Der Gran Canyon Gran Canarias: Das Barranco de Fataga
Wer von Maspalomas aus nordwärts auf der GC-60 fährt, ahnt nicht, was wenige Kilometer entfernt in die Erde eingeschnitten ist: das Barranco de Fataga – eine der tiefsten und schönsten Schluchten des gesamten Südens Gran Canarias. Tausende von Dattelpalmen wachsen im Talboden, weshalb der Barranco seinen Beinamen „Tal der 1000 Palmen“ trägt. Von oben – vom Mirador de la Degollada de las Yeguas – öffnet sich eine Aussicht, die kanarische Einheimische gerne mit dem Grand Canyon vergleichen.

Am Ende des Tals liegt das weiß gekalkte Bergdorf Fataga – eines der malerischsten Dörfer Gran Canarias und seit dem UNESCO-Welterbe-Antrag ein zunehmend bekanntes Ausflugsziel. Weinreben, Handwerksläden, Palmenalleen und ein Dorfplatz mit jahrhundertealtem Flair erwarten die Besucherinnen und Besucher.
Dieser Artikel erklärt die Entstehung des Barrancos, das Dorf Fataga, den Mirador, Flora, Fauna, Anfahrt und alle Besuchsinfos.
Steckbrief: Barranco de Fataga auf einen Blick
| Typ | Erosionsschlucht / Barrancolandschaft |
|---|---|
| Lage / Gemeinde | San Bartolomé de Tirajana, Gran Canaria (Süden) |
| Beiname | \u0022Tal der 1000 Palmen\u0022 |
| Besonderheit | Dattelpalmenbestand, weißes Dorf Fataga, Mirador de la Degollada de las Yeguas |
| Mirador | Mirador de la Degollada de las Yeguas (auch: Mirador de Fataga) |
| Dorf Fataga | ~400 Einwohner, weiße Häuser, Palmenhain, Weinanbau |
| Eintritt | Kostenlos |
| Zugang | Straße GC-60 (führt direkt am Mirador vorbei und durch das Dorf Fataga). |
| Parken | Kostenlos am Mirador; Dorf Fataga kleine Parkplätze |
| Beste Reisezeit | Ganzjährig; Oktober bis April für Wanderungen |
| Wildcampen | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |

Entstehung: Eine Schlucht tief im Süden
Das Barranco de Fataga entstand durch die Erosionskraft eines saisonal wasserführenden Bachlaufs, der sich über Jahrmillionen tief ins vulkanische Gestein des südlichen Gran Canarias einschnitt. Im Süden der Insel ist das Gestein trockener und spröder als im Norden – die Schlucht konnte sich deshalb besonders steil und tief eingraben.
Dattelpalmen als natürliche Zeitmarker
Die Dattelpalmen im Talboden (Phoenix canariensis) sind kein Zufall: Im Schluchtengrund sammelt sich das seltene Regenwasser, während die steilen Wände Schutz vor dem austrocknenden Passatwind bieten. Dieses Mikroklima macht den Talboden zu einem natürlichen Garten – seit Jahrhunderten nutzen die Bewohner Fatadas diesen Vorteil für Weinbau und Gartenwirtschaft.

Der Mirador de la Degollada de las Yeguas
Der Mirador de la Degollada de las Yeguas liegt an der GC-60 auf einer Passhöhe über dem Barranco. Von hier öffnet sich ein Panoramablick, der seinesgleichen im Süden Gran Canarias sucht: Die Schlucht fällt tief ein, beiderseits flanieren die Felswände ab, im Tal leuchtet das Grün der Dattelpalmen – und am Horizont, bei klarem Wetter, ist das Meer zu sehen.

Das Dorf Fataga: Weißes Dorf am Ende der Schlucht
Am oberen Ende des Barrancos liegt Fataga – ein Dorf mit rund 400 Einwohnerinnen und Einwohnern, weißen Häusern, blumengeschmückten Gassen und einem Dorfplatz, der in der Mittags hitze wie eingefroren wirkt. Fataga ist kein Touristendorf – es ist ein echter kanarischer Ort, der sich langsam seiner Besucher bewusst wird.

Architektur und Palmenhain
Das Ortsbild von Fataga wird von weiß verputzten Häusern mit dunkelgrünen Fensterläden und Blumenkästen geprägt – der klassische kanarische Landhausstil. Am Ortsrand erstreckt sich ein alter Palmenhain aus Dattelpalmen, der bis ins Tal reicht und dem Dorf seine besondere Atmosphäre gibt.
Weinanbau und Handwerk
Fataga liegt im südlichsten Weinanbaugebiet Gran Canarias. Die Weinreben profitieren von der Staunässe des Schluchtengrunds und dem milden Klima. Lokale Händler verkaufen Honig, Käse und Handarbeiten. Das Dorf ist auch Ausgangspunkt für Kamelsafaris ab dem Kamelpark in Arteara – einem weiteren Besuchsziel nahe der Einfahrt des Barrancos.

