Über den Lapas-Pass auf den Gipfel: Die moderateste Tauro-Rundwanderung

Wer den Gipfel des Montaña de Tauro erstmals besteigen will, wählt diese Tour. Sie ist die leichteste und kürzeste der drei Gipfelrouten am Tauro-Massiv – und trotzdem voller Kontraste: Kiefernwald, die karge Lapas-Hochebene, der atemberaubende Pfad durch die Tauro-Schlucht, der Aufstieg auf das 1.225 Meter hohe Gipfelplateau – und von dort bei klarer Sicht Teneriffa und der Teide am Horizont.

Die Mauerreste der Iglesia de los Canarios auf dem Weg zum Gipfel.
Die Mauerreste der Iglesia de los Canarios auf dem Weg zum Gipfel.

11,4 Kilometer, 744 Höhenmeter, moderat. Startpunkt ist der kleine Stausee Presa del Salto del Perro auf 923 Metern. Die Route führt über SL-2 und den Panoramaweg zur Degollada de las Lapas, in die Tauro-Schlucht auf dem PR-GC 45, bergauf auf den Gipfel – und zurück auf demselben Weg. Die Iglesia de los Canarios – die prähistorische Kultstätte der Ureinwohner auf dem Gipfelplateau – ist ein besonderes kulturelles Highlight.

Rundwanderung Lapas – Gipfel auf einen Blick

Streckenlänge11,4 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitmoderat – leicht zu folgen, trittsicher, streckenweise weglos am Gipfel
Gehzeitca. 3:45 bis 4:45 Stunden
Höhenmeter Aufstieg744 hm
Höhenmeter Abstieg744 hm
Höchster Punkt1.210 m (Gipfelplateau Montaña de Tauro)
Niedrigster Punkt840 m (Startpunkt)
StartpunktAusgeschilderter Ausgangspunkt GC-605/GC-200, ca. 1,1 km ab Kreuzung
WegmarkierungSL-2, PR GC-45 – Gipfelpfad nur Steinmännchen
RoutentypRundwanderung
SchutzstatusMonumento Natural de Tauro, ZEPA-Vogelschutzgebiet
Beste ReisezeitOktober bis April – ganzjährig möglich
WasserAusreichend Wasser für 3:45–4:45 h mitbringen
BesonderheitLapas-Pass + Tauro-Schlucht + Gipfel 1.225 m + Iglesia de los Canarios + Teide-Blick
Vom Montaña de Tauro bietet sich ein weiter Ausblick über das Naturschutzgebiet Inagua
Vom Montaña de Tauro bietet sich ein weiter Ausblick über das Naturschutzgebiet Inagua

Anfahrt und Startpunkt

Von Maspalomas führt die Anfahrt über die GC-1 und anschließend über die GC-200 in Richtung Mogán. Etwa zwei Kilometer hinter dem Ort zweigt rechts die GC-605 ab. Dieser folgt man rund 8,5 Kilometer bergauf bis zur Kreuzung, dort rechts Richtung Barranquillo Andrés. Nach etwa 1,1 Kilometern befindet sich der ausgeschilderte Ausgangspunkt auf der rechten Straßenseite. Der kleine Parkplatz ist kostenlos.


Hinweis zur Anfahrt: Der Startpunkt ist nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Für diese Wanderung empfiehlt sich die Anreise mit dem Mietwagen über die kurvenreiche Bergstraße GC-605. Da die Straße schmal und kurvig verläuft, sollte man für die Anfahrt etwas zusätzliche Zeit einplanen.

Die Wanderung in vier Abschnitten

Abschnitt 1: SL-2, Kiefernwald und Lapas-Hochebene

Vom Ausgangspunkt dem gepflasterten Wanderweg SL-2 ca. 120 m folgen, dann links abbiegen. Der Weg führt durch lichten Kiefernwald bergauf. Nach ca. 1,9 km Geländekante erreicht. Rechts abbiegen: Abstieg in die Lapas-Schlucht. Über die karge Hochebene hinunter – Tabaibas und Wolfsmilch prägen die Landschaft hier, der Kiefernwald ist zurückgeblieben. Der Kontrast ist markant.

