Zwischen den Giganten: El Montañón im Hochland Gran Canarias

Er liegt genau zwischen den beiden bekanntesten Hochlandgipfeln Gran Canarias – und wird fast immer übersehen: El Montañón, 1.762 Meter hoch, eingebettet zwischen dem Roque Nublo im Westen und dem Pico de las Nieves im Osten. Wer hier oben steht, begreift warum das Hochland Gran Canarias zu den schönsten Wandergebieten der Kanaren gehört.

Ausblick auf den 1.762 Meter hohen El Montañón.
Ausblick auf den 1.762 Meter hohen El Montañón.

El Montañón ist kein Wahrzeichen und kein Rekordhalter. Er ist etwas anderes: ein stiller Aussichtsberg mit einem der rundesten Panoramen des gesamten Inselinneren. Der Blick reicht von Nublo über den Campanario bis zum Atlantik – und das fast immer ohne Menschenmassen. Wer nach dem Roque Nublo mehr vom Hochland sehen will, sollte den Montañón auf den Plan setzen.

Dieser Artikel erklärt Entstehung, Wandermöglichkeiten, die Kombination mit der Ventana del Nublo, Anfahrt und alle Besuchsinfos.

Steckbrief: El Montañón auf einen Blick

TypBerggipfel / Vulkanisches Hochland
Lage / GemeindeTejeda, Gran Canaria
Höhe1.762 m ü. M.
LageZwischen Roque Nublo (W) und Pico de las Nieves (O)
SchutzstatusParque Rural del Nublo (~26.000 ha)
EintrittKostenlos
SchwierigkeitsgradMittel – gutes Schuhwerk empfohlen
Kombinierbar mitVentana del Nublo, Presa de los Hornos, Roque Nublo
WildcampenVerboten (außer Zona de Acampa Bailico mit Genehmigung)
LagerfeuerVerboten
Beste ReisezeitOktober bis April
felsiger Weg beim Abstieg vom El Montañón
felsiger Weg beim Abstieg vom El Montañón

Entstehung und Geologie: Ein Gipfel im Zentrum des Vulkanmassivs

El Montañón ist ein Überbleibsel desselben gewaltigen Vulkankomplexes, dem auch Roque Nublo und Pico de las Nieves entstammen. Nach Millionen Jahren der Erosion blieben vor allem besonders widerstandsfähige vulkanische Gesteine erhalten, aus denen heute die markanten Gipfel des Zentralmassivs bestehen.

Felskuppe am Gipfel des El Montañon
Felskuppe am Gipfel des El Montañon

Lage im Parque Rural del Nublo

Der Parque Rural del Nublo ist mit rund 26.000 Hektar das größte Schutzgebiet Gran Canarias. El Montañón liegt im Kernbereich dieses Parks, umgeben von Kanarischem Kiefernwald, tiefen Schluchten und dem charakteristischen Hochlandklima: Im Winter können Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, im Sommer sorgt der Passatwind für angenehme Kühle.

Das Hochland zwischen Nublo und Nieves

Das Hochplateau zwischen El Montañón, Roque Nublo und Pico de las Nieves ist das geografische Herz Gran Canarias. Von hier aus entwässern die großen Barrancos in alle Himmelsrichtungen: der Barranco de Tejeda nach Nordwesten, der Barranco de la Culata nach Südwesten, das Barranco de los Hornos nach Osten. Wer dieses Gebiet durchwandert, wandert durch die geologisches Herz Gran Canarias.

Wetter im Hochland

Das Wetter rund um El Montañón kann sich innerhalb kurzer Zeit verändern. Besonders bei Nordostpassat ziehen häufig Wolken oder das sogenannte Mar de Nubes (Nebelmeer) durch den Kiefernwald. Dadurch sinken Temperaturen und Sichtweite deutlich. Auch im Sommer empfiehlt sich deshalb eine leichte Wind- oder Regenjacke sowie eine Offline-Karte oder ein GPS-Track.

Wandern am El Montañón: Routen und Ausblicke

El Montañón ist Ziel und Wegpunkt mehrerer Wanderrouten im Parque Rural del Nublo. Die klassischste Route startet an der Presa de los Hornos und führt über den Grat zum Gipfelplateau. Besonders lohnend ist die Kombination mit der Ventana del Nublo – dem natürlichen Steinbogen mit Blick auf den Roque Nublo.

Wanderpfad zum El Montañon oberhalb der Schlucht Barranco de Meca
Wanderpfad zum El Montañon oberhalb der Schlucht Barranco de Meca

Aufstieg ab Presa de los Hornos

Der Wanderweg startet im Kiefernwald am Barranco de los Hornos und führt zunächst am Stausee Presa de los Hornos vorbei. Der Aussichtspunkt Mirador Presa de los Hornos bietet bereits auf dem Weg einen weiten Blick über die Caldera de Tejeda. Weiter geht es über den Bergrücken oberhalb des Barranco de Meca zum Gipfelplateau.

Ausblick vom Gipfelplateau

Vom Gipfelplateau des El Montañón öffnet sich der volle Blick auf den Roque Nublo im Westen – eine Perspektive, die man von den überlaufenen Aussichtspunkten so nicht bekommt. Nach Osten liegt der Pico de las Nieves, nach Süden die Hochlandhänge, nach Norden das Barrancosystem der Caldera de Tejeda. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Atlantik und Teneriffa.

Vom El Montañón bietet sich ein guter Blick auf den Roque Nublo.
Vom El Montañón bietet sich ein guter Blick auf den Roque Nublo.

Kombination mit Ventana del Nublo

Wer den El Montañón besucht, kombiniert die Tour häufig mit der nahe gelegenen Ventana del Nublo. Der natürliche Felsbogen gehört zu den schönsten Fotomotiven des Hochlands und rahmt den Blick auf den Roque Nublo wie ein steinernes Fenster. Beide Ziele lassen sich problemlos auf einer Rundwanderung verbinden. Wanderzeit ab Gipfel: ca. 45–60 Minuten.

Felsbogen Ventana del Nublo
Felsbogen Ventana del Nublo

Camping: Zona de Acampa Bailico

In der Nähe der Wanderroute liegt der offizielle Zeltplatz Zona de Acampa Bailico – einer der wenigen legalen Campingplätze im Naturschutzgebiet. Eine Genehmigung ist erforderlich (online beim Cabildo de Gran Canaria beantragbar). Wildcampen außerhalb dieses Bereichs ist im gesamten Parque Rural del Nublo verboten.

Flora und Fauna im Hochland rund um El Montañón

Das Wandergebiet rund um El Montañón liegt im Kanarischen Kiefernwald und bietet eine typische Hochlandvegetation. Der Kanarische Kiefernwald (Pinus canariensis) ist das dominierende Element: Die Kiefern filtern Nebelfeuchtigkeit aus den Passatwolken und geben sie als Nadelstreu an den Boden ab – ein wichtiger Mechanismus für die Wasserversorgung des Hochlands.

Endemische Pflanzenarten

Im Unterholz des Kiefernwalds wachsen Kanarischer Salbei, Ginster und verschiedene Aeonien. An den felsigen Gratabschnitten gedeihen Polsterstauden und Kleinia-Sukkulenten, die an Wind und Kälte angepasst sind.

Tierbeobachtungen

Der Kanarengirlitz und der Kanarische Laubsänger sind im Kiefernwald regelmäßig zu hören. Auf dem Gipfelplateau kreisen Turmfalken auf den Aufwinden. Wer Glück hat, beobachtet den scheuen Gran-Canaria-Blaufink – einen charakteristischen Vogel der kanarischen Felswände.

Gran-Canaria-Blaufink
Gran-Canaria-Blaufink

Besuchsinfos: El Montañón

EintrittKostenlos
ZugangJederzeit
WildcampenVerboten – nur Zona de Acampa Bailico (mit Genehmigung)
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserUnterwegs gibt es keine Trinkwasserversorgung – ausreichend Wasser mitbringen.
ParkenPresa de los Hornos (GC-600) oder Llanos de la Pez
SchwierigkeitsgradMittel – gutes Schuhwerk, keine exponierten Kliffpassagen
HundeErlaubt, an der Leine
WetterWetterwechsel und Nebel jederzeit möglich
NavigationGPS-Track oder Offline-Karte empfohlen

Anfahrt zum El Montañón

Mit dem Auto: Der beste Ausgangspunkt für die Wanderung ist die Presa de los Hornos an der GC-600 zwischen Los Llanos de la Pez und Cruz de Tejeda.
Von Las Palmas fährt man über die GC-15 bis Cruz de Tejeda und anschließend auf der GC-600 in Richtung Llanos de la Pez.
Von Maspalomas führt die Route über die GC-60 nach San Bartolomé de Tirajana und weiter auf der GC-600 in Richtung Llanos de la Pez. Entlang der Straße befinden sich mehrere Parkmöglichkeiten am Stausee und an den Wanderzugängen.

Mit dem Bus: Die Guaguas-Linie 18 verbindet Faro de Maspalomas, San Bartolomé de Tirajana und Tejeda mit dem Hochland. Sie hält entlang der GC-600 unter anderem in der Nähe der Presa de los Hornos sowie bei Los Llanos de la Pez und ermöglicht damit die Anreise zum Ausgangspunkt der Wanderung auch ohne Mietwagen. Aktuelle Fahrpläne und Verbindungen bietet guaguasglobal.com.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

El Montañón liegt im Zentrum des Hochlands und lässt sich ideal mit der Ventana del Nublo, dem Roque Nublo und dem Pico de las Nieves zu einer ausgedehnten Hochlandtour verbinden.

Ventana del NubloCa. 3 km – natürlicher Steinbogen, Blick auf Roque Nublo
Roque NubloCa. 4 km – Wahrzeichen Gran Canarias, Reservierungspflicht S-70
Pico de las NievesCa. 5 km – höchster Berg der Insel (1.949 m)
Presa de los HornosDirekt am Startpunkt – Stausee, Mirador
Cruz de TejedaCa. 6 km – Parador, Aussichtspunkt, Tourismusknoten
Tejeda OrtskernCa. 8 km – Mandelspezialitäten, Restaurants
Felsbogen Ventana del Nublo
Die Parroquia de Nuestra Señora del Socorro liegt im Zentrum von Tejeda.

Beste Reisezeit für El Montañón

JahreszeitBedingungen
Herbst (Okt–Nov)Ideal: klare Sicht, stabile Verhältnisse, angenehme Kühle
Winter (Dez–Feb)Gut: Schnee möglich; Kiefernwald mit Reif wunderschön
Frühling (Mär–Mai)Sehr gut: Hochlandblüte, mild, langer Tag
Sommer (Jun–Sep)Pasatwolken häufig; kühler als Küste; gutes Wanderwetter

Häufige Fragen zu El Montañón

Was ist El Montañón auf Gran Canaria?

El Montañón ist ein 1.762 Meter hoher Gipfel im Hochland Gran Canarias, eingebettet zwischen dem Roque Nublo im Westen und dem Pico de las Nieves im Osten. Er liegt im Parque Rural del Nublo und ist Teil eines der ursprünglichsten Wandergebiete der Insel. Vom Gipfelplateau bietet sich ein vollständiges Panorama auf das Zentralmassiv.

Wie kombiniert man El Montañón mit der Ventana del Nublo?

Die klassische Kombination führt von der Presa de los Hornos auf den Gipfel des El Montañón und weiter durch Kiefernwald zur Ventana del Nublo – dem natürlichen Steinbogen mit Blick auf den Roque Nublo. Die Tour dauert insgesamt etwa 4–5 Stunden. Aktuelle GPS-Tracks bietet das Wanderportal Sunhikes.

Gibt es Camping in der Nähe des El Montañón?

Ja – die Zona de Acampa Bailico liegt entlang der Wanderroute und ist einer der wenigen offiziellen Zeltplätze im Parque Rural del Nublo. Eine kostenlose Genehmigung ist beim Cabildo de Gran Canaria online zu beantragen. Wildcampen außerhalb dieses Bereichs ist verboten.

Kann man El Montañón auch ohne den Roque Nublo besuchen?

Ja. Der El Montañón ist ein eigenständiges Wanderziel und deutlich ruhiger als der nahe gelegene Roque Nublo. Gerade wer das Hochland abseits der bekanntesten Aussichtspunkte erleben möchte, findet hier eine abwechslungsreiche Wanderung mit weiten Ausblicken und deutlich weniger Besuchern.

Wann ist die beste Tageszeit für die Wanderung?

Am schönsten ist eine Wanderung am frühen Vormittag. Dann ist die Fernsicht häufig besonders klar und die Temperaturen sind selbst im Sommer angenehm. In den Nachmittagsstunden können durch die Passatwinde Wolken aufziehen und die Sicht im Hochland einschränken.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com