Vom Stausee in den Kiefernwald: Der Las-Hoyas-Rundweg mit Llanos de la Mimbre
Die meisten Tamadaba-Routen starten von der Degollada de Las Lajas auf der Westseite. Dieser Rundweg beginnt anders – an der GC-215 auf der Ostseite des Massivs, wo die Stauseen Lugarejos und Las Hoyas in einem engen Tal liegen. Von hier steigt die Route auf dem S-96 und S-98 in das Herz des Tamadaba auf, erreicht den S-90 mit dem Rastplatz Llanos de la Mimbre und kehrt über die Degollada la Laja durch schroff-schöne Schluchten zurück. Ein Rundweg, der Tamadaba von seiner ruhigsten, abgelegensten Seite zeigt.

11,6 Kilometer, 575 Höhenmeter, moderat. Die Route verläuft auf den gut markierten Wanderwegen S-90, S-96 und S-98. Startpunkt ist ein kleiner Parkplatz an der GC-215 – ruhig, kaum besucht, weit weg vom Tamadaba-Hauptbetrieb.
Rundweg Barranco Las Hoyas auf einen Blick
| Streckenlänge | 11,6 km (Rundwanderung) |
|---|---|
| Schwierigkeit | moderat – trittsicher, vorwiegend Pfade |
| Gehzeit | ca. 4:00 bis 4:45 Stunden |
| Höhenmeter Aufstieg | 575 hm |
| Höhenmeter Abstieg | 575 hm |
| Höchster Punkt | 1.297 m |
| Niedrigster Punkt | 865 m (Parkplatz GC-215) |
| Startpunkt | Kleiner Parkplatz GC-215 zwischen Stauseen Lugarejos und Las Hoyas |
| Wegmarkierung | S-90, S-96, S-98 |
| Routentyp | Rundwanderung |
| Schutzstatus | Parque Natural de Tamadaba |
| Beste Reisezeit | Ganzjährig – auch im Sommer angenehm durch Waldschatten |
| Wasser | Proviant und Wasser für 4–4:45 h mitbringen |
| Besonderheit | Stausee Lugarejos + S-96 Schluchtzug + Llanos de la Mimbre + schroffes Rückstück |
Anfahrt und Startpunkt
Der Startpunkt befindet sich an einem kleinen, kostenlosen Parkplatz an der GC-215 zwischen den Stauseen Lugarejos und Las Hoyas. Der Einstieg erfolgt direkt bei den Wanderschildern des S-96 auf der rechten Straßenseite.
Mit dem Auto: Von Artenara führt die Anfahrt über die GC-210 und anschließend die GC-215 bis zum Parkplatz zwischen den beiden Stauseen. Von Las Palmas de Gran Canaria erreicht man den Startpunkt über die GC-21, GC-75 und GC-210. Der Parkplatz ist kostenlos und wird selbst an Wochenenden nur selten stark frequentiert.
Mit dem Bus (ÖPNV):
Der abgelegene Startpunkt an den Stauseen ist nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die nächstgelegene Busverbindung endet in Artenara. Von dort ist für die Weiterfahrt ein Taxi oder ein Mietwagen erforderlich.
Aktuelle Busverbindungen Richtung Artenara unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen Artenara

Die Wanderung in vier Abschnitten
Die Route folgt den gut markierten Wanderwegen S-96, S-98 und S-90 – sie ist leicht zu folgen und braucht keinen GPS-Track.
Abschnitt 1: Stausee Lugarejos und Aufstieg auf S-96
Vom Parkplatz folgt der Wanderweg S-96 entlang der Straße am Stausee Lugarejos ca. 1,8 km. Der Presa de Lugarejos liegt ruhig im engen Tal – ein malerischer Auftakt. Das Wasser spiegelt die Kiefernhänge, die Staumauer ist weithin sichtbar.

Nach der Staumauer Lugarejos geht es direkt am Ende nach rechts bergauf in den Wald. Nach etwa 700 m stößt man auf den S-98, dem man bergauf folgt. Der Aufstieg ist stetig, aber nie extrem steil. Die Vegetation wechselt von offenen Stauseehängen in den dichten Kiefernwald.
Abschnitt 2: S-90 und Llanos de la Mimbre
Nach 2,2 km auf dem S-98 erreicht man die Abzweigung Siete Pinos. Hier auf den S-90 wechseln und nach rechts Richtung Llanos de la Mimbre. Der S-90 führt in einem Auf und Ab von ca. 900 m zum Rastplatz Llanos de la Mimbre – ein traumhafter Fleck unter alten Kiefern, mit Picknicktischen und einer besonderen Stille.

Vom Rastplatz links abbiegen und ca. 140 m bis zur Quelle Fuente del Reventón gehen. Das Wasser sickert aus dem Fels – kein Trinkwasser, aber atmosphärisch. Von hier ca. 950 m bis zum Campingplatz
Abschnitt 3: Cueva del Zapatero und Degollada la Laja
Vom Campingplatz führt der Weg zunächst bergauf durch lichten Kiefernwald und felsiges Gelände. Nach etwa 780 Metern erreicht man die Kreuzung mit dem S-93. Ein kurzer Abstecher von rund 90 Metern nach rechts führt zur Cueva del Zapatero, einer kleinen Höhle direkt am Wanderweg, die leicht zu übersehen ist.
Anschließend geht es zurück auf den Hauptweg. Nach rund 550 Metern erreicht die Route die Straße. Dieser folgt man etwa 150 Meter nach rechts, bevor der Wanderweg wieder in den Wald führt. Nach weiteren 950 Metern und einem kurzen Straßenabschnitt von etwa 300 Metern ist die Degollada la Laja erreicht.

