohne Tourismus: stille Pisten, zerbrechliche Steinmännchen als einzige Orientierung, wiederkehrende Kiefernlandschaft und dann plötzlich zwei Felsbögen, die in keinem Reiseführer stehen.

Empfehlung von Sunhikes: Diese Route sollte nicht von Wanderern begangen werden, die nicht an steile Hänge und schlechte Wegverhältnisse gewöhnt sind

Sicherheitshinweis: Nur für Erfahrene

Kein HandyempfangAuf dem Großteil der Strecke – GPS offline verfügbar machen
GPS-TrackPflicht – weglose Abschnitte, Steinmännchen als einzige Orientierung
SchwindfreiheitPflicht – exponierte Grate, Kletterpassagen am Arco del Escobón
TrittsicherheitPflicht – steile Hänge, rutschige Pfade, Schluchtboden
ErfahrungNur für Bergwandernde mit Erfahrung in weglosem Gelände
Der Ausblick reicht weit über das Hochplateau von Acusa Seca
Der Ausblick reicht weit über das Hochplateau von Acusa Seca

Rundwanderung Arco del Escobón – Altavista auf einen Blick

Streckenlänge19,7 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitschwer – schwindelfrei, trittsicher, streckenweise weglos, GPS Pflicht
Gehzeitca. 7:30 bis 8:30 Stunden
Höhenmeter Aufstieg1.259 hm
Höhenmeter Abstieg1.259 hm
Höchster Punkt1.352 m (Montaña Altavista)
Niedrigster Punkt758 m (Degollada Honda / Forsthaus Tirma)
StartpunktDegollada Honda beim alten Forsthaus Tirma, Straße nach Tamadaba
WegmarkierungKeine – GPS-Track Pflicht, Steinmännchen
MobilfunkAuf dem Großteil der Strecke kein Empfang
RoutentypRundwanderung
SchutzstatusParque Natural de Tamadaba
Beste ReisezeitOktober bis April – früh starten
WasserProviant und Wasser für 7:30–8:30 h – keine Versorgung
BesonderheitArco de Tirma + Arco del Escobón + Montaña Altavista + kein Mobilnetz

Anfahrt und Startpunkt

Startpunkt der Wanderung ist die Degollada Honda beim ehemaligen Forsthaus von Tirma am Rand des Naturparks Tamadaba. Die Anfahrt erfolgt ausschließlich mit dem PKW über die Bergstraßen von Artenara oder Agaete. Von beiden Seiten führt die GC-216 in Richtung Tamadaba. Parkplatz am Forsthaus.

Eine öffentliche Busverbindung zum Startpunkt gibt es nicht. Wer die Tour plant, sollte ausreichend Zeit für die Anfahrt über die kurvenreichen Bergstraßen einplanen.

Die Wanderung in fünf Abschnitten

Die Route beginnt mit 7,1 km Piste bis zur Schlucht Hoya del Laurel – dann wird es abenteuerlich. GPS offline verfügbar machen.

Das alte Forsthaus von Tirma – Ausgangspunkt der Runde.
Das alte Forsthaus von Tirma – Ausgangspunkt der Runde.

Abschnitt 1: Piste zum Barranco de la Hoya del Laurel (7,1 km)

Vom Forsthaus Tirma die Piste zur Finca Tirma verlassen. Die lange Piste (7,1 km) führt an Barranco del Vaquero, dem Bereich Los Pinos Dulces und dem Stausee Presa del Vaquero vorbei. Ein lohnender Zwischenstopp: der Mirador de la Cruz de la Virgen – herrlicher Blick auf den Roque Faneque, die Landschaft von Tirma und El Risco.

Die lange Piste vom Forsthaus Tirma durch den Naturpark Tamadaba.
Die lange Piste vom Forsthaus Tirma durch den Naturpark Tamadaba.

Weiter auf der Piste bis zum Barranco de la Hoya del Laurel. Auf der anderen Schluchtseite lassen sich schon die Felsbögen von Tirma erahnen.

Presa del Vaquero im Naturpark Tamadaba
Presa del Vaquero im Naturpark Tamadaba

Abschnitt 2: Variante Arco de Tirma

Am Ende der Schlucht: Variante zum Arco de Tirma. Ein nicht sehr vertrauenswürdiger Pfad verläuft am Ende fast auf der linken Seite, bis man zum Aufstieg zum Felsentor abbiegt. Der Aufstieg ist einfach, aber steil.

Arco de Tirma im Naturpark Tamadaba
Arco de Tirma im Naturpark Tamadaba

Am Arco de Tirma angekommen: Das Felsentor umrunden und einen Blick auf Finca Tirma, den Andén Verde und das Tal von El Risco genießen. Für den vollen Panoramablick muss man querfeldein zum Gipfel aufsteigen – steil, aber nicht technisch. Der Abstieg erfolgt durch eine Felsspalte auf der rechten Seite – wer das vermeiden möchte, geht zurück.

der Roque Faneque vom Mirador Cruz de la Virgen
der Roque Faneque vom Mirador Cruz de la Virgen

Abschnitt 3: Schlucht Hoya del Laurel und offizieller Wanderweg

Die Schlucht Barranco de la Hoya del Laurel bergauf – das ist der anspruchsvollste Abschnitt. Die Schlucht ist weglos. Steinmännchen folgen. Steil, besonders am Ende. Trittsicherheit und Schwindfreiheit sind Pflicht. Nach den verheerenden Bränden von 2007 erholen sich Vegetation und Kiefern schnell – aber der Weg ist durch Waldbrand und Erosion streckenweise verwildert.

Felsbögen am Barranco de la Hoya de Laurel
Felsbögen am Barranco de la Hoya de Laurel

Am oberen Ende der Schlucht mündet ein Pfad auf den offiziellen Wanderweg. Dieser ist gut in Schuss – ein angenehmer Kontrast zum Schluchtzustieg. Links folgen Richtung Altavista.

Wanderpfad im Barranco de la Hoya del Laurel
Wanderpfad im Barranco de la Hoya del Laurel

Abschnitt 4: Arco del Escobón und Montaña Altavista

Nach ca. 400 m auf dem offiziellen Wanderweg rechts auf einen schmalen Pfad abzweigen – Richtung Aussichtspunkt unterhalb des Altavista. Der Weg ist schmal, teilweise rutschig und zugewachsen. Steil nach oben. Dann: das Panorama.

Felsbogen nahe des Arco de Escobon
Felsbogen nahe des Arco de Escobon

Von hier aus klettern mutige Bergwandernde weiter zum Arco del Escobón. Entlang des Grats ohne Pfad bis zu einem felsigen Grat. Auf der Westseite stehen Steinmännchen. Der Escobón-Bogen ist nicht leicht zu erreichen – steil, ausgesetzt, querfeldein. Er liegt in einer wunderschönen, abgelegenen Umgebung und ist nicht sehr groß. Auf dem Rückweg: eine kleine Höhle mit einem weiteren Bogen und Blick auf das Aldea-Tal.

Aufstiegsroute am Hoya del Escobon
Aufstiegsroute am Hoya del Escobon

Zurück auf dem offiziellen Wanderweg: weiter zum Gipfel der Montaña Altavista (1.352 m). Ca. 1 km, dann rechts bergauf, ca. 900 m. Oben: ein überwältigendes Panorama über die Berglandschaft Gran Canarias – der Roque Faneque, der Tamadaba-Kamm, das Meer.

Vom Montaña Altavista bietet sich ein weites Bergpanorama über die zentrale Bergregion Gran Canarias
Vom Montaña Altavista bietet sich ein weites Bergpanorama über die zentrale Bergregion Gran Canarias

Abschnitt 5: Rückweg über die Bergflanke zur Piste

Von der Wegkreuzung beim Altavista links bergab auf einem angenehmen, gut begehbaren Weg. Am Fuße des Altavista die Lajas del Jabón – eine markante Felsformation, die dem Berg seinen volkstümlichen Namen gibt. Quer an der Bergflanke entlang bis zur Piste zum Forsthaus. Rechts bergauf – letzter Anstieg. Zurück am Ausgangspunkt Forsthaus Tirma.

Gepflasterter Wanderweg an der Flanke des Altavista.
Gepflasterter Wanderweg an der Flanke des Altavista.

Die Montaña Altavista: Schönster Aussichtsberg Tamadabas

Die Montaña Altavista ist mit 1.352 m einer der höchsten Punkte im Parque Natural de Tamadaba und gilt als einer der schönsten Aussichtsberge Gran Canarias. Vom Gipfel aus ist das gesamte Nordwest-Panorama der Insel sichtbar: Roque Faneque, Tamadaba-Massiv, Aldea-Tal, Atlantik – und bei klarer Sicht die Nachbarinseln.

traumhafte Bergwanderung im Tamadaba
Von der Aussichtskanzel am Montaña Altavista reicht der Blick bis zum Roque Nublo

Die Felsbögen: Arco de Tirma und Arco del Escobón

Beide Felsbögen entstanden durch Erosion und Verwitterung des vulkanischen Gesteins im Naturpark Tamadaba. Der Arco de Tirma ist größer und vom Felsentor aus leichter zu erreichen. Der Arco del Escobón ist kleiner und liegt in einer abgelegeneren, abenteuerlicheren Umgebung – nur für Bergwandernde mit alpiner Erfahrung.

Blick von der Montaña de Tirma über den Naturpark Tamadaba.
Blick von der Montaña de Tirma über den Naturpark Tamadaba.

Parque Natural de Tamadaba

Die Route verläuft durch den Parque Natural de Tamadaba. Wildcampen verboten – nur Campingplatz Llanos de la Mimbre. Lagerfeuer strikt untersagt. Kein Mobilfunk auf dem Großteil der Strecke – GPS offline verfügbar machen. Leitungswasser nicht trinkbar.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Klare Sicht, angenehme Temperaturen – optimal
Winter (Dez–Feb)Gute Fernsicht, Kiefernwald grün – sehr gut
Frühling (Mär–Mai)Milde Temperaturen – ideal
Sommer (Jun–Sep)Heiß – früh starten; Piste und Schluchten können heiß werden
Wanderroute durchs Tamadaba
Felsformationen im Naturpark Tamadaba.

Ausrüstung

GPS-Track offlinePflicht – kein Mobilnetz auf der Strecke
SchuhwerkFeste Bergwanderschuhe – Schlucht, Grat, rutschige Pfade
WasserMindestens 3 Liter – sehr lange Tour, keine Versorgung
SchwindfreiheitPflicht – Grat Arco del Escobón und Altavista-Aufstieg exponiert
ProviantFür 7:30–8:30 Stunden – Frühstück und Mittagessen einplanen
ErfahrungWeglose Schluchten und Grate – nur für Erfahrene
Schmale Pfade schlängeln sich durch den Naturpark Tamadaba
Schmale Pfade schlängeln sich durch den Naturpark Tamadaba

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Tamadaba über Arco del Escobón und Montaña Altavista

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Die Wanderung durch den Tamadaba schenkt immer wieder freien Blick auf Teneriffa
Die Wanderung durch den Tamadaba schenkt immer wieder freien Blick auf Teneriffa

Praktische Tipps

GPS offline: Vor dem Start den GPS-Track herunterladen und offline verfügbar machen. Auf dem Großteil der Strecke gibt es keinen Mobilempfang – wer sich auf Online-Karten verlässt, verliert die Route.

Früh starten: 7:30 bis 8:30 Stunden Gehzeit bedeuten: vor 7 Uhr aufbrechen. Die langen Abschnitte auf der Piste und am Altavista brauchen Zeit.

Hoya del Laurel Schlucht: Der anspruchsvollste Abschnitt. Langsam gehen, Steinmännchen genau beobachten. Bei Unsicherheit umkehren.

Alternative: Wer nur einen der beiden Bögen besuchen möchte, kann auf leichteren Einzelrouten dorthin. Die hier beschriebene Kombinationsrunde ist die anspruchsvollste Variante.

Häufige Fragen zur Tamadaba-Abenteuerrunde

Warum gibt es keinen Handyempfang auf dieser Route?

Das Tirma-Gebiet liegt im Funkloch des Tamadaba-Naturparks – zwischen den hohen Kämmen des Massivs gibt es kaum Netzverbindung. Wer sich in Notsituationen auf das Handy verlässt, ist hier fehl am Platz. GPS-Track offline laden, in Zweiergruppe gehen, Startzeit und geplante Rückkehr Dritten mitteilen.

Was ist der Arco del Escobón?

Der Arco del Escobón ist ein natürlicher Felsbogen im Nordwesten des Naturparks Tamadaba. Er liegt auf einem abgelegenen Grat, ist nicht markiert und nur über anspruchsvolles Geländegelände erreichbar. In seiner Nähe befindet sich eine kleine Höhle mit einem weiteren Bogen und Blick auf das Aldea-Tal. Kaum bekannt – und gerade deshalb besonders.

Kann man die Montaña Altavista auf einer einfacheren Route erreichen?

Ja. Die Montaña Altavista lässt sich auch über deutlich einfachere, markierte Wanderwege und Forstpisten im Naturpark Tamadaba erreichen, beispielsweise vom Hochplateau oder aus Richtung Acusa Seca. Die hier beschriebene Rundtour über den Barranco de la Hoya del Laurel, den Arco de Tirma und den Arco del Escobón gehört dagegen zu den anspruchsvollsten Wanderungen der Region und richtet sich ausschließlich an erfahrene Bergwandernde.

Braucht man für diese Wanderung zwingend einen GPS-Track?

Ja. Mehrere Abschnitte der Route verlaufen ohne offizielle Wegmarkierung durch Schluchten, über Grate und durch wegloses Gelände. Steinmännchen erleichtern zwar stellenweise die Orientierung, ersetzen einen GPS-Track jedoch nicht. Die Route sollte nur mit entsprechender Navigationserfahrung begangen werden.

Ist die Wanderung auch nach Regen oder bei Nebel empfehlenswert?

Nein. Nach Regen können die steilen Hänge, Felspassagen und Schluchtabschnitte sehr rutschig werden. Nebel erschwert die Orientierung zusätzlich erheblich, da weite Teile der Strecke nicht markiert sind. Für diese Tour eignen sich trockene Wetterbedingungen und gute Sichtverhältnisse deutlich besser.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com