Vom höchsten Gipfel ins Tal: Wanderung Pico de las Nieves – Cruz Grande

Der Pico de las Nieves ist mit 1.949 Metern der höchste Berg Gran Canarias. Sein Gipfel liegt im geografischen Zentrum der Insel – und von hier aus beginnt eine der eindrucksvollsten Strecken wanderungen des Inselinneren. Auf 7,9 Kilometern verliert diese Tour 845 Höhenmeter: vom Dachgipfel der Insel über den Campanario, die Ventana del Nublo und den gepflasterten Camino de la Plata hinunter zur Degollada de la Cruz Grande – einem historischen Pass an der Wasserscheide zwischen Tirajana und Chira.

Vom Campanario bietet sich ein Blick zum Pico de las Nieves (1.949 Meter), der höchsten Erhebung Gran Canarias.
Vom Campanario bietet sich ein Blick zum Pico de las Nieves (1.949 Meter), der höchsten Erhebung Gran Canarias.

Die Route verbindet in einer einzigen Tour gleich mehrere Höhepunkte: den 360-Grad-Panoramablick vom Pico de las Nieves mit Roque Nublo, Roque Bentayga und Teide, den Gipfel des Campanario (1.917 m) mit Blick auf die Caldera de Tirajana, das Felsenfenster Ventana del Nublo und den historischen gepflasterten Camino Real im Abstieg. Moderat eingestuft – dank des deutlichen Abstiegs dennoch eine Tour für Wandernde mit guter Kondition.

Da die Route als Strecke endet, wird für die Rückfahrt zum Pico de las Nieves ein Taxi oder öffentliches Verkehrsmittel empfohlen.

Wanderung Pico de las Nieves – Cruz Grande auf einen Blick

Streckenlänge7,9 km (Strecke – kein Rundweg)
Schwierigkeitmoderat – schwindelfrei, trittsicher, alpines Gelände, guter Orientierungssinn
Gehzeitca. 2:45 bis 3:30 Stunden
Höhenmeter Aufstieg166 hm
Höhenmeter Abstieg845 hm
Höchster Punkt1.938 m (Pico de las Nieves / Aussichtspunkt)
Niedrigster Punkt1.245 m (Degollada de la Cruz Grande)
StartpunktParkplatz Pico de las Nieves, GC-134, San Bartolomé de Tirajana
EndpunktDegollada de la Cruz Grande
WegmarkierungS-51, S-50
RoutentypStrecke – Rücktransfer einplanen
SchutzstatusParque Rural del Nublo, Naturdenkmal Riscos de Tirajana, Parque Natural Pilancones
Beste ReisezeitOktober bis April – klare Sicht, Teide sichtbar
WasserProviant und Wasser mitbringen – keine Versorgung unterwegs
BesonderheitCampanario + Ventana del Nublo + Camino de la Plata + historischer Camino Real
Ausblick vom  Pico de las Nieves auf den 1.917 Meter hohen Campanario –  Calima hüllt die Bergwelt  in einen diffusen Schleier.
Ausblick vom Pico de las Nieves auf den 1.917 Meter hohen Campanario – Calima hüllt die Bergwelt in einen diffusen Schleier.

Anfahrt und Startpunkt

Der Startpunkt liegt am Parkplatz Pico de las Nieves am Ende der GC-134 in der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana. Von Las Palmas über die GC-21 Richtung San Mateo, dann GC-60 und GC-134 bergauf. Von Maspalomas über San Bartolomé und die GC-60. Der Parkplatz ist kostenlos.

Da die Route als Strecke endet – Startpunkt Pico de las Nieves, Endpunkt Degollada de la Cruz Grande – ist ein Rücktransfer per Taxi von Cruz Grande zurück notwendig. Alternativ: zweites Fahrzeug an der Degollada de la Cruz Grande parken.

Die Wanderung in vier Abschnitten

Die Route folgt zunächst dem S-51 vom Pico de las Nieves über den Campanario zur Degollada de Hornos, wechselt dann auf den S-50 und führt über den Camino de la Plata und den Camino Real hinunter zur Cruz Grande.