Abschnitt 4: Abstieg S-96 durch Schluchten zurück
Von der Degollada la Laja auf dem Wanderweg S-96 bergab. Die Landschaft verändert sich jetzt deutlich: Der Weg wird felsiger und schroffer. Auf dem Lomo del Camello öffnen sich links die steilen Wände der Schluchten Barranco del Camello und Barranco de la Hoya. Diese dramatischen Einschnitte im Ostrand des Tamadaba-Massivs sind beeindruckend – tiefe, enge Schluchten, die zum Meer hin entwässern.

Der Weg wird zur Piste und führt schließlich zurück zum Parkplatz an der GC-215. Die Runde ist geschlossen – mit Stauseen, Kiefernwald und Schluchten.
Das Tamadaba-Massiv von der Ostseite
Wer das Tamadaba von der Westseite kennt, wird auf dieser Route überrascht sein: Die Ostseite des Massivs ist rauer, weniger besucht und hat einen ganz anderen Charakter. Hier beginnt das Massiv mit engen Stauseentälern und steigt über schroff-schöne Schluchten auf. Der S-96 verbindet die Stauseewelt mit dem Hochplateau – ein Wanderweg, der diese Verbindung eindrucksvoll zeigt.

Die Stauseen Lugarejos und Las Hoyas sind Teil des Bewässerungssystems, das das Hochland Gran Canarias mit den Tieflagen verbindet. Das Wasser aus dem Tamadaba-Kiefernwald – kondensiert an den langen Nadeln der Kanarischen Kiefern – füllt diese Stauseen und versorgt die Landwirtschaft im Norden der Insel.
Flora und Fauna
Die Route führt durch verschiedene Vegetationszonen: Stauseeufer mit Schilf und Weiden, offene Hangzonen mit Tabaibas und Cardonales, dann dichter Kanarischer Kiefernwald mit Zistrose (Cistus ocreatus), Baumheide (Erica arborea) und Bergthymian (Micromeria pineolens). In den Schluchten am Abstieg wachsen Aeonium und Felsspaltenvegetation. Im Wald singen Blaufinken – die endemischen Unterart Gran Canarias.

Schutzstatus und Regeln: Parque Natural de Tamadaba
Wildcampen verboten – nur Campingplatz Llanos de la Mimbre. Lagerfeuer strikt untersagt. Keine Pflanzenentnahme. Abfall mitnehmen. Leitungswasser nicht trinkbar.
Beste Reisezeit
| Herbst (Okt–Nov) | Stauseen gut gefüllt, klare Sicht – optimal |
|---|---|
| Winter (Dez–Feb) | Kiefernwald intensiv grün, ruhig – sehr gut |
| Frühling (Mär–Mai) | Zistrosenblüte, milde Temperaturen – ideal |
| Sommer (Jun–Sep) | Kiefernwald angenehm kühl – auch im Sommer gut begehbar |

Ausrüstung
| Schuhwerk | Festes Schuhwerk – steiler Aufstieg S-96, felsiger Abstieg |
|---|---|
| Wasser | Mindestens 1,5 Liter – keine Trinkwasserquelle unterwegs |
| Sonnenschutz | Hut, Creme – offene Stauseehänge und Hochplateau |
| Windschutz | Leichte Jacke – Hochplateau kann windig sein |
Kombinationsmöglichkeiten
| Barranco Las Hoyas → Gipfel | 11,5 km, moderat – mit Gipfelbesteigung Montaña de Tamadaba |
|---|---|
| S-90 Rundweg | 7,4 km, moderat – klassische Tamadaba-Runde von der Westseite |
| Charco Azul | Nahe El Risco – Strandbad an der Nordwestküste, ca. 30 Min. Fahrt |
| Artenara | Nächste Ortschaft – Höhlenhäuser, Restaurant, Felsenhöhle |

GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:
Wer die Route individuell anpassen möchte:
Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes
Praktische Tipps
Ruhigster Tamadaba-Einstieg: Der Parkplatz an der GC-215 ist fast immer leer. Diese Route ist deutlich ruhiger als die Westzugänge – ideal für alle, die Tamadaba ohne Menschenmengen erleben wollen.
Llanos de la Mimbre Rast: Der Rastplatz ist der ideale Halbzeitpunkt. Picknicktische laden ein, die Kiefern spenden Schatten.
Schluchten am Rückweg: Der Abstieg S-96 über Lomo del Camello ist der spektakulärste Teil des Rückwegs – die Schluchten Barranco del Camello und Barranco de la Hoya bieten dramatische Einblicke.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen dieser Route und der Route Vom Stausee auf den Gipfel: Die volle Tamadaba-Erfahrung von der Ostseite?
Kann man bei den Stauseen parken?
Wie weit ist es von Las Palmas zu diesem Startpunkt?
Kann man den Startpunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen?
Ist der Parkplatz an der GC-215 kostenpflichtig?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.
Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:


