Wüste am Meer: Die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria

Am südlichsten Zipfel Gran Canarias liegt eines der spektakulärsten Naturschauspiele der Kanarischen Inseln: die Dunas de Maspalomas. Rund 400 Hektar goldene Sanddünen erstrecken sich direkt am Atlantik – ein Ökosystem, das sich wie eine kleine Sahara anfühlt und doch nur wenige Schritte vom Hoteltrubel Maspalomas entfernt liegt.

 Dünen von Maspalomas, Gran Canaria
 Dünen von Maspalomas, Gran Canaria

Das Schutzgebiet ist Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Gran Canaria (seit 2005) und gehört zu den bedeutendsten Dünensystemen Europas. Die Sandformationen entstanden über Jahrtausende durch Meeresablagerungen und Windtransport – ein geologischer Prozess, der bis heute anhält.

Dieser Artikel erklärt alles Wissenswerte zu den Dünen von Maspalomas: Entstehung, Ökosystem, Schutzregeln, beste Besuchszeiten und Anfahrt.

Steckbrief: Dunas de Maspalomas auf einen Blick

TypKüstendünensystem
Lage / GemeindeSan Bartolomé de Tirajana, Gran Canaria
Fläche~400 Hektar (ca. 4 km²)
SchutzstatusReserva Natural Especial de las Dunas de Maspalomas
UNESCO-StatusTeil des Biosphärenreservats Gran Canaria (seit 2005)
Länge StrandCa. 3 km (Playa de Maspalomas)
EintrittKostenlos
ZugangJederzeit frei zugänglich (Strandseite)
ÖPNVGuaguas: Linie 30 / 36 ab Maspalomas / Playa del Inglés
ParkenParkplätze am Faro de Maspalomas und Playa del Inglés
Beste ReisezeitOktober bis April (angenehme Temperaturen, weniger Hitze)

Entstehung: Wie bildeten sich die Dünen von Maspalomas?

Die Dunas de Maspalomas sind kein schnelles Naturphänomen. Ihre Entstehung begann vor Tausenden von Jahren durch das Zusammenspiel zweier Kräfte: Meeresablagerungen aus dem Atlantik und der beständige Nordostpassat, der den Sand vom Strand ins Landesinnere trägt.

Dunas de Maspalomas zwischen Atlantik und Himmel.
Dunas de Maspalomas zwischen Atlantik und Himmel.

Meeresablagerungen als Ausgangsmaterial

Das Rohmaterial der Dünen stammt aus dem Atlantik. Muschelschalen, Korallenreste und biogenes Karbonatsediment wurden über Jahrtausende an der Südküste Gran Canarias angeschwemmt. Der Strand von Maspalomas ist deshalb heller und weicher als die meisten anderen Strände der Insel – der Sand hat eine ungewöhnlich helle, gelblich-weiße Farbe.

Windtransport und Dünenbildung

Der Nordostpassat, der charakteristische Begleitwind der Kanarischen Inseln, trocknet den angeschwemmten Sand und trägt ihn langsam ins Landesinnere. So entstanden über Jahrtausende die bis zu acht Meter hohen Dünenformationen. Das System ist dynamisch: Die Dünen wandern langsam in südwestliche Richtung – ein Prozess, der bis heute anhält und das Landschaftsbild jährlich verändert.

Der Wind zeichnet feine Muster in den Sand der Dünen von Maspalomas.
Der Wind zeichnet feine Muster in den Sand der Dünen von Maspalomas.

Natürliche Deiche sichern das System

Schwankungen des Meeresspiegels bildeten im Laufe der Zeit natürliche Deiche, die das Dünensystem stabilisierten und das Gebiet vor vollständiger Rückverlagerung ins Meer schützten. Diese geologische Geschichte macht die Dunas de Maspalomas zu einem einzigartigen Zeugnis der Küstenmorphologie auf den Kanaren.

Ökosystem: Mehr als nur Sand

Die Reserva Natural Especial de las Dunas de Maspalomas ist weit mehr als ein spektakuläres Sandmeer. Das Schutzgebiet umfasst drei eng miteinander verbundene Ökosysteme: das eigentliche Dünenfeld, den angrenzenden Palmenhain und die Lagune La Charca de Maspalomas.

La Charca de Maspalomas – die Lagune

Am westlichen Rand der Dünen liegt die Lagune La Charca de Maspalomas – ein abgetrennter Brackwassersee, der als Rastplatz für Zugvögel von großer ornithologischer Bedeutung ist. Reiher, Enten, Löffler und in seltenen Fällen sogar Flamingos nutzen die Lagune als Rast- und Brutplatz. Das Betreten des Uferbereichs ist strikt verboten.

Lagune La Charca de Maspalomas.
Lagune La Charca de Maspalomas.