Wanderweg zum Montaña de Tauro.
Wanderweg zum Montaña de Tauro.

Nach etwas mehr als 4 km: der Rastplatz und Aussichtspunkt an der Degollada de las Lapas. Dieser stille Pass bietet einen schönen Blick in den Barranco de Mogán – eine ideale erste Rast.

Ausblick Degollada de las Lapas auf Mogán
Ausblick Degollada de las Lapas auf Mogán

Abschnitt 2: PR-GC 45 durch die Tauro-Schlucht

In der Lapasschlucht links abbiegen und dem PR-GC 45 Richtung Degollada de Cortadores folgen. Zunächst auf der Hochebene am Fuße der Felisia-Ebene, dann in die Tauro-Schlucht. Beeindruckende Ausblicke in die Schluchttiefe und auf die steilen Felswände. Ein lohnender, ausgesetzter Abschnitt – Trittsicherheit ist gefragt.

Wanderweg PR GC-45 in Richtung Degollada de las Lapas
Wanderweg PR GC-45 in Richtung Degollada de las Lapas

Nach der Schluchtquerung weiter auf dem PR-GC 45. Nach ca. 6,4 km von der Gesamtstrecke kommt eine Weggabelung – den PR-GC 45 verlassen und links auf einem alten Pfad entlang der Tauro-Schlucht bergauf. Dieser Weg ist auf Karten oft als „Narrow path from top of Barranco Tauro“ eingezeichnet.

Ausblick in die Tauro-Schlucht entlang der Wanderung.
Ausblick in die Tauro-Schlucht entlang der Wanderung.

Abschnitt 3: Alter Pfad, Plateau und Gipfel Montaña de Tauro

Ca. 2 km bergauf auf dem alten Pfad entlang der Schlucht – bis zu einem Plateau unterhalb des Montaña de Tauro. Hier befindet sich ein schöner Rastplatz mit atemberaubender Aussicht. Von einem Aussichtspunkt hoch über der Schlucht: Spektakulärer Blick auf den Roque Nublo

Ausblick auf Montaña de los Cardones vom Hochplateau des Tauro
Ausblick auf Montaña de los Cardones vom Hochplateau des Tauro

Die Mauerreste auf dem Weg sind die berühmte Iglesia de los Canarios – Trockenmauern, die als prähistorische Kultstätte der Ureinwohner dienen. Ein stiller Ort mit einer langen Geschichte.

Zerklüftete Bergkämme und tiefe Schluchten reihen sich bis zum Horizont
Zerklüftete Bergkämme und tiefe Schluchten reihen sich bis zum Horizont

Ohne nennenswerten Höhenunterschied durch lichten Kiefernwald zur nächsten Weggabelung. Dann: ca. 500 m Aufstieg zum Gipfel. Loser, steiniger Untergrund – nur Steinmännchen markieren. Auf einen flachen Rücken unterhalb des Gipfels, dann auf das 1.225 m hohe Gipfelplateau. Bei klarer Sicht steht der Teide auf Teneriffa am Horizont. Der Weg führt über den Gipfel und auf der gegenüberliegenden Seite hinunter – etwas später trifft man wieder auf den breiteren Aufstiegsweg. Zurück zum Ausgangspunkt.

Gebirgslandschaft vom Gipfelplateau des Montaña de Tauro (1.225 m).
Gebirgslandschaft vom Gipfelplateau des Montaña de Tauro (1.225 m).