Abschnitt 1: Pico de las Nieves – Aussichtspunkt und Abstieg

Vom Parkplatz steigt man kurz auf zum Aussichtspunkt Pico de los Pozos de las Nieves. Das Panorama ist atemberaubend: Erosionsbecken der Gemeinden La Vega de San Mateo, San Bartolomé de Tirajana und Tejeda, der Morro de la Agujereada, der grüne Kiefernwald der Llanos de La Pez und klare geographische Landmarken – Roque Nublo, Roque Bentayga, El Fraile und die Bergkessel von Tejeda und Tirajana. An klaren Tagen steht der Teide am Horizont.

Roque Lajiudo vor dem Pico de las Nieves und dem Morro Agujereado.
Roque Lajiudo vor dem Pico de las Nieves mit dem Morro Agujereado.

Vom Aussichtspunkt zurück zum Parkplatz, dann auf dem Wanderweg S-51 Richtung Degollada de Piedras Blancas. Der Weg führt durch die Felsen der Riscos de Tirajana entlang der Abbruchkante des Bergrückens – ein imposanter Felsvorhang, der nach Süden in die Caldera de Tirajana abfällt.

Der Wanderweg PR GC-51 verläuft durch die Berglandschaft des Naturparks Roque Nublo.
Der Wanderweg PR GC-51 verläuft durch die Berglandschaft des Naturparks Roque Nublo.

Abschnitt 2: Campanario (1.917 m) – der zweithöchste Berg

Nach ca. einem Kilometer vom Abzweig Llanos de La Pez beginnt links der Weg auf den Campanario. Der Abstecher lohnt sich: Der 1.917 Meter hohe Gipfel bietet ein vollständiges 360-Grad-Panorama mit zwei ganz unterschiedlichen Gesichtern. Im Nordwesten ein sanfter Abhang, im Süden senkrechte Felsen und Kiefernwald. Vom Gipfel blickt man auf den Macizo de Amurga, den Barranco de Fataga, das Tirajana-Becken und – natürlich – auf den Roque Nublo mit dem Montaña Altavista dahinter.

Die Steilwände des 1.917 Meter hohen Campanario.
Die Steilwände des 1.917 Meter hohen Campanario.

Zurück auf dem S-51 geht es ca. 1,1 Kilometer durch den Kiefernwald. Der Weg passiert die Schluchten La Tabladilla und La Cruz de Piedra und beginnt den Abstieg zur Degollada de Hornos – dem historischen Pechofenpass, der seinen Namen den Öfen zur Pechgewinnung für Schiffsbau und Imprägnierung verdankt.

Aussichtsreicher Aufstieg zum Campanario.
Aussichtsreicher Aufstieg zum Campanario.

Abschnitt 3: Ventana del Nublo und Camino de la Plata

An der Kreuzung von S-51 und S-50 an der Degollada de Hornos biegt man kurz links ab: Ein Abstieg durch Kiefernwald führt nach ca. 600 Metern zur Ventana del Nublo. Dieser natürliche Felsbogen auf dem Grat des Risco de Ayacata rahmt den Roque Nublo, die westlichen Bergkämme und den Teide in einem einzigen Bild. Zurück zur Kreuzung, dann weiter auf dem S-50.

Die Ventana del Nublo bildet ein natürliches Felsentor mit direktem Blick auf den Roque Nublo.
Die Ventana del Nublo bildet ein natürliches Felsentor mit direktem Blick auf den Roque Nublo.

Ein Teil dieses Weges wird auch Camino de la Plata genannt – eine alte Handelsstraße für den Viehhandel. Man durchquert die Hochebene Llanos de Pargana mit Blick auf San Bartolomé de Tirajana tief unten. Dann verlässt der Weg den Kiefernwald und beginnt den Abstieg entlang des Westrands der Caldera de Tirajana.

Wanderung entlang des Camino de la Plata.
Wanderung entlang des Camino de la Plata.

