360-Grad-Panorama an der Westflanke: Die Montaña Altavista auf Gran Canaria

Wer den schönsten Aussichtsberg Gran Canarias sucht, findet ihn im Naturpark Tamadaba: die Montaña Altavista, 1.376 Meter hoch, am westlichen Ende der gewaltigen Caldera-de-Tejeda-Umfassungswand. Von hier aus sieht man alles auf einmal: Pico de las Nieves, Roque Nublo, Roque Bentayga und das Hochplateau Acusa Seca – und wenn der Himmel klar ist, thront der Teide auf Teneriffa am Horizont.

Ausblick vom Altavista im Naturpark Tamadaba
Ausblick vom Altavista im Naturpark Tamadaba

Die Montaña Altavista liegt in der Gemeinde Artenara, dem höchstgelegenen Dorf Gran Canarias, und ist Teil des Parque Natural de Tamadaba. Ihre Gipfelsäule ist ein markanter Fixpunkt in der Landschaft des Tamadaba-Massivs – sichtbar von Wanderwegen im ganzen Westgebiet der Insel.

Dieser Artikel erklärt Entstehung, Wanderrouten, das einmalige Panorama, Anfahrt und alle Besuchsinfos zur Montaña Altavista.

Steckbrief: Montaña Altavista auf einen Blick

TypBerggipfel mit markanter Gipfelsäule
Lage / GemeindeArtenara, Gran Canaria (Parque Natural de Tamadaba)
Höhe1.376 m ü. M.
BesonderheitSchönster Aussichtsberg Gran Canarias – 360°-Panorama
LageLetzter Gipfel der Caldera-de-Tejeda-Umfassungswand nach Westen
SchutzstatusParque Natural de Tamadaba
EintrittKostenlos
SchwierigkeitsgradMittel – gutes Schuhwerk empfohlen
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
Beste ReisezeitOktober bis April; Sommer Pasatwolken möglich
Felsgipfel der Montaña Altavista, Naturpark Tamadaba.
Felsgipfel der Montaña Altavista, Naturpark Tamadaba.

Entstehung und Lage: Das westliche Ende der Caldera de Tejeda

Die Montaña Altavista markiert den westlichsten Ausläufer der gewaltigen Caldera de Tejeda – des ehemaligen Zentralkraters Gran Canarias mit einem Durchmesser von rund 20 Kilometern. Die Felswand der Caldera ist an ihrem Westende nicht mehr senkrecht, sondern geht in das hügelige Tamadaba-Massiv über. Altavista ist der letzte höhere Gipfelpunkt dieser Wand, bevor das Gelände nach Westen zur Küste hin abfällt.

Von der Aussichtskanzel am Montaña Altavista reicht der Blick bis zum Roque Nublo
Von der Aussichtskanzel am Montaña Altavista reicht der Blick bis zum Roque Nublo

Montaña Altavista: Ein Felskern trotzt der Erosion

Das markanteste Merkmal der Montaña Altavista ist ihr felsiger Gipfelaufbau aus widerstandsfähigem vulkanischem Gestein. Während die weicheren Gesteinsschichten der ehemaligen Caldera de Tejeda im Laufe von Millionen Jahren verwitterten, blieb der harte Felskern erhalten und bildet heute den höchsten Punkt des Berges. Dadurch dient die Montaña Altavista bis heute als markanter Orientierungspunkt im Naturpark Tamadaba.

Lage im Parque Natural de Tamadaba

Der Parque Natural de Tamadaba ist eines der ursprünglichsten Schutzgebiete Gran Canarias und bekannt für seinen dichten Kanarischen Kiefernwald. Die Montaña Altavista liegt am Rand dieses Waldgebiets – auf dem Gipfelplateau selbst ist die Vegetation karger, Kiefern weichen Polsterstauden und Sukkulenten.

Das Panorama: Was sieht man vom Gipfel?

Der Blick vom Gipfelplateau der Montaña Altavista gehört zu den vollständigsten Panoramen Gran Canarias. Kein anderer frei zugänglicher Aussichtsberg zeigt gleichzeitig so viele Hauptsehenswürdigkeiten des Hochlands.

Tiefblick auf die Presa del Parralillo.
Tiefblick auf die Presa del Parralillo.

Nach Osten: Das Herz des Hochlands

Nach Osten zeichnet sich die Silhouette des Roque Nublo (~1.813 m) klar gegen den Himmel ab. Davor liegt das Hochplateau Acusa Seca mit seinen terrassierten Felswänden, und der Roque Bentayga (~1.414 m) erhebt sich markant aus dem Bergkessel.