Abschnitt 4: Rückweg

Für den Rückweg folgt man dem bekannten Hinweg zurück. Über den alten Pfad geht es wieder zum PR-GC 45, anschließend über die Degollada de las Lapas und den Wanderweg SL-2 zurück zum Ausgangspunkt. Im Nachmittagslicht wirkt die karge Lapas-Hochebene noch einmal ganz anders als am Morgen – ein schöner Abschluss dieser abwechslungsreichen Rundwanderung.

Die Wanderung am Tauro bietet bei klarer Sicht einen Blick auf die Nachbarinsel Teneriffa am Horizont.
Die Wanderung am Tauro bietet bei klarer Sicht einen Blick auf die Nachbarinsel Teneriffa am Horizont.

Die Iglesia de los Canarios: Ein Kultplatz der Ureinwohner

Auf dem Plateau unterhalb des Gipfels des Montaña de Tauro befinden sich die Überreste der Iglesia de los Canarios – der Kirche der Kanaren. Es handelt sich um eine prähistorische Trockenmauer-Anlage, die nach dem heutigen Forschungsstand als zeremonielle Kultstätte der Ureinwohner Gran Canarias (Guanchen) diente. Das gesamte Monumento Natural de Tauro ist reich an archäologischen Hinterlassenschaften: Grabhügeln, Türmchen und Höhlen zeugen von einer intensiven vorspanischen Nutzung dieses Massivs.

Wer diese Mauerreste sieht, sollte sie nicht betreten und nicht beschädigen – sie sind rechtlich geschützt und von kulturhistorischer Bedeutung.

Die Mauerreste der Iglesia de los Canarios auf dem Weg zum Gipfel.
Die Mauerreste der Iglesia de los Canarios auf dem Weg zum Gipfel.

Das Monumento Natural de Tauro

Das Monumento Natural de Tauro ist ein 1.256,6 Hektar großes Naturdenkmal im Gemeindegebiet Mogán. Es ist als ZEPA (besonderes Vogelschutzgebiet) ausgewiesen und Teil des Kanarischen Netzes geschützter Naturräume. Der offene Kiefernwald mit seinen endemischen Pflanzenarten gibt dem Gebiet auch botanisch große Bedeutung.

Flora und Fauna

Die Route führt durch sehr unterschiedliche Vegetationszonen: Kiefernwald im oberen Bereich, karge Lapas-Hochebene mit Tabaibas (Euphorbia regis-jubae) und Wolfsmilch, Schluchtvegetation mit Aeonium und Felsen. Auf dem Gipfelplateau: Kanarische Kiefern und Zistrosen. Das ZEPA-Gebiet beherbergt Turmfalken, Habichte und Bussarde. Der Kanarische Kanarengirlitz singt im Kiefernwald.

Kanareneidechse beim Sonnenbad.
Kanareneidechse beim Sonnenbad.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Angenehme Temperaturen, gute Fernsicht – sehr empfehlenswert
Winter (Dez–Feb)Beste Teide-Sicht, kühl – optimal für den Gipfel
Frühling (Mär–Mai)Milde Temperaturen, mögliche Blüte – sehr gut
Sommer (Jun–Sep)Heiß in der Schlucht und am Kanalabschnitt – früh starten

Ausrüstung

SchuhwerkFeste Bergwanderschuhe – Gipfelpfad loser Untergrund, Schluchtenabschnitt
WasserMindestens 1,5 Liter – keine Versorgung unterwegs
SonnenschutzHut, Brille, Creme – Lapas-Hochebene und Gipfel ohne Schatten
WindschutzLeichte Jacke – Gipfelplateau kann windig sein
GPS-TrackEmpfohlen – Gipfelpfad nur Steinmännchen, alter Pfad nicht markiert
Aufstiegspfad zum Gipfel des Montaña de Tauro.
Aufstiegspfad zum Gipfel des Montaña de Tauro.

Kombinationsmöglichkeiten

Montaña Tauro + Canal11,4 km, schwer – schwerere Variante mit Canal de las Niñas
Große Tauro-Runde14 km, schwer – mit Lapas-Pass und Canal de las Niñas
Montaña de Tauro solo5,4 km, moderat – nur Gipfelbesteigung ohne Schlucht
Barranco de Tauro bis Meer20,1 km, schwer – die ganze Schlucht bis zur Küste
Canal de las Niñas, Wanderung am Montaña Tauro.
Canal de las Niñas, Wanderung am Montaña Tauro.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung über Degollada de las Lapas auf den Gipfel des Montaña de Tauro

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Gipfelpfad: Der Aufstieg vom Plateau zum Gipfel ist loser, steiniger Untergrund – nur Steinmännchen markieren. Langsam gehen, jeden Schritt setzen. Wer sich unsicher fühlt, kann auf dem Plateau bleiben – die Aussicht von dort ist fast genauso gut.

Iglesia de los Canarios: Die Mauerreste auf dem Weg sind archäologisch bedeutsam – nicht betreten, nicht beschädigen, nicht als Sitzfläche nutzen.

Lapas-Pass als Rast: Die Degollada de las Lapas ist nach rund vier Kilometern ein idealer Ort für eine erste Pause. Von hier öffnet sich der Blick in den Barranco de Mogán. Gleichzeitig lohnt es sich, den Wasservorrat und die Verpflegung zu prüfen – auf der gesamten Wanderung gibt es keine Wasserquellen oder Versorgungsmöglichkeiten.

Früher Start: Für 3:45–4:45 Stunden Gehzeit vor 8 Uhr aufbrechen – besonders im Sommer ist die Lapas-Hochebene nachmittags heiß.

Die Wanderung am Montaña Tauro bietet bei klarer Sicht einen Blick bis zum Roque Nublo.
Die Wanderung am Montaña Tauro bietet bei klarer Sicht einen Blick bis zum Roque Nublo.

Häufige Fragen zur Wanderung über die Degollada de las Lapas

Warum ist diese Tour moderat und nicht schwer?

Mit 744 hm (gegenüber 1.037 hm bei W-20) und ohne den langen Kanalabschnitt ist diese Tour weniger anstrengend. Der Gipfelpfad (Steinmännchen, loser Untergrund) erfordert Trittsicherheit – insgesamt aber gut für erfahrene Einsteiger mit Bergwandererfahrung.

Was ist auf dem Gipfelplateau zu sehen?

Das Gipfelplateau auf 1.225 m ist tatsächlich flach – der Montaña de Tauro sieht von unten spitzig aus, ist aber oben weit und begehbar. Von hier: Weites Panorama auf Maspalomas, den Inagua, die südwestlichen Berge und – bei klarer Sicht – den Teide auf Teneriffa. Die Iglesia de los Canarios liegt direkt auf dem Aufstiegsweg.

Kann man den Gipfelpfad auch umgehen?

Ja. Wer den wilden Gipfelpfad mit Steinmännchen nicht begehen möchte, kann auf dem breiten Plateau-Weg bleiben und die Aussicht von dort genießen. Es braucht keinen Gipfelabstempel auf diesem Plateau.

Gibt es unterwegs eine Möglichkeit, Wasser nachzufüllen?

Nein. Entlang der gesamten Route gibt es weder Brunnen noch Quellen oder andere Versorgungsmöglichkeiten. Das gesamte Trinkwasser sollte bereits am Start mitgeführt werden. Vor allem an warmen Tagen empfiehlt es sich, ausreichend Reserven einzuplanen.

Ist die Wanderung eine Rundtour oder geht man teilweise denselben Weg zurück?

Beides. Nach dem Zustieg über den SL-2 und die Degollada de las Lapas verläuft die Tour zunächst als Rundwanderung über den Gipfel des Montaña de Tauro. Für den Rückweg folgt man anschließend dem bekannten Hinweg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dadurch bleibt die Orientierung einfach, gleichzeitig erlebt man die Landschaft im wechselnden Licht aus einer neuen Perspektive.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com