Der Palmenhain

Zwischen dem Leuchtturm Faro de Maspalomas und der Lagune erstreckt sich ein alter Dattelpalmenbestand – ein grüner Kontrast zum goldenen Sand der Dünen. Der Hain ist Teil des Schutzgebiets und beherbergt eine eigene Fauna, darunter verschiedene Vogelarten und Eidechsen.

Flora der Dünen

In den Dünen selbst gedeihen spezialisierte Pionierpflanzen, die an die extremen Bedingungen – Hitze, Trockenheit, sandiger Untergrund – angepasst sind. Besonders auffällig ist die Seedolde (Euphorbia paralias) und verschiedene Gräser, die mit ihren Wurzeln die Dünen stabilisieren.

Vereinzelte Büsche behaupten sich in den Dünen von Maspalomas – zähe Überlebenskünstler zwischen Sand und Wind.
Vereinzelte Büsche behaupten sich in den Dünen von Maspalomas – zähe Überlebenskünstler zwischen Sand und Wind.

Besuchsinfos: Was ist erlaubt – was ist verboten?

Die Dünen von Maspalomas sind ein Naturschutzgebiet – kein Freizeitpark. Wer das Areal betritt, hält sich an die Schutzregeln:

EintrittKostenlos
ÖffnungszeitenJederzeit zugänglich (Strandseite)
Dünen betretenDas Betreten des Dünengebiets ist ausschließlich auf den offiziellen Wegen und Holzstegen erlaubt. Das Verlassen der markierten Bereiche ist zum Schutz der empfindlichen Vegetation verboten und kann mit hohen Bußgeldern geahndet werden.
Lagune La CharcaUferbereich gesperrt – kein Betreten
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
HundeIm Schutzgebiet nicht erlaubt
DrohnenVerboten über dem Schutzgebiet
SandentnahmeVerboten (Bußgeld)
Fahrzeuge in DünenVerboten

Naturschutz: Biosphärenreservat und Reserva Natural

Die Dünen von Maspalomas sind seit 1987 als Reserva Natural Especial geschützt. Seit 2005 gehört das Gebiet als Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Gran Canaria zum internationalen Naturschutzprogramm – gemeinsam mit rund 40 % der gesamten Inselfläche.

Frühere Bauprojekte und Abwassereinleitung in die Lagune La Charca hatten dem Ökosystem erheblichen Schaden zugefügt. Aktive Renaturierungsmaßnahmen zeigen erste Erfolge: Mehrere Vogelarten sind zurückgekehrt und brüten wieder an der Lagune. Der Schutz des Dünensystems ist eine permanente Aufgabe – auch weil der Tourismus im angrenzenden Maspalomas enormen Druck ausübt.

Spazieren durch die Dünen: Was erwartet Besucherinnen und Besucher?

Ein Spaziergang durch die Dunas de Maspalomas gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen Gran Canarias. Das weitläufige Dünenmeer steht unter Naturschutz und darf deshalb nur auf den ausgewiesenen Wegen und Holzstegen betreten werden. So bleibt dieses einzigartige Ökosystem auch für kommende Generationen erhalten.

Der Spaziergang führt durch die Dunas de Maspalomas, wo sich die Sanddünen bis auf acht Meter auftürmen.
Der Spaziergang führt durch die Dunas de Maspalomas, wo sich die Sanddünen bis auf acht Meter auftürmen.

Empfohlener Weg durch die Dünen

Der markierte Pfad führt vom Parkplatz am Faro de Maspalomas durch das Herz der Dünen bis zur Lagune La Charca. Die Strecke ist ca. 3–4 km lang und in etwa einer Stunde gemütlich zu bewältigen. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert – im lockeren Sand strengt das Gehen mehr an als erwartet.

Beste Tageszeit

Frühmorgens oder am späten Nachmittag: Dann ist die Hitze erträglich, das Licht für Fotos optimal und die Dünenkämme zeichnen sich scharf ab. Der Sonnenuntergang am Faro de Maspalomas mit Blick auf die Dünen ist eines der schönsten Motive auf der gesamten Insel.

Abendstimmung mit Blick auf den Faro de Maspalomas
Abendstimmung mit Blick auf den Faro de Maspalomas

Kamelreiten in den Dünen

Am Rand des Schutzgebiets bieten mehrere Anbieter Kameltouren durch die Dünen an. Die Tiere laufen auf einem festen Pfad außerhalb des Kernschutzgebiets. Wer die Dünen aus der Kamelperspektive erleben möchte, findet die Anbieter am Parkplatz des Faro de Maspalomas.