Mundo Aborigen – Einblick in das Leben der Altkanarier
Direkt an der GC-60, kurz vor Fataga, liegt das Mundo Aborigen – ein Freilichtmuseum, das das Leben der Ureinwohner Gran Canarias nachbildet. Lebensgroße Figuren, rekonstruierte Höhlen und traditionelle Alltagsszenen vermitteln einen anschaulichen Eindruck von der Kultur der Altkanarier. Wer das Barranco de Fataga besucht, kann den Museumspark ideal mit dem Aussichtspunkt und dem Dorf Fataga zu einem abwechslungsreichen Tagesausflug verbinden.
Flora und Fauna im Barranco de Fataga
Der Barranco de Fataga liegt in der Übergangszone zwischen der ariden Südküste und dem Hochland. Diese Lage macht ihn botanisch besonders interessant: Im Talboden gedeihen Dattelpalmen und subtropische Kulturen, an den Hängen wachsen Wolfsmilchgewächse, Agaven, Kakteen und Tabaibas.
Endemische Pflanzenarten
Die Hänge des Barrancos beherbergen typische kanarische Trockenbuschwälder: Kleinia neriifolia, verschiedene Euphorbia-Arten und der charakteristische Kanaren-Feigenkaktus (Opuntia) mit seinen leuchtend roten Früchten. In den Felsspalten nisten Aeonien – die tellerförmigen Sukkulenten, die vielen Barrancos ihren charakteristischen Anblick geben.

Tierbeobachtungen
Im Barrancogebiet sind Turmfalken und Kanarische Eidechsen häufige Begleiter. Wer früh morgens wandert, begegnet gelegentlich der scheuen Kanarischen Ratte (Rattus rattus) – einer hier seit Jahrhunderten eingebürgerten Art, die inzwischen Teil des lokalen Ökosystems ist.

Besuchsinfos: Barranco de Fataga
| Eintritt | Kostenlos (Mirador, Dorf, Wanderwege) |
|---|---|
| Zugang | Straße GC-60 (Mirador) und GC-065 (Fataga-Dorf) |
| Parken | Kostenlos am Mirador; Dorf Fataga begrenzte Parkplätze |
| Wildcampen | Verboten |
| Lagerfeuer | Verboten |
| Trinkwasser | Im Dorf verfügbar; eigenes Wasser für Wanderungen mitbringen |
| Hunde | Erlaubt, an der Leine |
| Beste Reisezeit | Ganzjährig; Oktober bis April für Wanderungen |
Anfahrt zum Barranco de Fataga
| Mit dem Auto – Mirador | Von Maspalomas / Playa del Inglés aus: GC-60 nordwärts in Richtung San Bartolomé de Tirajana. Nach ca. 10 km liegt der Mirador de la Degollada de las Yeguas direkt an der GC-60 auf der rechten Seite. Kostenloser Parkplatz vorhanden. |
|---|---|
| Mit dem Auto – Dorf Fataga | Ab dem Mirador folgt man einfach der GC-60 weiter in Richtung Fataga und San Bartolomé de Tirajana. Das Dorf liegt rund fünf Kilometer vom Aussichtspunkt entfernt direkt an der Straße und lässt sich bequem mit dem Auto erreichen. |
| Mit dem Bus | Guaguas Linien zwischen Maspalomas und San Bartolomé de Tirajana passieren den Mirador-Bereich. Für das Dorf Fataga ist ein Mietwagen die praktischste Lösung. Aktuelle Verbindungen auf guaguasglobal.com. |
Kombinationen: Was liegt in der Nähe?
Das Barranco de Fataga lässt sich hervorragend mit San Bartolomé de Tirajana (Hauptort der Gemeinde, historischer Kern), dem Kamelpark Arteara und den Dünen von Maspalomas zu einem Tagesausflug kombinieren.
| Mirador de la Degollada de las Yeguas | An der GC-60 – bester Aussichtspunkt auf die Schlucht |
|---|---|
| Dorf Fataga | Ca. 5 km ab Mirador – weißes Bergdorf, Palmenhain |
| Kamelpark Arteara | Wenige Kilometer entfernt – Kamelsafaris und Palmenoase |
| San Bartolomé de Tirajana | Ca. 8 km – historischer Ortskern |
| Dünen von Maspalomas | Ca. 20 km – berühmte Wanderdünen an der Südküste |
| Mundo Aborigen | Direkt an der GC-60 – Freilichtmuseum über die Kultur der Altkanarier |

Beste Reisezeit für das Barranco de Fataga
| Jahreszeit | Bedingungen |
|---|---|
| Herbst (Okt–Nov) | Ideal: stabile Verhältnisse, Licht optimal, angenehme Temperaturen |
| Winter (Dez–Feb) | Sehr gut: nach Regen grünt das Tal; Palmenwedel im Abendlicht |
| Frühling (Mär–Mai) | Gut: Vegetation frisch, Blumen blühen in Fataga |
| Sommer (Jun–Sep) | Heiß im Talboden; Mirador jederzeit; früh morgens starten |

Häufige Fragen zum Barranco de Fataga
Warum heißt das Barranco de Fataga "Tal der 1000 Palmen"?
Was ist der Mirador de la Degollada de las Yeguas?
Lohnt sich ein Besuch des Dorfes Fataga?
Kann man den Mirador de la Degollada de las Yeguas und Fataga an einem Ausflug verbinden?
Warum zählt das Barranco de Fataga zu den schönsten Schluchten Gran Canarias?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.


