Cruz Grande, Chira-Tunnel, Soria: Gran Canarias geheimnisvollste Wanderroute

Es gibt auf Gran Canaria keine Tour wie diese. Der Trasvase-Tunnel Chira–Soria ist ein knapp einen Kilometer langer Wassertunnel, der überschüssiges Wasser aus dem Chira-Stausee in den Soria-Stausee leitet. Er ist hoch, breit – und im Sommer begehbar. 20 bis 25 Minuten im Dunkeln, begleitet vom Tropfen der Feuchtigkeit, mit einer Stirnlampe als einzigem Licht. Kein anderer Wanderweg auf Gran Canaria bietet dieses Erlebnis.

Rückblick in den Umleitungstunnel Trasvase Chira–Soria.
Rückblick in den Umleitungstunnel Trasvase Chira–Soria.

Die Tour von der Degollada de la Cruz Grande nach Soria mit Tunnel-Passage ist 13,9 Kilometer lang, schlägt mit 1.241 Höhenmetern Abstieg zu Buche und ist als schwer eingestuft. Sie folgt zunächst dem S-60-Kammweg durch den Pilancones-Naturpark, steigt zum Chira-Stausee ab, durchquert den geheimnisvollen Trasvase-Tunnel, folgt dem S-60 vorbei an mächtigen vulkanischen Basaltdämmen und dem markanten Risco del Agujero und endet an der imposanten Staumauer der Presa de Soria.

Wichtig vorab:

Die Tunnel-Passage ist ausschließlich bei trockenem Wetter und niedrigem Wasserstand möglich. Bei Regen, Regenvorhersage oder hohem Chira-Wasserstand ist sie lebensgefährlich. Alle Details im nächsten Abschnitt.

Sicherheitshinweis: Tunnel-Passage nur bei trockenem Wetter

Die Durchquerung des Chira-Tunnels ist nur unter bestimmten Bedingungen sicher. Bei folgenden Bedingungen ist die Tunnel-Passage zu unterlassen:

RegenTunneldurchquerung strikt verboten – lebensgefährlich
RegenvorhersageAuch bei angekündigtem Regen: Tunnel nicht betreten
Wasserführung im BachWenn der Barranco Wasser führt: Tunnel nicht betreten
Chira-Stausee nahe ÜberlaufenTunnel nicht betreten – Gefahr steigenden Wasserspiegels
StirnlampePflicht – im Tunnel ist es komplett dunkel
Wegstrecke auf eigene GefahrDie Tunnel-Route ist keine offizielle Wanderstrecke

Alternative: Wer die Tunnel-Passage nicht machen möchte oder kann, folgt dem S-60 direkt von Chira nach Soria – die Route ohne Tunnel ist ebenfalls eindrucksvoll.

Aussichtspunkt Degollada de la Cruz Grande – Startpunkt der Wanderung.
Aussichtspunkt Degollada de la Cruz Grande – Startpunkt der Wanderung.

Wanderung Cruz Grande – Tunnel – Soria auf einen Blick

Streckenlänge13,9 km (Strecke – kein Rundweg)
Schwierigkeitschwer – schwindelfrei, trittsicher, streckenweise weglos, Tunnel
Gehzeitca. 4:45 bis 5:45 Stunden (inkl. Tunnel-Passage ca. 25 Min.)
Höhenmeter Aufstieg487 hm
Höhenmeter Abstieg1.241 hm
Höchster Punkt1.307 m (Startbereich Cruz Grande)
Niedrigster Punkt537 m (Soria)
StartpunktDegollada de la Cruz Grande, GC-60, San Bartolomé de Tirajana
EndpunktSoria, Gemeinde Mogán
WegmarkierungS-60, Tunnelroute (streckenweise unmarkiert)
RoutentypStrecke – Rücktransfer einplanen
SchutzstatusParque Natural de Pilancones
Beste ReisezeitTrockene Monate – Oktober bis Mai; nur bei stabilem Wetter
Ausrüstung BesondersStirnlampe Pflicht, wasserfestes Schuhwerk, Reservekleidung für Tunnel
BesonderheitChira-Tunnel (1 km, 20–25 Min.) + vulkanische Basaltdämme + Risco del Agujero + Staumauer Soria
Wanderung S-60 durch den Naturpark Pilancones.
Wanderung S-60 durch den Naturpark Pilancones.

Anfahrt und Startpunkt

Startpunkt: Degollada de la Cruz Grande an der GC-60. Von Las Palmas über GC-21 und GC-60. Von Maspalomas über San Bartolomé und GC-60 bergauf. Rücktransfer von Soria: Taxi vorbuchen oder zweites Fahrzeug dort parken. Aktuelle Busverbindungen unter

Guaguasglobal.com – Busverbindungen San Bartolomé / Soria

Die Wanderung in fünf Abschnitten

Die Route folgt zunächst dem S-60 bis zum Chira-Stausee (identisch mit der Cruz Grande–Chira-Route), verlässt ihn dann für die Tunnelpassage und nimmt ihn danach wieder auf bis Soria.

Abschnitt 1–2: Cruz Grande zum Chira-Stausee (S-60)

Identisch mit der Cruz Grande–Chira-Route: Forsthaus-Aussichtspunkt, Degollada del Dinero, Morro del Guirre, Bergpässe, Chira-Blicke, Degollada del Sordo. Gut markiert, leicht zu folgen. Beim Erreichen der GC-604 am Chira-Stausee beginnt die eigentliche Besonderheit dieser Tour.

Die Route folgt zunächst dem S-60, der im Grenzbereich zwischen dem geschützten Hochland des Parque Rural del Nublo und dem ausgedehnten Parque Natural de Pilancones verläuft. Erst am Chira-Stausee verlässt sie den offiziellen Wanderweg für die Tunnelpassage.

Der S-60-Kammweg im Parque Natural de Pilancones.

Abschnitt 3: Zum Tunneleingang

Am Chira-Stausee verlässt man den S-60. Oberhalb der Jugendherberge am Stausee beginnt die Tunnelroute. Einige Meter auf einer Schotterstraße, dann an der Weggabelung rechts bergab. Unterwegs: ein beeindruckender Blick auf die großen Felsstürze vor der Staumauer. Den Kanal, der später überquert wird, im Blick behalten.

Beeindruckende Felsstürze vor der Staumauer des Chira-Stausees.
Beeindruckende Felsstürze vor der Staumauer des Chira-Stausees.

Nach dem Eintauchen ins Flussbett dem Bach folgen. Kurz darauf führt ein Weg wieder ans Ufer. Dann stößt man auf Betonbauwerke: Hier wird das Wasser gesteuert – entweder in den Umleitungskanal von Chira nach Soria oder ins Meer. Durch die rechte Öffnung gelangt man in den Kanal und zur Mündung des Tunnels.

Tunneleingang am Chira-Umleitungskanal.
Tunneleingang am Chira-Umleitungskanal.

Abschnitt 4: Der Tunnel – 1 km im Dunkeln

Der Tunnel ist etwa einen Kilometer lang und kann in 20 bis 25 Minuten durchquert werden. Er ist hoch und breit – man geht aufrecht. Im Sommer bleibt man fast die ganze Zeit trocken. Auf halber Strecke sickert Wasser aus einer Quelle und bildet kleine Pfützen – am Ausgang sammelt sich Wasser an einer kleinen Kante.

Weg durch den einen Kilometer langen Chira-Tunnel.
Weg durch den einen Kilometer langen Chira-Tunnel.

Die Stirnlampe ist unverzichtbar – im Tunnel ist es komplett dunkel, kein Tageslicht. Wasserfestes Schuhwerk ist ratsam. Die Passage ist auf eigene Gefahr – die Tunnelroute ist kein offizieller Wanderweg. Am Ende des Tunnels: Man trifft wieder auf den Wanderweg S-60, der die Stauseen Chira und Soria verbindet.

Felsformationen entlang des Wanderwegs S-60 bei Soria.
Felsformationen entlang des Wanderwegs S-60 bei Soria.

Abschnitt 5: S-60 nach Soria

Zurück auf dem S-60 führt der Weg weiter bergab Richtung Soria. Mächtige vulkanische Basaltdämme prägen diesen Abschnitt, bevor der markante Risco del Agujero erreicht wird. Von hier eröffnen sich eindrucksvolle Ausblicke auf den türkisblauen Stausee Soria und den tief eingeschnittenen Barranquillo Andrés. Kurz darauf wird die imposante Staumauer der Presa de Soria überquert, bevor die Wanderung im Ort Soria endet.

Blick auf Soria mit der Staumauer, einer der größten Talsperren Gran Canarias.
Blick auf Soria mit der Staumauer, einer der größten Talsperren Gran Canarias.

Der Chira-Tunnel: Ein Ingenieurbauwerk im Fels

Der Trasvase-Tunnel Chira–Soria (Túnel Trasvase Chira Soria) ist ein Überlauftunnel des Chira-Stausees. Wenn der Chira-See einen bestimmten Wasserstand erreicht, wird das überschüssige Wasser durch diesen Tunnel geleitet und im Stausee Soria gespeichert – statt es ins Meer abzulassen. Der Tunnel ist hoch und breit genug für Wartungsarbeiten. Im Sommer, wenn beide Stauseen niedrigen Wasserstand haben, ist er begehbar.

Im Inneren des Chira-Tunnels – Stirnlampe ist unerlässlich.
Im Inneren des Chira-Tunnels – Stirnlampe ist unerlässlich.

Die Tunnel-Passage auf eigene Gefahr: Es gibt keine offizielle Freigabe für Wandernde. Wer sie unternimmt, tut dies eigenverantwortlich. Die wichtigste Bedingung: Nur bei stabilem Trockenwetter und niedrigem Wasserstand.

Nach der Tunnelpassage folgt einer der landschaftlich schönsten Abschnitte des S-60. Mächtige vulkanische Basaltdämme, die markante Felswand des Risco del Agujero und die Ausblicke auf den Stausee Soria bilden einen eindrucksvollen Abschluss der Wanderung.

Beste Reisezeit

Herbst (Nov)Erste Monate nach dem Sommer – Stauseen meist niedrig, Tunnel begehbar
Winter (Dez–Feb)Vorsicht – Regenzeit; Tunnel-Passage nur bei langen Trockenphasen
Frühling (Mär–Mai)Nach trockenen Wochen – ideal; Regenvorhersage prüfen
Sommer (Jun–Sep)Beste Zeit für Tunnel – kein Regen, niedrige Stauseen

Regel: Immer die Wettervorhersage für die nächsten 24 Stunden prüfen. Kein Regen angekündigt, Stauseen niedrig – dann ist die Tour sicher.

Der Ort Cercados de Araña vor dem Bergpanorma mit Roque Nublo.
Der Ort Cercados de Araña vor dem Bergpanorma mit Roque Nublo.

Ausrüstung

StirnlampePflicht – Tunnel ist komplett dunkel; Ersatzbatterien mitnehmen
SchuhwerkWasserfeste Bergwanderschuhe – Pfützen am Tunnelende
WechselkleidungOptional – für den Fall, dass Kleidung im Tunnel nass wird
Wasser und ProviantFür 4:45–5:45 Stunden – keine Versorgung unterwegs
SonnenschutzHut, Brille, Creme – langer Abstieg in der Sonne
RücktransferTaxi oder zweites Fahrzeug in Soria – Strecke endet dort

Kombinationsmöglichkeiten

Cruz Grande → Soria ohne Tunnel12,3 km, moderat – gleicher Weg, aber Tunnel überspringen
Cruz Grande → Chira8,6 km, moderat – nur bis zum Chira-Stausee
Chira-Rundwanderung von Soria13,3 km, moderat – Chira komplett umrunden
Geheimnisvollen Tunnel Chira solo5,6 km, moderat – Tunnelrunde vom Chira-Stausee
Der Wanderweg S-60 verläuft nahe dem Morro del Guirre im Bergland Gran Canarias.
Der Wanderweg S-60 verläuft nahe dem Morro del Guirre im Bergland Gran Canarias.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wandern vom Cruz Grande über den Tunnel zur Talsperre von Soria

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Stirnlampe = Pflicht: Wer keine Stirnlampe dabei hat, kann den Tunnel nicht durchqueren. Ersatzbatterien einpacken.

Wetter 24h prüfen: Bevor man zur Tour aufbricht, die Wettervorhersage checken. Kein Regen angekündigt und Stauseen niedrig – dann ist es sicher.

Alternativer Plan: Für den Fall, dass der Tunnel bei Ankunft nicht begehbar ist (Wasserstand), weiter auf dem S-60 direkt nach Soria. Die Route ist auch ohne Tunnel eindrucksvoll.

Rücktransfer: Die Route endet in Soria. Taxi zurück zur Cruz Grande oder ein zweites Fahrzeug einplanen. In Soria besteht je nach Öffnungszeiten eine Einkehrmöglichkeit, auf die man sich jedoch nicht verlassen sollte. Ausreichend Wasser und Proviant gehören deshalb in den Rucksack.

Die Bergpässe entlang des S-60 mit weiten Ausblicken.
Die Bergpässe entlang des S-60 mit weiten Ausblicken.

Häufige Fragen zur Tunnel-Wanderung Cruz Grande – Soria

Wann ist die Tunnel-Passage sicher?

Die Tunnel-Passage ist sicher, wenn: kein Regen angekündigt ist, der Barranco kein Wasser führt und der Chira-Stausee weit vom Überlaufen entfernt ist. Im Sommer (Juni bis September) sind diese Bedingungen am häufigsten erfüllt. Die Tunnel-Route ist keine offizielle Wanderstrecke – sie wird auf eigene Verantwortung begangen.

Wie lang und dunkel ist der Tunnel?

Der Tunnel ist etwa einen Kilometer lang und kann in 20 bis 25 Minuten durchquert werden. Er ist komplett dunkel – ohne Stirnlampe ist die Passage nicht möglich. Auf halbem Weg sickert Wasser aus einer Quelle und bildet kleine Pfützen. Am Ausgang sammelt sich Wasser an einer kleinen Kante.

Was passiert, wenn ich bei Regen im Tunnel bin?

Das kann lebensgefährlich sein. Bei Regen steigt der Wasserstand im Bachbett und im Tunnel schnell an. Man verlässt den Tunnel auf eigene Gefahr und ist für seine eigene Sicherheit verantwortlich. Niemals in den Tunnel eintreten, wenn Regen angekündigt ist oder der Bach Wasser führt.

Ist der Tunnel ein offizieller Wanderweg?

Nein. Der Trasvase-Tunnel ist Teil der Wasserinfrastruktur zwischen den Stauseen Chira und Soria und keine offiziell ausgewiesene Wanderroute. Die Durchquerung erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung und nur bei absolut trockenen Bedingungen sowie niedrigem Wasserstand.

Was erwartet mich nach der Tunnelpassage?

Nach dem Tunnel trifft die Route wieder auf den Wanderweg S-60. Es folgen einige der landschaftlich schönsten Abschnitte der Tour mit mächtigen vulkanischen Basaltdämmen, dem markanten Risco del Agujero und weiten Ausblicken auf den Stausee Soria, bevor die Wanderung an der imposanten Staumauer endet.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com