Abschnitt 4: Camino Real und Degollada de la Cruz Grande

Der Camino Real führt in Serpentinen bergab – gepflasterter Weg, Zickzack, der historische Weg, den Händler und Reisende Jahrhunderte lang nutzten. Man passiert den Stausee Cho Flores, überquert den Paso de Las Plata und hat von hier einen herrlichen Blick auf das Chira-Becken im Westen.

Der historische Camino de la Plata führt durch die schroffe Felslandschaft des Nublo-Naturparks.
Der historische Camino de la Plata führt durch die schroffe Felslandschaft des Nublo-Naturparks.

Am Ende des steilen, gut gepflasterten Abstiegs erreicht man die Degollada de la Cruz Grande – eine Passhöhe mit Informationstafel. Von hier überblickt man zwei vollkommen verschiedene Welten: auf der einen Seite die Caldera de Tirajana, auf der anderen das Becken von Chira mit dem zauberhaften Kiefernwald von Pilancones.

Der historische Camino de la Plata führt durch die schroffe Felslandschaft des Nublo-Naturparks.
Die Route folgt dem Bergrücken zum Cruz Grande.

Geologie und Geschichte: Gipfel, Klippen und Handelswege

Der Pico de las Nieves liegt im geografischen Zentrum Gran Canarias und markiert die Wasserscheide zwischen allen Himmelsrichtungen. Sein Name – Schneebergspitze – erinnert daran, dass hier früher gelegentlich Schnee fiel; heute ist das eine Rarität. Der Gipfel ist zum Teil militärisches Sperrgebiet – eine Radarstation steht dort – der Aussichtspunkt ist jedoch frei zugänglich.

Die Degollada de la Cruz Grande war über Jahrhunderte ein zentraler Handelspass an der Ruta de la Plata – der Silberstraße für Viehhandel zwischen Nord und Süd. Der gepflasterte Camino Real im letzten Abstieg ist ein Originalstück dieses historischen Weges. Die Caldera de Tirajana darunter ist geologisch besonders: Die Erosion legt hier das älteste vulkanische Material der Insel frei – Schlote wie der Risco Blanco und vulkanische Schichten zeugen davon.

Flora und Fauna: Kiefernwald, Riscos de Tirajana und Geier

Die Riscos de Tirajana sind ein Naturmonument – senkrechte Felswände, die dramatisch in die Caldera de Tirajana abfallen. In den Felsnischen nisten Geier und Turmfalken. Der Kiefernwald der Llanos de La Pez auf dem Hochplateau ist einer der reinsten und ruhigsten Gran Canarias. Im Unterwuchs wachsen Cistus und Aeonium. Entlang des Camino de la Plata öffnet sich die Vegetation zu Tabaibas und tiefem Blick auf die Caldera.

Karge Vegetation behauptet sich an den steil abfallenden Felswänden der Riscos de Tirajana.
Karge Vegetation behauptet sich an den steil abfallenden Felswänden der Riscos de Tirajana.

Schutzgebiete entlang der Route

Die Wanderung verläuft durch den Parque Rural del Nublo und streift das Monumento Natural de los Riscos de Tirajana – zwei der landschaftlich eindrucksvollsten Schutzgebiete Gran Canarias. Hier prägen ausgedehnte Kiefernwälder, markante Felsformationen und tiefe Schluchten das Landschaftsbild.

Zum Schutz der empfindlichen Natur gilt: Auf den markierten Wanderwegen bleiben, keine Pflanzen entnehmen und sämtliche Abfälle wieder mitnehmen. Offenes Feuer und Wildcampen sind nicht erlaubt.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Klare Sicht – Teide, Roque Nublo, Bentayga alle sichtbar
Winter (Dez–Feb)Kühl, beste Fernsicht – gelegentlich Nebel auf dem Gipfel
Frühling (Mär–Mai)Zistrosenblüte, frisches Grün – schönste Farben
Sommer (Jun–Sep)Früh starten – Hochgipfel kühl, Abstieg nach Cruz Grande sonnig