Das Plateau von Acusa Seca mit Roque Bentayga und Roque Nublo vom Altavista
Das Plateau von Acusa Seca mit Roque Bentayga und Roque Nublo vom Altavista

Nach Norden und Westen: Roque Faneque und Atlantik

Nach Norden blickt man auf den Roque Faneque (1.008 m) – die senkrechte Steilküste, die ins Meer abfällt – und dahinter auf das Dorf El Risco. Nach Westen öffnet sich der Blick auf den offenen Atlantischen Ozean. Bei klarem Wetter ist Teneriffa mit dem Teide am Horizont zu sehen – eines der imposantesten Panoramen im gesamten Westen der Insel.

Blick vom Wanderweg zum Montaña Altavista auf Roque Faneque und El Risco
Blick vom Wanderweg zum Montaña Altavista auf Roque Faneque und El Risco

Wandern zur Montaña Altavista: Routen und Anforderungen

Die Montaña Altavista wird meist als Teil eines Rundwegs im Tamadaba-Gebiet bestiegen – klassischerweise kombiniert mit dem Arco del Escobón, dem großen Felsbogen im Tamadaba-Massiv. Beide Ziele liegen auf derselben Rundroute ab der Degollada Honda.

Traumhafter Wanderpfad zum Altavista, Naturpark Tamadaba.
Traumhafter Wanderpfad zum Altavista, Naturpark Tamadaba.

Rundweg Arco del Escobón – Montaña Altavista

Die Rundroute startet an der Degollada Honda auf der GC-216 und führt zunächst zum Arco del Escobón – einem imposanten Felsbogen – und dann weiter auf den Gipfel der Montaña Altavista. Der Abstieg führt über andere Pfade zurück zum Startpunkt. Aktuelle Routendaten und GPS-Track bietet das Wanderportal Sunhikes.

Arco del Escobón
Alt: Felsgipfel am Montaña Altavista im Tamadaba

Anforderungen und Ausrüstung

Die Wanderung zur Montaña Altavista ist mittelschwer: gute Kondition und festes Schuhwerk sind erforderlich, exponierten Kliffpassagen gibt es kaum. Das Gelände ist gut markiert. Wichtig: Im Naturpark gibt es keine Wasserversorgung – ausreichend Wasser und Proviant mitbringen. Unterwegs gibt es keine Trinkwasserversorgung – ausreichend Wasser mitnehmen.

Wichtig:

Das Wetter im Tamadaba kann sich innerhalb weniger Minuten ändern. Besonders bei Nordostpassat ziehen häufig dichte Wolken oder das sogenannte Mar de Nubes (Nebelmeer) über das Hochplateau. Dadurch kann die Sicht im Kiefernwald stark eingeschränkt sein. Auch im Sommer liegen die Temperaturen hier oft deutlich unter denen an der Küste. Eine winddichte Jacke, ausreichend Wasser sowie eine Offline-Karte oder ein GPS-Track sind deshalb empfehlenswert.

Flora und Fauna im Naturpark Tamadaba

Das Tamadaba-Massiv beherbergt einen der artenreichsten Kanarischen Kiefernwälder der Insel. Die Kiefern filtern Nebelfeuchtigkeit und schaffen ein Mikroklima, das zahlreichen endemischen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bietet.

Die Montpellier-Zistrose gehört zur charakteristischen Strauchvegetation Gran Canarias.
Die Montpellier-Zistrose gehört zur charakteristischen Strauchvegetation Gran Canarias.

Endemische Pflanzen am Altavista

Auf dem Gipfelplateau der Montaña Altavista wachsen windresistente Polsterstauden, Aeonien und Kleinia-Sukkulenten. An den Felsspalten der Gipfelsäule nisten Flechten und Moose, die vom Tau der Pasatwolken profitieren. Die Wanderwege führen durch Strauchvegetation mit Zistrosen und Kanaren-Ginster.

Vogelwelt

Vom Gipfelplateau aus sieht man regelmäßig Turmfalken auf den Aufwinden, die von den erwärmten Felswänden aufsteigen. Im Tamadaba-Kiefernwald darunter sind Kanarengirlitz und Blauschmarotzer heimisch.

Besuchsinfos: Montaña Altavista

EintrittKostenlos
ZugangJederzeit
WildcampenVerboten
LagerfeuerVerboten
TrinkwasserNicht aus Leitungsnetz – eigenes Wasser mitbringen
ParkenDegollada Honda (GC-216) oder Parkplätze im Tamadaba-Gebiet
SchwierigkeitsgradMittel – gutes Schuhwerk, keine stark exponierten Passagen
HundeErlaubt, an der Leine
WetterWetterumschwünge und Nebel jederzeit möglich
NavigationGPS-Track oder Offline-Karte empfohlen

Anfahrt zur Montaña Altavista

Mit dem Auto: Von Artenara folgt man der GC-216 in Richtung Naturpark Tamadaba. Die Degollada Honda liegt direkt an dieser Straße und ist der übliche Ausgangspunkt für die Wanderung zur Montaña Altavista. Die letzten Kilometer führen über eine schmale, kurvenreiche Bergstraße. Parkmöglichkeiten befinden sich direkt an der Passhöhe sowie entlang der Zufahrtsstraße.

Mit dem Bus: Artenara ist mit dem Bus erreichbar (Linie ab Las Palmas), aber die Anbindung ans Wandergebiet ist eingeschränkt. Ein Mietwagen ab Artenara oder Las Palmas empfiehlt sich. Aktuelle Verbindungen auf guaguasglobal.com.

Kombinationen: Was liegt in der Nähe?

Die Montaña Altavista lässt sich hervorragend mit dem Arco del Escobón (Felsbogen im Tamadaba), dem Mirador de Unamuno in Artenara und dem Roque Bentayga verbinden.

Arco del EscobónDirekt kombinierbar auf gleicher Rundroute
Mirador de UnamunoCa. 5 km (Artenara) – Blick auf Bentayga, benannt nach Unamuno
Roque BentaygaCa. 8 km – UNESCO-Weltkulturerbe, Guanchen-Kultplatz
Roque FanequeCa. 6 km – senkrechte Steilküste (1.008 m)
Artenara OrtskernCa. 5 km – höchstgelegenes Dorf Gran Canarias, Höhlenhäuser
Die Montpellier-Zistrose gehört zur charakteristischen Strauchvegetation Gran Canarias.
Roque Bentayga – der heilige Berg der Ureinwohner Gran Canarias.

Beste Reisezeit für die Montaña Altavista

JahreszeitBedingungen
Herbst (Okt–Nov)Ideal: klare Sicht auf alle Gipfel, angenehme Temperaturen
Winter (Dez–Feb)Sehr gut: frisch, selten Schnee; Kiefernwald besonders schön
Frühling (Mär–Mai)Gut: blühende Vegetation, mild, lange Tage
Sommer (Jun–Sep)Pasatwolken häufig am Tamadaba; Gipfelsicht manchmal eingeschränkt

Häufige Fragen zur Montaña Altavista

Warum gilt die Montaña Altavista als schönster Aussichtsberg Gran Canarias?

Weil von keinem anderen Punkt des Hochlands gleichzeitig so viele Hauptgipfel und Wahrzeichen zu sehen sind: Roque Nublo, Roque Bentayga, Pico de las Nieves, Roque Faneque, das Plateau Acusa Seca und – bei klarem Wetter – der Teide auf Teneriffa. Das Panorama ist vollständig und einzigartig.

Wie schwer ist die Wanderung zur Montaña Altavista?

Die Wanderung ist mittelschwer. Es gibt steile Abschnitte und teils schmale Pfade, aber keine technisch anspruchsvollen Kletterstellen oder stark exponierten Kliffpassagen. Gutes Schuhwerk und ausreichend Wasser sind die wichtigsten Voraussetzungen.

Was ist der Arco del Escobón – und warum kombiniert man ihn mit der Altavista?

Der Arco del Escobón ist ein großer Felsbogen im Tamadaba-Massiv – eine der beeindruckendsten Naturformationen im Westen Gran Canarias. Er liegt auf derselben Rundroute wie die Montaña Altavista und wird fast immer gemeinsam mit ihr besucht. Die Kombination beider Ziele ist eine der schönsten Ganztagestouren im Tamadaba-Gebiet.

Kann man die Montaña Altavista auch ohne lange Wanderung besuchen?

Ja. Der Gipfel liegt zwar nicht direkt an einer Straße, vom Parkplatz an der Degollada Honda ist er jedoch auf einer vergleichsweise kurzen Wanderung erreichbar. Wer die komplette Rundtour über den Arco del Escobón unternimmt, sollte dagegen etwa vier bis fünf Stunden Gehzeit einplanen.

Wann ist die Aussicht auf den Teide am besten?

Die besten Bedingungen herrschen meist an klaren Herbst-, Winter- und Frühlingstagen nach dem Durchzug einer Wetterfront. Bei Nordostpassat können Wolken oder das Nebelmeer (Mar de Nubes) die Sicht einschränken. Früh am Morgen oder am späten Nachmittag ist die Fernsicht häufig besonders klar.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

www.sunhikes.com