Anfahrt zu den Dünen von Maspalomas

Mit dem Auto

Von der Autobahn GC-1 nimmt man die Ausfahrt Richtung Maspalomas und folgt der Beschilderung zum Faro de Maspalomas. Direkt am Leuchtturm sowie in den angrenzenden Straßen stehen Parkplätze zur Verfügung. Dabei sollte beachtet werden, dass viele Stellplätze kostenpflichtig sind und insbesondere in der Hauptsaison schnell belegt sein können. Alternativ kann man in Playa del Inglés parken und den östlichen Zugang zu den Dünen in etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß erreichen.

Mit dem Bus

Die Dünen von Maspalomas sind bequem mit den Bussen von Guaguas Global erreichbar. Mehrere Linien – darunter die 30 und 36 – halten am zentralen Umsteigepunkt Faro de Maspalomas, der sich direkt am westlichen Zugang zum Naturschutzgebiet befindet. Aktuelle Fahrpläne und Verbindungen auf guaguasglobal.com.

Beste Reisezeit für die Dünen von Maspalomas

JahreszeitBedingungen
Herbst (Okt–Nov)Ideal: angenehme Temperaturen, Dünen oft menschenleer morgens
Winter (Dez–Feb)Sehr gut: mild, 20–22°C, Hauptsaison der Europäer
Frühling (Mär–Mai)Gut: warm, weniger überlaufen als Winter
Sommer (Jun–Sep)Heiß, 30°C+; Dünenspaziergang nur früh morgens empfohlen

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Die Dünen von Maspalomas liegen im touristischen Zentrum des Südens und lassen sich hervorragend mit Playa de Maspalomas, der Lagune La Charca, dem Leuchtturm Faro de Maspalomas und den Badeorten Playa del Inglés und Meloneras kombinieren.

Playa de MaspalomasDirekt angrenzend – 3 km langer Sandstrand
La Charca de MaspalomasWestlicher Rand der Dünen – Vogelbeobachtung
Faro de MaspalomasLeuchtturm am Düneneinstieg – Fotomotiv
Playa del InglésCa. 1,5 km östlich – großer Touristenstrand
MelonerasCa. 2 km westlich – ruhigerer Badeort, Promenade
die Playa del Inglés auf Gran Canaria mit den Ausläufern der Dünen von Maspalomas
die Playa del Inglés auf Gran Canaria mit den Ausläufern der Dünen von Maspalomas

Häufige Fragen zu den Dünen von Maspalomas

Wie groß sind die Dünen von Maspalomas?

Die Dunas de Maspalomas umfassen rund 400 Hektar (ca. 4 km²). Der Strand von Maspalomas ist knapp 3 km lang. Das Schutzgebiet insgesamt – inklusive Lagune und Palmenhain – ist damit eines der bedeutendsten Küstenökosysteme der Kanarischen Inseln.

Darf man durch die Dünen laufen?

Ja – allerdings nur auf den ausgewiesenen Wegen und Holzstegen. Das Verlassen der markierten Bereiche ist im Naturschutzgebiet verboten, um die empfindlichen Sanddünen und ihre seltene Vegetation zu schützen. Wer quer durch die Dünen läuft, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Gibt es einen FKK-Bereich bei den Dünen von Maspalomas?

Ja. Am westlichen Ende des Strandes von Maspalomas befindet sich ein seit vielen Jahren etablierter FKK-Abschnitt. Die Dünen selbst sind jedoch kein ausgewiesenes FKK-Gebiet, sondern Teil eines geschützten Naturreservats. Gran Canaria zählt zu den beliebtesten Reisezielen Europas für Freikörperkultur.

Kann man die Dünen auch nachts besuchen?

Das Schutzgebiet ist formal ganzjährig zugänglich. Nachts sind die Dünen jedoch schwer zu navigieren und können gefährlich sein. Ein Besuch in der Dämmerung – kurz vor Sonnenuntergang oder kurz nach Sonnenaufgang – ist das Schönste: Das Licht taucht die Sandformationen in warme Farben und die Temperaturen sind angenehm.

Warum stehen die Dünen von Maspalomas unter Naturschutz?

Die Dünen von Maspalomas bilden eines der bedeutendsten Dünenökosysteme der Kanarischen Inseln. Wind, Sand, Lagune und spezielle Pflanzen- und Tierarten bilden ein empfindliches Gleichgewicht. Der Schutz des Naturreservats soll verhindern, dass die Landschaft durch Erosion oder unkontrolliertes Betreten dauerhaft beschädigt wird.

Wann ist die beste Tageszeit für einen Besuch der Dünen?

Besonders stimmungsvoll sind die Dünen am frühen Morgen und in den Stunden vor Sonnenuntergang. Dann sorgen das weiche Licht und die langen Schatten für eine außergewöhnliche Atmosphäre, gleichzeitig sind die Temperaturen deutlich angenehmer als zur Mittagszeit. Für Fotos gehören diese Tageszeiten zu den schönsten auf ganz Gran Canaria.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com