Ausrüstung

SchuhwerkFeste Bergwanderschuhe – Abstieg ist lang und felsig
Wasser und ProviantFür 2:45–3:30 Stunden – keine Versorgung unterwegs
SonnenschutzHut, Brille, Creme – offene Hochflächen ohne Schatten
WindschutzJacke – Gipfel und Bergrücken können stark windig sein
RücktransferTaxi von Cruz Grande oder zweites Fahrzeug vorher positionieren
NavigationGPS-Track hilfreich – guter Orientierungssinn laut Routenbeschreibung

Kombinationsmöglichkeiten

Pico de las Nieves GipfelKurzer Besuch ohne große Tour – Aussichtspunkt frei zugänglich
El Montañón + Ventana del Nublo6,4 km, moderat – direkter Zugang zur Ventana del Nublo vom Stausee
Cruz Grande → Chira-StauseenAb der Degollada geht es ins Staueengebiet Chira und Soria
San Bartolomé de TirajanaHauptort der Region – nach der Tour Einkehr möglich
Wanderung Cruz Grande zum Stausee Presa de Chira
Wanderung Cruz Grande zum Stausee Presa de Chira

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung vom Pico de las Nieves zum Cruz Grande

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Rücktransfer: Die Route endet an der Degollada de la Cruz Grande. Taxi vorbuchen oder zweites Fahrzeug dort parken. Von Cruz Grande sind es ca. 25 Minuten zurück zum Pico de las Nieves.

Campanario-Abstecher: Lohnt sich unbedingt. Der Abstecher zum Gipfel dauert etwa 20–30 Minuten zusätzlich und liefert eines der besten Panoramas der gesamten Tour.

Ventana del Nublo: Liegt nur ca. 600 Meter vom S-50 entfernt. Der Umweg ist minimal, der Ausblick durch den Felsbogen auf den Roque Nublo unvergesslich.

Radarstation Pico de las Nieves: Der Gipfel ist teilweise militärisches Sperrgebiet. Der Aussichtspunkt ist frei zugänglich, das Radar-Gebäude selbst nicht.

Häufige Fragen zur Wanderung Pico de las Nieves – Cruz Grande

Wie hoch ist der Pico de las Nieves genau?

Der Pico de las Nieves liegt auf 1.949 Metern und ist damit der höchste Berg Gran Canarias. Der Aussichtspunkt auf dem Wanderweg liegt auf 1.938 Metern. Der Gipfel selbst ist teils militärisches Sperrgebiet – der Aussichtsbereich ist jedoch frei zugänglich.

Brauche ich eine Reservierung für diese Route?

Nein. Diese Route verläuft auf den Wanderwegen S-51 und S-50 – nicht auf dem S-70. Eine Reservierungspflicht besteht nur für den S-70-Bereich am Roque Nublo. Diese Tour ist ohne Voranmeldung jederzeit begehbar.

Was ist die Degollada de la Cruz Grande?

Die Degollada de la Cruz Grande ist ein historischer Bergpass an der Wasserscheide zwischen Caldera de Tirajana und Chira-Becken. Über ihn verlief einst die Ruta de la Plata – eine wichtige Handelsstraße für den Viehhandel zwischen Nord und Süd der Insel. Heute ist die Degollada ein Wandertreffpunkt mit Informationstafel und grandiosem Panorama.

Kann ich die Wanderung auch in umgekehrter Richtung gehen?

Grundsätzlich ja. Die meisten Wandernden wählen jedoch die Strecke vom Pico de las Nieves zur Cruz Grande, da der überwiegende Teil der Route bergab verläuft. In der Gegenrichtung müssen rund 845 Höhenmeter im Aufstieg bewältigt werden, wodurch die Tour deutlich anstrengender wird.

Ist der Abstecher auf den Campanario empfehlenswert?

Ja. Der kurze Abstecher auf den 1.917 Meter hohen Campanario gehört zu den schönsten Aussichtspunkten der Tour. Von seinem Gipfel eröffnen sich eindrucksvolle Blicke auf die Caldera de Tirajana, den Roque Nublo, den Roque Bentayga und bei klarer Sicht bis zum Teide auf Teneriffa. Der zusätzliche Zeitaufwand beträgt lediglich etwa 20 bis 30 Minuten.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com